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Musaicum Books Alexander von Ungern-Sternberg: Historische Romane, Seesagen, Märchen & Biografien A1067406013
Diese Sammlung vereint historische Romane, Seesagen, Märchen und biografische Skizzen zu einem Panorama erzählter Vergangenheit. Ungern-Sternberg verbindet romantische Geschichtsvorstellung mit antiquarischem Interesse: Herrscher, Abenteurer, Küstenlandschaften und überlieferte Wunder erscheinen nicht als bloße Dekoration, sondern als Träger kultureller Erinnerung. Sein Stil ist anschaulich, rhetorisch geschult und von jener Spannung zwischen Chronik, Legende und moralischer Charakterzeichnung geprägt, die die deutschsprachige Erzählliteratur des 19. Jahrhunderts wesentlich mitbestimmte. Alexander von Ungern-Sternberg, 1806 im baltischen Adel geboren und 1868 in Dresden gestorben, schrieb aus der Perspektive eines Autors, dessen Herkunft zwischen deutscher Bildung, russischem Reichsraum und nordöstlicher Landschaftserfahrung vermittelte. Diese biografische Zwischenstellung erklärt seine Vorliebe für Grenzräume: zwischen Geschichte und Dichtung, Meer und Land, Volksüberlieferung und gelehrter Darstellung. Als Schriftsteller der Spätromantik suchte er im Vergangenen nicht Flucht, sondern Deutung der Gegenwart. Empfohlen sei dieses Buch Lesern, die historische Imagination mit kulturgeschichtlicher Tiefe verbinden möchten. Es bietet keine nüchterne Historiografie, sondern literarisch geformte Erinnerung: unterhaltsam, gelehrt und atmosphärisch dicht.
Königshausen u. Neumann Arthur Schopenhauer und die Posaune der Fama A1071161893
Der Philosoph Arthur Schopenhauer (1788–1860) stand schon zu seinen Tagen nicht im Ruf, ein umgänglicher Zeitgenosse zu sein. Streit, auch Invektiven, schienen ein Lebenselixier für ihn zu sein. So haben seine Äußerungen über Mitbewerber im philosophischen Metier, etwa über das Dreigestirn Fichte – Schelling – Hegel, vor allem aber seine Schmähschrift Über die Weiber bei Mit- und Nachwelt zu mehr als einem Stirnrunzeln geführt. Sein ungutes Verhältnis zur eigenen Mutter, Johanna Schopenhauer, die zu ihrer Zeit eine sehr erfolgreiche Autorin und Goethe-Freundin gewesen war, hat bei seiner Sicht auf das weibliche Geschlecht eine nicht zu unterschätzende Rolle gespielt. Dennoch zählt Arthur Schopenhauer, der gemeinhin im Ruf eines ›Chefpessimisten‹ steht, zu den herausragenden Denkern im 19. Jahrhundert. Wissenschaftler wie Sigmund Freud oder Albert Einstein, auch Autoren wie Wilhelm Busch, Richard Wagner oder Thomas Mann fühlten sich von seiner Lehre angesprochen. Das vorliegende Werk bietet auf unterhaltsame Weise einen Blick in Schopenhauers philosophisches Denken, in sein Menschen- und hier vor allem: Frauenbild. Briefe, Tagebuchaufzeichnungen und Biodaten, auch seitens seiner Mutter Johanna und Schwester Adele, geben verlässliche Auskunft.
BoD – Books on Demand Zwei Beiträge zur jüdischen Geschichte A1008642772
Der Kreuzzugsaufruf durch Papst Urban II. während des Konzils von Clermont im November 1095 hatte für die jüdische Bevölkerung in Frankreich und Deutschland weit reichende Folgen. Neben dem „offiziellen“ Ritterherr, das sich unter der militärischen Führung des Grafen Raimund IV. von Toulouse auf den Weg machte, zogen viele Gruppen durch die Lande, von kleinen Adeligen oder von Geistlichen, wie Peter dem Einsiedler, angeführt und aufgewiegelt. Es waren diese marodierenden Haufen, die für die grausamen Pogrome in den jüdischen Gemeinden im Rheintal verantwortlich waren. Dieser Aufsatz beschreibt die Ereignisse und analysiert ausführlich die politischen, sozialen und eschatologischen Hintergründe. Im 19. Jahrhundert vollzog sich in vielen jüdischen Familien ein bedeutsamer Wandel. Von der „nur“ jüdischen Familie wandelte sie sich in eine deutsch-jüdische, meist bürgerlich orientierte Familie. Der Beitrag beschreibt ausführlich, welche Veränderungen auf die einzelnen Familienmitglieder zukamen, aber auch wie man versuchte, trotz vieler Neuerungen, die überlieferten jüdischen Traditionen zu wahren oder sie den Gegebenheiten anzupassen. Thomas Ridder M.A. ist Historiker und arbeitet seit 1991 im Jüdischen Museum Westfalen in Dorsten.
