Der elektronische Sucher ist eine Zumutung! Bei Temperaturen um die 12 Grad treten ständig Überhitzungsprobleme auf. Kamera aus, Kamera ein, zwei Aufnahmen und das Spiel geht von vorn los! Bei einer Kamera dieser Preisklasse ist das nicht zu vertreten. Der Unterschied zwischen RAW und JPG ist kaum merklich. Die Bedienung mit den fast unendlichen Funktionen ist unübersichtlich, das können andere Hersteller deutlich besser.
Ich habe die Kamera seit nicht ganz zwei Wochen und bin bisher sehr begeistert. Sie ist relativ klein und leicht, liegt gut in der Hand (für meine XT-5 braucht man einen Zusatzgriff, damit sie gut zu greifen ist) und lässt sich angenehm bedienen. Ich habe dazu ein Sigma 18-50 2.8 gekauft, das leicht ist und gute Qualität liefert. 26 Megapixel reichen für fast alle Gelegenheiten und (nicht nur) als Reisekamera ist die XS-20 ideal. Denn ehrlicherweise muss man sagen: Wer beim Fotografieren auf den richtigen Ausschnitt achtet (und daher nicht viel zuschneiden muss) und nicht gerade Riesenformate druckt bzw. belichtet, für den sind 26 MP mehr als genug. Und ich sage das als Besitzer einer XT-5. Für mich ist die XS-20 mehr als eine Backup-Kamera zusätzlich zur Großen. Werde sie in Zukunft noch mit leichten, kleinen Objektiven ergänzen. Bei den großen Objektiv-Brocken spielt das höhere Gewicht der XT-5 keine Rolle mehr. Beide Kameras sind empfehlenswert. Wer nicht die 40MP oder die bessere Abdichtung braucht oder die mögliche "Retro"-Bedienung haben will, sollte aus Gewichts- und Kostengründen zur XS-20 greifen.
3,0 von 5 Sternen
Fähige Kamera mit hohem Frustfaktor und Qualitätsmängeln
Ich habe die FujiFilm X-S20 direkt zum Erscheinungstermin gekauft, zusammen mit drei Objektiven von Drittherstellern (Sigma, Tamron, Viltrox). Ich habe zuvor 11 Jahre lang mit meiner OLYMPUS E-M5 Kamera fotografiert, aber die Entwicklung und Zukunftsaussichten dieses Systems haben mich nicht überzeugt, also stand ein Systemwechsel an.
Nach 5 Monaten, einer langen Urlaubsreise und über 10.000 Bildern und Videos mit der X-S20 ist es Zeit für ein Fazit.
Achtung: Meine Rezension beinhaltet hauptsächlich Kritik! Dennoch: Die X-S20 ist eine gute Kamera mit vielen(!) Features.
Die X-S20 ist ohne Zweifel eine sehr fähige Kamera mit sehr guter Bild- und Videoqualität, jedoch hat in den letzten Jahren kaum eine Anschaffung bei mir mehr Frust ausgelöst als diese Kamera. Dank der für FujiFilm eigentlich unüblichen Bedienphilosophie mit einem P/A/S/M Moduswahlrad und dynamisch mit Funktionen belegten weiteren Bedienrädchen war der Umstieg zumindest auf dieser Ebene leicht.
Gehäuse:
Die Kamera ist wirklich sehr klein, liegt aber dank eines großen Handgriffs sehr gut in der Hand.
Die Qualität des Gehäuses ist leider nicht gut. Zwar liegt die Kamera satt in der Hand und nichts knarzt, auch die Knöpfe machen einen guten Eindruck. Wo meine OLYMPUS aber den Eindruck macht sie sei unzerstörbar sind die billigen, dünnen Kunststoffklappen der X-S20 ein Grund zur Sorge (siehe Bild). Das eine 1400 EUR Kamera ohne jeglichen Wetterschutz daherkommt disqualifiziert sie leider als Reisekamera für wirklich alle Wetterlagen. Ein Teil des Gehäuses ist mit einer Art Gummierung überzogen – die hat sich nach nur 5 Monaten an den Kanten schon verabschiedet (siehe Bild).
Gut Immerhin die Anschlüsse: USB-C, Mikrofoneingang, Audio-Out, Micro-HDMI!
Das Display an der Rückseite ist sehr gut und hochauflösend. Der Klappmechanismus eignet sich toll für Videoaufnahmen. Kein Lob für den Sucher, der fällt leider recht klein aus und ist für mich als Brillenträger leider fast nicht nutzbar. Hätte FujiFilm doch bloß den ziemlich sinnlosen eingebauten Blitz weggelassen und den Platz und das gesparte Geld für einen größeren Sucher genutzt.
