In dieser Preisklasse wohl unschlagbar
Die Ausstattung des Pro-Ject liest sich wie bei einem High-End Laufwerk: Carbon Tonarm und Acrylplattenteller in Verbindung mit dem Ortofon RED und hochwertigen Anschlusskabel. Das gibt es wohl sonst nur für deutlich mehr Geld. Der Aufbau ist sehr einfach, wer keine Erfahrung hat kann sich auf Youtube einige hilfreiche Videos ansehen. Es müssen lediglich der Antriebsriemen, der Plattenteller, das Gegengewicht des Tonarms und das kleine Gewicht mit Faden für das Antiskating montiert werden. Es wird kein Werkzeug benötig. Der eingebaute Tonabnehmer war sehr gut justiert! Belohnt wird man mit einem sehr stylischen und klanglich sehr gutem Plattenspieler. Als Update empfehle ich die Matte nicht zu verwenden, die Platte direkt auf den Teller zu legen und ein Plattenttellergewicht zu verwenden. Später kann man die Nadel des Systems gegen eine "blue" von Ortofon austauschen und hat nochmals eine Steigerung des Hörerlebnisses.
Plattenspieler deluxe-mit Eigenheiten
Habe mich nach eingehender Recherche und lesen der Kundenrezessionen letztendlich für den Pro-Ject Debut Carbon SB Esprit entschieden.
Eines vorweg: Es handelt sich hier um kein Einsteigermodell, sondern um einen Dreher, der ein gewisses Maß an Erfahrung im Umgang mit Plattenspielern voraussetzt. Für mich zählt bei der Bewertung einzig die Umsetzung meiner Klangwünsche (Klassik, Rock, Jazz) und die erfüllt der Project absolut!
Ich hatte vorher als Einstiegsmodell einen Audio Technica, war für den Anfang wirklich okay. Aber, selbst wenn man nur den Ortofon Red auf dem Project hat, da liegen Welten dazwischen. Der Klang ist der Hammer!
Was man aber wissen muss/ sollte, da der Preis ja eine ziemliche Hausnummer ist:
1. Der Dreher sieht anders aus als im Bild. Mein Modell ist der SB Esprit, also automatische Umschaltung von 33 auf 45, bei entsprechendem Knopfdruck. Befindet sich links unten auf dem Chassis.
2. Entgegen der Abbildung sieht man den schwarzen Antriebsteller durch den Acrylteller. Das sieht man bei allen, egal für welche Farbe vom Chassis man sich entscheidet. Ich habe ein Foto angehängt, weil ProJect hier ja gerne mogelt ;-)
3. Es gibt bei diesem Modell keinen separaten Ein-/ Ausschalter, alles wird über den Schalter, mit dem man auch die Geschwindigkeit wählt gesteuert. Das hat man aber schnell raus.Nicht jedermanns Sache
4. Das LED blinkt, bis die Geschwindigkeit (33 oder 44) erreicht wird und leuchtet dann durchgehend.
5. Es ist ein reiner Handdreher, keine Halbautomatik-->Tonabnehmer läuft nach LP Ende weiter
6. kein eingebauter Vorverstärker-->hier muss man noch mal zusätzlich Geld in die Hand nehmen, wenn man noch nichts hat.
7. einstellen vom Anti-Skating erfordert Geduld und eine ruhig Hand, nicht jedermanns Sache mit dem Gewicht und dem Faden einhängen
8. Die Staubhülle wurde bei einigen Rezessionen als Kritikpunkt erwähnt, also gehe ich da auch noch mal kurz drauf ein. Wenn ich sie auf Anschlag hoch tue, bleibt sie oben und knallt auch nicht runter. Ich habe aber immer ein wachsames Auge drauf, so ganz traue ich der Sache nicht, nachdem was ich hier so gelesen habe. Ich verstehe nicht, Warum ProJect hier keine transparenten Gummikappen auf die Ecken setzt. Das sind Cent-Artikel und das Thema wäre vom Tisch, dass die Hülle beim eventuellen "Runterfallen" das Chassis beschädigt.
9. Die Füße haben eine Filzunterlage und sind fest am Chassis verschraubt. Die kann man nicht separat einstellen. Da der Dreher sehr leicht ist, rutschen die Füße mit der Filzunterlage auf glatten Oberflächen, also Obacht!
Mich persönlich überzeugt der ProJect trotz oben aufgeführter Punkte auf ganzer Linie. Ich habe den Tonabnehmer aber ziemlich schnell gegen einen Ortofon Blue getauscht. (steigert den Musikgenuss nochmal um einiges) Der Plattenteller läuft absolut geräuschlos, was mich immer noch fasziniert, dass man da so gar nichts hört.
Leider findet man zum Thema Nadelreinigung folgendes Produkt nicht sofort bei amazon aufgelistet, daher möchte ich das an dieser Stelle ebenfalls noch kurz erwähnen: Den Onzow Zero Dust. Im Gegensatz zur Nadelreinigung mit Bürste (mag ich persönlich nicht, hab Angst ich mach da was kaputt) und der Fluxnadelreinigung für über 120€ ist das im direkten Vergleich ein relativ preiswerter Helfer, der einen sehr guten Job macht. Einfach mal googeln oder bei YouTube gucken und gezielt bei amazon suchen. Zusammen mit dem Audio Technica Fluid (dieses nur ab und zu zum entfetten der Nadel)bekommt man die Nadel damit immer sauber. (siehe auch Foto 4)
Anbei noch der Link:
https://www.amazon.de/Onzow-Zero-Dust-Stylus-Cleaner/dp/B0075KTY3M/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1486289559&sr=8-1&keywords=onzow+zero+dust
Fazit: Man sollte es sich bei dem Preis vorher gut überlegen, ob man mit den Eigenheiten umgehen kann/ mag: Klanglich ein absoluter Traum!