BoD – Books on Demand Eduard von Keyserling A1008454842
Eduard von Keyserling ist der vielleicht unbekannteste große Erzähler der deutschen Literatur. Der aus baltischem Adel stammende Wahl-Münchner schuf um die Wende zum 20. Jahrhundert ein facettenreiches Werk, das zu den Höhepunkten impressionistisch-realistischer Erzählkunst in Deutschland gehört. Insbesondere seine um die untergehende Welt der baltischen Aristokratie kreisenden "Schlossgeschichten" brachten ihm den Ruf eines "Fontane in Moll" ein. Der vorliegende Band bewegt sich auf den biographischen Spuren dieses zu Unrecht vergessenen Erzählmeisters und bietet als einzige wissenschaftliche Arbeit zu Eduard von Keyserling einen interpretierenden Überblick über sein Gesamtwerk von den frühen Romanen, den Dramen und Essays bis hin zum erzählerischen Spätwerk. Damit leistet der Band nicht nur eine Aktualisierung Keyserlings für den rezenten literaturwissenschaftlichen Diskurs, sondern versucht gleichsam auch einen Autortypus nachzuzeichnen, den das 19. Jahrhundert scheinbar unwiederbringlich mit sich in die historische Tiefe gerissen hat – das noble Gegenteil eines postmodernen Blenders, eines intellektuellen Defaitisten oder eines auf Wirkung kalkulierenden Krachmachers. Eduard von Keyserling, der "Blinde voller Gesicht", wird so auch 90 Jahre nach seinem Tod für eine literarische Erinnerungskultur im europäischen Kontext neu erschlossen.
GRIN Schein und Sein in 'La Desheredada' von Benito Pérez Galdós A1019936553
Studienarbeit aus dem Jahr 2011 im Fachbereich Germanistik - Komparatistik, Vergleichende Literaturwissenschaft, Note: 1,0, Universität Wien, Sprache: Deutsch, Abstract: Benito Pérez Galdós hat mit La desheredada nicht nur den so genannten ersten naturalistischen Roman Spaniens geschrieben; vielmehr ist er ein Abbild der Veränderungen, die das 19. Jahrhundert prägten: Desamortización, Verfall des Adels und synchroner Aufstieg einer kleiner Schicht des reichen Bürgertums; soziale Missstände der breiten Masse und parasitäre Mentalität der Oberschicht sind die wohl auffälligsten Merkmale. Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Aufhebung der Schichten, zumindest hinsichtlich Verhalten und Äußerlichkeiten. Die realistische Darstellung der spanischen Gesellschaft der Jahre 1872-1876 soll in dieser Arbeit im Vordergrund stehen. Der Autor schafft es mit Hilfe der Figur Isidora Rufete und ihres Umfeldes die historischen Ereignisse dieser Jahre darzustellen und aufzuzeigen, in wie weit diese Geschehnisse Auswirkungen auf das Individuum haben. Er analysiert demnach komplexe historische Veränderungen und psychologische Abgründe, um seine Enttäuschung kundzutun: für die Liberalen war die Restauration ein wahrer Rückschlag, die Scheinheiligkeit der Gesellschaft kaum noch zu ertragen.
