Testurteil: "40%"
Test: Einzeltest: Two Thrones
Zitat: Welcher Wahnsinn hat die Macher von Paradox befallen, nach Komplexitäts-Highlights wie EU2 oder Victoria einen derartig simplen, um nicht zu sagen, billigen Nachfolger auf den Markt zu werfen? Hat man auch in Schweden endgültig der Qualität abgeschworen, um dem Mainstream zu huldigen? Werden auch zukünftige Titel wie das sehnsüchtig erwartete Crusader King nur noch die geistig Ärmeren und Anspruchsloseren in der Strategen-Gemeinde fesseln können? Nein, solche Sorgen sind gottlob einstweilen unberechtigt, denn Two Thrones ist entgegen der Behauptungen des Publishers Koch Media von Paradox gar nicht als Nachfolger von EU2 erdacht worden. Tatsächlich ist es der Nachfolger eines viel älteren Spieles, nämlich Swea Rike III, welches hierzulande erst kürzlich als Crown of the North im Bundle mit EU2 auf den Markt gekommen ist, aber praktisch entwicklungstechnisch dessen „Großvater“ darstellt . Genau genommen ist es sogar nichts anderes, als ein noch bedauerlich verbuggter Swea Rike III-Mod mit zwei neuen Truppentypen und einigen neuen Events, nicht mehr und nicht weniger. Es hat, das nur als witzige Randnotiz zum Abschluss, sogar noch den „altbewährten“ Siegbildschirm von CotN, der uns bei Spielende dazu gratuliert, die „Union von Kalmar“ errichtet, statt den Hundertjährigen Krieg gewonnen zu haben. Dafür ist der Verkaufspreis von ca. 30€ mir persönlich aber viel zu hoch, für ein Spiel, das im SP gar nichts und im MP, wenn man mindestens 4-5 der 8 spielbaren Nationen von menschlichen Spielern führen lässt, nur wenig an Herausforderung und Langzeitspaß bietet. Meine Empfehlung darum an alle Freunde komplexer Strategiesimulationen nicht nur aus dem Hause Paradox: Finger weg von Two Thrones, fassen Sie sich in Geduld, das viel ansprechendere und komplexere Crusader Kings hat soeben Gold-Status erreicht und wird weit eher geeignet sein, Ihnen zum selben Preis den Frühling auf Dauer zu versüßen!