Galt Popmusik einst als Medium der Emanzipation, scheint davon spätestens seit dem 7. Oktober nicht mehr viel übrig zu sein. Musiker*innen unterschreiben offene Briefe und Statements, die das Massaker der Hamas verharmlosen. Es wird zu Boykotten aufgerufen, Konzerte werden zu israelfeindlichen Kundgebungen. Das Massaker der Hamas war auch ein Angriff auf die Welt der Musik, auf Emanzipation und Freiheit. Die Weigerung weiter Teile der Popmusik, dies anzuerkennen, ist ebenso bemerkenswert wie die Selbstdarstellung einiger Musiker*innen als Freiheitskämpfer*innen. Maria Kanitz und Lukas Geck sehen den 7. Oktober als Anlass, antisemitische Entgleisungen in der Popkultur genauer unter die Lupe zu nehmen. Anhand zahlreicher Beispiele aus den letzten Jahren – etwa Roger Waters, Kanye West oder Macklemore – zeigen sie, in welchem Ausmaß Antisemitismus mittlerweile ins popkulturelle Repertoire eingesickert ist. Sei es die Unterstützung von Boykottkampagnen, Verschwörungsmythen in Liedern oder Konzerte bekannter Rockmusiker, in denen Musik lediglich der Verbreitung antisemitischer Propaganda dient. Bekannte nationale und internationale Musiker*innen nutzen ihre Reichweite, um ihren Hass auf Jüdinnen und Juden oder ihre Bewunderung für Hitler zu verbreiten. Im Ergebnis zeigen sie, wie breit und bereitwillig Antisemitismus popkulturell zelebriert wird.
"Die Verbrechen der Liebe" ist eine wegweisende Sammlung von Erzählungen, in denen Marquis de Sade die dunklen Abgründe menschlicher Leidenschaft und gesellschaftlicher Moral lotet. Mittels einer präzisen und zugleich provokanten Prosa enthüllt Sade Geschichten von Schuld, Sühne, Tugend und Laster, die tief in die psychologischen und philosophischen Dimensionen menschlichen Handelns eindringen. Entstanden im Übergang vom Ancien Régime zur Moderne, spiegeln die Erzählungen sowohl den literarischen Geist der Aufklärung als auch eine schonungslose Kritik an Heuchelei und Konventionen wider. Sades ausgefeiltes Erzählniveau verbindet satirische Elemente mit tragischer Dramatik und stellt die individuelle Freiheit erbarmungslos ins Zentrum der narrativen Reflexion. Der Marquis de Sade, eine der umstrittensten Persönlichkeiten der Literaturgeschichte, schöpfte in seinem Schaffen aus eigenen Erfahrungen als Außenseiter und Gefangener. Seine Werke - geprägt von intellektueller Radikalität, politischer Unangepasstheit und entschiedener Ablehnung gesellschaftlicher Zwänge - richten sich gegen die moralischen und rechtlichen Normen seiner Zeit. Sade verstand es, schockierende Stoffe nicht zur bloßen Provokation, sondern zur tiefgreifenden Analyse menschlicher Natur einzusetzen. Allen, die nach einer literarisch anspruchsvollen und zugleich kontroversen Auseinandersetzung mit den dunklen Trieben und Leidenschaften des Menschen suchen, sei "Die Verbrechen der Liebe" ausdrücklich empfohlen. Das Werk eröffnet neue Perspektiven auf Moral, Schuld und Freiheit und verführt durch seine intellektuelle Kühnheit sowie erzählerische Brillanz zu einer nachhaltigen, kritischen Lektüre.
