Zum 200. Geburtstag von Anton Bruckner – die große Biografie über den anarchistischen Komponisten Anton Bruckners (1824 bis 1896) Kompositionen fanden zu seinen Lebzeiten keine Beachtung, sie wurden von seinen Kritikern und Widersachern – allen voran Johannes Brahms – ignoriert, mit Unverständnis abgetan und verunglimpft. Lediglich mit Richard Wagner verband den von Selbstzweifeln geplagten Bruckner eine wenn auch paradoxe und nicht eindeutige Beziehung. Rüdiger Görner versteht es, Leben und Werk des Solitärs Bruckner auf neuartige und erzählerische Weise zu verschränken. Und er zeigt eindrucksvoll, wie das schlichte Leben dieses aus der Provinz stammenden, anarchistischen Biedermanns in eine beeindruckende musikalische Weltläufigkeit mündete und direkt in die Moderne führte.
Zum 200. Geburtstag von Anton Bruckner legt Felix Diergarten die lang erwartete, grundlegend neu recherchierte Biografie vor. Zahlreiche Bruckner-Bilder stellt er darin auf den Prüfstand. Jedes der 25 chronologisch angeordneten Kapitel beleuchtet eine Lebensphase, eine Begebenheit, einen Ort oder ein besonderes Thema aus Bruckners Leben mit Musik. Jedes Kapitel greift dazu auch ein bestimmtes Werk Bruckners auf und macht so erfahrbar, wie sich Bruckners Kompositionen in seine Lebenswelten fügen: vom oberösterreichischen Dorf in die Metropolen Europas, von der Landschule an die Universität, von der Dorfkirche an den neugotischen Dom, von den Dorfmusikanten zu den Wiener Philharmonikern. "Spannend und unterhaltsam geschrieben. Für Bruckner-Freunde, alte und neue, einfach ideal." (Herbert Blomstedt)
Oskar Loerke: Anton Bruckner. Ein Charakterbild Erstdruck: Berlin, Suhrkamp, 1938 Neuausgabe. Herausgegeben von Karl-Maria Guth. Berlin 2018. Umschlaggestaltung von Thomas Schultz-Overhage unter Verwendung des Bildes: Anton Bruckner, fotografiert um 1890 von Anton Huber. Gesetzt aus der Minion Pro, 11 pt.
Anton Bruckner ist auch im Jahr nach den international begangenen Feierlichkeiten zu seinem 200. Geburtstag noch immer „der große Unbekannte“ (Hinrichsen) unter den Komponisten des 19. Jahrhunderts. Das gilt sowohl für das durch Anekdoten und Klischees verzerrte Bild von seiner Persönlichkeit als auch für sein kompositorisches Schaffen. Bruckner selbst maß seinen Sinfonien die größte Bedeutung bei. Als er 1891 das Ehrendoktorat der Universität Wien erhielt, verlangte er, dass die Urkunde ihn explizit „als Symphoniker“ auswies, „weil darin stets mein Lebensberuf bestand“. Heute gelten seine Gattungsbeiträge unbestritten als Gipfelwerke des ‚langen Jahrhunderts der Sinfonie‘. Markus Poschner, Chefdirigent des Bruckner Orchester Linz und ebenso profilierter wie gefeierter Bruckner-Interpret, und Jan David Schmitz, bis 2024 Programmchef des Brucknerhauses Linz und des Internationalen Brucknerfestes Linz, nähern sich den elf Sinfonien auf dem Wege eines unterhaltsamen, für Musikinteressierte gut verständlichen Dialoges zwischen Theorie und Praxis, werfen einen von Vorurteilen möglichst freien Blick auf den Komponisten und sein Werk und zeichnen damit nicht zuletzt ein neues Bruckner-Bild. Markus Poschner Seit der Saison 2017/18 und noch bis 2026/27 ist Markus Poschner Chefdirigent des Bruckner Orchester Linz, mit dem er Publikum wie internationale Presse begeistert. Seine Vision ist es, in der Bruckner-Interpretation eigene Wege zu gehen. 2024 erhielt er den Special Achievement Award der ICMA für seine Gesamtaufnahme der Bruckner-Sinfonien mit dem Bruckner Orchester Linz und dem ORF Radio-Symphonieorchester Wien, dessen Chefdirigent er ab der Saison 2026/27 wird. Von 2015/16 bis 2024/25 leitete er ferner das Orchestra della Svizzera italiana. Mit der Saison 2025/26 wird er Chefdirigent des Sinfonieorchester Basel, zur Saison 2027/28 übernimmt er dieselbe Position auch beim Utah Symphony Orchestra. Seit der Auszeichnung mit dem Deutschen Dirigentenpreis im Jahr 2004 gastiert Markus Poschner zudem regelmäßig bei Spitzenorchestern und großen Opernhäusern der Klassikwelt. 2022 eröffnete er die Bayreuther Festspiele mit einer Neuproduktion von Wagners Tristan und Isolde . Jan David Schmitz Nach einem Studium an der Universität zu Köln und zwölf Jahren als Spielleiter und Regisseur an Opernhäusern und bei Festivals in Deutschland sowie sechs Ländern des europäischen Auslands war Jan David Schmitz die letzten acht Jahre als Leiter Programmplanung, Dramaturgie und szenische Projekte am Brucknerhaus Linz tätig. In dieser Funktion verantwortete er die Programmatik der sieben Internationalen Brucknerfeste Linz 2018 bis 2024 und der sechs Konzertspielzeiten 2018/19 bis 2023/24.