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Suhrkamp Briefwechsel A1007907175
»Meine Lieben, habt Dank für alles, habt Dank dafür, daß Ihr da seid, daß Ihr dieses weite Tor der Freundschaft geöffnet habt –: Ihr seid meine endlich wirklich gewordene Welt.« Paul Celan an Klaus und Nani Demus Als »Bruder« hat Paul Celan Klaus Demus bezeichnet, niemandem hat er sich stärker geöffnet als dem Wiener Freund. Ingeborg Bachmann war es, die diese Freundschaft stiftete, 1948 in Wien. Aus dem Zusammentreffen des Dichters aus der Bukowina mit dem jungen Wiener Dichter und Studenten der Kunstgeschichte entwickelt sich die einzig »wahre« Freundschaft Celans, in die später auch Nani Demus geb. Maier und Celans Ehefrau Gisèle Celan-Lestrange miteinbezogen werden. Ihr gemeinsamer Briefwechsel nimmt unter den Korrespondenzen Paul Celans eine herausragende Stellung ein, sowohl dem Umfang nach (ca. 400 Briefe) als auch in seiner Bedeutung: Wie keine andere seiner Korrespondenzen offenbart dieser Dichterbriefwechsel den Menschen Paul Celan hinter dem Werk und ermöglicht dabei zugleich einen Einblick in seinen oft mühevollen Pariser Alltag. Auf die Verbindung zwischen Ingeborg Bachmann und Paul Celan wirft er ein neues und eindringlich scharfes Licht. Und doch wird selbst diese Beziehung zweier Dichter, die größte Nähe und Zuneigung miteinander verbindet, durch die Goll-Affäre und Celans Krankheit 1962 für Jahre getrennt. 1968 aber nimmt Klaus Demus den Faden wieder auf: So hinterlassen diese Briefe zum Schluß auch ein berührendes Dokument von Paul Celans letzten Jahren.
»An Zweisprachigkeit in der Dichtung glaube ich nicht«. Wie kommt der multilinguale Autor Paul Celan zu solch einer Aussage und wie verhält sie sich zu seinem mehrsprachigen Werk? Während Celans Lyrik von verschiedenen Nationalsprachen, Dialekten und Fachsprachen geprägt ist, äußert sich der Autor in poetologischen Reflexionen immer wieder skeptisch gegenüber literarischer Polyglossie. Dabei bedient sich Celan eines Vokabulars der Farben, das Vorstellungen von Ein- und Mehrsprachigkeit auf erhellende Weise ins Bild setzt. Die Arbeit beleuchtet dieses Sprach- und Farbdenken in seiner Verflochtenheit mit den politischen Farbensprachen der 1950er und 60er Jahre und entwickelt farbtheoretisch inspirierte Ansätze zur Erforschung multilingualer Texte. Im Zentrum steht Celans Idee einer ›graueren Sprache‹; die als mehrsprachige Sprache neu gelesen wird. Diese Relektüre des berühmten poetologischen Konzepts setzt innovative Impulse für die Celan-Forschung und situiert Celans ›grauere Sprache‹ im Kontext zeitgenössischer Debatten um Sprachgemeinschaft, Universalismus und bunte Vielfalt in der frühen Bundesrepublik.
Peter Lang GmbH, Internationaler Verlag der Wissenschaften Offenheit und Hermetik A1071398789
Adornos Frage, ob Dichtung nach Auschwitz noch möglich sei, war, obwohl auf andere Weise, auch die Frage Celans. Eine Frage, unter deren Druck die Dichtung immer untragbarer wurde. Viele Kritiker betrachten jedoch das Werk von Paul Celan als einen gelungenen Versuch, Lyrik nach Auschwitz zu schreiben. Die Grundthese dieser Arbeit ist: Grass’ Erfolgsroman Die Blechtrommel kann ein episches Pendant zu Celans Lyrik im Rahmen der Thematik Auschwitz bilden. Hier wird gefolgert, daß den beiden Sprechweisen – Grass’ Offenheit und Celans Hermetik – ein systematischer Stellenwert im Sinne von Alternativen zuzuschreiben ist. Um die Nähe und die Differenz zwischen Celan und Grass kreist der Grundgedanke dieser Arbeit.