Frontmatter -- INHALTSVERZEICHNIS -- 1. EINLEITUNG -- 2. FRÜHVOLLENDET -- 3. Das 17. Jahrhundert -- DER TIEFE GLAUBE / Fleming, Paul / Schwarz, Sibylle / Schwarz, Sibylle -- 4. Das 18. Jahrhundert -- AUFSCHIESSENDE FLAMME / Günther, Johann Christian -- DIE TROCKENEN GENIES / Pyra, Jakob Immanuel / Schlegel, Johann Elias / Krüger, Johann Christian / Cronegk, Johann Friedrich Von / Brawe, Joachim Wilhelm Von / Michaelis, Johann Benjamin -- HAINBÜNDLER / Hölty, Ludwig Christoph Heinrich -- ROMANTIKER / Novalis / Wackenroder, Wilhelm Heinrich / Günderode, Caroline Von -- 5. Das 19. Jahrhundert -- PSEUDOROMANTIK / Koerner, Theodor / Hauff, Wilhelm -- UMHERGETRIEBENE / Waiblinger, Wilhelm / Büchner, Georg / Niebergall, Ernst Elias -- EIN KIND / Kulmann, Elisabeth -- ZWEI ADELIGE / Strachwitz, Moritz Graf Von / Bülow, Margarethe Von -- BÜRGERLICHE / Schaumberger, Heinrich / Conradi, Hermann / Stavenhagen, Fritz -- EIN SELBSTMÖRDER / Calé, Walter -- 6. Das 20. Jahrhundert -- DIE AHNUNG DES KRIEGES / Heym, Georg -- EIN GOTISCHER MENSCH / Sorge, Reinhard Johannes -- DIE GEOPFERTEN / Adler / Lichtenstein / Flex / Braun / Sack / Trakl / Engelke / Stadler -- Backmatter
Hart am Rande entfaltet eine erzählerische Studie der Grenzlagen: Menschen geraten an soziale, moralische und seelische Schwellen, an denen Gewohnheit und Entscheidung scharf aufeinanderstoßen. Schückings Prosa verbindet genaue Milieubeobachtung mit dramatischer Zuspitzung; Dialog, psychologische Andeutung und ein wacher Sinn für gesellschaftliche Rangordnungen tragen die Handlung. Im literarischen Kontext steht das Buch zwischen spätromantischer Empfindsamkeit, Vormärz-Sensibilität und dem heraufziehenden poetischen Realismus. Levin Schücking, westfälischer Schriftsteller, Journalist und kenntnisreicher Beobachter seiner Zeit, brachte in sein Werk Erfahrungen aus Redaktion, Reisen und literarischen Netzwerken ein. Besonders seine Nähe zu Annette von Droste-Hülshoff, sein Gespür für regionale Prägungen und sein Blick auf die Spannungen zwischen Adel, Bürgertum und ländlicher Welt erklären die thematische Dichte dieses Buches. Hart am Rande wirkt daher nicht bloß erfunden, sondern aus historischer Erfahrung destilliert. Zu empfehlen ist dieses Buch Lesern, die die deutsche Erzählliteratur des 19. Jahrhunderts jenseits der kanonischen Namen entdecken möchten. Es bietet Spannung ohne Trivialität, Gesellschaftsanalyse ohne Trockenheit und eine Sprache, die den kritischen Ernst ihrer Zeit bewahrt.
"Dubrowskij" entfaltet die Geschichte des jungen Adligen Wladimir Dubrowskij, dessen Familie durch die Willkür des mächtigen Gutsbesitzers Trojekurow enteignet wird und der daraufhin zum Anführer einer Räuberbande wird. Zwischen Rache, Standesehre und der Liebe zu Mascha Trojekurowa entwickelt Puschkin eine knappe, spannungsreiche Prosa, die romantische Räubererzählung und frühen russischen Realismus verbindet. Das unvollendet gebliebene, postum veröffentlichte Werk steht im Kontext der gesellschaftskritischen Erkundungen des russischen Adelslebens im 19. Jahrhundert. Alexander Puschkin, 1799 geboren und 1837 im Duell gestorben, gilt als Begründer der modernen russischen Literatursprache. Seine Nähe zum Adel, seine Erfahrungen mit Zensur, Verbannung und politischer Unruhe prägten seinen scharfen Blick auf Macht, Recht und persönliche Freiheit. Für "Dubrowskij" griff er vermutlich zeitgenössische Berichte über enteignete Gutsbesitzer und soziale Rechtsunsicherheit auf und formte daraus eine moralisch vieldeutige Erzählung. Diese deutsche Ausgabe empfiehlt sich Lesern, die Puschkins erzählerische Klarheit und seine subtile Gesellschaftsanalyse entdecken möchten. "Dubrowskij" ist zugleich Abenteuerroman, Liebesgeschichte und Studie über verletzte Gerechtigkeit.
