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Hofenberg Verbrechen aus Ehrsucht A1058588415
August Wilhelm Iffland: Verbrechen aus Ehrsucht. Ein Familiengemälde in fünf Aufzügen Erstdruck: Mannheim (Schwan), 1784 mit der Widmung: »Ihro Excellenz der Freifrau von Thalberg, gebornen von Ullner, mit dem lebhaftesten Gefühl von Verehrung für seltene Verdienste des Geistes und Herzens gewidmet von dem Verfasser.« Uraufführung 1784, Hoftheater, Wien. Neuausgabe mit einer Biographie des Autors. Herausgegeben von Karl-Maria Guth. Berlin 2020. Textgrundlage ist die Ausgabe: August Wilhelm Iffland: Theater. Wien: Verlag von Ignaz Klang, 1843. Die Paginierung obiger Ausgabe wird in dieser Neuausgabe als Marginalie zeilengenau mitgeführt. Dieses Buch folgt in Rechtschreibung und Zeichensetzung obiger Textgrundlage. Umschlaggestaltung von Thomas Schultz-Overhage unter Verwendung des Bildes: August Wilhelm Iffland, Gemälde von Johann Heinrich Schröder. Gesetzt aus der Minion Pro, 11 pt.
Um 1900 ziehen von überallher junge Frauen nach München und wagen ein freies Leben als Künstlerinnen oder Schriftstellerinnen. Dafür nehmen sie ein hohes Risiko und prekäre Umstände in Kauf. Zu diesen Frauen gehören: Franziska zu Reventlow, Margarete Beutler und Emmy Hennings. Sie stehen im Mittelpunkt dieses Lesebuchs. Das Aufbegehren gegen gesellschaftliche Schranken und bürgerliche Moral zeigt sich in ihren Lebensentwürfen und Texten. Freiere Formen des Zusammenlebens, Selbstbestimmung über den eigenen Körper und über ihre Sexualität sind ebenso zentrale Themen wie Unabhängigkeit, „freie Mutterschaft“ und Prostitution. Als Künstlerinnen fordern sie öffentliche Aufmerksamkeit ein und prägen die Subkultur der Boheme zwischen München, Berlin und Zürich. Im Buch finden sich Erzählungen, Gedichte, Essays und Briefe von Franziska zu Reventlow, Margarete Beutler, Emmy Hennings und anderen Frauen der Boheme zu diesen Themenbereichen. Ergänzt wird das Buch durch heutige Perspektiven in neuen Texten von Volha Hapeyeva, Florian Kreier, Mira Mann, Jovana Reisinger und Bettina Wilpert.
Autor:innen haben meist Brotjobs, sprechen aber selten darüber. Selbst sie gehen oft davon aus, dass bei preisgekrönten Kolleg:innen das literarische Schaffen die tragende Einnahmequelle ist. Wie unter teils prekären Bedingungen Literatur geschrieben wird, wie sich die Arbeitssituation auf Autor:innen und ihre Werke auswirkt, welche Wechselwirkungen von Brot berufen und literarischem Arbeiten es geben kann – davon erzählen hier die Texte von Philipp Böhm, Crauss, Dominik Dombrowski, Özlem Özgül Dündar, Dinçer Güçyeter, Johanna Hansen, Adrian Kasnitz, Ulrich Koch, Thorsten Krämer, Stan Lafleur, Isabelle Lehn, Swantje Lichtenstein, Daniela Seel, Norbert Scheuer, Kathrin Schmidt, Sabine Scho, Janna Steenfatt, Michael Schweßinger, Karosh Taha und Juliane Ziese.
Milo Rau ist weltbekannt als Regisseur, Filmemacher und Aktivist. Mit dem NTGent leitet er zurzeit eines der aufregendsten Theater Europas. Auch außerhalb der Theaterwelt leistet er vielfältig Beitrag zu Debatten und beeindruckt mit erkenntnisreichen Texten. Rau nimmt Anteil, wenn er berichtet, und er stellt den Menschen ins Zentrum des Weltgeschehens, das er vermittelt, sei es aus Köln oder der Schweiz wie aus Brasilien, Irak und dem Kongo. Hinzu kommen bissige Satiren. Stets erweist sich Rau dabei als ein Beobachter, der Details sieht, die Journalist*innen verborgen bleiben. Mit den 99 Texten präsentieren die Herausgeber*innen Rolf Bossart und Kaatje De Geest eine Art Logbuch Milo Raus – eines Künstlers, der immer wieder seine eigene Position und seine Privilegien hinterfragt.