Paul Celan überträgt mit Osip Mandel’štam (1891–1938) und Sergej Esenin (1895–1925) zwei in ihrer Poetik und ihrem Temperament so unterschiedliche Lyriker – Söhne derselben Epoche – im fast gleichen Zeitraum aus dem Russischen. Celans ausgesprochene Affinität zu Mandel’štam; sein poetischer Gesprächspartner und ‚Alter Ego‘; ist weitgehend erforscht; das nicht minder umfangreiche Übersetzungskorpus aus Esenins Schaffen ist in der Forschung jedoch unterrepräsentiert. Ketevan Megrelishvili macht es sich zur Aufgabe, dieses einseitige Bild zu korrigieren. Sie untersucht Celans Übertragungen der beiden Lyriker in kontrastierender Perspektive und deckt die Impulse auf, die Esenin Celans eigener Lyrik verliehen hat. Der Vergleich verdeutlicht zudem, wie behutsam Celan den Tonfall seiner Übersetzungen wählt, um die einzigartige Stimme des jeweiligen Autors zu bewahren.
Paul Celan überträgt mit Osip Mandel’štam (1891–1938) und Sergej Esenin (1895–1925) zwei in ihrer Poetik und ihrem Temperament so unterschiedliche Lyriker – Söhne derselben Epoche – im fast gleichen Zeitraum aus dem Russischen. Celans ausgesprochene Affinität zu Mandel’štam; sein poetischer Gesprächspartner und ‚Alter Ego‘; ist weitgehend erforscht; das nicht minder umfangreiche Übersetzungskorpus aus Esenins Schaffen ist in der Forschung jedoch unterrepräsentiert. Ketevan Megrelishvili macht es sich zur Aufgabe, dieses einseitige Bild zu korrigieren. Sie untersucht Celans Übertragungen der beiden Lyriker in kontrastierender Perspektive und deckt die Impulse auf, die Esenin Celans eigener Lyrik verliehen hat. Der Vergleich verdeutlicht zudem, wie behutsam Celan den Tonfall seiner Übersetzungen wählt, um die einzigartige Stimme des jeweiligen Autors zu bewahren.
Eine neuerliche Lektüre des Meridian, die dessen erkenntnistheoretische Aspekte zu Tage bringt, ebnet den Weg zu einer genauen Auseinandersetzung mit einem späten Gedicht Celans: Schwanengefahr. Was muss man wissen, um Gedichte zu verstehen? Diese Frage hat man angesichts von Paul Celans Werk immer wieder gestellt. Diese Studie geht sie erneut an und schlägt als Antwort eine Hermeneutik des Überschusses vor. Illustriert wird diese interpretatorische Vorgehensweise anhand von Celans Gedicht Schwanengefahr. Eine knappe Erläuterung des Gedichts, die Celan selbst brieflich vorgelegt hat, dient dafür als Ausgangspunkt. Sie bietet zugleich die Grundlage für die Untersuchung des erkenntnis- und kunsttheoretischen Gehalts von Celans Schreiben, das Phänomenologie und Theologie miteinander verwebt. Die Arbeit liefert dabei einen neuen Zugang zu Celans Büchner-Preis-Rede Der Meridian. Nicht zuletzt mittels der Auswertung von Lesespuren in Celans Nachlass-Bibliothek wird seine Rezeption verschiedener erkenntnistheoretischer Positionen, von Pascal und ?estov bis hin zu Husserl und Lukács, aufgezeigt. Der traditionellen philosophischen Entgegensetzung von Licht und Dunkel, leicht und schwer Verständlichem, die noch im Zentrum der Meridian-Rede stand, weicht im Laufe der 60er Jahre dem Begriff des Opaken: beschattet und Schatten spendend, bietet das Gedicht kraft seiner Undurchsichtigkeit Zuflucht.