Der Akku hält sehr lange durch. Ich bin mit gerade mal einem Ersatz Akku durch lange Tage mit hunderten von Bildern und Videos gekommen.
Bild & Video:
Bildqualität. Ich will mich damit nicht lange aufhalten. Die Bildqualität ist sehr gut. Dennoch: Mein Samsung Galaxy S23 Ultra macht bei nativer Brennweite und gutem Licht technisch bessere und hochauflösendere Bilder als die X-S20. Was das Handy nicht kann: Gute Auflösung bei allen Brennweiten bei maximaler kreativer Kontrolle.
Bei Videos sieht die Sache komplizierter aus. FujiFilm hat unglaublich viele Optionen in die X-S20 reingepackt (LOG-Formate, 422 Sampling, All-Intra Codierung, massig Settings für Autofokus etc…). Der Profi kann mit der X-S20 auch wirklich professionelle Videoaufnahmen machen. Für den Amateur eröffnen all diese Optionen aber auch dutzende Möglichkeiten, um das Ergebnis zu ruinieren. Ich habe in meiner grenzenlosen Naivität geglaubt die Kamera würde out of the Box gute Videos machen. Das Ergebnis waren Videos mit irrlichterndem Autofokus und pumpender Helligkeit. Mit der Zeit habe ich zwar brauchbare Videos erstellt, aber es bleibt deutlich mühsamer als mit dem Smartphone. Ähnlich wie bei Fotos gilt: Hier gibt es deutlich mehr Potential als bei einem Smartphone.
Menüführung:
Spezielle Effekte und Funktionen sind überall verteilt. Die berühmten Filmsimulationen haben einen eigenen Button spendiert bekommen. Funktionen wie HDR oder Panorama wurden hinter dem Aufnahmemodus Button versteckt. Will ich Feuerwerk fotografieren muss ich in den Automodus wechseln und diesen wiederum mit dem Drehrad an der Front oder dem Menü anpassen. Will ich einen Dioramaeffekt dann ist das nicht etwa eine der Einstellungen im Automodus sondern ich muss nun in den „Filtermodus“ schalten und dann im Menü den Dioramaeffekt wählen.
Was mich zum Wahnsinn treibt: Ständig sind Menüeinträge ausgegraut (siehe Bild). Wieso darf ich den Dynamikbereich nicht anpassen? Warum darf ich nicht die Menge der Autofokuspunkte umschalten? Warum ist die Rote-Augen-Korrektur trotz ausgeklapptem Blitz nicht verfügbar? Die Kamera verrät es einem nicht! Sicher gibt es nachvollziehbare Gründe wie man diese und jene Einstellung gerade nicht vornehmen kann – ein kleiner Hilfetext der einen aufklärt gibt es leider nicht. Ich habe teilweise schon 15 Minuten und mehr (kein Scherz!) investiert um im Trial and Error Verfahren die Abhängigkeiten der einzelnen Menüpunkten herauszufinden. Intelligente Hilfefunktionen fehlen völlig! Ich möchte z. B. mit mehr als 8 Bildern/Sekunde fotografieren. Im Aufnahmemodus Menü sind diese Werte aber ausgegraut, wenn man nicht den elektronischen Verschluss aktiviert hat (siehe Bild). Anstatt dass einen die Kamera darauf hinweist und dann selbsttätig auf elektronischen Verschluss wechselt, muss man zurück in die Tiefen des Menüs und dort den elektronischen Verschluss aktivieren. Dann darf man zurück in das Aufnahmemodus Menü und mehr als 8 Bilder/Sekunde wählen. Sorry, aber das ist einfach schlechte Benutzerführung. Wer jetzt noch nicht wahnsinnig geworden ist, für den haben die Ingenieure von FujiFilm vorgesorgt: Manche Menüeinträge werden nicht ausgegraut sondern sie verschwinden einfach wenn bestimmte Rahmenbedingen gegeben sind!
Zuverlässigkeit:
Ich hatte mehrfach den Effekt dass nach dem Objektivwechsel die Kommunikation zwischen Kamera und Objektiv nicht funktionierte. Die trat bei *allen* drei Objektiven von drei verschiedenen Herstellern auf! Leider hatte ich auch mehrere Abstürze und Freezes die ich nur durch Entnahme des Akkus wieder beheben konnte.
Fazit:
Ohne Zweifel eine fähige Kamera!
Ein- oder Umsteiger in das FujiFilm System müssen sich aber auf eine lange, teils frustrierende Lernkurve einstellen.
Mit 1400 EUR für das Gehäuse halte ich die Kamera für zu teuer.
5,0 von 5 Sternen
Sehr gute Kamera
Sehr klein und handlich mit professionellen Features, besonders mit Fokus auf Video. Super Kamera!
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