Die besten Fälle der erfahrenen Gerichtsreporterin Geschichten aus Gerichtssälen vom Leben am Rande der Legalität und dem entscheidenden Schritt darüber hinaus. Kriminalität in den unterschiedlichsten Kreisen, aus den erstaunlichsten Motiven und mit überraschendem Ausgang. Und eine Topografie des Verbrechens, denn Ursula März hat als Gerichtsreporterin seit den 90er-Jahren Prozesse aus fast allen Bezirken Berlins begleitet. Milieugeschichten, Einzelschicksale, gesellschaftliche Verhältnisse, alles kommt zusammen und ergibt ein faszinierendes Bild unserer Gegenwart. Literarisch verdichtet und packend erzählt, man möchte immer weiterlesen. Vorwort von Sabine Rückert, Host des Podcasts ZEIT Verbrechen »Selten wurde das Heute so sicher getroffen.« WAZ
Jovana Reisingers Romandebüt »Still halten« ist ein Bildersturm: Die Protagonistin, eine junge Frau, die vom Dorf kommt und nun in der Stadt lebt, zerfällt vor unseren Augen. Bereits leicht entrückt wird sie endgültig aus der Bahn geworfen, als sie von der Leitung eines Pflegeheims erfährt, dass ihre Mutter im Sterben liegt. Sie kann nicht hingehen und bricht doch immer wieder auf. Letzten Endes kommt sie zu spät, die Mutter ist gestorben, eine Aussprache der beiden Frauen findet nicht statt. Und etwas verfolgt sie. Die Tochter erbt das Haus am Waldrand, in das sie zurückkehrt, das sie aber nicht reinlässt – und verwirrt sich und uns immer mehr …
Verbrecher- Bilder und Skizzen aus dem Verbrecherleben - In diesem Band, der nun unzensiert und in „normaler“ Schrift anstelle der Fraktur vorliegt, werden die düsteren Seiten des Verbrechens von den 1900er Jahren bis hin zu den goldenen 1920er Jahren durch wahre Kriminalgeschichten lebendig gemacht. Der Band enthält 30 Zeichnungen und basiert auf Erzählungen von Ernst Engelbrecht, einem Kriminalkommissar der Berliner Polizei, und Leo Heller, einem Redakteur des Berliner 8-Uhr-Abendblattes, der auch als Chronist der Unterwelt bekannt wurde. Heller vermittelt ein lebendiges Bild des Verbrechermilieus in Berlin und es gelingt ihn, die Spannung des Lesers zu fesseln. In ihrer lockeren, feuilletonistischen Erzählweise berichten die Autoren von ihren Erfahrungen im Umfeld der gewerbsmäßigen Großstadtverbrecher. Beide verstehen es ganz meisterhaft, belehrend zu wirken, ohne jemals in einen doktrinären Ton zu verfallen. Während Leo Heller den Berliner Ganoven treu bleibt, schildert Engelbrecht das kriminelle Leben in Italien mit lebhaften und detaillierten Beschreibungen, die er intensiv studiert hat. Auch eine zeitgetreue Darstellung von „Moabit“ ist enthalten…
'Die verbesserte Frau' ist Wissenschaftsroman und Thriller in einem. Borbruck, die 'liebenswerte Stadt der Brücken', wird im Sommer 1997 zur Sin City: Junge Frauen verschwinden spurlos, im Studentenwohnheim wird eine zerstückelte Frauenleiche gefunden, und um die Menschenversuche an dem privat betriebenen Forschungszentrum auf dem 'Guten Weißen Berg' ranken sich dunkle Gerüchte. Die Studentin Bettina Richter, gerade in einer Depression und Identitätskrise gefangen, muss feststellen, dass beinahe alle Menschen in ihrer Umgebung in die Geschehnisse verwickelt sind: Die zerstückelte Frau ist eine Freundin von ihr, ihr großer Schwarm ist eine Wissenschaftlerin an dem Institut, und ihr WG-Mitbewohner benimmt sich mehr als merkwürdig. Diese Fiktion einer schrankenlosen Wissenschaft raubt seinen Leserinnen und Lesern den Atem. Erschreckenderweise ist sie heute nicht mehr unvorstellbar … Das Buch ist endlich in einer überarbeiteten Neuausgabe erhältlich.