GRIN Interpretation des Gedichts "Todesfuge": Historischer Kontext und biographische Gesichtspunkte A1030617919
Facharbeit (Schule) aus dem Jahr 2013 im Fachbereich Deutsch - Literatur, Werke, Note: Sehr gut plus, , Sprache: Deutsch, Abstract: Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit Paul Celan und seiner "Todesfuge", die zur "Holocaustliteratur" gezählt wird. Seine Lyrik zeichnet sich durch Chiffren und Metaphern aus, die nicht ohne Weiteres zu verstehen sind. Dies soll anhand dieser Arbeit dargelegt werden. "Todesfuge" stellt Celans populären Durchbruch dar, weshalb dieses Gedicht eine besondere Bedeutung und Wichtigkeit für Celan hatte. Nicht zuletzt, da Celan in diesem Gedicht sein Lebenstrauma durch die Nationalsozialisten verarbeitete. Aufgrund dessen ist die Fragestellung meiner Arbeit inwieweit Paul Celans Leben und der historische Kontext ausschlaggebend für die Interpretation des Gedichts "Todesfuge" sind.
Universitätsverlag Winter GmbH Heidelberg „Es kam ein Wort, kam durch die Nacht, wollt leuchten“ A1065966329
Die im vorliegenden Band versammelten literaturwissenschaftlichen Untersuchungen dokumentieren eine jahrzehntelange Beschäftigung ihres Autors mit dem Dichter und Übersetzer Paul Celan. Im Zentrum stehen zum einen Gedichtinterpretationen und Analysen poetologischer Texte, die aus von der Deutschen Forschungsgemeinschaft viele Jahre geförderten Kommentar-Projekten hervorgegangen sind, sowie zwei vergleichende Studien zum Verhältnis Celan – Goethe und Celan – Heine. Zum anderen sind es komparatistische Arbeiten, welche die für Celan überaus wichtige dichterische Auseinandersetzung mit dem russischen Dichter Osip Mandel’štam beleuchten. Dies wird ergänzt durch Analysen von Celans Übertragungen aus dem Russischen, die seinen kreativen Umgang mit den Vorlagen demonstrieren und seine Übersetzungen eher als eigene Akzente setzende Nachdichtungen erscheinen lassen.
Peter Lang GmbH, Internationaler Verlag der Wissenschaften Offenheit und Hermetik
Adornos Frage, ob Dichtung nach Auschwitz noch möglich sei, war, obwohl auf andere Weise, auch die Frage Celans. Eine Frage, unter deren Druck die Dichtung immer untragbarer wurde. Viele Kritiker betrachten jedoch das Werk von Paul Celan als einen gelungenen Versuch, Lyrik nach Auschwitz zu schreiben. Die Grundthese dieser Arbeit ist: Grass’ Erfolgsroman Die Blechtrommel kann ein episches Pendant zu Celans Lyrik im Rahmen der Thematik Auschwitz bilden. Hier wird gefolgert, daß den beiden Sprechweisen – Grass’ Offenheit und Celans Hermetik – ein systematischer Stellenwert im Sinne von Alternativen zuzuschreiben ist. Um die Nähe und die Differenz zwischen Celan und Grass kreist der Grundgedanke dieser Arbeit.
Universitätsverlag Winter „gestalthaft zugegen“, Belletristik von Ketevan Megrelishvili
Paul Celan überträgt mit Osip Mandelstam (1891-1938) und Sergej Esenin (1895-1925) zwei in ihrer Poetik und ihrem Temperament so unterschiedliche Lyriker - Söhne derselben Epoche - im fast gleichen Zeitraum aus dem Russischen. Celans ausgesprochene Affinität zu Mandelstam, seinem poetischen Gesprächspartner und 'Alter Ego', ist weitgehend erforscht; das nicht minder umfangreiche Übersetzungskorpus aus Esenins Schaffen ist in der Forschung jedoch unterrepräsentiert. Ketevan Megrelishvili macht es sich zur Aufgabe, dieses einseitige Bild zu korrigieren. Sie untersucht Celans Übertragungen der beiden Lyriker in kontrastierender Perspektive und deckt die Impulse auf, die Esenin Celans eigener Lyrik verliehen hat. Der Vergleich verdeutlicht zudem, wie behutsam Celan den Tonfall seiner Übersetzungen wählt, um die einzigartige Stimme des jeweiligen Autors zu bewahren.
