Testurteil: "8.5/10"
Test: Einzeltest: Injustice 2
Zitat: Redaktionstipp
Pro: + Tolle Grafik
+ Aufwendige Zwischensequenzen
+ Nahezu perfektes Balancing
+ Zahlreiche DC-Figuren zur Auswahl
+ Verbessertes Kampfsystem
Contra: - Nur zwölf Arenen
- Belanglose Geschichte
- Spezialattacken verlieren schnell ihren Reiz
- Seichter Multiverse-Modus
- Nerviges und aufgesetztes Loot-System
Injustice 2 bietet wie der Vorgänger grundsolide, stark inszenierte Prügelaction mit zahlreichen Comicfiguren aus dem DC-Universum. Dabei bestätigt der Nachfolger alle Stärken aus dem ersten Teil und setzt stellenweise, besonders grafisch und auch beim leicht überarbeiteten Kampfsystem, noch einen drauf. Die Story ist aufwendig inszeniert, entlockte mir aber nur ein müdes Lächeln. Der Multiverse-Modus ist letztlich auch nichts anderes als eine leicht modifizierte Aneinanderreihung zahlreicher Einzelkämpfe. Am meisten Spaß macht mir Injustice 2 – genau wie der Vorgänger – mit ein paar Kumpels auf der Couch in launigen 1-vs-1-Kämpfen. Als Serienjunkie freue ich mich über einige DC-Figuren aus der zweiten Reihe, die mir bei Supergirl, The Flash, Arrow und Legends of Tomorrow im Fernsehen schon begegnet sind. Injustice 2 übertrifft seinen Vorgänger in einigen Kleinigkeiten und ist damit ein mehr als solider Superhelden-Prügler in bester Mortal-Kombat-Tradition. Nur die Kistensammelei bräuchte ich persönlich nicht. DC, das steht in diesem Fall nicht für den hinteren Teil einer legendären Rockband, sondern für den großen amerikanischen Comicverlag, der mit Batman, Superman und Wonder Woman einige der ikonischsten Comichelden aller Zeiten im Portfolio hat. Da war es spätestens nach den Erfolgen von Konkurrent Marvel nur eine Frage der Zeit, bis die illustren Helden auch in einem zusammenhängenden Kinokosmos die Leinwand erobern. Man of Steel bildete die Grundlage, Superman v Batman ließ dann die beiden bekanntesten DC-Helden erstmals auf der Leinwand aufeinander los, und Wonder Woman mischte fleißig mit. Flash und Aquaman sind in Arbeit, und der große Ensemble-Film Justice League wird ebenfalls bereits gedreht. Angesichts dieser Entwicklungen war es eigentlich überfällig, dass Entwickler Neatherrealm mit Injustice 2 endlich den Nachfolger des legendären Superhelden-Prüglers auf die Konsole bringt. Jetzt ist es endlich so weit, und wir haben getestet, ob die Heldenbalgerei auch im zweiten Anlauf Spaß macht. Clash of Champions Superman gegen Batman. Auf dem Papier eigentlich eine klare Sache, ist der Mann aus Stahl doch dem technikverliebten Milliardär haushoch überlegen. Aber bereits Injustice und der sehr umstrittene Kinofilm Superman v Batman haben gezeigt, dass die Angelegenheit nicht unbedingt so klar sein muss. Auch in Injustice 2 ist der Konflikt zwischen dem dunklen Ritter und dem Stählernen der zentrale Konflikt, um den sich die gut sechsstündige Story des Prügelspiels aufbaut. Die Geschichte knüpft dabei unmittelbar an die Ereignisse des ersten Teils an. Wer den nicht gespielt hat, braucht ein bisschen, um durchzublicken, wer da jetzt auf welcher Seite steht und warum gegen wen kämpft. Die Zwischensequenzen, die wie schon im Vorgänger nahtlos in die Prügeleien übergehen, sind enorm eindrucksvoll inszeniert und vertont, täuschen aber nicht darüber hinweg, dass auch diesmal die Geschichte nur Mittel zum Zweck ist. Denn eigentlich wollen wir uns ja fleißig verhauen.