Verbrecher Undercurrents, Fachbücher von Undercurrents
„Wer kochte den Siegesschmaus?“, fragte schon Bertolt Brecht. Und wer hat eigentlich Fausts Studierzimmer nach seiner Eskapade mit Mephisto wieder aufgeräumt? Irgendjemand muss diese Tätigkeiten – kochen, putzen, trösten, pflegen, stillen – verrichtet haben, aber die Literatur erzählt oft nicht viel darüber. Angesichts dessen überrascht es nicht, dass sich auch die Literaturwissenschaft bisher kaum für Care-Arbeit interessiert hat. Unter den literarischen Neuerscheinungen der letzten Jahre finden sich nun zunehmend Texte, die Care-Tätigkeiten ins Zentrum stellen und den politischen Diskurs um Sorgearbeit reflektieren. Das nehmen die Beiträger*innen zum Anlass, sich mit den Genres, ästhetischen Formen und Verfahren für die Literarisierung von Sorge-Verhältnissen zu beschäftigen. Wie werden herrschaftsförmige Verhältnisse der Care-Arbeit dargestellt und kritisiert? Bietet die Literatur utopische Perspektiven auf Care an?.
Die schlimmsten Verbrechen passieren meist nicht in der Großstadt, sondern direkt nebenan. Wenn die nette Nachbarin angeblich im Urlaub ist, in Wirklichkeit aber einbetoniert unter der Garage liegt oder wenn ein kleines Mädchen plötzlich spurlos vom elterlichen Bauernhof verschwindet, sind das Fälle, die man nicht vergisst. Radiojournalist Philipp Fleiter berichtet schon seit Jahren über Verbrechen und ihre Hintergründe. In seinem Nr.-1-True-Crime-Podcast »Verbrechen von nebenan« spricht er mit verschiedenen Gästen über die spannendsten Kriminalfälle im deutschsprachigen Raum. Das Besondere: Viele dieser Fälle werden zum ersten Mal überhaupt in einem Podcast besprochen. Seine Hörer lieben vor allem seine Stimme und seine gründliche Recherche. Jetzt erscheinen seine spektakulärsten Folgen plus zehn bisher unveröffentlichte Kriminalfälle und zahlreiche Experteninterviews erstmals als Buch.
Fjodor M. Dostojewski: Verbrechen und Strafe. Raskolnikows Schuld und Sühne Erstdruck: In: Russkij vestnik, Petersburg, Januar bis Dezember 1866. Hier nach der Übers. »Verbrechen und Strafe« v. Alexander Eliasberg, Potsdam: Gustav Kiepenheuer Verlag, 1924. Vollständige Neuausgabe. Großformat, 190 x 270 mm Herausgegeben von Karl-Maria Guth. Berlin 2015. Textgrundlage ist die Ausgabe: Dostojewski, Fjodor: Verbrechen und Strafe. Übers. v. Alexander Eliasberg, Potsdam: Gustav Kiepenheuer Verlag, 1924. Die Paginierung obiger Ausgabe wird in dieser Neuausgabe als Marginalie zeilengenau mitgeführt. Umschlaggestaltung von Thomas Schultz-Overhage unter Verwendung des Bildes: Vladimir Makovsky, Der Häftling, 1882. Gesetzt aus Minion Pro, 11.5 pt.
