Hab es zu Weihnachten verschenkt
Also es lässt sich altersgerecht gut purzeln und man entdeckt ständig neue Bilder.
Sehr stabil, schöner Druck, abgerundete Ecken
Da sind wir wohl inkompatibel ...
Äh, ja.
Ich bin ganz ehrlich: Ich wollte diese Puzzle wirklich mögen. Ich fand auch die Idee, den Karton für irgendwas zu benutzen und was "zum Spielen" zu haben, ganz nett. Aber ich hatte auch von Anfang an Zweifel daran, dass das hier A. mehr als einmal bespielt wird und B. wirklich lange hält und C. für Kinder so wirklich interessant ist.
Tatsächlich ist es nämlich so, dass das hier ja eigentlich der Klassiker eines Spielzeugs ist, das dabei heraus kommt, wenn Erwachsene sich darüber Gedanken machen, wie man Kinder dazu bringen (fast hätte ich "zwingen" geschrieben, ich Schelm) könnte, es so zu machen, wie man das von sich früher kennt. Schön "He-Man und Barbie besuchen das Legoland und reiten auf dem Weg bei den Playmo-Piraten vorbei und gucken sich das halbfertige 100-Teile-Puzzle an" oder so. Ein Fiebertraum von früher. Oder: "So wie wir damit gespielt ham."
Tjo. Nur: Es ist halt nicht so wie früher und demnach muss man es auch nicht durch Anreize erreichen wollen, dass Kinder sich so verhalten wie wir das getan haben. Entweder sie kommen selbst darauf, dass man auch "nicht sortenrein" bzw. "nach Marken sortiert" spielen kann oder eben nicht.
Von daher wirkt das hier alles irgendwie "gezwungen". Als hätte jemand bei Ravensburger sich gesagt "ach, menno ... die Verkäufe von Piraten-Kinderpuzzles gehen zurück, lass uns mal eine Produktdifferenzierung machen" und die Praktikant*in sagt dann: "naja, ich hab früher Puzzles an meine Wand gehängt" und der Abteilungsleiter kommt dazu und sagt "hey, gute Idee, aber im Rahmen an die Wand hatten wir schon ... oder nicht?" und dann kommt der andere Praktikant*in hin und sagt "aber Aufstellfiguren wären auch toll". Tjo. Am Ende des gewiss eloquenter abgelaufenen Findungsprozesses steht das hier:
Vier Puzzles, die sich auf zwei Kästen und damit zwei Produkte verteilen und den wilden Albtraum vieler Eltern miteinander vereinen: Piraten und Meerjungfrauen. In Pastellfarben. Eigentlich hätten ja nur noch Viehtreiber und ... indigene Völker Nordamerikas gefehlt. Oder so. -.-
Naja. Am Ende des Tags sind es aber eben zwei recht gute Puzzle zu 24 Teilen in der gewohnten Ravensburger-Qualität, die in einem Karton daher kommen, der leider nach mehrfachem Aufbau so gelitten haben wird, dass er am Ende das Zeitliche segnet. Hinzu kommen ein paar Aufstellfigürchen. Und das wars.
Wenn einem das 10-15 Euro wert ist - bitte. Ich persönlich kann da sogar sagen "joah, wäre es". Wenn ich auf pastellfarbigen Piraten-Meerjungfrauen-Kitsch stehen würde oder Kinder hätte, denen es so geht (oder so gehen soll - "aufzwingen und so").
Nen bissl obskur finde ich freilich immer noch den Piraten-Hype, der da bedient wird. Das geht zwar nicht in die Bewertung ein, aber es ist leider so, dass mich das schon etwas triggert: Einfach mal "Wieso? Weshalb? Warum? Alles über Piraten." (ASIN 3473327727) mit den Kindern lesen und danach sind viele Glitzervorurteile wie weggeblasen ...
Naja. Egal. Ich kann den Puzzles hier nicht groß was abgewinnen, aber zu den üblichen rabattierten Preisen von ca. 10 Euro pro Kasten als ca. 5 Euro pro Puzzle kann man da bei Ravensburger nicht viel falsch machen. Das ist, was ich hier bewerten werde.
Im Fazit gibt es daher 4 Sterne.
Für die wirklich arg nach "da hatte der Praktikant eine Idee" klingende "Puzzle&Play" gibt es bei mir keine Lorbeeren. Ich verstehe auch ehrlich gesagt nicht, wo die lieben Mitrezensenten in dieser im Grunde genommen auf "Selbstzerstörung" ausgelegten Spielidee irgendwo 5 Sterne sehen. Ich meine hey, Nachhaltigkeit und so? Ach, ich vergass ... bei anderen Leuten funktioniert "hey, Kinder ... geht bitte ganz vorsichtig mit dem Karton um". Bei uns leider nicht.
;-)
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