Hermagoras Wenn alles seinen Platz gefunden hat A1063781312
Ein 102-jähriger Gailtaler, eine ehemalige Politikerin, ein Adeliger aus dem Lavanttal, ein Sportreporter aus Leidenschaft, eine Galeristin, ein Hotelier, eine in der Aussiedlung geborene Kärntner Slowenin erzählen ihre Lebensgeschichten. In biogra schen Interviews blicken sie zurück auf Kindheit und Schulzeit, bei den einen karg und einfach, bei den anderen behütet und elitär. Sie erinnern sich an die große Liebe und die erste Scheidung, an große Pläne und das Bohren harter Bretter, an schicksalhafte Begegnungen und beachtliche Herausforderungen. Ein 19-Jähriger türmt aus der Lehrerbildungsanstalt und meldet sich freiwillig zur Luftwa e, um den Zweiten Weltkrieg nicht zu verpassen. Ein kleines Mädchen begegnet im Alter von drei Jahren zum ersten Mal seiner Mutter. Für einen Jungen in der Obhut des Kindermädchens scheint der Lebensweg vorgezeichnet zu sein. Eine Bergbäuerin wird als erste Frau zur Zweiten Präsidentin im Kärntner Landtag angelobt. Ein umtriebiger Sportreporter avanciert zum ORF-Direktor. Ein vielversprechendes junges Talent entscheidet sich, sein Leben der Kunst zu widmen. Ein Hotelier übernimmt das traditionsreiche Familienerbe. Dieses Buch zeichnet Kärntner Menschenbilder nach, erzählt vom Gelingen und Wünschen, von Fehlern und Erfolgen … Vom Leben eben.
Lübbe Audio König Ludwig und der tote Preuße - Neuschwanstein-Krimi - Ein Fall für Herzogin Sophie und den Märchenkönig, Teil 1 A1063392373
Teil 1:König Ludwig II. von Bayern ist genervt: Kaum hat er die Preußen im Haus, geht alles schief! Und bei einem Staatsempfang auf Schloss Hohenschwangau versuchen die Halunken ihn auch noch mitten in den Verhandlungen zu erschießen! Dass bei dem Anschlag ausgerechnet der preußische Sondergesandte getötet wird, ist wohl nur gerecht. Doch Verbrechen an seinem Hof kann der König selbstverständlich nicht dulden - und so nimmt er gemeinsam mit Herzogin Sophie die Ermittlungen auf ...Dies ist die erste Folge der brandneuen Neuschwanstein-Krimi-Reihe rund um Herzogin Sophie und den legendären König Ludwig II. von Bayern. Ein exzentrischer Monarch, eine Adelige mit Grips, Charme und dem richtigen Riecher für Verbrechen aller Art - und das alles mit dem Prunk und Pomp des 19. Jahrhunderts. Herrlich bayerisch, unterhaltsam und charmant.Über die Serie:Bayern, Ende 19. Jh.: Ludwig ist Erfinder, Freigeist, Architekt - ach ja, und König von Bayern. Was für eine lästige Verantwortung! Viel lieber würde er den ganzen Tag Wagner hören, fliegende Kutschen konstruieren oder Märchenschlösser bauen. Na gut, zumindest Schlösser kann er bauen. Und was für welche! Doch nicht zuletzt deshalb ist Bayern finanziell angeschlagen und von Feinden umzingelt. Also sind seine königlichen Pflichten gefragt. Und als wäre das nicht genug, muss er neuerdings auch noch die Arbeit der Gendarmerie übernehmen. Egal, ob tote Preußen oder entführte Hunde - auf seinen Schlössern geschehen allerhand mysteriöse Verbrechen und seltsame Missetaten. Gottlob, dass er seine Cousine Herzogin Sophie an seiner Seite weiß. Gemeinsam mit ihr überführt der König jeden Halunken und Scharlatan ...