Der junge Javier Torzek steht mit seiner Mutter Mirabel im Winter 1978 im Hamburger Hafen. Beide werden mit einem alten Frachter nach Venezuela fahren. In ein Land, dem Mirabel vor zwanzig Jahren unfreiwillig den Rücken kehrte, um in Deutschland einen wichtigen Punkt im Familien plan zu erfüllen – sich einen wohlhabenden Mann zu angeln. Stattdessen heiratete sie den mittellosen Deutschlehrer und Journalisten Hanns Torzek. Ihre chaotische Beziehung ist der Kern der Narration in Manuel Karaseks Roman »Mirabels Entscheidung«. Denn ihre Ehe erweist sich als ein Spiegel der Wünsche von Individuen in modernen Gesellschaften in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Beide versuchen, auf unterschiedliche Weise das grundlegende Gefühl von Fremdheit abzulegen und im Zuordnungssystem des Sozialen ihren Platz zu finden. Hintergrund dieses Prozesses bildet die Geschichte der BRD und Venezuelas. Hier das wohlhabende, hochmoderne Industrieland, in dem Hanns Karriere machen wird. Dort eine junge lateinamerikanische Gesellschaft, die das unerwartete Geschenk ihres Erdölreichtum allmählich als Fluch begreift.
Tödliche Mutterliebe - Die letzten Szenen einer Ehe - Tod im Vorüberfahren: Spannende Kriminalfälle wie diese beschreibt Sabine Rückert im Buch zum beliebten Podcast Zeit Verbrechen . Dabei erweckt sie sachliche Gerichtsurteile zum Leben, stellt Fragen an unsere Gesellschaft, nimmt das Justizsystem genau unter die Lupe und beschäftigt sich intensiv mit Kriminalpsychologie. Vor allem aber sieht sie immer die Menschen hinter einem Fall - ob Täter oder Opfer. Lehrreich und aufrüttelnd!
Nach ihrem Roman „Die Sommer“ – der erste Gedichtband von Ronya Othmann „wir werden die detonation rückwärts lesen.“ Die Wörter können viel im langerwarteten ersten Gedichtband Ronya Othmanns. Sie kennen keine Grenzen für Zeiten, Begehren und Nationen. Sie bergen und betrauern die verschütteten Geschichten des Lebens zwischen allen Konventionen und Kulturen. Widerständig und zugleich an jeder Stelle ungeschützt und intim tragen diese existenziellen Gedichte einen neuen Ton in die Gegenwart. Die menschenverachtenden Verbrechen der Welt und das pure Glück, die Fremde des eigenen Lebens und das nie endende Heimweh finden zusammen in all dem „wovon du weißt, wenn du deine augen schließt“.
Alle zehn Jahre ein Buch über Berlin. Nach »In Berlin« (2001) und»Welche Farbe hat Berlin« (2011) spaziert David Wagner wieder durch die Stadt: Er flaniert durch Flughäfen und Malls, die Kastanienallee, die Kurfürstenstraße und die Kantstraße hinauf und hinunter, er besichtigt Autobombensperren am Bikinihaus, verliebt sich in brutalistische Bauten und tanzt auf Socken durch Berliner Zimmer. Er unternimmt Wallfahrten durch Gewerbegebiete, hilft nicht bei der Gartenarbeit, singt mit Nonnen der Barfüßigen Karmelitinnen, wandert durch die Pandemie und verläuft sich mit Freundinnen, Freunden, allein oder mit einer Schildkröte. Dabei erinnert er an Barrikaden und lässt Brandwände erzählen, folgt geheimnisvollen blauen Röhren, wartet am Rosenthaler Platz auf Erlösung und blickt in eine dystopische Zukunft, in der die Deutsche Digitale Republik (DDR) das freie Berlin besetzt. »Verlaufen in Berlin« führt kreuz und quer durch die letzten zehn Jahre, David Wagner besingt die Stadt: ihre Straßen und ihre verschwundenen Brachen, ihre Parkanlagen und Parkplätze, ihre Hässlichkeit und ihre Schönheit. Er zeigt, wohin wir uns verlaufen.
