5,0 von 5 Sternen
Es werde Licht und blende ordentlich
Ledlenser(klein bis groß), Thrunite TC20, Fenix und Walther(die alten Xenonprügel). Etwas Erfahrung bringe ich mit, um die Lampe hier ins rechte Licht zu rücken.
Vor allem, was das Preis/Leistungsverhältnis angeht und Sinn/Unsinn von Lumenmonster.
Was war gesucht, was wurde geboten, was habe ich bekommen und erfüllt es den Zweck?
Gesucht wurde eine Lampe mit taktischer Bedienung, also Rearbutton, ausreichend überdimensionierter Blendkraft, schnelle Umschaltung von High auf Low, sowie Strobe und gutem Ausleuchtungsverhältnis Breite zu Tiefe. Außerdem gute Qualität, Verarbeitung, Lebensdauer, Flexibilität in der Energieversorgung Akku/Batterien und externe Lademöglichkeit da integrierte USB Anschlüsse im Gehäuse, zwar praktisch,
aber definitiv eine Schwachstelle sind.
Preislich am interessantesten erschien mir nach langer markenunabhängiger Suche die Fenix TK35 UE 2018, da sie zwar schwerer als ihre Nachfolgerin ist und weniger Lumen bietet, aber den entscheidenden Vorteil im integrierten herausnehmbaren Lademodul hat und ebenfalls mit CR123 Batterien läuft. 3500 Lumen und 2000 im taktischen Modus sind definitiv genug und die Leuchtdauer passabel.
Geliefert wurde aber wider Erwarten das neuere Modell, welches hier angeboten wird. Nach erster Skepsis habe ich mich entschlossen, die Lampe zu behalten und zu testen.
Ich bin von Fenix top Verarbeitung und lange Lebensdauer gewohnt, denn meine LD20 läuft nach einem guten Jahrzehnt noch immer und auch meine anderen 4 geben zuverlässig Licht, wenn ich den Schalter betätigte, weshalb meine Erwartungen sehr hoch sind und auch erfüllt wurden. Die Leuchtkraft ist Wahnsinn und übertrifft schon mit 3500 Lumen die Thrunite TC20 merklich! Und das mit CR123 Duracell, welche nur 3Volt haben und daher nicht die volle Leistung ansteht. Mit den 18650 Akkus in 3,6 V geht's dann richtig ab und die Lampe wird zum Netzhautgriller auf Sonnenniveau mit satten 5000Lumen und fast 40000cd.
Jetzt kommt der Punkt, warum das sinnlos, aber trotzdem nicht schlecht ist: bereits die angeblichen 4000Lumen der Thrunite, welche eher 3200 entsprechen sind schon so hell, dass es selbst von matten Oberflächen zu erheblichen Rückblendungen kommt und dies Erstens in den Augen weh tut und Zweitens schneller zur Nachterblindung führt, da man zwar Momentan viel sieht, aber sich nicht mehr schnell genug an die Dunkelheit anpassen kann. Zudem reichen schon 1000Lumen, um in einer Abwehrsituation jemandem auf seine Schädelinnenwand Idiot zu lasern.
Jedes Lumen mehr ist daher überflüssig. Es erhöht aber die Lebensdauer, Wärmeverträglichkeit und Leuchtdauer ungemein, wenn entsprechende Reserven vorhanden sind, was die TK35 V2.0 hier bevorteilt.
Die duale Bedienbarkeit ist intuitiv und Lagebedingt haptisch perfekt für den Daumen gestaltet. Zudem ist ein schnelles Sperren/Entsperren zuverlässig gegeben. Vergleichbare Taschenlampen mit seitlicher Bedienung sind nicht praxistauglich als schnelle Backup Lösung für Notsituationen und sehr Fehleranfällig.
Zu den nicht im Lieferumfang enthaltenen Akkus ist meine Meinung, dass dies zwar ärgerlich, aber unerheblich ist, da sie erstens mit 4 CR123 Batterien funktioniert, was zwar nicht die volle Leistung offeriert und teuer ist, aber ausreichend ist, eine zuverlässige Backup-Lösung darstellt und auch die Batterien wie die Akkus überall erwerbbar sind. Mit integriertem USB erspart man sich auch die Ladestation, was wiederum die Funktionalität erhöht und das Gewicht senkt. Gesamtkostentechnisch sicher ein Argument, aber im Vergleich nicht ganz fair, denn in Flexibilität, Bedienbarkeit und Leistung bietet sie insgesamt mehr als so mancher Lumenschummler der Konkurrenz.
Sie funktioniert nur mit Button Top Akkus, idealerweise geschützt, um ein Überladen zu verhindern. Ausserdem funktioniert die Ladestandsanzeige auch nur mit diesen und nicht den CR123.
Der Edelstahl Bezel ist ein netter Gimmick, aber nicht notwendig.
Das Herzstück, die Leuchteinheit ist zentriert und hat ein optimales Mass an Breite und Spot, ohne Fokussiermöglichkeit. Zudem ist der Lichtkegel gleichmäßig, mit leichten Einstreuungen am Rand durch den Bezel, ohne merkbare Farbinduktionen und Schwächen.
Die Lebensdauer wird sich zeigen, aber ich gehe, aus Erfahrungswerten von meinen 5 anderen Fenix-Lampen, von einem sehr guten Wert aus.
Fazit: Für Nachtwanderungen, oder nur zum Gassigehen, ist sie cool, aber ungeeignet, zu hell und zu teuer. Als zuverlässiges Backup für Notsituationen, Selbstverteidigungsoption, oder Einsatzlampe ist Sie aber perfekt. Trotz der höheren Anschaffungskosten, aber gerade weil das Beschriebene dem Gebotenen entspricht, bin ich überzeugt von dem Produkt und kann es empfehlen!
So Etwas gehört auch nicht in Kinderhände und man sollte sich bewusst sein, dass schon ein Lichtstrahl geringerer Stärke irreparable Schäden in den Augen verursacht und somit einer schweren Körperverletzung entspricht.