Lübbe Audio König Ludwig und der verschwundene Mops - Neuschwanstein-Krimi - Ein Fall für Herzogin Sophie und den Märchenkönig, Teil 3 A1064312291
Teil 3:Ruhe, Erholung und die unberührte Natur - das wünscht sich Ludwig II. nach den Aufregungen der letzten Wochen. Dafür reist er extra in sein Königshaus auf den Herzogstand. Doch dann geschieht das Unglaubliche: Sein über alles geliebter Mops Sigi wird entführt! Der Erpresser will den vierbeinigen Liebling nur im Tausch gegen einen berühmten Diamantring freilassen und schickt sogar ein blutiges Ohr mit - igittigitt! Doch der gemeine Hundedieb hat die Rechnung ohne den Kini und seine ermittelnde Entourage gemacht ...Dies ist die dritte Folge der Neuschwanstein-Krimi-Reihe rund um Herzogin Sophie und den legendären König Ludwig II. von Bayern. Ein exzentrischer Monarch, eine Adelige mit Grips, Charme und dem richtigen Riecher für Verbrechen aller Art - und das alles mit dem Prunk und Pomp des 19. Jahrhunderts. Herrlich bayerisch, unkonventionell und charmant.Über die Serie:Bayern, Ende 19. Jh.: Ludwig ist Erfinder, Freigeist, Architekt - ach ja, und König von Bayern. Was für eine lästige Verantwortung! Viel lieber würde er den ganzen Tag Wagner hören, fliegende Kutschen konstruieren oder Märchenschlösser bauen. Na gut, zumindest Schlösser kann er bauen. Und was für welche! Doch nicht zuletzt deshalb ist Bayern finanziell angeschlagen und von Feinden umzingelt. Also sind seine königlichen Pflichten gefragt. Und als wäre das nicht genug, muss er neuerdings auch noch die Arbeit der Gendarmerie übernehmen. Egal, ob tote Preußen oder entführte Hunde - auf seinen Schlössern geschehen allerhand mysteriöse Verbrechen und seltsame Missetaten. Gottlob, dass er seine Cousine Herzogin Sophie an seiner Seite weiß. Gemeinsam mit ihr überführt der König jeden Halunken und Scharlatan ...
Duncker & Humblot Aberglauben im 19. Jahrhundert. A1000465675
Mit Aberglauben untersucht der Autor Phänomene, welche nach vorherrschendem Verständnis im 19. Jahrhundert allerhöchstens eine untergeordnete Rolle spielten. Die dominierende historische Deutungsperspektive für diese Epoche folgt soziologischen Kategorien wie »Säkularisierung«, »Rationalisierung«, »Intellektualisierung« oder insgesamt einer »Modernisierung«. Eine wirkungsmächtige Metapher ist in diesem Kontext Max Webers Formel von einer »Entzauberung der Welt«. Aber allen säkularen Trends und wissenschaftlichen Erkenntnissen zum Trotz blieben Religion und Kirchen prägende Kräfte. Und auch die Ohnmacht der Medizin gegenüber vielen Krankheiten ließ zahllose überkommene Deutungsmuster fortdauern. Gleichzeitig öffnete der Modernisierungsprozeß das Feld für neue Formen des Aberglaubens und der Magie, die mit scheinbar wissenschaftlichem Zugriff zunächst in bürgerlich-adeligen Kreisen Fuß faßten. So wurzelt die heutzutage vielfach beklagte magische Moderne fundamental im 19. Jahrhundert, dessen kennzeichnende und eigentümliche Mischung aus traditionellen und modernen Elementen sich in den Auseinandersetzungen um Aberglauben wie in einem Brennglas bündelt. Ermittelt werden kulturelle und soziale Leitbilder der Gruppen, die Aberglaubenszuweisungen vornahmen, sowie derjenigen, die mit diesem Begriff diskreditiert werden sollten. Dabei sind drei wesentliche Ergebnisse hervorzuheben. Erstens fügt sich der Aberglaubensvorwurf in Volkskulturkonzepte, indem er sich für die aufgeklärten Kritiker als herausragendes kulturpolitisches Schlagwort erwies, um sich der eigenen religiösen, medizinischen oder wissenschaftlichen Normen zu vergewissern. Zweitens lassen sich vor- und antiaufklärerische Tendenzen im 19. Jahrhundert erstmals systematisch verfolgen. Wenn man Aberglauben als Problem ernst nimmt, dann setzte eine Breitenwirkung der Aufklärung nur langsam ein. Dieser Prozeß war zudem von vielen Rückschlägen und Verzögerungen begleitet. Drittens zeigen die Konflikte um den animalischen Magnetismus und den Spiritismus, daß Aberglauben eben nicht nur an überkommenen Werten gemessen werden kann. Das gilt insbesondere, wenn man in den Blick nimmt, daß sich die neuen (halb)wissenschaftlichen Verfahren phasenweise in die Wissenschaftslandschaft einfügten und an den Universitäten etablierten.
