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Kampa Verlag Die Jakobsbücher A1054847760
Er galt als Luther der Juden - seine Anhänger sahen in ihm einen Messias, für seine Gegner war er ein Scharlatan, ja Ketzer. Jakob Frank war eine der schillerndsten Gestalten im Europa des 18. Jahrhunderts. Die Religionen waren ihm wie Schuhe, die man auf dem Weg zum Herrn wechseln könne: Er war Jude, bevor er mit seiner Gefolgschaft zum Islam und dann zum Katholizismus konvertierte. Er war ein Grenzgänger, der, aus dem ostjüdischen Schtetl stammend, das Habsburger und das Osmanische Reich durchstreifte und sich schließlich in Offenbach am Main niederließ. Die Jakobsbücher sind das vielstimmige Porträt einer faszinierenden Figur, deren Lebensgeschichte zum Vexierbild einer Welt im Umbruch wird. Olga Tokarczuk hat einen historischen Roman über unsere Gegenwart geschrieben, der zugleich ein Plädoyer für Toleranz und Vielfalt ist. Ihr Opus magnum, vom Nobelpreiskomitee explizit in der Begründung erwähnt.
»Das Erste, was ich tat, als ich diese Welt betrat, war meine Mutter zu töten.« So beginnt die Lebensgeschichte des John James Todd, geboren 1899, die fast ein ganzes Jahrhundert umspannt und einmal rund um die Welt führt: von Edinburgh in die Schützengräben des Ersten Weltkriegs und weiter ins Berlin der wilden Zwanziger, wo Todd Rousseaus Bekenntnisse verfilmen will. Die Wirtschaftskrise macht seine Pläne zunichte, und er zieht weiter nach Hollywood, hofft auf seinen Durchbruch und landet in der McCarthy- Ära schließlich auf der Schwarzen Liste der Hollywood Ten, als Nummer Elf. Ein rasanter Roman über einen unwiderstehlichen, vom Pech verfolgten Lebenskünstler und eine Tour de Force durch das 20. Jahrhundert.
Eryk hat es in den hohen Norden verschlagen, wo er als Steuermann auf einer kleinen Fähre die immer gleiche Route fährt, bis er irgendwann Kurs aufs offene Meer nimmt. Eine Ich-Erzählerin ist unentwegt auf Wanderschaft - zu Fuß, im Auto, im Flugzeug oder gar in Gedanken. Chopins Schwester, die ihren Bruder abgöttisch geliebt hat, begleitet sein Herz auf eine letzte Reise ... Unrast ist ein Roman über die Sehnsucht, sich in der Welt zu verlieren, ein Roman über das Reisen und dabei selbst wie eine Reise: mit unzähligen Orten und Menschen, die einem ans Herz wachsen oder die man gerne zurücklässt. Ein Buch voller Bewegungen, Eindrücke, Gedanken und Geschichten, die, wie der Leser bald ahnt, einem geheimen Fahrplan folgen und eine gemeinsame Destination haben.
Noch nie wurde so viel gereist wie heute. Und doch hat sich das Reisen seine Poesie bewahrt. Aber was heißt es, in dieser rasenden Welt ein Körper in Bewegung zu sein? Nicht nur durch den Raum, sondern auch durch die Zeit zu reisen? Da ist die Erzählerin, die unentwegt auf Wanderschaft ist, zu Fuß, im Auto, im Flugzeug und in Gedanken. Oder Eryk, den es als Fährmann in den hohen Norden verschlagen hat und der irgendwann mit seinen verdutzten Passagieren Kurs aufs offene Meer nimmt. Da ist der junge Mann, der langsam dem Wahnsinn verfällt, als Frau und Kind während eines Urlaubs plötzlich verschwinden, um ebenso plötzlich wieder aufzutauchen. Und schließlich Chopins Schwester, die ihren Bruder abgöttisch geliebt hat und nun sein Herz auf eine letzte Reise nach Warschau begleitet. Unrast ist eine Wundertüte voller Mythen, Bekenntnisse, Notizen und Gedanken über das Reisen, die Verbindung zwischen Leib und Seele, über Leben und Tod, Entwurzelung und Migration - ein Potpourri unterschiedlichster Geschichten, die alle einem geheimen Fahrplan folgen und eine gemeinsame Destination haben.
London in den 1990er Jahren: Lorimer Black ist zufrieden. Als Schadensregulierer einer großen Versicherungsgesellschaft hat er Karriere gemacht, weil er die Fälle stets zugunsten seines Arbeitgebers regelt. An einem kühlen Wintermorgen begibt sich Black zu einem Geschäftstermin – und findet dort einen Erhängten. Von diesem Tag an ist alles anders: Black wird zum Spielball von Großinvestoren, verliebt sich Hals über Kopf in die wunderschöne, aber verheiratete Schauspielerin Flavia Malinverno und freundet sich mit einem paranoiden Rockstar an. Immer tiefer versinkt er in einem Morast aus Lügen und Intrigen. Und dann wird er noch von seiner rumänischen Vergangenheit eingeholt, die alles andere als glamourös ist.
