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Kampa Verlag Die Hummerzange A1053055442
Vor vier Jahren haben sich die Schweizer Kriminalpolizistin Corinna Holder und ihr Mann Michael ein Cottage auf Spruce Head Island in Maine gekauft. Hier wollten sie nicht nur ihre Ferien, sondern später auch den Ruhestand verbringen. Doch seit neun Monaten ist Michael tot, gestorben bei einem Verkehrsunfall. Als Corinna das erste Mal allein nach Maine reist, wird sie von ihren Erinnerungen eingeholt. Aber viel Zeit zum Trauern bleibt nicht, denn als sie im kalten Atlantik schwimmen gehen will, findet sie eine übel zugerichtete Leiche: Dem Mann wurde eine Hummerzange in die Augen gerammt. Corinna nimmt die Ermittlungen auf, zumal sie den Toten kannte: Es ist Norman Dunbar, und der hatte nicht wenig Feinde. Es könnte ebenso eine seiner Frauengeschichten sein, die ihm zum Verhängnis geworden ist, wie auch seine eher unrühmliche Rolle als Investor bei ominösen Geschäften auf der Insel. Oder besteht ein Zusammenhang zu der Initiative gegen die größte Lobsterfabrik auf Spruce Head Island? Als Fremde auf der Insel werden Corinna viele Steine in den Weg gelegt, aber sie lässt sich nicht beirren.
Sie waren Kult und sind bis heute unvergessen: die mal ironischen, mal nachdenklichen, immer pointierten Geschichten, mit denen Ulrich Wickert am Ende der Nachrichten auf die Wettervorhersage einstimmte. Die Wettergeschichten, wie sie bald genannt wurden, waren das Sahnehäubchen der »Tagesthemen«. Sie erzählen von seltsamen, unglaublichen, anrührenden und urkomischen Begebenheiten aus der kleinen und großen Welt.Sehr oft wurde Ulrich Wickert gefragt, wann die vergriffenen drei Bände neu aufgelegt würden. Jetzt sind die zeitlosen Geschichten endlich wieder da, zum ersten Mal komplett in einem opulenten Prachtband, sorgsam kategorisiert (örtliche Gewitter, Heftige Turbulenzen, Verbreitet Niederschläge ...) und wunderschön in Leinen gebunden. Ein (Geschenk-) Buch für alle Wetterlagen des Lebens.
Dr. Kay Scarpetta reist nach Dublin, um Vorlesungen über Forensik zu halten – und um der Frage aus dem Weg zu gehen, ob sie den Mann, den sie liebt, auch heiraten will. In Irland trifft sie Margaret Foley wieder, eine alte Bekannte und Kollegin. Als Scarpetta ihr von einer Mordserie erzählt, die ihr Team in Atem hält, stoßen die beiden auf einen möglichen Zusammenhang mit Verbrechen in Irland einige Jahre zuvor: In beiden Fällen wurden zerstückelte Leichen auf Müllhalden gefunden. Als an Halloween auf einer Deponie in Virginia der Torso eines zehnten Opfers auftaucht, scheint es zunächst, als hätte derselbe Täter wieder zugeschlagen. Aber bei der Obduktion zeigen sich eindeutige Unterschiede zu den bisherigen Fällen. Haben sie es mit einem Trittbrettfahrer zu tun? Was Scarpetta außerdem Kopfzerbrechen bereitet: Die Haut des Opfers ist mit roten Pusteln übersät. Der Gerichtsmedizinerin kommt ein fürchterlicher Verdacht: Setzt der Mörder einen Virus als biologische Waffe ein? Scarpetta und ihr Team müssen dem Täter schnell das Handwerk legen – sonst droht eine vernichtende Seuche …
Das Abendrot spiegelt sich im See am Fuße des Haupterhorns. Während das Vieh friedlich weidet, blickt eine junge Frau ins Wasser. Sie sieht ein Gesicht, ihr eigenes, doch sie erkennt sich nicht. In der Hand hält sie ein blutiges Messer - und weiß nicht, warum ... Giulia de Medici, Chefermittlerin der Kantonspolizei Graubünden, wollte ein paar Tage in ihrer Hütte im Hochtal Sapün verbringen, in der Abgeschiedenheit der Berge, auch um ihre große Liebe Erkki zu vergessen. Doch dann steht mitten in der Nacht eine verstörte Frau mit einem blutverschmierten Messer vor Giulias Tür: Woher kommt sie? Ist sie Täterin oder Opfer? Braucht sie Hilfe, oder will sie Giulia etwas antun?Noch in derselben Vollmondnacht begeben sich Giulia und ihre Kollegin Nadia Caminada auf Spurensuche. Schnell wird klar, dass die Alpweiden nicht so verlassen sind, wie sie scheinen: Die Polizistinnen geraten in Lebensgefahr, und ihre Ermittlungen führen sie zurück bis ins Jahr 1984, als der Linthebene-Mörder im Unterland Angst und Schrecken verbreitete.