Henricus - Edition Deutsche Klassik 500 Schwänke A1080454966
Alexander Roda Roda: 500 Schwänke. Satiren auf Stand, Ehe und Eitelkeit Erstdruck: Berlin, Schuster und Loeffler, 1912. Hier nach der 19.-24. Auflage, Berlin, Dr. Eysler und Co. AG, 1922, Paul Busson gewidmet. Neuausgabe, herausgegeben von Karl-Maria Guth, Berlin 2026. Der Text dieser Ausgabe wurde behutsam an die neue deutsche Rechtschreibung angepasst. Gesetzt aus der Minion Pro, 11 pt. Henricus - Edition Deutsche Klassik GmbH In »500 Schwänke« versammelt Alexander Roda Roda ein Feuerwerk kurzer, scharf zugespitzter Szenen aus Militär, Kaffeehaus, Ehe, Adel, Bürokratie, Literaturbetrieb und bürgerlichem Alltag. Mit trockenem Witz, Dialektfärbung und sicherem Gespür für menschliche Schwächen entlarvt er Dünkel, Amtsstolz, Bildungsgehabe, gesellschaftliche Heuchelei und absurde Autoritäten. Die einzelnen Schwänke funktionieren wie literarische Momentaufnahmen: Ein Satz, eine Verwechslung, ein Missverständnis oder eine unerwartete Wendung genügt, um ganze Milieus bloßzustellen. Das Buch ist keine fortlaufende Erzählung, sondern eine Sammlung pointierter Miniaturen, die den Ton der untergehenden k. u. k. Welt ebenso einfangen wie den großstädtischen Witz Berlins, Wiens und Münchens.
Aus tiefem Schacht entfaltet eine erzählerische Welt, in der das Motiv der Tiefe zugleich konkret und symbolisch wirkt: als Raum harter Arbeit, verborgener Konflikte und moralischer Prüfung. Zobeltitz verbindet spannungsreiche Handlung mit genauer Beobachtung sozialer Milieus und einer Prosa, die zwischen realistischem Detail, psychologischer Zuspitzung und zeittypischer Unterhaltungskunst vermittelt. Im literarischen Kontext des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts steht das Buch nahe bei jenen Romanen, die Modernisierung, Standesbewusstsein und persönliche Verantwortung erzählerisch verhandeln. Fedor von Zobeltitz, 1857 geboren und 1934 gestorben, war Offizier, Journalist, Herausgeber und vielgelesener Erzähler. Seine Herkunft aus dem preußischen Adel, seine militärische Erfahrung und seine Tätigkeit im literarischen Betrieb gaben ihm einen geschärften Blick für gesellschaftliche Hierarchien, Ehrbegriffe und die Umbrüche seiner Zeit. Diese biographischen Voraussetzungen erklären die Verbindung von Weltkenntnis, erzählerischer Disziplin und Sinn für dramatische Situationen. Empfohlen sei Aus tiefem Schacht Leserinnen und Lesern, die historische Unterhaltungsliteratur nicht als bloße Zerstreuung, sondern als Zeugnis kultureller Selbstverständigung lesen möchten. Das Buch überzeugt durch atmosphärische Dichte, sittliche Fragestellungen und den Blick auf Menschen unter Druck.
Henricus - Edition Deutsche Klassik 500 Schwänke A1080454712
Alexander Roda Roda: 500 Schwänke. Satiren auf Stand, Ehe und Eitelkeit Erstdruck: Berlin, Schuster und Loeffler, 1912. Hier nach der 19.-24. Auflage, Berlin, Dr. Eysler und Co. AG, 1922, Paul Busson gewidmet. Neuausgabe, herausgegeben von Karl-Maria Guth, Berlin 2026. Der Text dieser Ausgabe wurde behutsam an die neue deutsche Rechtschreibung angepasst. Gesetzt aus der Minion Pro, 11 pt. Henricus - Edition Deutsche Klassik GmbH In »500 Schwänke« versammelt Alexander Roda Roda ein Feuerwerk kurzer, scharf zugespitzter Szenen aus Militär, Kaffeehaus, Ehe, Adel, Bürokratie, Literaturbetrieb und bürgerlichem Alltag. Mit trockenem Witz, Dialektfärbung und sicherem Gespür für menschliche Schwächen entlarvt er Dünkel, Amtsstolz, Bildungsgehabe, gesellschaftliche Heuchelei und absurde Autoritäten. Die einzelnen Schwänke funktionieren wie literarische Momentaufnahmen: Ein Satz, eine Verwechslung, ein Missverständnis oder eine unerwartete Wendung genügt, um ganze Milieus bloßzustellen. Das Buch ist keine fortlaufende Erzählung, sondern eine Sammlung pointierter Miniaturen, die den Ton der untergehenden k. u. k. Welt ebenso einfangen wie den großstädtischen Witz Berlins, Wiens und Münchens.
