Testurteil: "8.0/10"
Test: Einzeltest: South Park - The Fractured but Whole
Zitat: Pro: + Typischer South-Park-Humor
+ Hervorragende deutsche Synchronisation
+ Unterhaltsames und abwechslungsreiches Spielprinzip
Contra: - Deutsche Untertitel zum Teil stark fehlerhaft
- Story vor allem im letzten Spieldrittel flach
- Schwaches Finale
Ich denke bei der Überlegung, ob einem South Park: Die rektakuläre Zerreißprobe gefallen könnte, sollte man sich als Erstes seiner Einstellung gegenüber der TV-Vorlage gewahr werden. Denn dieser Titel sowie der Vorgänger spielen sich wie eine dicke und ereignisreiche Episode der Reihe, die sich perfekt in das Seriengeschehen einfügt (und das Fanherz mit unzähligen Bezügen und Anspielungen auf das Original noch höher schlagen lässt). Auch die Tatsache, dass dieses Mal die deutschen Synchronsprecher für das Projekt gewonnen werden konnten und bei der Vertonung hervorragende Arbeit leisteten, spricht für sich. Doch selbst losgelöst vom Setting funktioniert der Titel als Rollenspiel wirklich wunderbar, und das Erkunden der Spielwelt mit all ihren versteckten Geschichten, Gegenständen und sonstigen Geheimnissen macht großen Spaß. Dass man dabei noch mit unzähligen Witzen weit unter der Gürtellinie und herrlich verrückten Charakteren und Begebenheiten, die oftmals jenseits des guten Geschmacks liegen, konfrontiert wird, macht die Sache nur noch spannender und unterhaltsamer. Wer all das Genannte eher als Negativaufzählung versteht, sollte sich den Kauf jedoch lieber sparen oder zumindest vorher in die spielbare Demo reinschauen. Vor knapp drei Jahren haben die South-Park-Macher Trey Parker und Matt Stone bewiesen, dass sie weitaus mehr als nur das Drehbuch für die bekannte Fernsehserie schreiben und auch über Genregrenzen hinaus Unterhaltung bieten können. Denn die erste Computerspiel-Adaption der politisch völlig inkorrekten und auch hierzulande sehr beliebten TV-Serie South Park konnte nicht nur auf inhaltlicher und humoristischer, sondern auch auf spielmechanischer Ebene bei Fans sowie Kritikern ordentlich punkten. Ob der kürzlich erschienene Nachfolger mit dem pikanten Untertitel "Die rektakuläre Zerreißprobe" dieses Erbe würdig fortführt, erfahrt ihr bei uns im Test. Rektakulär! South Park: Die rektakuläre Zerreißprobe knüpft geschickt an die Geschehnisse des Vorgängers an. Abermals dürfen wir zu Spielbeginn in die Rolle des "Neuen" in der Stadt schlüpfen und uns einen individuellen, wahlweise dieses Mal auch weiblichen South-Park-Bewohner zusammenstellen. Das erste herzhafte (und wie für Satire typisch zeitgleich bittere) Lachen bescherte uns noch vorm eigentlichen Spielbeginn die Aufforderung, uns für einen Schwierigkeitsgrad zu entscheiden, indem wir auf einem Regler unsere Hautfarbe auswählen sollten. Je dunkler unsere Hautfarbe, umso anspruchsvoller und entsprechend schwerer sollte demnach unser Leben in South Park verlaufen. Ohne spielmechanische Relevanz (den tatsächlichen Schwierigkeitsgrad wählt man in Wirklichkeit zu einem späteren Zeitpunkt aus), zeigt dieser Einstiegsjoke aber bereits, worauf man sich im Laufe des Spiels noch einstellen sollte.