Während Tausende junge Menschen auf der Suche nach neuen Möglichkeiten in Städte ziehen, kehrt die Erzählerin, die als Autorin und Journalistin arbeitet, aus dem Ausland in ihr Heimatdorf zurück. Von einem Tag auf den anderen entscheidet sie sich, den Hof ihrer Mutter zu übernehmen und diesen unter Nutzung althergebrachter Methoden des ökologischen Landbaus zu retten. Hin- und hergerissen zwischen der ach so kosmopolitischen Metropole Berlin und dem scheinbar altmodischen, traditionellen slowenischen Landleben beginnt die Erzählerin allmählich, ihre Annahmen und Vorstellungen zu hinterfragen. Im Dorf lachen alle über ihre neue Berufswahl. Selbst ihre Großmutter zweifelt daran, dass sie dem Job gewachsen ist. Doch mit der Zeit lernt die Erzählerin, mit allen möglichen Herausforderungen – die mitunter sprachlichen Untiefen der staatlichen Bürokratie, der Kauf von Landwirtschaftsmaschinen, Unwägbarkeiten des Wetters und der Natur und die Folgen des Klima wandels – auf ihre eigene Art und Weise umzugehen. Humorvoll und mit poetischer Raffinesse hinterfragt Nataša Kramberger in ihrem Roman die vermeintlichen Widersprüche – körperliche und geistige Arbeit, archaisches Land und die moderne Urbanität, nachhaltige und herkömmliche Landwirtschaft – und erforscht kritisch und selbstironisch die Rollenbilder, die beide Lebens welten prägen, den Sexismus und die Skepsis, denen sich die Erzählerin ausgesetzt sieht, und nicht zuletzt die Beziehung zwischen Mensch und Natur. In Slowenien wurde der Roman auch von der Bewegung »Fridays for Future« sehr breit aufgenommen, die Autorin nahm aktiv an Klimas treiks teil und las im Rahmen dieser Auszüge aus ihrem Buch.
Rachel Salamander schuf in über 40 Jahren ein einzigartiges Forum für jüdische Autor:innen. In über 1000 Veranstaltungen brachte die Publizistin jüdische Gegenwart in klaren Worten zur Sprache. Mit ihrem Wirken veränderte sie den Diskurs in Deutschland. Dieses Lesebuch ist eine Hommage an die große Literaturvermittlerin und eine Einladung, wieder mit dem Lesen zu beginnen. »Literatur & Haltung. Rachel Salamanders Archiv« heißt auch die Monacensia-Ausstellung, die ab Mai 2026 zu sehen sein wird. Sie schöpft aus dem großen Archiv, das Rachel Salamander dem »literarischen Gedächtnis Münchens« schenkte. Mit literarischen Texten von Louis Begley, Maxim Biller, Lily Brett, David Grossman, Batya Gur, Barbara Honig mann, Imre Kertész, Ruth Klüger, Amos Oz, David Rokeah, Robert Schindel, Zeruya Shalev.
Mit seinem Debüt „Anfrage“ (1960) hat Christian Geissler die westdeutsche Literatur aufgemischt: Er geht der Schuld der Väter am Holocaust nach und greift frontal die „Wir haben von allem nichts gewusst“-Haltung der Adenauer-Ära an. „kamalatta“ (1988), ein breit gefächertes Panorama des Widerstands in den 1970er/1980er Jahren, war sein letzter literarischer Erfolg. In seinem düster-visionären Roman „Wildwechsel mit Gleisanschluss“ (1996) hat er die aktuelle Situation von Geflüchteten vorweggenommen und das Bild eines nach rechtsaußen abgleitenden Deutschlands gezeichnet. „Ein Boot in der Wüste“ versammelt Romanauszüge und blitzlichtartige Textsplitter, die Geisslers Werk vorstellen und Appetit auf das Ganze machen. Seine Konsequenz, Radikalität und Zerrissenheit machen es für all jene interessant, die heute über die Notwendigkeit von Widerstand und Militanz nachdenken.
Verbrechen aus Ehrsucht - Ein ernsthaftes Familiengemählde in 5 Aufz., Mannheim 1784 ist ein unveränderter, hochwertiger Nachdruck der Originalausgabe aus dem Jahr 1784. Hansebooks ist Herausgeber von Literatur zu unterschiedlichen Themengebieten wie Forschung und Wissenschaft, Reisen und Expeditionen, Kochen und Ernährung, Medizin und weiteren Genres. Der Schwerpunkt des Verlages liegt auf dem Erhalt historischer Literatur. Viele Werke historischer Schriftsteller und Wissenschaftler sind heute nur noch als Antiquitäten erhältlich. Hansebooks verlegt diese Bücher neu und trägt damit zum Erhalt selten gewordener Literatur und historischem Wissen auch für die Zukunft bei.