CALVENDO Puzzle Kurzhaarcollie-Welpe 1000 Teile Lege-Größe 64x48cm Foto-Puzzle für glückliche Stunden A1043712959
Ein Motiv aus dem Kalender "Smooth Collies" von Laura Längsfeld: Einst waren Collies Hütehunde im schottischen Hochland, doch nachdem sie im 19. Jahrhundert vom Adel entdeckt wurden, entwickelten sie sich im Laufe der Zeit zu Begleitern in allen Lebenslagen. Für einen Collie ist es das Größte, seine Menschen zu begleiten. Während der Langhaarcollie zeitweise zu großer Popularität gelangte, blieb sein kurzhaariges Gegenstück weitgehend unbekannt. Der Kurzhaarcollie begeistert durch sein Erscheinungsbild von großer Eleganz und Schönheit und sein sanftes und dennoch temperamentvolles Wesen Liebhaber in aller Welt. Abbildungen: PREMIUM - QUALITÄT - hochwertige Passform, präzise Stanzung und hervorragende Druckqualität aus Europa sorgen für Langlebigkeit Ihres Puzzles. WUNDERSCHÖNES BILD als Puzzle-Motiv mit einzigartiger Farbgebung bietet ein abwechslungsreiches Puzzle-Vergnügen. PERFEKTES GESCHENK - für die ganze Familie, für Erwachsene, Jugendliche und Kinder ab 14 Jahren, für Anfänger und Fortgeschrittene. MEHR ALS NUR EIN SPIEL - Puzzles sind unterhaltend, fördern das Wohlbefinden und gleichzeitig Konzentration und Gedächtnis. Lege-Größen: 1000 Teile: 64 x 48 cm, 2000 Teile: 90 x 67 cm. Bildautor: Laura Längsfeld
Hermann Bahr: Ausgewählte Erzählungen Der Prinz: Erstdruck: Berlin, S. Fischer, 1894 Die treue Adele: Erstdruck in: "Die Gesellschaft", Jahrgang 5, Nr. 11, 1889. Leander: Erstdruck in: "Die Zeit", Jahrgang 19, Nr. 235-240, 1899 Der verständige Herr: Erstdruck in: "Münchner Kunst", Jahrgang 2, Nr. 33, 1890. Mit der Nase: Erstdruck in: "Fin de Siècle", Berlin, 1891. Mein Engländer: Erstdruck in: "Deutsche Zeitung", Wien, Jahrgang 22, Nr. 7531, 1892. Dora: Erstdruck: Berlin, S. Fischer, 1893. Das Käferl: Erstdruck in: "Neues Wiener Tagblatt", Jahrgang 34, Nr. 75, 1900. Wirkung in die Ferne: Erstdruck in: "Neues Wiener Tagblatt", Jahrgang 34, Nr. 103, 1900. Erinnerung: Erstdruck in: "Neue Freie Presse", Nr. 15419, 1907. Lenke: Erstdruck in: "Neue Freie Presse", Nr. 15672-15673, 1908. Neuausgabe. Herausgegeben von Karl-Maria Guth. Berlin 2018. Umschlaggestaltung von Thomas Schultz-Overhage unter Verwendung des Bildes: Gustav Klimt, Rose von Rosthorn-Friedmann, 1901. Gesetzt aus der Minion Pro, 11 pt.
