Testurteil: "7.8 / 10"
Test: Einzeltest: Ghost Pirates of Vooju Island
Zitat: Pro: + hübsche, handgezeichnete Umgebungen; schön animierte Charaktere mit guten, soften Bewegungen; bis auf wenige Ausnahmen gelungene deutsche Synchronisation; Rätselkost von leicht bis fortgeschritten = eine gesunde Mischung; Zwischensequenzen wirken fast wie ein Zeichentrickfilm
Contra: Humor ist zwar vorhanden – aber gemäß dem Thema hätte es viel bissiger zugehen müssen; das Gefühl einen „Monkey Island“ Klon zu spielen lässt sich nicht unter den Tisch kehren (auch wenn die Vorlage verdammt gut – das Ergebnis ist zu wenig eigenständig); die Story kann nicht zu 100% punkten, da die einzelnen Geschichten mehr als Episode wirken als im eigentlich angedachten Zusammenspiel; viele Wiederholungen bei den Dialogen vor allem dann wenn man kombinieren und Rätsel lösen muss – es kann leider nicht abgeschalten werden
Geistesblitz oder eher doch lahmes Schlossgespenst? Wohl eine Mischung aus beidem, denn am Ende bleibt der schale Nachgeschmack, dass man offenkundig einen Ticken zu viel beim Klassenprimus „Monkey Island“ gespickert hat. Sicherlich ist das keine schlechte Idee, hat doch gerade „Monkey Island“ bewiesen, dass man mit toller Optik, überaus sympathischen Charakteren und super verdrehten Rätseln eine geniale Geschichte erzählen kann. Genau diesen Versuch unternehmen auch die „Ghost Pirates“, allerdings eher auf mittelmäßigem Niveau. Die Grafik kann sich zwar sehen lassen, ist stimmig und zusammen mit der Musik weiß sie auf jeden Fall zu gefallen. Schade ist wiederum, dass man es nicht geschafft hat die einzelnen Geschichten der Figuren, die in Form von Kapiteln dargestellt werden, wirklich zu verschmelzen. Damit geht auch die Story an sich ein Stück weit flöten, so dass man eher den Eindruck gewinnt, man spielt ein Episodenspiel und keine Geschichte, in denen es drei Hauptprotagonisten gibt, die an einem Strang ziehen müssen. Das die Drei gedanklich kommunizieren können, mildert diesen Umstand zwar ab, hebt ihn allerdings nicht vollends auf. Auch der Humor bleibt, selbst wenn er vielfältig erscheint, doch ein Stückchen fragwürdig. Es fehlt einfach an Skurrilität, an Abgedrehtem; Slapstick allein und ein paar Sprüche reichen nicht, wenngleich diese durchaus – je nach eigener Vorliebe – für ein Grinsen bzw. Lachen gut sind. Das Thema hätte in diesem Bereich viel mehr geboten als das, was final als Ergebnis serviert wird. Die Rätsel hingegen wissen wiederum zu gefallen und bieten ein nettes Spektrum von leicht bis fortgeschritten; So hat man es dann wieder gerne. Generell sind die Geisterpiraten kein schlechter Griff und für ein paar Stunden Unterhaltung reicht es auf jeden Fall. Die Optik punktet, gleichfalls die Rätsel und wer ein wenig Abstriche in Sachen Humor macht und der Tatsache, dass ein ganz Großer des Genres ein bisschen zu viel Pate gestanden hat, ohne davon nachhaltig was abzugeben, nicht negativ eingestellt ist, der wird gut bedient werden. Final muss man allerdings sagen, dass die Entwickler zwar recht gute Arbeit geleistet haben, aber – um die Eingangsthese aufzunehmen – sie haben es nicht geschafft, ihre Fährte, die sie bereits mit „A Vampyre Story“ gelegt haben, auf gleichem Niveau zu folgen.