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Audio Media Digital Schneewittchen A1069401124
Es war einmal mitten im Winter, und die Schneeflocken fielen wie Federn vom Himmel herab. Da saß eine Königin an einem Fenster, das einen Rahmen von schwarzem Ebenholz hatte, und nähte. Und wie sie so nähte und nach dem Schnee aufblickte, stach sie sich mit der Nadel in den Finger, und es fielen drei Tropfen Blut in den Schnee.
Vor meinem väterlichen Geburtshause, dicht neben der Eingangstür in dasselbe, liegt ein großer achteckiger Stein von der Gestalt eines sehr in die Länge gezogenen Würfels. Seine Seitenflächen sind roh ausgehauen, seine obere Fläche aber ist von dem vielen Sitzen so fein und glatt geworden, als wäre sie mit der kunstreichsten Glasur überzogen. Der Stein ist sehr alt, und niemand erinnert sich, von einer Zeit gehört zu haben, wann er gelegt worden sei. Die urältesten Greise unseres Hauses waren auf dem Steine gesessen, so wie jene, welche in zarter Jugend hinweg gestorben waren und nebst all den andern in dem Kirchhofe schlummern. Das Alter beweist auch der Umstand, dass die Sandsteinplatten, welche dem Steine zur Unterlage dienen, schon ganz ausgetreten und dort, wo sie unter die Dachtraufe hinausragen, mit tiefen Löchern von den herabfallenden Tropfen versehen sind. Adalbert Stifter wurde am 23.10.1805 in Oberplan (Böhmerwald) geboren. Er kam als Sohn eines Leinewebers und Flachshändlers aus einfachen Verhältnissen. Als er 12 Jahre alt war, starb der Vater, und er wurde von da ab von den Großeltern erzogen. Er besuchte von 1818 bis 1826 das Gymnasium und studierte anschließend bis 1830 in Wien zunächst Jura, dann Naturwissenschaften und Geschichte, machte aber keine Abschlussprüfung. Stifter wollte gern Landschaftsmaler werden. Den Lebensunterhalt verdiente er sich als Privatlehrer in Wiener Adelshäusern. 1848 zog Stifter nach Linz und lebte dort die letzten Jahrzehnte seines Lebens. In seinen letzten Lebensjahren war er schwerkrank und litt unter Depressionen. Ob er Selbstmord beging, ist nicht sicher nachzuweisen. Er starb am 28.1.1868.
Wie die Liebe entsteht", sagte Aljochin, "warum Pelageja sich nicht in einen anderen Mann, dessen seelischen und äußeren Eigenschaften besser zu ihr passten, sondern gerade in Nikanor, diese Schnauze – man nennt ihn überall "Nikanor die Schnauze" – verliebt hat; inwiefern für die Liebe Gründe des persönlichen Glücks maßgebend sind, - all das ist unbekannt, und es steht jedem frei, diese Frage in jedem Sinn zu behandeln
Eine so wunderbare Kälte ist es, dass mir der ganze Körper knackt!", sagte der Schneemann. "Der Wind kann einem wirklich Leben einbeißen. Und wie die Glühende dort glotzt!" Er meinte die Sonne, die gerade im Untergehen begriffen war. "Mich soll sie nicht zum Blinzeln bringen, ich werden schon die Stückchen festhalten." Er hatte nämlich statt der Augen zwei große, dreieckige Stückchen von einem Dachziegel im Kopf; sein Mund bestand aus einem alten Rechen, folglich hatte sein Mund auch Zähne.
Die als "Reigen" betitelten zehn Dialoge werden wegen ihrer angeblichen Unsittlichkeit von der Zensur verboten. Die erste Buchausgabe wird 1903 in Wien und Leipzig veröffentlicht. In zehn Dialogen gestaltet Schnitzler die Gespräche von Paaren vor und nach dem Geschlechtsakt. Jede der zehn Personen nimmt mit einem Partner an zwei "davor" und "danach" geführten Gesprächen teil, bis sich beim Zusammentreffen der letzten mit der ersten Person der "Reigen" schließt. Die zehn Personen entstammen den unterschiedlichsten Gesellschaftsschichten: Dirne und Soldat, Soldat und Stubenmädchen, Stubenmädchen und junger Herr, junger Herr und junge Frau, junge Frau und Ehemann, Ehemann und süßes Mädel, süßes Mädel und Dichter, Dichter und Schauspielerin, Schauspielerin und Graf, Graf und Dirne. Je nach Person und Umständen des Zusammentreffens unterscheiden sich die Dialoge, in denen Schnitzler Verhaltensklischees vorführt. Der formalen Gleichheit der Situationen entspricht eine substantielle: die völlige Abwesenheit von Liebe, von jeder menschlichen Beziehung, die über den rein sexuellen Kontakt hinausgeht.
Es war einmal eine Stopfnadel, die sich so fein dünkte, dass sie sich einbildete, eine Nähnadel zu sein. "Seht nur darauf, dass ihr mich haltet!" sagte die Stopfnadel zu den Fingern, die sie hervor nahmen. "Verliert mich nicht! Falle ich hinunter, so ist es sehr die Frage, ob ich wieder gefunden werde, so fein bin ich!"
