5,0 von 5 Sternen
Funktion top, Verarbeitung okay...Preis/Leistung passt mMn.
Habe mir dieses Mikrofon als Ergänzung zu meinen Rode Wireless Pro Funkmikrofonen gekauft - damit decke ich die meisten Einsatzgebiete mit 32 Bit float recording ab, und muss nicht mehr auf das korrekte leveling der Aufnahmen achten...ein nettes feature.
Was gefällt mir besonders gut? 32 bit, wie bereits erwähnt. Die Möglichkeit, dieses Mikrofon einfach als standalone Rekorder irgendwie im Raum zu platzieren. Ansonsten hängt man es halt direkt an die Kamera und kann zusätzlich noch einen safety track mit leveling direkt in der Kamera aufzeichnen...erleichtert auch das spätere Synchronisieren der Aufnahme, denn der 32 bit track wird separat auf dem Mikrofon bzw dessen Rekorder gespeichert. Flüstern, schreien oder normale Gesprächslautstärke...wird alles problemlos aufgenommen, ohne zu flippen.
Das nachträgliche Einstellen des "Aufnahmewinkels" ist ebenso nice to have. So kann ich NACHTRÄGLICH einstellen, ob ich nur den Dialog des Sprechers direkt vor dem Mikrofon wünsche, oder etwas Umgebungsgeräusche einbinden möchte. Gerade erst vor Kurzem als standalone Mikro für einen Kongress verwendet...einfach vorne am Rednerpult platziert und grob ausgerichtet. Falls der Speaker sich bewegt, kann man so zB einen breiteren "Aufnahmewinkel" einstellen, wenn er vor'm Mikrofon am Pult steht, kann ich auf 0° mono umstellen.
Batterien statt Akku...hat bekannte Vor- und Nachteile. Ich persönlich kann damit leben, bzw. man kann auch eine Powerbank an den USB C Port hängen. Die wird als erstes angezapft, dann erst die Batterien. Mit einem Satz Batterien bin ich zuletzt durch den Tag gekommen, ca 12h.
Die App für Mac und PC ist okay...simpel, ein paar Funktionen. Wenn man durchgehend aufnimmt, wird die Aufnahme in mehrere große Teile gesplittet (je 1h, ca 700MB). Das Laden größerer files dauert etwas länger. Die files werden nach Zeit benannt, Systemuhr synchronisiert sich mit der Uhr des Macs/PCs.
Die Bedienung des Mikrofons ist etwas gewöhnungsbedürftig, Tastenkombinationen für's Formatieren ist gut, damit man's nicht aus Versehen löscht. Für den Transfer von Dateien muss man play und on gleichzeitig halten, ohne Kombination wird das Teil als Massenspeicher erkannt. Display gibt's keines, wär nett gewesen...bei der simplen Funktion aber vl auch nicht nötig. Batteriestand wird halt über LED angezeigt, damit kann ich leben.
Verarbeitung ist naja...so gut wie alles Plastik, das Mikrofon selbst fühlt sich ganz okay an, die quaderförmige Rekordereinheit ebenso. Die Knöpfe und Schalter sind generell okay, die für Lautstärke der Kopfhörer und das Batterienfach fühlen sich billig an - wie bei einem Plastikspielzeug aus den 90ern. Va. das Batterienfach wird man ohne Nutzung einer Powerbank regelmäßig öffnen, das hätte man hochwertiger umsetzen können. Das ganze Teil an sich vl sogar...aber wie gehabt, ist okay. Mittlerweile mag ich den Plastik Style sogar...runterfallen sollte es einem aber wohl nicht. Shock Mount geht so, Schaumstoffüberzug und Kabelwerk sind gut umgesetzt.
Störungen konnte ich keine feststellen, war anscheinend nur bei der alten/ersten Serie der Fall...die sollte jetzt auch nicht mehr im Verkauf erhältlich sein.
Die Funktion an sich hat mich bisher überzeugt, die Verarbeitung ist grad so okay. Halben Stern Abzug dafür, weil das Gesamtpaket für mich passt. Wer VIEL Wert auf Verarbeitung legt, könnte seine Problemchen haben - für mich persönlich steht die 32 bit Funktion im Vordergrund und trumpft damit.