»Noch von den ›Besten‹ wird der Jude – und das ist ja nichts als eine Gestalt des Menschlichen, aber immerhin eine Gestalt – nur allzu gerne als Subjekt aufgehoben und zum Objekt pervertiert«, schreibt Paul Celan im Jahr 1961 an Peter Szondi. Der Dichter und der Literaturwissenschaftler hatten einander 1959 in Paris kennengelernt. Sie wechselten – von Zürich, Berlin, Göttingen und Paris aus – bis zu Celans Tod im Jahr 1970 über 150 Briefe, Postkarten, Telegramme und Widmungen, die nun erstmals vollständig und kommentiert vorliegen. Die Goll-Affäre, in der Szondi Celan entschieden verteidigte, ihrer beider Judentum, Celans Depression und das Verständnis von Celans Gedichten, vor allem aber die ethischen Ansprüche, die Szondis literarischer Hermeneutik zugrunde liegen – das alles kommt zur Sprache. Mit seinen Celan-Studien (1972 postum erschienen) konnte Szondi daher früh die Frage nach der Biographie in Celans Werk stellen, und gerade weil er an dessen Leben teilhatte, erkannte er die kritische, sprachliche Individualität seiner Gedichte. Noch darüber hinaus aber ist diese Korrespondenz das Dokument einer großen, stets gefährdeten Freundschaft, die einen Dritten mit einschloß: Jean Bollack, den Gräzisten und Philosophen in Paris. Auszüge aus den Briefen an ihn und von ihm konturieren die Korrespondenz durch eine gewichtige, bald teilnehmende, bald kommentierende Stimme.
GRIN >>Von deinem Gott war die Rede, ich sprach/ gegen ihn A1005468122
Studienarbeit aus dem Jahr 2008 im Fachbereich Theologie - Systematische Theologie, Note: 1,0, Bayerische Julius-Maximilians-Universität Würzburg, Veranstaltung: Hauptseminar, 11 Quellen im Literaturverzeichnis, Sprache: Deutsch, Abstract: Paul Celans Erfahrung ist die eines Gottes, der sich von der Welt abgewandt hat - und zwar radikal. Genau diese Erfahrung und die damit zusammenhängende Frage nach Gott in Leben und Lyrik Celans ist Gegenstand der vorliegenden Arbeit. Sie untersucht, auf welche Weise Celan Gott in seiner Lyrik explizit und vor allem implizit zum Thema macht, arbeitet das hinter den Gedichten liegende Gottesbild heraus und erklärt die biographischen Voraussetzungen und Gründe dieses Bildes genauer. Die Arbeit bietet einen Überblick, eine kurze Einführung in die Frage nach Gott im Leben und in der Lyrik Celans. Das tut sie, indem sie sich 1) auf zentrale Aspekt des Lebens Celans beschränkt, in denen sich die Frage nach Gott implizit stellt und 2) indem zwei exemplarische Gedichte aus dem umfangreichen Werk Celans hinsichtlich der des dahinter liegenden Gottesbildes analysiert werden. Aus dieser Einschränkung ergibt sich der Aufbau der Arbeit: In einem ersten Teil erfolgt eine kurze Betrachtung der Biographie Celans - und zwar eingeschränkt auf Aspekte, in denen sich die Frage nach Gott stellt. In einem zweiten Teil soll untersucht werden, inwiefern sich diese Frage nach Gott im Leben Celans in seiner Lyrik niederschlägt. Den Schluss bildet eine kurze Diskussion darüber, ob Celan aufgrund der Ergebnisse des ersten und zweiten Teils als theologischer Dichter (»poeta theologus«) einzuordnen ist.
