Preis ist viel zu hoch, weißt einen 20€ Aufschlag zum Händler Preis auf
Auch wenn man sich mit dem Leben des Großindustriellen Andrew Carnegie nicht en detail auseinandergesetzt hat, so wird man doch wahrscheinlich schon einmal im Leben etwas von der Carnegie-Hall in New York Dieses legendäre Konzerthaus ist nur eines der Projekte, die der in Schottland geborene Großindustrielle und legendärer Spender realisieren ließ. Krankenhäuser, Museen und Bibliotheken gehören auch zu den Gebäuden, die der Schotte der Nachwelt hinterlassen hat.
Dass Carnegie dabei kein Heiliger war und seinen Reichtum auch aufgrund der Ausbeutung anderer Menschen erlangt hat, das verschweigt die Spieleanleitung zum neuen Titel von Xavier Georges (zuletzt von ihm „Troyes Dice“) dabei nicht.
An uns als eins bis vier Spielern ist es nun, in die Fußstapfen jenes legendären Industriemagnaten zu treten und selbst mit unseren Firmen Geld und Prestige zu erwirtschaften, das wir anschließend wieder in die Erschließung der USA und die Durchführung von Spendenprojekten investieren können.
Jeder von uns Spielern verfügt über ein Tableau, das die eigenen Firma darstellt, auf dem Mitarbeiter durch klassisches Workerplacement eingesetzt und verschoben werden. Die Firma kann ausgebaut werden, neue Abteilungen und damit neue Aktionsmöglichkeiten kommen ins Spiel – und auch in den Außendienst wollen die Mitarbeitenden geschickt werden, damit wieder Geld in die Kassen kommt.
Das Herzstück des Ganzen ist nun ein cleverer Auswahlmechanismus, der dem Spiel zugrunde liegt. Dieser Zeitplan besteht aus vier verschiedenen Leisten, die immer wieder neu konfiguriert werden. Der Spieler, der an der Reihe ist, entscheidet sich nun für eine der vier Leisten, die den aktuellen Handlungsort und die Aktion vorgeben. So kann man mithilfe der Aktionen seine Mitarbeitenden in der eigenen Firma verschieben, die Forschung und Entwicklung vorantreiben oder neue Abteilungen in der Firma errichten.
Zudem ist immer eine der vier Regionen aktiv, in der zuvor eingesetzte Firmenmitarbeiter Geld erwirtschaften (die sich im Außendienst befinden, wie es das Spiel ausdrückt).
Da man durch die Auswahl die Handlungsmöglichkeiten immer wieder limitiert ist, da der Handlungsmarker auf der Leiste voranschreitet, gilt es clever zu planen und zu beobachten, was die Mitspieler wohl als Nächstes tun werden, um das eigene Handeln möglichst zielgerichtet zu optimieren.
Auch den Spielplan selbst sollte man im Blick haben, um hier verschiedene Städte der USA miteinander zu verbinden, um so die Siegpunkte zu mehren und die eigenen Erträge zu steigern.
Und nicht zuletzt kann man das erwirtschaftete Geld auch immer wieder in verschiedenen Spendenprojekte einfließen lassen, was eigennütziger ist, als es der Begriff „Spende“ zunächst Glauben macht. Denn durch die clever eingesetzten Spenden kann man die eigenen Siegpunkte noch einmal beträchtlich optimieren.
Aus dieser Beschreibung der grundlegenden Spielabläufe geht schon grob hervor, dass sich das Spiel wirklich eher an Kenner bis Experten richtet. Denn die mannigfaltigen Strategien und Siegmöglichkeiten wollen neben den grundsätzlichen Spielabläufen erst einmal gut durchschaut und verinnerlicht werden, damit man hier nicht das Nachsehen hat.
„Carnegie“ ist ein herausforderndes Spiel in einer wie ich finde großartigen Optik von Ian O‘Toole, die das Spiel über das Gros ähnlicher Titel hinaushebt. Natürlich ist Gestaltung und Artwork immer eine subjektive Sache, hier gefällt mir die Jugendstil-Aufmachung in der Tradition eins Alfons Mucha ausnehmend gut.
Und auch das Spielematerial überzeugt in Sachen Haptik und Design. Besonder die innovativen Entwicklungsleisten, die sich aus dem doppelten persönlichen Spielebrett schieben lassen und die das Vorankommen bei Forschung, Einkommen und Co symbolisieren, finde ich an dieser Stelle erwähnenswert.
Das Spiel „Carnegie“ ist so eine runde Sache, die für Tüftler, Optimierer und Workerplacement-Geeks genau das Richtige ist. Da eine Automa-Lösung für das Solo-Spiel inkludiert ist, kann man auch als Einzelner oder Einzelne gegen das Spiel antreten. So macht Spenden Spaß!
Fühlt sich von der Qualität wie ein Kickstarter an...für einen günstigeren Preis