4.5/5 Sterne für mich, ich runde auf, weil ich eben mehr Wert auf die Funktion lege. SOLLTE sich meine Erfahrung im Laufe des Weiteren Einsatzes trüben, werde ich die Bewertung entsprechend aktualisieren.
4,0 von 5 Sternen
Erste Eindrücke
Vorab:
Ich nutze Mikrofone vor allem um
- Hörbücher zu besprechen und Hypnoseaufnahmen aufzuzeichnen
- Seminare aufzunehmen
- in Zoom Meetings gehört zu werden
- Percussion und ab und zu Gesang aufzunehmen
Meine Hauptkriterien bei der Bewertung:
- allem voran: mein subjektiver Klangeindruck
- und an gleicher Stelle: Noisefloor (Rauschen)
- dann: Zuverlässigkeit und Vielseitigkeit
- Schnelle, einfache Handhabung
Was mir gefällt:
- Die quasi "Unmöglichkeit" unter (für mich) normalen Bedingungen zu übersteuern finde ich genial. Live-Percussion kann recht laut sein. Wenn man dazwischen leise redet, könnte das bei anderen Aufnahmegeräten vom Noisefloor überdeckt werden. Zumindest klingt das Ganze ncht mehr gut, man müsste andauernd an der Aussteuerung basteln. Nicht so hier. Leise oder laut auf einer Aufnahme - in gewissen Grenzen problemlos möglich.
- Die Anschlussmöglichkeiten reichen für mich und meine Bedürfnisse vollkommen aus.
- Das Menu ist selbsterklärend.
- Der eingebaute Vorverstärker rauscht definitiv extrem wenig. Dadurch sind - bei Verwendung entsprechender Mikrofone - für einen portablen Recorder sehr saubere, rauschfreie Aufnahmen möglich. Bin begeistert!
Was man vielleicht wissen sollte:
- Mein erster Eindruck war, dass das eingebaute Mikrofon zwar gut hörbar, insgesamt aber recht wenig rauscht. Inzwischen stört mich dieses Rauschen allerdings sehr. Ich habe den Eindruck, dass das Rauschen massiv zugenommen hat. Keine Ahnung, ob das Einbildung ist. Ich denke aber eher nicht. Wenn ich mein Rode NT1A anschließe, ist der Rauschpegel sensationell niedrig und der Klang unterscheidet sich ebenfalls gewaltig.
- Klang: Mein NT1A klingt für meine Stimme einfach sensationell. Und in meinem Aufnahmeraum auch einigermaßen trocken. Das eingebaute Zoom-Mikrofon nimmt mehr vom Raum auf. Es klingt also nicht so direkt, sondern etwas halliger.
- Wenn man externe Mikros per Klinke anschließt, schaltet sich das eingebaute Mikro aus. Man kann also per Klinke ein Stereo Mikro anschließen und zusätzlich zwei Mikrofone per XLR. Eine Einstellung, bei der Klinke/Line in und eingebautes Mikro gleichzeitig anktiv sind, habe ich noch nicht gefunden.
- Zoom-Webinare: Dieses Mikro als USB-Mikro für Zoom Meetings nutzen, funktioniert aus meiner Sicht so gar nicht. In meinen Versuchen musste ich den Ausgangspegel voll aufdrehen. Da bin ich zwar hörbar, aber die Klangqualität ist miserabel. Mit Rode-Mikro und Focusrite Scarlett ist die Audioqualität im Zoom-Meeting noch immer sehr weit weg von gut, aber immerhing um Welten besser. Das M4 Mikrofon scheint einfach zu unempfindlich zu sein. Eine Möglichkeit, das M4 als Audio-Interface mit meinem Rode Mic zu nutzen, habe ich noch nicht entdeckt. Vielleicht muss ich noch mehr nachforschen ;-)
- Das Gehäuse ist aus glänzendem, schwarzen Plastig. Wer keine Fingerabdrücke mag, muss also ständig säubern, oder solle das M4 nicht berühren. Wie kratzfest es ist, wird sich zeigen.
Resumé:
Das M4 hat aus meiner Sicht viele Stärken und ich möchte es nicht missen. Das eingebaute Mikro rauscht mir zu heftig. Als Refernz dient mir allerdings das Rode NT1A. Brauchbare Einstellungen für Zoom-Meetings habe ich nocht nicht entdeckt. Mit externen Mikros betrieben: Wunderbar!!!