»An Zweisprachigkeit in der Dichtung glaube ich nicht«. Wie kommt der multilinguale Autor Paul Celan zu solch einer Aussage und wie verhält sie sich zu seinem mehrsprachigen Werk? Während Celans Lyrik von verschiedenen Nationalsprachen, Dialekten und Fachsprachen geprägt ist, äußert sich der Autor in poetologischen Reflexionen immer wieder skeptisch gegenüber literarischer Polyglossie. Dabei bedient sich Celan eines Vokabulars der Farben, das Vorstellungen von Ein- und Mehrsprachigkeit auf erhellende Weise ins Bild setzt. Die Arbeit beleuchtet dieses Sprach- und Farbdenken in seiner Verflochtenheit mit den politischen Farbensprachen der 1950er und 60er Jahre und entwickelt farbtheoretisch inspirierte Ansätze zur Erforschung multilingualer Texte. Im Zentrum steht Celans Idee einer ›graueren Sprache‹; die als mehrsprachige Sprache neu gelesen wird. Diese Relektüre des berühmten poetologischen Konzepts setzt innovative Impulse für die Celan-Forschung und situiert Celans ›grauere Sprache‹ im Kontext zeitgenössischer Debatten um Sprachgemeinschaft, Universalismus und bunte Vielfalt in der frühen Bundesrepublik.
»Noch von den ›Besten‹ wird der Jude – und das ist ja nichts als eine Gestalt des Menschlichen, aber immerhin eine Gestalt – nur allzu gerne als Subjekt aufgehoben und zum Objekt pervertiert«, schreibt Paul Celan im Jahr 1961 an Peter Szondi. Der Dichter und der Literaturwissenschaftler hatten einander 1959 in Paris kennengelernt. Sie wechselten – von Zürich, Berlin, Göttingen und Paris aus – bis zu Celans Tod im Jahr 1970 über 150 Briefe, Postkarten, Telegramme und Widmungen, die nun erstmals vollständig und kommentiert vorliegen. Die Goll-Affäre, in der Szondi Celan entschieden verteidigte, ihrer beider Judentum, Celans Depression und das Verständnis von Celans Gedichten, vor allem aber die ethischen Ansprüche, die Szondis literarischer Hermeneutik zugrunde liegen – das alles kommt zur Sprache. Mit seinen Celan-Studien (1972 postum erschienen) konnte Szondi daher früh die Frage nach der Biographie in Celans Werk stellen, und gerade weil er an dessen Leben teilhatte, erkannte er die kritische, sprachliche Individualität seiner Gedichte. Noch darüber hinaus aber ist diese Korrespondenz das Dokument einer großen, stets gefährdeten Freundschaft, die einen Dritten mit einschloß: Jean Bollack, den Gräzisten und Philosophen in Paris. Auszüge aus den Briefen an ihn und von ihm konturieren die Korrespondenz durch eine gewichtige, bald teilnehmende, bald kommentierende Stimme.
Eine Sammlung von Analysen zu Paul Celans übersetzerischem Werk wird in diesem Band den Reflexionen von Übersetzern Celans in andere Sprachen gegenübergestellt. Der Reiz dieser Gegenüberstellung liegt darin, Sprache und Verständnis eines Gedichts einem notgedrungenen Prozess der Transformation zu unterwerfen.
Paul Celans Gedichte sind dem Verstummen abgerungen. Sie gehen an die Grenzen der Sprache, um den unbestatteten Toten der Shoah einen Erinnerungsort in der Dichtung zu geben. Gleichzeitig umkreisen sie den abwesenden Gott, der paradoxerweise als »Niemand« adressiert wird. Jan-Heiner Tück geht in seiner viel beachteten Celan-Studie behutsam den religiösen Spuren in Celans Lyrik nach und deutet sie als Anstoß für eine Theologie nach Auschwitz. Die erweiterte und durchgesehene Neuausgabe wurde von Eckhard Nordhofen um ein Geleitwort ergänzt.
Paul Celan zählt zu den bedeutendsten Stimmen der europäischen Lyrik. Der Schauspieler Jens Harzer hat gemeinsam mit der Celan-Herausgeberin Barbara Wiedemann eine Auswahl an Gedichten zusammengestellt, die unter sieben thematischen Schwerpunkten verschiedene Aspekte von Celans Lyrik abbildet: Heimat, Liebe, Wahnsinn, Schmerz, Jüdisch-Sein, Schreiben und Aktualität. Dieses Hörbuch liefert nicht jeweils eine schlüssige Interpretation der einzelnen Gedichte, sondern bildet auch den Prozess der Durchdringung und Aneignung des Textes durch den Schauspieler ab. Indem sich Jens Harzer suchend und tastend durch Celans Gedankenwelt bewegt, erschließt sich diese auf einzigartige Weise neu für den Hörer.
