Testurteil: "7.0/10"
Test: Einzeltest: Fallout 76
Zitat: Pro: + Motivierendes Stufensystem
+ Umfangreiches Housing
Contra: - Wenig Inhalte
- Keine Langzeitmotivation
- Konstante Latenzprobleme
- Spielkonzept lädt nicht zur Interaktion mit anderen Spielern ein
Fallout 76 ist ein Musterbeispiel dafür, wie gute PR-Arbeit funktioniert. Bethesda hat sich wunderbar darauf verstanden, die Spielerschaft mit Trailern und tollen Ideen anzuheizen und die Vorfreude zu wecken. Doch leider funktioniert das Konzept nur mäßig bis gar nicht und wird schnell langweilig. Zwar hatte ich durchaus Spaß mit Fallout 76, und wer einfach mal den Kopf abschalten will, ohne sich anstrengen zu müssen, wird hier durchaus seine Freude haben. Doch als wirklich gutes Spiel kann Fallout 76 leider nicht bezeichnet werden. Fallout goes Survival. In Fallout 76 dürfen wir erstmals zusammen mit anderen Spielern durch das Ödland reisen, ganz ohne Nicht-Spieler-Charaktere. Ob das gut geht oder doch eher ein atomarer Sprengsatz für den Ofen ist, erfahrt ihr im Test. Alle meine Atome Schere, Messer, Gabel, Licht, Aschenbecher, Klemmbrett und auch Superkleber. Alles nehmen wir mit. Wofür? Keine Ahnung, aber wenn es da so in rauen Mengen herumliegt, wird das Spiel schon von uns wollen, dass wir uns an dem Besitz der ehemaligen Bewohner des Hauses, in dem wir uns gerade herumtreiben, bedienen. Sie brauchen sie schließlich nicht mehr, da sie tot sind. Vermutlich pulverisiert von einer nuklearen Explosion oder vielleicht erst durch die Folgen der radioaktiven Verseuchung verstorben. Ist ja eigentlich auch egal, fragen können wir eh niemanden mehr. Es ist nämlich niemand mehr da, außer ein paar durchgedrehte Mr. Handys und ein absurd großer Berg an Holobändern. Für einen kurzen Moment halten wir inne und beginnen wieder zu zweifeln ob der Sinnhaftigkeit unseres Tuns. Klar, unser Haus kann sich mittlerweile echt sehen lassen, und die Power-Armor in der Garage hat noch nie so schön geglänzt wie jetzt. Aber für wen tun wir das eigentlich? Und mit welchem Ziel? Zwar laufen hier in Appalachia noch andere ehemalige Vault-Bewohner herum, doch sind das entweder hirnverbrannte Spinner, die uns zuwinken, bis ihnen der Arm abfällt, oder mörderische Sadisten, die Jagd auf uns machen. Kein Beziehungsmaterial also. Bevor wir weiter in der Spirale des Selbstzweifels versinken, schütteln wir uns. Ist ja eigentlich auch egal. Jetzt sind wir hier und machen das Beste daraus. Am besten gehen wir einfach noch mal auf die Straße und erlegen ein paar Ghule. Auch wenn uns ihre unförmigen Bewegungen selbst nach etlichen Tagen noch irritieren. Vermutlich kommt das von der Strahlung.