Testurteil: "80%"
Test: Einzeltest: Das Schwarze Auge: Blackguards
Zitat: Mit Blackguards hat Daedalic ein bodenständiges Rollenspiel abgeliefert, das wenig Raum für Kritik lässt. Aber ebenso wenig Raum lässt es für überschwängliches Lob. Gewiss ist es kein Meilenstein des Genres. Ein spannendes Spielerlebnis bietet es aber in jedem Fall. Das liegt an den fordernden Kämpfen, die gut auf das Runden-Prinzip abgestimmt sind. Die Helden selbst sind ein moralisch verwerflicher Haufen, der gerade aber wegen dieser Ecken und Kanten sympathisch wird. Farbe bekommen die Charaktere durch die fabelhaften Dialoge, bei denen auch mal das ein oder andere Streitgespräch zwischen der Heldentruppe losgetreten wird. Der strahlende weiße Ritter ist ermüdend, die Figuren in Blackguards hingegen begleitet man gerne auf ihren Abenteuern. Auch, dass der Spieler es selbst in der Hand hat, ob er gut oder böse sein will, bringt Tiefe in das Gameplay. Die Idee ist nicht neu, aber geschickt umgesetzt. Was eine Entscheidung herbeiführt, bekommt der Spieler nicht mit dem Holzhammer eingebläut. Oft erfährt man erst später, was die eine oder andere Option tatsächlich bewirkt. Das zeigt das feinsinnige Gespürt der Entwickler, das sich auch in den vielen Details wiederfindet, wie den unterschiedlichen Stadtbildern oder Hexfeldkarten. Blackguards mangelt es damit nicht an Atmosphäre, obwohl es auf üppige Cutscenes oder eine bis ins kleinste Detail animierte Spielwelt verzichtet. Durchaus zu kritisieren ist aber trotzdem, dass sich Daedalic nicht für eine offene Welt entschieden hat. Gerade DSA-Fans wären begeistert gewesen, wenn sie Aventurien auf eigene Faust hätten erkunden dürfen. Das kommt dann vielleicht beim nächsten DSA-Titel. Jetzt dürfen sich die Spieler aber erstmal an den 40 Stunden Spielzeit von Blackguards abrackern. Und die werden keinesfalls langweilig.