Testurteil: "85%"
Test: Einzeltest: Columbias dunkles Gegenstück
Zitat: Pro: + Beklemmende
+ düstere Atmosphäre
+ Großartige Technik mit tollen Wettereffekten
+ Sehr gute Soundkulisse
+ Verbesserte Schleichmechanik
+ Spannende Schusswechsel mit Monstern und Menschen
+ Abschnitte über den Stationen
+ Gut eingesetzte Skript-Ereignisse
+ Weitestgehend freies Interface
+ Nett erzählte Handlung
+ Subtile Gruselszenen
Kontra: - Oftmals kurzsichtige Gegner
- Zweckmäßige Gesichter
- Abgeschwächte Survival-Aspekte
- Ranger-Modus nur für Vorbesteller und Erstkäufer der Boxversion
- Schleichen im Vergleich recht einfach
- Für Shooter-Anfänger ab und an richtig knifflig
Wow. Metro: Last Light ging einen schwierigen Weg, nicht nur während der Entwicklung und der Pleite von THQ, sondern auch im Spiel selbst. Die Welt, die 4A Games hier aufzeigt, ist genauso stark, wie schon im von mir geliebten Vorgänger. Wenn man den traurigen Familien zuhört, die schwierigen Gespräche zwischen Eltern und Kindern mitbekommt, die resignierenden Gesichter sieht und erlebt, wie die Menschen sich langsam an das Leben in einer Station gewöhnen – das ist außergewöhnlich für einen Ego-Shooter. Es ist eine Welt, die trotz ihrer eigentlich deprimierenden Lage, gleichauf mit Columbia aus Bioshock Infinite ist, vor allem in Sachen Detailreichtum und Hingabe zu den Nichtspieler-Charakteren. Ebenfalls wie der Titel von Irrational Games reißt Metro: Last Light beim Gameplay keine Bäume aus, sondern es spielt sich nahezu exakt so, wie Metro 2033. Das ist auf dem ersten Blick gut so, denn somit habe ich einen an sich ziemlich guten Shooter erlebt, dessen Waffengefühl ordentlich rüberkommt. Auf den zweiten Blick störte mich aber, dass sie die ohnehin schon wenigen Survival-Aspekte des Vorgängers noch weiter zurückgefahren haben. Klar, da nun an gefühlt jeder dritten Ecke neue Gasmasken-Filter herumliegen, kann ich auch die stilsichere Oberfläche mehr erkunden, aber es raubt einem doch etwas die Immersion. Auch, dass ich überall Waffen und Munition finde, kratzt an der Atmosphäre und steht im direkten Widerspruch zur Trostlosigkeit der Szenerie. Wie es im Ranger-Modus wird, der laut den Entwicklern ja der Modus ist, für den das Spiel eigentlich ausgelegt ist, ist für mich noch nicht ersichtlich, da dieser in unserer Testversion noch nicht zur Verfügung stand. Wir werden ein Update des Tests diesbezüglich nachliefern. Ein wichtiger Hinweis sei hier angemerkt, dass es den Ranger-Modus nur für Vorbesteller und Käufer der Retail-Erstausgabe von Metro: Last Light kostenlos gibt. Wer sich keine Limited- oder First Edition ersteht, muss für den extra schweren Spielmodus Geld bezahlen – eine absolut nicht nachvollziehbare Entscheidung, die ein schlechtes Licht auf das insgesamt sehr gute Metro: Last Light wirft. Unterm Strich bin ich trotzdem mit der Fortsetzung sehr zufrieden. 4A Games hat im Grunde genau das geliefert, was ich erwartet habe: Ein rundum gelungener Nachfolger mit leichten Verbesserungen, aber auch weiterhin vorhandenen Mängeln. Mit knapp 10 Stunden Spielzeit ist er fast doppelt so lang, wie der Debüttitel von 4A Games. Für ein weiteres Spiel im Metro-Universum wünsche ich mir vielleicht dann doch noch etwas mehr Risikofreude der Entwickler, aber eine weiterhin so atmosphärische Welt.