Test: Einzeltest: Erste Geige, zweiter Wurf
Zitat: Eines für alles. Das Clearaudio Stradivari V2 setzt genreübergreifend Glanzpunkte als Allrounder und Universalist, beweist aber auch in Einzeldisziplinen durchgängig hohes Niveau. Es spielt ungeheuer homogen und geschlossen auf. Kein störender technischer Beigeschmack, dafür ein musikalischer Fluss wie Honig. Das Stradivari V2 besitzt vielleicht nicht den trockensten Bass im Universum, doch ordentlichen Tiefgang. Der Bassbereich gibt sich nicht träge, sondern beweglich und kann auch mit dem nötigen Nachdruck aufwarten.Mit etwas wärmeren Mitten und satten Klangfarben erfreut das Stradivari V2 des Hörers Herz. Dabei wird die grundsätzlich neutrale Auslegung letztlich aber nicht in Frage gestellt. Stimmliebhaber werden wohlmöglich noch in zehn Jahren vom Stradivari V2 schwärmen. Der Hochtonbereich ist klar und transparent, aber nicht von der kühlen, fragilen Sorte. Etwas seidiger Glanz macht ihn angenehm im Ohr. Ehrliche und präzise Räumlichkeit, die auch bei der Höhendarstellung nicht passen muss. Große Hallen und Bühnen werden mit dem nötigen (großen) Raumgefühl reproduziert. Dynamisch gelingt dem Stradivari V2 sicher vieles besser als dem Klassendurchschnitt. Doch mehr noch als den ersten Preis beim Hau den Lukas interessiert sich das Stradivari für feindynamische Aspekte. Das Clearaudio ist ein echtes Leichtgewicht, weshalb die Kompatibilität mit dem Wunschtonarm tunlichst vorab zu klären ist. Der lange Nadelträger und ein gewöhnungsbedürftiger Nadelschutz erfordern etwas Umsicht bei der Montage.