August Wilhelm Iffland: Verbrechen aus Ehrsucht. Ein Familiengemälde in fünf Aufzügen Erstdruck: Mannheim (Schwan), 1784 mit der Widmung: "Ihro Excellenz der Freifrau von Thalberg, gebornen von Ullner, mit dem lebhaftesten Gefühl von Verehrung für seltene Verdienste des Geistes und Herzens gewidmet von dem Verfasser." Uraufführung 1784, Hoftheater, Wien. Neuausgabe mit einer Biographie des Autors. Herausgegeben von Karl-Maria Guth.Berlin 2020. Textgrundlage ist die Ausgabe: August Wilhelm Iffland: Theater. Wien: Verlag von Ignaz Klang, 1843. Die Paginierung obiger Ausgabe wird in dieser Neuausgabe als Marginalie zeilengenau mitgeführt. Dieses Buch folgt in Rechtschreibung und Zeichensetzung obiger Textgrundlage. Umschlaggestaltung von Thomas Schultz-Overhage unter Verwendung des Bildes: August Wilhelm Iffland, Gemälde von Johann Heinrich Schröder. Gesetzt aus der Minion Pro, 11 pt.
Seit über 20 Jahren verwandelt ein Bürgerkrieg ein Gebiet von der Größe Westeuropas in die Hölle auf Erden: Der Kongokrieg ist seit dem Zweiten Weltkrieg der opferreichste Konflikt überhaupt. Längst geht es nicht mehr um ethnische Gegensätze, sondern vor allem um die Kontrolle über Rohstoffe. Die Toten gehen in die Millionen, die Täter bleiben straffrei. Im Sommer 2015 realisierte Milo Rau mit seinem Team »das ambitionierteste politische Theaterprojekt, das je auf die Bühne kam« (The Guardian). Er lud im Kriegsgebiet Opfer, Milizionäre, Regierungsvertreter, Oppositionelle, Unternehmer und Vertreter internationaler Organisationen zum »Kongo Tribunal«. Dieser Band bietet einen umfassenden überblick zum »größenwahnsinnigsten Kunstprojekt unserer Zeit« (Radio France Internationale). Im Buch versammelt sind die wichtigsten Zeugen aus sagen, Statements der internationalen Jury (u. a. der Afrika-Korrespondentin colette Braeckman, der Menschenrechtlerin Saran Kaba Jones, des Snowden-Anwalts Wolfgang Kaleck, der Soziologin Saskia Sassen, des Politikers und Künstlers Marc-Antoine Vumilia und des Gewaltforschers Harald Welzer), Reden, Interviews und Rechercheberichte von Milo Rau, die Plädoyers der Richter sowie die wichtigsten Analysen und Presseberichte.
Island ist ein Sehnsuchtsort für viele – mit seiner überwältigenden Natur und als Land der 'Edda' und der Sagas. Weniger bekannt ist die einzigartige staatliche Ordnung, die sich die frühen Besiedler – anders als sonstwo im feudalen Europa des Mittelalters – unter Verzicht auf ein Oberhaupt gaben. Sie schufen eine Republik freier Bauern und regelten auch kleinste Belange in Gesetzessammlungen. Doch sie verzichteten auf eine staatliche Exekutive, setzten dagegen auf Vergleiche und eine wohl ausgewogene Balance der Macht unter den einflussreicheren Familien. 'Mit Gesetzen soll das Land gebaut werden', heißt es in den Sagas.Nur ein Staatsamt gab es, das des Verkünders der gemeinsam beschlossenen Gesetze. In seinem Roman erzählt der langjährige Islandkenner Karl Wetzig die Geschichte eines Mannes, der dieses Amt mehrere Wahlperioden hindurch bekleidete und das Schicksal seines Landes maßgeblich mitbestimmte: Snorri Sturluson. Heute kennen wir vor allem seine Bücher, die ihm den Beinamen'Homer des Nordens' eingebracht haben. Er ist bekannt als Verfasser der nach ihm benannten 'Edda', als Autor der wichtigsten mittelalterlichen Geschichte der norwegischen Könige ('Heimskringla') und vielleicht auch einer der großen Isländersagas. 'Windzeit, Wolfszeit' zeigt Snorri als Dichter, vor allem aber als Machtpolitiker. Er entstammte der Familie, deren Name, Sturlungen, einer ganzen Epoche in Island ihren Namen gab, weil sie zeitweilig große Teile der Insel beherrschte. Und Snorri war nicht nur der mächtigste, sond ern auch der reichste Isländer seiner Zeit. Atmosphärisch dicht konzentriert sich der spannende Roman auf dieletzten sechs Jahre seines Lebens, in denen die Sturlungen das ganze Land in einen Bürgerkrieg stürzten, und Snorris sorgsam geknüpftes Netz von Verbindungen zerriss. Familienzwistigkeiten, Fehden zwischen den führenden Clans und außenpolitische Verwicklungen, die über Norwegen bis in den Vatikan und dessen Kampf gegen das deutsche Kaisertum reichten, führten dazu, dass Snorri im Jahr 1241 auf Geheiß des norwegischen Königs von seinen eigenen Schwiegersöhnen erschlagen wurde.