Diese Hardcover-Ausgabe ist Teil der TREDITION CLASSICS. Der Verlag tredition aus Hamburg veröffentlicht in der Buchreihe TREDITION CLASSICS Werke aus mehr als zwei Jahrtausenden. Diese waren zu einem Großteil vergriffen oder nur noch antiquarisch erhältlich. Mit TREDITION CLASSICS verfolgt tredition das Ziel, tausende Klassiker der Weltliteratur verschiedener Sprachen wieder als gedruckte Bücher zu verlegen - und das weltweit! Die Buchreihe dient zur Bewahrung der Literatur und Förderung der Kultur. Sie trägt so dazu bei, dass viele tausend Werke nicht in Vergessenheit geraten.
Gerichtsreporterin und Bestsellerautorin Christine Brand erzählt wahre Verbrechen, begangen von Menschen die unser aller Nachbarn sein könnten. Ein unauffälliges Ehepaar wird zum tödlichen Duo – mit einem absurden Motiv. Ein Mann gesteht den Mord an seiner Frau und wird doch freigesprochen. Ein kleines Dorf wird von einer unvorstellbaren Tat erschüttert. Christine Brand, Autorin des Bestsellers »Blind« und weiterer Kriminalromane um ein Schweizer Ermittlerduo, war als Gerichtsreporterin bei den Prozessen zu diesen und anderen Fällen hautnah dabei und hat Einblicke in die Geschichten von Tätern, Opfern und Publikum wie kaum jemand sonst. Sie erzählt von den Verbrechen, spannender und oft unglaublicher als jeder Krimi, und davon, wie es ist, im Gerichtssaal zu sitzen und in die tiefsten Abgründe der Menschen zu blicken.
Rachel Salamander schuf in über 40 Jahren ein einzigartiges Forum für jüdische Autor:innen. In über 1000 Veranstaltungen brachte die Publizistin jüdische Gegenwart in klaren Worten zur Sprache. Mit ihrem Wirken veränderte sie den Diskurs in Deutschland. Dieses Lesebuch ist eine Hommage an die große Literaturvermittlerin und eine Einladung, wieder mit dem Lesen zu beginnen. »Literatur & Haltung. Rachel Salamanders Archiv« heißt auch die Monacensia-Ausstellung, die ab Mai 2026 zu sehen sein wird. Sie schöpft aus dem großen Archiv, das Rachel Salamander dem »literarischen Gedächtnis Münchens« schenkte. Mit literarischen Texten von Louis Begley, Maxim Biller, Lily Brett, David Grossman, Batya Gur, Barbara Honig mann, Imre Kertész, Ruth Klüger, Amos Oz, David Rokeah, Robert Schindel, Zeruya Shalev.
„Ey; ich heiß nicht mehr Elvis, ich heiß jetzt Pogo“; sagte er. Der Punk, der eben noch Rocker war, ist blamiert. Alle treten sie hier auf: der Jesus-Freak, die für Männer unsichtbare Frau, der Motorradfahrer aus der Vorstadt, die notorische Schorf-Abkratzerin, die Frau, die immer für eine Faschistin gehalten wird oder die blöde Thekenbekanntschaft. In den hier versammelten Storys geht es um die zweite große Liebe, schlechten Sex, um das merkwürdige Verhältnis zu Vögeln, und draußen „ist Neukölln“. In „Bad Dates“ zeigt sich bei vielen schnellen, hochkomischen Dates ein Panorama unseres Alltags. Wer bei diesen Geschichten nicht lacht, der hatte kein Leben.
