Fahrten in ein über- oder unterirdisches Jenseits gehören zum Standardrepertoire der Religionsgeschichte: Begnadete Heroen oder Götter fahren in die Unterwelt, um ihr Geheimnisse zu entlocken, Schätze zu heben, böse Mächte zu bezwingen, Tote zu erlösen oder spannende Abenteuer zu bestehen. Diese oft in bunten Farben ausgemalten, dramatisch und aggressiv inszenierten Spektakel faszinieren die Kulturen der Neuzeit und Moderne nach wie vor, obwohl sie ein Weltbild voraussetzen, das schon lange als überholt gilt. Im interdisziplinären Zugriff stellen die Autorinnen und Autoren dieses Bandes religionshistorische und theologische Hintergründe dar und analysieren die Ergebnisse der Aneignungs- und Verfremdungsprozesse, denen Höllen-Fahrten in den zeitgenössischen Künsten und Medien unterliegen.
Unsere Vorfahren wussten etwas vom schamanischen Weltenbaum und seinen Ebenen, vom Schicksal und dass es gewebt wird, von den vielen Wesen der Geistwelt, von Geistreisen, von der Möglichkeit, in der Anderswelt Hilfe und Kraft zu erbitten, aber auch außerhalb der Trance in Gebeten, Tänzen und Opfern. Sie wussten etwas von Magie und Divination - und die Frauen hatten daran großen Anteil. Die Göttin Hulda erscheint im Mittelalter als Geistführerin in Frauengruppen und wurde später im Volk die himmlische, huldreiche Frau, die die geistige Macht in der Natur repräsentierte, die, wie Wodan, in den Rauhnächten umging und manchmal den Menschen erschien. Ob man sie Frau Gode nannte, Frau Berchta oder Frau Holle: sie war hierzulande die gültige Nachfahrin und Erbin der alten germanischen Göttinnen Frigga, Freya, Iduna und Hel – und setzte ihr Werk fort bei den Menschen, die ihr zugetan blieben. Das Besondere dieses Buches ist, dass es das alte Erbe poetisch erzählt und entfaltet. Es geht den alten Geschichten entlang und zeigt, welche Schätze unsere vorchristliche Frömmigkeit bereithält. Einführungen, Sachtexte und Bilder ergänzen die Gedichte.
Studienarbeit aus dem Jahr 2015 im Fachbereich Geschichte Europa - and. Länder - Mittelalter, Frühe Neuzeit, Note: 1,3, Universität Duisburg-Essen (Historisches Institut), Veranstaltung: Jenseitsvisionen und Jenseitsreisen im Mittelalter, Sprache: Deutsch, Abstract: Wie genau die Hölle als Jenseitsort entstanden ist und wie sie grundsätzlich im Mittelalter dargestellt wurde, bildet einen wichtigen Kern meiner wissenschaftlichen Hausarbeit. Des Weiteren stellt sich die konkrete Frage, was im Mittelalter als Sünde galt, welche Gewichtungen Sünden hatten und wie diese in der Hölle bestraft wurden. Durch die Christianisierung in der Epoche des europäischen Mittelalters gehörte die überwiegende Mehrheit einer christlichen Konfession an. Besonders entscheidend ist, dass der Glaube der Christen zu dieser Zeit stark davon geprägt wurde, dass der Tag des Jüngsten Gerichts nah bevor stehe. Aufgrund dessen war die Angst vor der Hölle sowie den Höllenqualen zu jener Zeit allgegenwärtig, weshalb die Menschen versuchten, ein frommes und sündenfreies Leben zu führen, um am Tage des Jüngsten Gerichts von Gott aus in den Himmel zu gelangen. Fraglich ist trotzdem, wie das präzise Bild der Hölle sowie deren Qualen überhaupt zu Stande kommen konnte, da selbst im Neuen Testament keine klare Antwort auf die Frage zu finden ist, was genau mit Sündern nach dem Jüngsten Gericht passiere. Die Antwort lässt sich zum einen in der einst hohen Anzahl von Jenseitsberichten finden, die verstärkt dafür sorgten, dass das bevorstehende religiöse Ereignis innerhalb der christlichen Gemeinde nicht in Vergessenheit geriet. Denn neben einer Reihe von Jenseitsvisionären die von einem Aufenthalt im Himmelreich berichteten, existierten auch einige Ausführungen die den Ort der Hölle veranschaulichten. Zusätzlich fungierten sie gewissermaßen als Beweismaterial für die Existenz des Jenseits. Zum anderen sorgte neben besagten Jenseitsberichten auch ein allgemeines apokalyptisches Weltbild zu der Höllenvorstellung im europäischen Mittelalter.