Jean de la Fontaine war ein französischer Schriftsteller. Er gilt den Franzosen als einer der größten ihrer Klassiker und ist noch heute mit einigen seiner Fabeln jedem französischen Schulkind bekannt. Inhalt: Das Schwein, die Ziege und der Hammel Der Fuchs und der Hahn Der Fuchs und der Storch Der Fuchs und der Wolf am Brunnen Der Fuchs und der Ziegenbock Der Hase mit den Hörnern Der Hase und die Frösche Der Kater und die alte Ratte Der Löwe und die Maus Der Rabe und der Fuchs Der Rat der Ratten Der Wolf und das Lamm Die Katze und die Ratte Die Taube und die Ameise Das Hähnchen, die Katze und das Mäuschen
Dagon ist eine Kurzgeschichte von H. P. Lovecraft aus dem Jahr 1917 und damit eines seiner ersten Werke als Erwachsener. Veröffentlicht wurde die Geschichte erstmals 1919 in der Novemberausgabe von The Vagrant, einer Amateurpresse-Zeitschrift der damaligen Zeit, die von W. Paul Cook herausgegeben wurde. Lovecraft wurde nach eigenen Worten durch einen Traum zu dieser Geschichte inspiriert. Die Kurzgeschichte ist als Testament eines morphiumabhängigen Mannes angelegt, der vor seinem Selbstmord von einem grauenhaften Erlebnis erzählt, durch das er seine geistige Gesundheit verlor und drogenabhängig wurde.
"Frauenkäfer" ist eine Erzählung von Nadja Bucher die auf Basis eines Gesprächs mit Felix Erzen (geboren 1922) beruht. Heute Vormittag öffnete ich meine Terrassentür. Wir haben April und der Winter ist vorbei. Ich wollte Sonne und Frühlingswärme in mein Zimmer im Pflegeheim lassen. Meinen Sessel stellte ich in den herein fallenden Sonnenkegel. Ich machte es mir bequem und blickte hinaus.
Kala Nag – das bedeutet: "Schwarze Schlange" – hatte der indischen Regierung siebenundvierzig Jahre treu gedient in allem, zu dem ein Elefant verwandt werden kann, und da er volle zwanzig Jahre alt war, als er gefangen wurde, so zählte er jetzt beinahe siebenzig – ein schönes Alter für einen Elefanten.
Im ganzen Reich des übervölkerten Zinshauses hieß die bucklige Blumenarbeiterin vom dritten Stock nur das "Armitschkerl". Eine Erzählung von Alfons Petzold.
Ich beurteile schon seit langem die Menschen nur nach minuziösen Details. Peter Altenberg, eigentlich Richard Engländer, war ein österreichischer Schriftsteller. Sein Pseudonym wählte er nach dem Rufnamen "Peter" seiner Jugendliebe Berta Lecher, die in Altenberg an der Donau (heute Ortsteil der Gemeinde St. Andrä-Wördern) wohnte.
Audio Media Digital Schauspielsplitter A1069049389
Peter Patzak, einer der interessantesten und phantasievollsten Filmemacher unserer Tage, beweist sich in seinen Schauspielsplittern als ein neuer Autor mit starkem, ursprünglichem Erzähltalent. Ein humorvolles, poetisch-autobiographisches Buch für Cineasten und literarische Feinschmecker.
Also, mich muss, wie man so sagt, der Teufel geritten haben. Doch was ich herausgefordert, was daraus geworden, war, ist göttlich. Aber der Reihe nach.
Der Klagbaum: Vor fast siebenhundert Jahren brach in Wien eine schreckliche Seuche aus, die aus dem Morgenland eingeschleppt wurde und rasch um sich griff: der Aussatz, eine Krankheit, die den Menschen aufs höchste entstellte. Man wusste kein Mittel, die grässliche Seuche zu bannen.
Audio Media Digital Autobiographisches A1069209103
"Sein Humor hatte eine derbe und eine sublime Seite, und unnachahmlich bleibt die geistige Grazie, mit der er von der einen zur anderen hinüberwechselte." So treffend charakterisierte Alfred Polgar Joachim Ringelnatz, der als Hans Bötticher in Sachsen geboren ward und nach Jahren des hohen Seegangs als Schiffsjunge und Matrose zu hohem Literatenruhm gelangte, als eulenspiegelnder Schriftsteller, Dichter und Kabarettkünstler.
"Wenn es bei euch dunkel ist, wird es bei mir Licht!" So sprach der junge, blinde Bürstenbinder, der mein rechter Bettnachbar im Krankenhaus war. Und ein Lächeln huschte über die krankhaften Kanten seines totgeborenen Gesichtes und machte es gütig und milde.
Reiterlied: Wohlauf Kameraden, aufs Pferd, aufs Pferd! Ins Feld, in die Freiheit gezogen. Im Felde, da ist der Mann noch was werth, Da wird das Herz noch gewogen. Da tritt kein anderer für ihn ein, Auf sich selber steht er da ganz allein.
Audio Media Digital Die Silvesterglocken A1068758393
Toby Veck war nämlich Dienstmann und wartete dort auf seine Aufträge. Im Winter zu warten war's freilich eine windige Stelle, wo man die Gänsehaut bekam, rote Augen und blaue Nasen und sich Zähneklappern und erfrorene Zehen holen konnte. Toby Veck wusste davon ein Lied zu singen. Der Wind blies pfeifend um die Ecke, besonders der Ost. Als wenn er von den äußersten Grenzen der Erde daherkäme, um Toby anzublasen. Und manchmal schien er ihn früher angetroffen zu haben, als er vermutete, denn wenn er um die Ecke kam und an Toby vorüberfuhr, kehrte er plötzlich wieder um, als wollte er sagen, aha, da ist er ja schon. Dann zog er ihm seine kleine, weiße Schürze über den Kopf, wie einem nichtsnutzigen Buben das Röckchen und dann zitterten Toby die Beine und sein kleiner schwacher Rohrstock rang vergebens gegen die Stöße und bog sich auf dem Rücken krumm.
Zwei kleine Cafétische, rund, in einem Eck, vis-à-vis voneinander. - Die Mitzi kommt, setzt sich an den einen Tisch. - Der Kellner: »Fräul'n Mitzi, wollen's nicht an Ihrem gewohnten Tischerl Platz nehmen?« - »Nein, hier bleib' ich!«