Testurteil: "6.5/10"
Test: Einzeltest: Elements of War
Zitat: Pro: + Realistisches Szenario
+ Erfrischender Taktikansatz mit begrenztem Truppenkontingent
+ Audiovisuell gut
+ Pausenfunktion, um Lagen besser einschätzen zu können
Contra: - Fummelige Steuerung
- Einheiten können nicht wieder abgezogen werden
- Naturkatastrophen nicht ausreichend ins Spielkonzept eingebunden
- KI am Rande der Blödheit
Katastrophen sind an sich super Aufhänger, um schnelles Handeln der menschlichen Spezies zu demonstrieren. Das bewies Earth 2150. Zwar wurde da nicht die Verbrüderung der Homo sapiens zelebriert, aber ein plausibles Ereignis als Grund genannt, weshalb ich wie blöde Mineralien sammelte und zusah, dass ich von Mutter Erde fliehen konnte. In Maelstrom war es das Tiden-Feature, das eine gewisse Würze ins Spiel brachte. Und nun Elements of War, das mir im begrenzten Masse erlaubt, mir die Natur untertan zu machen. Witzig allenfalls, denn das Game selbst enttäuscht. Spielerisch wohlgemerkt, denn audiovisuell ist es immerhin guter Durchschnitt. Doch KI und Wegfindung sind grausam. Die Beschränkung der Truppen auf 27 Einheiten ohne die Möglichkeit, Truppenteile auszutauschen, nagt am Spielspass. Das Missionsdesign ist ohne Überraschung. Und letztendlich killt die Story mit ihren Stereotypen und ihren offensichtlichen Widersprüchen die Motivation, weiterzuspielen. Ein Wort noch: Elements of War kommt ohne Mehrspielermodus daher, der separat als Free-to-Play-Game im Internet angeboten werden soll. Terroristen! Krieg! Öl! Wann immer die scheinbare Ungerechtigkeit irgendwo auf der Welt ihr hässliches Gesicht zeigt, kommt Weltenpolizist US Army vorbei und sorgt für Gerechtigkeit. Maschinengewehre für den Frieden! Bombenteppiche zum Auskleiden des heimischen Wohnzimmers, und Bombentrichter zum (Wieder-)Einfüllen roten Lebenssaftes in geschundene Körper. Doof nur, wenn einem das Wetter in die Quere kommt. Womit wir auch bei der Geschichte von Elements of War wären: Leider Gottes haben es die Amerikaner (einmal mehr) übertrieben und konnten ihre Pfoten nicht von der attraktiven Möglichkeit lassen, das Wetter nach ihrem Gutdünken zu beeinflussen. Was der Chinese wenige Tage vor der Eröffnung der Olympiade 2008 schaffte, kann der US-Bürger auch, und zwar viel, viel besser. Tornados hier, Sandstürme da. Zur Maximierung des Ernte-Ertrages ein zünftiger Regenschauer, und wenn der Strom knapp wird, knipst man eben Gewitterwolken an. Schade nur, dass das Experiment vollkommen ausser Kontrolle gerät und das Horrorszenaro eines jeden Umweltschützers im Zeitraffer Realität wird: ein Klimawandel im Eiltempo.