Diese Korrespondenz ist ein außergewöhnliches Dokument: Gustav Chomed (1920-2002) war ein Schulkamerad und enger Freund Celans seit etwa 1932. Der zwischen beiden geführte Briefwechsel der Jahre 1938-1970 überbrückt die größte Zeitspanne aller Celan-Briefwechsel und ist zwischen beiden Briefpartnern ausgewogen wie kein zweiter. 1938 beginnt die Korrespondenz mit einem langen Brief Celans aus Tours, einem der frühesten bekannten Briefe des Dichters überhaupt. Am Ende stehen Briefe aus den letzten Lebensmonaten 1970, in denen Celan seine verzweifelte Situation zu erkennen gibt und zugleich noch einmal wichtige Positionen seiner späten Poetik formuliert. Aus Chomeds Briefen wiederum erfahren wir nicht nur von der Situation der im sowjetischen Czernowitz zurückgebliebenen Freunde Celans. In ihnen berichtet er auch von seinem Weg als Soldat der Roten Armee, der Auschwitz und die verkohlte Leiche von Goebbels im eroberten Berlin mit eigenen Augen gesehen und der als Dolmetscher an den Nürnberger Prozessen teilgenommen hat. Die Ausgabe dieser Briefe mit Nachwort und Kommentar läßt eine im Leben Paul Celans selten enge, vertrauensvolle und dauerhafte Beziehung vor dem katastrophischen Hintergrund des 20. Jahrhunderts lebendig werden.
Suhrkamp Werke. Historisch-kritische Ausgabe. I. Abteilung: Lyrik und Prosa A1015081926
Band 13 der historisch-kritischen Ausgabe der Werke Paul Celans bietet die nachgelassenen Gedichte und die Gedichtbruchstücke der Jahre 1963 bis 1968 – mit Ausnahme des 1966 entstandenen Projekts "Eingedunkelt", das bereits in Band 12 ediert wurde. Die Texte sind auch hier, der Folge von Celans Gedichtbänden entsprechend, nach Werkphasen geordnet. Die umfangreichste Gedichtgruppe stellen die 43 ursprünglich zum Bestand "Schneepart" gehörenden Texte dar, die vom Autor selbst schon aus dem Zusammenhang der Sammlung, der Grundlage für den 1971 postum erschienenen Gedichtband "Schneepart", ausgeschlossen wurden. Erstmals publiziert wird im folgenden Teil des Bandes unter dem Titel ›Projekt Nachtstück‹ ein Aufzeichnungszusammenhang Celans von 1966, der bislang nur nachrichtlich bekannt war. Die historisch-kritische Bonner Ausgabe (BCA) ist die maßgebliche Edition aller Werke Paul Celans einschließlich ihrer sämtlichen Vorstufen. Die erste Abteilung, Lyrik und Prosa, ist auf 16 Bände angelegt. Mit Band 13 der historisch-kritischen Ausgabe liegt Celans (deutschsprachige) Lyrik in vierzehn Bänden abgeschlossen vor. Die beiden letzten Bände der Bonner Ausgabe mit Celans Prosa (Bände 15 und 16) erscheinen gemeinsam ca. 2013.
Herder Gelobt seist du, Niemand, Sachbücher von Eckhard Nordhofen, Jan-Heiner Tück
Paul Celans Gedichte sind dem Verstummen abgerungen. Sie gehen an die Grenzen der Sprache, um den unbestatteten Toten der Shoah einen Erinnerungsort in der Dichtung zu geben. Gleichzeitig umkreisen sie den abwesenden Gott, der paradoxerweise als "Niemand" adressiert wird. Jan-Heiner Tück geht in seiner vielbeachteten Celan-Studie behutsam den religiösen Spuren in Celans Lyrik nach und deutet sie als Anstoss für eine Theologie nach Auschwitz. Die erweiterte und durchgesehene Neuausgabe wurde von Eckhard Nordhofen um ein Geleitwort ergänzt.