"Die Verbrechen der Liebe" ist eine wegweisende Sammlung von Erzählungen, in denen Marquis de Sade die dunklen Abgründe menschlicher Leidenschaft und gesellschaftlicher Moral lotet. Mittels einer präzisen und zugleich provokanten Prosa enthüllt Sade Geschichten von Schuld, Sühne, Tugend und Laster, die tief in die psychologischen und philosophischen Dimensionen menschlichen Handelns eindringen. Entstanden im Übergang vom Ancien Régime zur Moderne, spiegeln die Erzählungen sowohl den literarischen Geist der Aufklärung als auch eine schonungslose Kritik an Heuchelei und Konventionen wider. Sades ausgefeiltes Erzählniveau verbindet satirische Elemente mit tragischer Dramatik und stellt die individuelle Freiheit erbarmungslos ins Zentrum der narrativen Reflexion. Der Marquis de Sade, eine der umstrittensten Persönlichkeiten der Literaturgeschichte, schöpfte in seinem Schaffen aus eigenen Erfahrungen als Außenseiter und Gefangener. Seine Werke - geprägt von intellektueller Radikalität, politischer Unangepasstheit und entschiedener Ablehnung gesellschaftlicher Zwänge - richten sich gegen die moralischen und rechtlichen Normen seiner Zeit. Sade verstand es, schockierende Stoffe nicht zur bloßen Provokation, sondern zur tiefgreifenden Analyse menschlicher Natur einzusetzen. Allen, die nach einer literarisch anspruchsvollen und zugleich kontroversen Auseinandersetzung mit den dunklen Trieben und Leidenschaften des Menschen suchen, sei "Die Verbrechen der Liebe" ausdrücklich empfohlen. Das Werk eröffnet neue Perspektiven auf Moral, Schuld und Freiheit und verführt durch seine intellektuelle Kühnheit sowie erzählerische Brillanz zu einer nachhaltigen, kritischen Lektüre.
Im Band »Interne Ermittlungen« versammelt Ralph Schock Erzählungen, die sich Erinnerungen und Erlebnissen mit verehrten Menschen wie Arnfrid Astel, Giwi Margwelaschwili oder Marie Luise Scherer widmen. Es geht um Väter in Uniform, Tanten in Totenehe, die Weisheit der dementen Mutter, Gewalt und Vernichtung, seidene Fäden in Griechenland, Unfälle in Kroatien, um ein unschickliches Fotoalbum, Sukkulentenfreundschaften und um Gedanken aus dem Fenster. In all diesen Texten schreibt sich zugleich eine Geschichte der Bundesrepublik. Auf seine eigene unnachahmliche Weise erzählt Ralph Schock stets nüchtern lakonisch, teils mit sehr feinem Humor von Ungewöhnlichem im Alltag, habe sich dies nun 1944 oder 2023 ereignet.
Nach ihrem Roman „Die Sommer“ – der erste Gedichtband von Ronya Othmann „wir werden die detonation rückwärts lesen.“ Die Wörter können viel im langerwarteten ersten Gedichtband Ronya Othmanns. Sie kennen keine Grenzen für Zeiten, Begehren und Nationen. Sie bergen und betrauern die verschütteten Geschichten des Lebens zwischen allen Konventionen und Kulturen. Widerständig und zugleich an jeder Stelle ungeschützt und intim tragen diese existenziellen Gedichte einen neuen Ton in die Gegenwart. Die menschenverachtenden Verbrechen der Welt und das pure Glück, die Fremde des eigenen Lebens und das nie endende Heimweh finden zusammen in all dem „wovon du weißt, wenn du deine augen schließt“.
In der DDR kannten die Menschen ein geflügeltes Wort: „Das interessiert mich so wenig wie die Wasserstandsmeldungen.“ Hieß es doch in den Radionachrichten nach dem Wetterbericht immer: „Abschließend die Wasserstände und Tauchtiefen: … Frankfurt/Oder 112 plus 5, Glugow 275 plus drei, Eisenhüttenstatt 237 plus drei …“ „Wasserstand und Tauchtiefe“ ist ein moderner Heimatroman aus der Endmoräne, ein Brandenburg-Opus, in dessen Mittelpunkt ein Vater-Sohn-Konflikt steht. Wir lesen von einer bizarren Geiselnahme, die sich über Monate hinzieht und von der Krankenkasse bezahlt wird. Mark Labitzke führt ein recht einseitiges Zwiegespräch mit seinem Vater, der nach mehreren Schlaganfällen sein Sprachvermögen verloren hat, nun muss er ihm endlich zuhören. Der einstige SED-Funktionär und Bürgermeister ist auf Pflege angewiesen und der Erzähler auf die Rente des Vaters. Zwei Männer – ein Konto. „Wasserstand und Tauchtiefe“ sind die letzten Nachrichten aus einem untergegangenen Land. Der Roman handelt von der Sehnsucht nach einer Heimat, von den radikalen Veränderungen der heutigen Arbeitswelt und vom Pflegenotstand einer immer älter werdenden Gesellschaft.