Das Mainboard ist die sogenannte Hauptplatine jedes PCs. Es stellt wichtige Kernfunktionen für das System zur Verfügung und vermittelt zwischen Komponenten wie Prozessor, Hauptspeicher, Festplatte und Peripheriegeräten. Zu den zentralen Unterscheidungsmerkmalen zwischen Mainboards unterschiedlicher Generationen zählen der sogenannte Chipsatz und der Sockel für den Prozessor. Mainboards mit dem Chipsatz B760 sind mit aktuellen Intel-Prozessoren der Generationen Alder Lake und Raptor Lake kompatibel. Beliebte Hersteller sind MSI, Asus und Biostar.
Welche Vorteile bietet der B760-Chipsatz für die 13. Generation der Intel Core-Prozessoren?
Der Chipsatz B760 ist der seit 2023 verfügbare Nachfolger des B660-Systems von 2022. Im unmittelbaren Vergleich zur Vorgängergeneration ist das B760-System kein Quantensprung. Beide Varianten werden mit dem LGA-1700-Sockel für die aktuellen Intel-Prozessoren der 12. und 13. Generation (Alder Lake und Raptor Lake) kombiniert. Es werden B760-Boards mit DDR4- und DDR5-RAM angeboten. Es kann sinnvoll sein, beim Kauf darauf zu achten, ein Mainboard mit DDR5-Support zu erwerben, da dieser RAM etwas schneller ist als die alte DDR4-Technik.
Im unmittelbaren Vergleich der B760- mit den B660-Boards fällt zudem auf, dass die Anzahl der PCI-Express-3.0-Lanes von acht auf vier reduziert wurde, um Platz für vier zusätzliche PCIe-4.0-Anschlüsse zu machen, von denen es jetzt zehn gibt. Die Anzahl der PCIe-5.0-Verbindungen, die unmittelbar zum Prozessor führen und nicht über den I/O-Hub geleitet werden, bleibt bei 16.
Obwohl die Änderungen gegenüber der Vorgängergeneration minimal sind, kann es sinnvoll sein, sich beim Kauf für eines der aktuellen Mainboards zu entscheiden. Denn der Preisunterschied ist meist ebenfalls minimal.
Was sind die Unterschiede zwischen B760 und anderen Intel-Chipsätzen wie H770 und Z790?
Mainboards mit dem I/O-Hub B760 gelten unter den aktuellen Intel-Chipsätzen als Einsteiger- oder Mittelklassemodelle. Was bedeutet das? Schließlich sind die B760 Mainboards genau wie die teureren Chipsätze H770 und Z790 mit den aktuellen Intel-Prozessorgenerationen kompatibel.
Einer der wichtigsten Unterschiede zwischen diesen unterschiedlichen Klassen ist die Anzahl der sogenannten „High Speed I/O Lanes“ (HSIO). Vereinfacht ausgedrückt ist das die Menge der Anschlüsse, die zwischen dem Prozessor und anderen Systemkomponenten bestehen. Insbesondere schnelle High-End-Komponenten können ausgebremst werden, wenn Chipsatz und Prozessor nicht schnell genug mit dem übrigen System kommunizieren. Das betrifft Nutzer moderner Grafikkarten, wie sie beim Schneiden von Videos oder von Gamern eingesetzt werden. Während Mainboards mit B760-Chipsatz maximal 28 solche HSIOs bieten, können es bei H770-Boards 40 und bei Z790-Platinen sogar bis zu 46 Highspeed-Lanes sein.
Zudem bieten die teuren Z790-Boards mehr Möglichkeiten zum sogenannten Übertakten als die beiden günstigeren Varianten B760 und H770, bei denen lediglich der RAM übertaktbar ist. Die Z790-Hauptplatinen bieten die Möglichkeit, die Base Clock (BCLK) zu übertakten und so auch aus den CPUs mehr herauszuholen.
Doch obwohl der Z790-Chipsatz deutlich mehr Möglichkeiten bietet, dürften die meisten Käufer mit den wesentlich preisgünstigeren B760-Platinen bereits gut ausgestattet sein. Mehr Geld auszugeben, lohnt sich nur für Nutzer besonders anspruchsvoller Anwendungen.
Welche Mainboards mit B760-Chipsatz sind empfehlenswert?
Auf den ersten Blick nehmen die unterschiedlichen Mainboards der B760-Klasse sich nicht viel. Fast alle gängigen Modelle bieten vergleichbare Features. Die beiden wichtigsten Unterscheidungsmerkmale sind daher einerseits die Kompatibilität mit schnellerem RAM-Speicher und anderseits die Frage, ob ein WLAN-Chip in die Platine integriert ist.
Hochpreisige Mainboards wie das MSI MAG B760 Tomahawk WiFi ermöglichen, bis zu 192 GB DDR5-RAM mit einer maximalen Taktfrequenz von 5600 MHz einzusetzen. Günstigere Modelle wie das MSI Pro B760M-P DDR4 sind nur mit 128 GB 4800 MHz schnellem DDR4-RAM kompatibel. Im Vergleich ist hier auch der Ethernetanschluss mit 1000 Mbit/s deutlich langsamer als beim teureren Modell, wo 2500 Mbit/s möglich sind.
Ob sich der Aufpreis für den schnelleren RAM lohnt, hängt vor allem vom Nutzungsszenario ab. Vor allem Fans realistischer 3-D-Spiele profitieren vom performanteren Speicher. Auch wer Videospiele live ins Netz streamen möchte, sollte über den Kauf des teureren Modells nachdenken.
Fazit
Mainboards mit B760-Chipsatz sind starke, mit aktuellen Intel-Prozessoren kompatible Einsteigermodelle. Der LGA-1700-Sockel kommt voraussichtlich auch noch für die kommenden Prozessorgenerationen zum Einsatz. Im Vergleich zu den teureren H770- Z790-Modellen bieten B760-Boards meist weniger Speicher und sind etwas langsamer. Ein Nachteil ist das aber nur für Nutzer von High-End-Anwendungen.
günstige Einsteigerboards
aktueller Intel-Sockel LGA-1700
potenzielle Kompatibilität mit DDR5-RAM
wenige Neuerungen gegenüber dem Vorgängermodell
vergleichsweise wenige Highspeed-Lanes
keine Kompatibilität mit PCIe RAID



