Copycat Der amerikanische Titelanwärter A1076118873
Mark Twains "Der amerikanische Titelanwärter" ist eine satirische Verwechslungskomödie über Adel, Besitzansprüche und die eigentümliche Begegnung amerikanischer Selbstbehauptung mit europäischer Standesordnung. Im Zentrum steht Colonel Mulberry Sellers, ein unerschöpflicher Projektemacher, dessen genealogische und gesellschaftliche Ambitionen die Absurdität ererbter Würde bloßlegen. Twain verbindet farcenhafte Handlung, pointierte Dialoge und sozialkritische Beobachtung; im literarischen Kontext des späten 19. Jahrhunderts steht der Roman zwischen realistischer Gesellschaftsanalyse und burlesker Anti-Aristokratie-Satire. Mark Twain, geboren 1835 als Samuel Langhorne Clemens, kannte die Mythen amerikanischer Aufstiegsgeschichten ebenso wie ihre ökonomischen und moralischen Schattenseiten. Seine Erfahrungen als Drucker, Lotse, Journalist und Vortragsreisender schärften den Blick für regionale Sprache, öffentliche Selbstdarstellung und gesellschaftliche Heuchelei. Die Figur Sellers, bereits aus früheren Werken bekannt, bündelt Twains Skepsis gegenüber Spekulation, Titelsucht und nationaler Eitelkeit. Empfohlen sei dieses Buch Leserinnen und Lesern, die Twain nicht nur als Humoristen, sondern als präzisen Diagnostiker moderner Gesellschaften entdecken möchten. Der Roman bietet geistreiches Vergnügen und zugleich eine scharfe Reflexion über Identität, Klasse und den komischen Ernst demokratischer Versprechen.
In "Polnisch Blut" entfaltet Nataly von Eschstruth ein Gesellschafts- und Liebesdrama, das Herkunft, Standesbewusstsein und leidenschaftliche Selbstbehauptung miteinander verschränkt. Der Titel verweist auf eine als fremd, stolz und ungebändigt markierte Identität, die im Gefüge deutschsprachiger Unterhaltungsliteratur des späten 19. Jahrhunderts zugleich Faszination und Konflikt erzeugt. Eschstruths Stil verbindet empfindsame Charakterzeichnung, melodramatische Zuspitzung und elegante Salonsprache; ihre Erzählkunst lebt von moralischen Prüfungen, verborgenen Loyalitäten und der Spannung zwischen Gefühl und gesellschaftlicher Ordnung. Nataly von Eschstruth, eine der vielgelesenen Autorinnen ihrer Zeit, schrieb vornehmlich für ein bürgerliches und adlig interessiertes Publikum, das in Romanen zugleich Zerstreuung, Standesmilieu und emotionale Intensität suchte. Ihre Nähe zu höfischen und aristokratischen Stoffwelten, ihr Gespür für Konventionen sowie ihr Interesse an weiblicher Würde und sozialer Anerkennung prägen auch dieses Buch. "Polnisch Blut" lässt sich daher als Ausdruck zeitgenössischer Vorstellungen von Nation, Adel und Geschlecht lesen. Empfohlen sei der Roman Lesern, die historische Unterhaltungsliteratur nicht nur als sentimentale Lektüre, sondern als Spiegel kultureller Selbstbilder verstehen möchten. Wer Fontänen von Gefühl, gesellschaftliche Rituale und die Konflikte einer vergangenen Ordnung schätzt, findet hier ein charakteristisches, aufschlussreiches Werk.
Anton von Perfalls "Truggeister (Ein Wirtschaftskrimi)" entfaltet eine Erzählung, in der ökonomische Verheißungen, Täuschungen und moralische Selbsttäuschung zu einem kriminalistischen Geflecht werden. Der Titel verweist programmatisch auf jene "Geister" des Profits, der Spekulation und der gesellschaftlichen Geltung, die Figuren antreiben und blenden. In realistischer, psychologisch aufmerksamer Prosa verbindet Perfall Spannungselemente mit einer Diagnose bürgerlicher und aristokratischer Umbruchserfahrungen im späten 19. Jahrhundert. Anton von Perfall, 1853 in München geboren und 1912 gestorben, entstammte dem bayerischen Adel und war als Erzähler besonders mit süddeutschen Landschaften, Jagd-, Standes- und Gesellschaftsmilieus vertraut. Gerade diese Herkunft schärfte seinen Blick für Besitz, Reputation und soziale Rangordnungen. Die wirtschaftlichen Modernisierungsprozesse seiner Zeit, in denen alte Sicherheiten von Kapital, Kredit und öffentlichem Ansehen herausgefordert wurden, bilden einen plausiblen Hintergrund für ein Werk, das Verbrechen nicht isoliert, sondern als Symptom gesellschaftlicher Begehrlichkeiten begreift. Empfohlen sei dieses Buch Leserinnen und Lesern, die den Kriminalroman nicht nur als Rätsel, sondern als kulturhistorisches Erkenntnismittel schätzen. "Truggeister" bietet Spannung, Milieustudie und moralische Analyse zugleich und eröffnet einen aufschlussreichen Zugang zu Perfalls literarischer Beobachtungsgabe.