»Dieser Spinner ist ein Genie«, sagte der Dirigent George Szell nach einem Konzert von Glenn Gould. Seit der kanadische Pianist im Alter von vierzehn Jahren zum ersten Mal öffentlich Beethovens 4. Klavierkonzert spielte, versetzte er sein Publikum in Erstaunen. Aber er wurde auch scharf angegriffen: wegen seiner Manieriertheit – ungebügelter Frack und ein kurzbeiniger Hocker, auf dem er, fast auf dem Boden sitzend, spielte –; wegen seines kompromisslosen Repertoires wie seiner progressiven Bach-Interpretationen, wegen seiner an Besessenheit grenzenden Suche nach dem perfekten Flügel. Und nicht zuletzt wegen seiner exzentrischen Lebensweise und seines bizarren Aufzugs: Er trug selbst im Sommer Handschuhe und Schal. Und dann beschloss Gould im Alter von zweiunddreißig Jahren auch noch, keine öffentlichen Konzerte mehr zu geben. Der Musikjournalist Jonathan Cott besuchte schon als Jugendlicher jedes New Yorker Konzert von Gould; 1960 lernte er sein Idol persönlich kennen. 1974 führten die beiden drei mehrstündige Telefongespräche für den Rolling Stone, die den Kern dieses Buchs bilden.
Im englischen Städtchen Lafferton scheint die Welt noch in Ordnung zu sein. Bis zu dem Morgen, als eine Frau spurlos im Nebel verschwindet. Die Polizei möchte den Fall schnell zu den Akten legen, nur die junge Ermittlerin Freya Graffham hat ein ungutes Gefühl bei der Sache. Zusammen mit ihrer heimlichen Liebe, dem gleichermaßen schöngeistigen wie rätselhaften Polizeichef Simon Serrailler, macht sie sich an die Ermittlungen. Dann verschwinden weitere Menschen und ein Hund. Ihre Spuren verlieren sich auf dem mysteriösen Hügel mit den »Hexensteinen«. Während Freya Graffham noch fieberhaft versucht, eine Verbindung zwischen den Vermissten herzustellen, gerät sie plötzlich selbst in Gefahr. Kann Inspector Simon Serrailler den Fall lösen, bevor das nächste Unglück geschieht?
Als Siebenjährige debütierte sie mit Mozarts Klavierkonzert dMoll und Beethovens Klavierkonzert CDur; sie studierte unter anderem bei Friedrich Gulda in Wien und erlangte spätestens mit dem Sieg beim Internationalen ChopinWettbewerb 1965 weltweiten Ruhm; ihre intuitiven und temperamentvollen Interpretationen sind legendär: Martha Argerich ist eine der virtuosesten und bekanntesten Pianistinnen unserer Zeit. Und sie fasziniert nicht nur mit der Kraft ihres Spiels, sondern auch mit ihrer unabhängigen, eigenwilligen und geheimnisvollen Persönlichkeit. Olivier Bellamy ist als einer von nur wenigen Journalisten in den Genuss mehrerer längerer Gespräche mit dem Musikstar gekommen. Mit diesem Band lässt er uns daran teilhaben.
»Ist es mal wieder so weit?«, fragt der Postbote, als er Riitta ein großes Paket überreicht. »Nähst du wieder?« Das ganze Jahr über freut Riitta sich auf diese eine Woche im Sommer, wenn Phil nach Finnland kommt, um mit ihr auf dem Tangofestival in Seinäjoki zu tanzen. In der Zwischenzeit führt sie ein ruhiges Leben in ihrem Holzhaus mit Sauna, fährt mit dem Boot zum Angeln raus auf den Inarisee oder gärtnert. Über die Vergangenheit und ihre frühere Liebe sprechen Phil und sie nie, so lautet die Abmachung. Doch in diesem Jahr zögert Riitta, ein neues Kleid zu nähen - sie hat das Gefühl, dass Phil nicht kommen wird. Kurzerhand beschließt Riitta, zum ersten Mal seit siebenundzwanzig Jahren in ihre einstige Heimat zurückzukehren, um Phil in Süddeutschland zu besuchen. Der allerdings lädt zur selben Zeit seine Tochter Johanna und seine Enkelin Leni ein, ihn nach Finnland zu begleiten - er wolle ihnen das Land zeigen, das er so liebe. Werden Riitta und Phil einander verpassen und damit ihre möglicherweise letzte Chance, die Vergangenheit aufzuarbeiten?
Erleben Sie ultimativen Komfort und Flexibilität mit unserem Chill Faltstuhl, der speziell für Ihre Outdoor-Abenteuer entwickelt wurde. Dieser Stuhl ist der perfekte Rückzugsort, um unter den Sternen zu entspannen. Mit seiner luxuriösen Polsterung und...
