Einstieg in die Profi-Klasse?
Da ich mir nicht vorstellen konnte, dass die billigen Kolben-Ruderer - auch nur zum ausprobieren - was taugen (wirklich getestet habe ich keins davon), habe ich mir also einen der günstigeren Luftrad-Ruderer gekauft.Zum Aufbau kann ich nichts sagen, da ich meins zusammengebaut beim Händler in der Stadt gekauft habe. Das Gerät ist auf jeden Fall höllisch schwer, und wie ich nach 4 Monaten Training (3x/Woche} sagen würde, auch entsprechend stabil und steif: auch bei starkem Ziehen ächzt und biegt sich nichts. Der Sportler sollte aber ähnlich stabil gebaut sein.Zu meinen Trainingserfahrungen:Ich habe im Fitnessstudio bereits ein paar mal gerudert und daher habe ich mir letztlich eins gekauft, weil es mir dort immer Spaß gemacht hat.Man bedenke, dass die gesamte Kraft, die man aufwendet, die Hände halten müssen. Das ist wirklich anstrengend und auch noch nach 3 Monaten sind meine Hände nach 15 Minuten erschöpft. Wenn ich dann weiterrudere erholen sie sich nochmal und ich komme dann wirklich erledigt nach (zur Zeit) 35 oder 40 Minuten an. Dann schmerzen die Hände noch 5 oder 10 Minuten aber dann ist es auch wieder gut und die Hände sind voll einsatzfähig. Die Hände gewöhnen sich also nur langsam an das Training.Der andere Trainingsschwerpunkt ist ganz klar das Gesäß, dann die Arme und dann erst der Rücken. Man kann sogar so Rudern, dass der Rücken fast gar nicht beansprucht wird, indem man ihn gerade hält. Das Gesäß geht aber immer mit. Man wird hier also auch als erstes 'knackig', was ich schon nach 2 Wochen Training gemerkt habe.Insgesamt kann man auf verschiedene Arten Rudern, so dass man verschiedene Partien mehr oder weniger beansprucht. Man kann zb., wie ich am Anfang, Rücken und Schultern gerade lassen und alles mit Armen und Beinen machen. Mit der Zeit habe ich dann immer mehr mit vollen Zügen gerudert, also von so weit vorne wie möglich bis vielleicht -30 Grad (vielleicht auch nicht ganz so viel).Man kann kurze Passagen mit angehobenen Ellbogen rudern (man hält es nicht lange durch) und so mehr Schultern und Nacken trainieren, oder nur mit dem Latissimus ziehen und die Arme verschnaufen lassen. Aber egal wie ich trainiere (ich habe auch schon mal so Gas gegeben, dass ich stückweise 2 Meter nach vorne gerutscht bin), ich komme eigentlich nicht an das Limit wie zb. beim Joggen, weil die Hände hier die Grenze vorgeben und in den Beinen mehr Energie steckt als ich mit den Händen - über diese zeitliche Distanz - halten kann.Für den nächsten Trainingsabschnitt (wegen der Hitze grad Pause) ist fest geplant, einen Tag Joggen zu gehen und richtig die Sau rauszulassen, was beim Rudern definitiv nicht geht. Die Muskeln sind zwar erschöpft, aber mit dem Kreislauf komme ich nicht ans Limit.Die Beine werden also, wie ich das vorher auch wusste und wollte, nur mittel beansprucht. Wer also einen Job hat, in dem er ohnehin schon viel auf den Beinen ist, für den wäre ein Rudergerät das richtige. Ebenso, wer 'oben' ein bisschen 'draufpacken' möchte ohne gleich wie ein Bodybuilder auszusehen, wird zufrieden sein - am Bizeps habe ich durchaus ein paar Zentimeter zugelegt. Wenn man davor noch 2 Sätze Liegestütze und Situps macht, hat man eigentlich die wichtigsten Bereiche abgedeckt.Zu erwähnen wäre noch, dass am Anfang mein Bauch gestört hat. Ich habe recht schnell ein paar Kilo abgenommen, so dass es immer besser ging, mit viel Bauchfett ist man aber sehr eingeschränkt sowohl in der Bewegung als auch in der Atmung. Man sollte sich da dann vielleicht lieber auf einen Crosstrainer verlegen.Um es also zusammenzufassen, ist das ein Gerät für mäßig anspruchsvolles Kreislauftraining und gut forderndes Kraft-/Ausdauertraining für Arme/ Rücken/ Po und etwas Beine. Auch die chronisch unterforderten Kniebeuger werden wie ich finde ein bisschen mehr gefordert als beim Joggen oder Radfahren, aber wahrscheinlich immer noch zu wenig.Zum Schluss ziehe ich noch einen Punkt ab für den Trainigs-'Computer', der bloß die Züge pro Minute zählt (die Vor-/Zurückbewegung mit dem Sitz) und daraus einen Durchschnittswert für den Kalorienverbrauch berechnet. Das Display ist zudem eher klein und schlecht lesbar. Mag sein dass man in dieser Preisklasse keine Watt-Messung bekommt, allerdings wird mein nächstes Gerät diese auf jeden Fall haben wie auch ein paar Trainingsprogramme zur Motivation.Bis sich dieses aber rechnet (700 Euro =ungefähr 2 Jahre Fitnessstudiobeitrag), werde ich noch 1 1/2 Jahre mit diesem Rudern und auch soweit zufrieden sein. Für das Rudern am Fernseher sollte man sich aber zusätzlich In-Ear Kopfhörer besorgen, und bei einer Altbauwohnung nicht zu spät rudern.
Das Rudergerät macht einen guten Eindruck und steht fest auf dem Boden.Die Beschreibung zur montage ist nicht ganz so schön aber man bekommt es aufgebaut.Durch das Lüfterrad hat man hat man immer eine frische Brise im Haar, jedoch ist die Gräuschkolisse dementsprechend laut.Der Bordcomputer ist einfach gehalten aber funktional und reicht für den Heimbetrieb allemal.Von mir vier Sterne, weil sich das Gerät noch nicht im Langzeittest bewiesen hat.Also davon zu gegebener Zeit weiteres