In Kanada, diesem für sie fremden Land, muss sich Lisa Kerz in das Highschool-Leben mit seinen neuen Regeln und Hierarchien einfügen. Und sie ist hin- und hergerissen zwischen den Extremen: auf der einen Seite das aufregende Neue, die Stoner, verlorene Jungs, die sie kennenlernt und mit denen sie schließlich in eine Wohngemeinschaft zieht – mit Punkrock, Drogen, Alkohol, Hunger und Zärtlichkeit. Auf der anderen Seite stehen die sonntäglichen Kirchenbesuche mit der Schwester, mit Predigten, die einer ausgeklügelten Choreografie folgen und angefüllt sind von Gottesliebe, aber auch von Warnungen vor dem Teufel und dem Bösen – und die unbedingte christliche Demut und Enthaltsamkeit verlangen. Lisa droht, zwischen der Angst vor der ewigen Verdammnis und ihrem wilden Leben zerrieben zu werden. Als sei das noch nicht genug, geschieht Lisa etwas Unsagbares, das alles verändern wird, und sie lädt eine Schuld auf sich, die sie ihr ganzes Leben begleiten wird. In Rückblenden und mit feinsinniger Montagetechnik erzählt Lisa Kränzler in einer wunderbaren Sprache vor der Folie einer in Eis und Kälte erstarrten Landschaft, die Isolation bedeutet, von Einsamkeit und Erwachsenwerden, von Ekstase und Schuld. Ein packender Debütroman!
Erzählungen werden selten erzählt, sondern meist am Schreibtisch oder auf dem Laptop geschrieben. Das merkt man ihnen in der Regel auch an. Bei Schröder & Kalender ist es anders. Sie erzählen sich die Geschichten gegenseitig, was den Erzählungen Authentizität und Frische verleiht. So entstehen absurde und komische Alltagsgeschichten über Steuerparadiese, gescheiterte Buchprojekte mit Berufsverbrechern, über den Zufall als Pseudonym Gottes, den Winter in der Provence und eine imaginäre Lotterie.
Zwei alte Hasen an den Grenzen der Legalität Alois Mistelzweig, gescheiterter Pianist, und Berta Bartók, pensionierte Köchin mit zweifelhafter Vergangenheit, können sich nicht ausstehen. Doch wie das Leben so spielt, wohnen sie gemeinsam in der Zürcher Villa ihrer verstorbenen Arbeitgeberin und halten sich mit Gelegenheitsdiebstählen über Wasser. Als ihnen eines ihrer Opfer auf die Spur kommt und mit der Polizei droht, sehen sich die beiden Senioren gezwungen, der Frau einen Deal anzubieten: keine Anzeige, dafür suchen sie nach ihrer verschwundenen Freundin. Schon bald kriegen die zwei es mit Erpressung und einer Leiche im Wald zu tun – dabei liegt unter dem Birnbaum in ihrem Garten ihr größtes Problem begraben. Sunil Manns pointierter und herrlich humorvoller Krimi Ziemlich beste Verbrecher erzählt von den Herausforderungen des Älterwerdens und der Kraft des Zusammenhalts. Ein Muss für Fans von Richard Osmans Donnerstags Mordsclub und allen, die skurrile Krimis mit Tiefgang lieben.