Als Siebenjährige debütierte sie mit Mozarts Klavierkonzert dMoll und Beethovens Klavierkonzert CDur; sie studierte unter anderem bei Friedrich Gulda in Wien und erlangte spätestens mit dem Sieg beim Internationalen ChopinWettbewerb 1965 weltweiten Ruhm; ihre intuitiven und temperamentvollen Interpretationen sind legendär: Martha Argerich ist eine der virtuosesten und bekanntesten Pianistinnen unserer Zeit. Und sie fasziniert nicht nur mit der Kraft ihres Spiels, sondern auch mit ihrer unabhängigen, eigenwilligen und geheimnisvollen Persönlichkeit. Olivier Bellamy ist als einer von nur wenigen Journalisten in den Genuss mehrerer längerer Gespräche mit dem Musikstar gekommen. Mit diesem Band lässt er uns daran teilhaben.
»Es gibt eine Formulierung, die Sie häufig verwenden und die mir ans Herz gewachsen ist: irritierbar sein. Können Sie schildern, was die Voraussetzungen dafür sind? Und vielleicht auch, wie man es wird? Und wie man es bleibt?«»Wie man es wird oder wie man es bleibt, weiß ich nicht genau. Mit irritierbar sein meine ich, dass man noch staunen kann. Dass man sich überraschen lässt von Eindrücken, von Menschen, von Situationen. Aber eben auch von Argumenten, die man vorher nicht bedacht hat. Dass man bezweifeln kann, was man bis gestern gedacht hat. Oder wovon man geprägt wurde oder was man geliebt hat. Ich glaube, das ist das Leben. Dass einem Dinge widerfahren können, die das umwerfen, wer man vorher war oder was man vorher dachte oder was man vorher liebte. Auch in Bezug auf die Musik. Plötzlich etwas Neues hören zu können, in meinem Fall zum Beispiel Jazz, den ich relativ spät entdeckt habe. Dass man musikalisch oder ästhetisch berührbar bleibt und durchlässig. Sich zu öffnen für Erfahrungen, das heißt für mich irritierbar sein. Eine anti-orthodoxe Haltung. Genau, anti-orthodox. Ich glaube, wenn mich irgendetwas abschreckt, dann ist das Orthodoxie, dann ist das Dogmatik. Irritierbarkeit ist etwas, das ich mir unbedingt erhalten möchte.«
Korkenzieher-Hering für die Hundeleine. Diese robuste Verankerung in Korkenzieherform sorgt dafür, dass der Familienhund nicht Reißaus nimmt. Die Leine hat volle Bewegungsfreiheit um die Verankerung herum, damit Ihr Hund sich austoben kann und dennoch...
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Witold Gombrowicz ist bekannt als aggressiv-persönlicher Tagebuchschreiber, von nicht wenigen wird er als »Montaigne des 20. Jahrhunderts« bezeichnet. Sein Rang als Romancier von Weltformat ist unbestritten, seine philosophisch-satirischen Romane wie Ferdydurke oder Pornographie gehören zum ewigen Kanon der Moderne des 20. Jahrhunderts. Die dritte wichtige Facette dieses Autors sind seine Bühnenwerke, in denen sich Tradition und Avantgardismus, Familiendrama und Königsdrama parodistisch verbinden und die eines seiner Leitthemen problematisieren: die Form. Gombrowicz' Paradestücke wie etwa Yvonne, die Burgunderprinzessin haben in den Inszenierungen von Luc Bondy Theatergeschichte geschrieben und werden auch heute noch weltweit aufgeführt. Dieser Band lädt ein, das gesamte dramatische Werk Witold Gombrowicz' zu entdecken oder wiederzuentdecken.
»Eure Blicke begegnen sich in der Stille. Es braucht keine Worte. Dies ist eine ehrliche Begegnung.« Zum ersten Mal sehen sie sich in einem Pub in South East London. Beide sind schwarz, beide haben schon in der Schule nicht recht dazugehört. Und beide versuchen nun als junge Künstler - er ist Fotograf, sie Tänzerin - ihren Platz zu finden in der englischen Hauptstadt, die sie mal umarmt und mal abstößt. Sie teilen so viel miteinander, die Liebe zu afroamerikanischen Autoren, zum Hip- Hop, und er weiß schon bei der ersten Begegnung, dass sie füreinander bestimmt sind. Aber sie bewegen sich nicht im luftleeren Raum, und die Welt kann ein grausamer Ort sein. Caleb Azumah Nelson erzählt auf schmerzlich schöne Weise die große Liebesgeschichte zweier junger Menschen und erkundet zugleich Fragen von Identität, Diskriminierung und Unterdrückung. Wie (über)lebt man in einer Welt, in der man nicht gesehen wird, in einer Gesellschaft, die einem ein Label aufdrückt? Was heißt es, jedes Mal Angst haben zu müssen, sobald man seine Wohnung verlässt, was, verletzlich zu sein, wenn nur Stärke zu zählen scheint? Und wie fühlt es sich an, in der Liebe Geborgenheit zu finden - und wieder zu verlieren? Caleb Azumah Nelson hat einen der aufregendsten und aufrichtigsten, einen der wichtigsten Debütromane des Jahres geschrieben.