»Die Schönheit und die Hölle« durchmißt den Weg, den Roberto Saviano insbesondere nach der Veröffentlichung von »Gomorrha« genommen hat. Seit 2006 muß der Autor unter Personenschutz leben. »Schreiben hat mir in diesen Jahren die Möglichkeit gegeben zu existieren.« Saviano berichtet von Lionel Messi, der die größte Herausforderung, die es für einen Fußballchampion geben kann, gemeistert hat, von Anna Politkowskaja, die ermordet wurde, weil sie anders nicht zum Schweigen zu bringen war, und von vielen weiteren, denen Saviano an Orten des Leidens und der Erniedrigung begegnete - oder im weiten Reich der Literatur. Roberto Saviano erzählt von Menschen, die den Mut zum moralischen Handeln aufbrachten und ihre Ängste überwanden. Seite für Seite bekräftigt er sein Vertrauen in das Wort, das die Realität aus den Angeln hebt, das sich jeder Art von Gewalt widersetzt und Zeugnis ablegt von der Gewißheit, daß »die Wahrheit, trotz allem, existiert«.
Der Begleitband zu den Ausstellungen der Gedenkstätte Esterwegen präsentiert die Geschichte der Emslandlager in Bildern und Dokumenten. Zwischen 1933 und 1945 unterhielt der NS-Staat im Emsland und der Grafschaft Bentheim 15 Lager, die als Teil des Systems von SS, Justiz und Wehrmacht Orte des nationalsozialistischen Terrors waren. In den Lagern litten etwa 80.000 KZ-Häftlinge und Strafgefangene; während des Zweiten Weltkriegs kamen weit mehr als 100.000 Kriegsgefangene hinzu. Über 20.000 Menschen aus verschiedenen europäischen Ländern kamen in diesen Lagern ums Leben. Der Begleitband gibt nun erstmals einem breiten Publikum einen Überblick über die Geschichte der Emslandlager und verortet sie im Kontext der Geschichte des »Dritten Reiches«. Der reich bebilderte Band mit dem auf internationalen Archivrecherchen basierenden aktuellen Forschungsstand zeigt bislang unbekannte historische Dokumente und Fotografien. Im Mittelpunkt stehen dabei die harte Zwangsarbeit, das Leben und Leiden sowie der Tod der Häftlinge. Der Band informiert aber auch über Täter, Profiteure und das zivile Umfeld der Lager. Als komplexen und bis heute andauernden Prozess der Erinnerungskultur schildert er zudem die Nachgeschichte der Emslandlager.
Winner of the Carnegie Medal 2003 Tiller and Sairy live a quiet life in Ruby Holler; their children have long since left home and things are peaceful. But when they decide to adopt two children from the local orphanage to take on a giant adventure, they form an unlikely foursome. And Tiller and Sairy have to deal with some pretty unconventional behaviour on the part of the children, who don't believe they could ever be 'wanted'. A wonderful, magical story that combines quirky action and adventure with family, loyalty and learning to belong.
Der Philosoph Peter Strasser, der sich keiner philosophischen Schule zugehörig fühlt, hat in einer klirrenden Welt toter Rationalität keine Angst davor, sich dem als mythisch und irrational Verfemten zuzuwenden. In diesem Sinn ist sein neues umfangreiches Werk eine erfahrungsgesättigte Meditation über das Leben - ein Leben, das ohne Ende aber nicht zu denken wäre. Wobei Ende sowohl das Ende der Epoche meint als auch des individuellen Lebens. Trotzdem ist Eine Hölle voller Wunder weit davon entfernt, in die üblichen Klagen über all das, was verlorenging und noch verloren gehen wird, einzustimmen, vielmehr orientiert sich Strassers spätes Philosophieren an einer Poesie der Dämmerung, in der die Konturen der Dinge an trügerischer Schärfe verlieren. Unterm Flügelschlag des göttlichen Dämmertieres, der Eule der Minerva, umspielt jene Poesie das unerreichbar Nahe: die Welt als Heimat aller Geschöpfe, als Ort des ewigen Friedens, worin noch das Böse vom Bösen erlöst wäre. Spätes Philosophieren kultiviert diesen Traum, er gilt ihr als das Realste. Eine Hölle voller Wunder ist in zwei große Teile gegliedert: Während der erste Teil, Die Welt ist nicht genug", wie eine klassisch philosophische Erörterung auftritt, vollzieht der zweite Teil, "Die Götter sind nicht genug", die Wende zu einem stark persönlich orientierten, ins Literarische ausgreifenden Erzählen.