Polen zur Zeit der deutschen Besatzung: Witold und Fryderyk, der fürchterlichen Zustände in der Hauptstadt Warschau überdrüssig, reisen auf das Landgut ihres adeligen Freundes Hipolit. Doch in der ländlichen Idylle lauert die Langweile. Warum nicht eine Intrige spinnen? So wird Hipolits sechszehnjährige Tochter Henia zum Gegenstand eines frivolen Verführungsspiels, das den beiden Intellektuellen als Jungbrunnen dienen soll. Unter ihrer Anleitung verlässt Henia ihren faden Verlobten Waclaw, einen Advokaten, und fällt dem unschuldigen Landarbeiter Karol in die Arme. (Fast) jeder verrät hier jeden, und es kommt noch schlimmer: Was als eine Art erotisches Schachpartie mit lebenden Figuren beginnt, wird zum bitterernsten Spiel mit tödlichem Ausgang. Alle wichtigen Themen des großen polnischen Autors sind hier versammelt: die Sehnsucht nach Jugend, die Lust der Reife an der Unreife, die Rebellion gegen gesellschaftliche Zwänge und tradierte Formen. Ein klassischer Gombrowicz, vielleicht gar der ebenso brillante wie beklemmende Höhepunkt im Werk dieses großen Stilisten und Provokateurs. Allemal ein Meilenstein der Literatur des 20. Jahrhunderts.
London in den 1990er Jahren: Lorimer Black ist zufrieden. Als Schadensregulierer einer großen Versicherungsgesellschaft hat er Karriere gemacht, weil er die Fälle stets zugunsten seines Arbeitgebers regelt. An einem kühlen Wintermorgen begibt sich Black zu einem Geschäftstermin – und findet dort einen Erhängten. Von diesem Tag an ist alles anders: Black wird zum Spielball von Großinvestoren, verliebt sich Hals über Kopf in die wunderschöne, aber verheiratete Schauspielerin Flavia Malinverno und freundet sich mit einem paranoiden Rockstar an. Immer tiefer versinkt er in einem Morast aus Lügen und Intrigen. Und dann wird er noch von seiner rumänischen Vergangenheit eingeholt, die alles andere als glamourös ist.
Die Große Marsch ist ein unwirtlicher Landstrich an der Küste von Essex, in den sich selten ein Mensch verirrt. Hierhin, in die Ruine eines verlassenen Leuchtturms, hat sich der äußerlich entstellte Kunstmaler Philip Rhayader zurückgezogen, mit den Wasservögeln, die in den Sümpfen überwintern, als einzige Gesellschaft. Bis eines Tages ein junges Mädchen den Strand entlangläuft, im Arm eine verletzte kanadische Schneegans. Während Philip und Fritha, die im nahe gelegenen Fischerdorf wohnt, den Vogel aufpäppeln, entsteht zwischen ihnen ein einzigartiges Band. Wie in seiner preisgekrönten Novelle Schneegans erzählt Paul Gallico auch in Ludmila vom einfachen Leben, in dem sich Großes ereignet: Eine arme Familie erhofft sich vom Kauf einer Kuh, ihr Einkommen aufzubessern. Aber ihre Ersparnisse reichen nur für die schmächtige Ludmila, die keine Milch geben will. Unerwartet wendet sich das Schicksal zum Guten. Die Schneeflocke ist eine Meditation über den Kreislauf des Lebens und die Bedeutung eines jeden Elementes darin.
Die Geschichte eines Reisenden, dessen Leben untrennbar mit seiner Heimat verbunden ist. Auf der Hochebene von Asiago, an der Grenze zwischen dem Königreich Italien und Österreich-Ungarn, lebt Mitte des 19. Jahrhunderts Tönle Bintarn. Ein einfacher Mann, ein Hirte, der schmuggelt, um seine Familie zu ernähren. Als er aus Versehen einen Zollwächter verletzt, muss er fliehen und hilft fortan in den Wäldern Kärntens beim Holzabrinden und dann einem Bauern in der Steiermark aus, wird Hausierer von Kunstdrucken in den Karpaten, Gärtner in Prag, Pferdehirt in Ungarn. Doch jeden Winter kehrt der Einzelgänger von den Grenzbeamten unbemerkt nach Hause zurück, zu seiner Frau und seinen Kindern. Erst nach Jahren wird Tönle begnadigt und kann sein Leben als Schäfer wieder aufnehmen. Doch bald zerbricht die Welt, wie er sie kennt, erneut: Als der Erste Weltkrieg ausbricht, ist er achtzig Jahre alt. Während seine geliebte Heimat nur noch ein Schlachtfeld ist, weigert sich der alte Mann, seine Herde, sein Haus und seine Familie aufzugeben. In poetischer, klarer Sprache erzählt Mario Rigoni Stern die Geschichte eines freien Geistes, der zwischen den Mächten der Geschichte gefangen ist: dem Untergang der K.u.k.-Monarchie, den Wirren des Ersten Weltkriegs und dem Zerfall der alten bäuerlichen Welt.
Zürichsee im Vorfrühling 1986. Ein erfolgreiches Leben soll gewaltsam beendet werden. Begründung: Ausweglosigkeit. Da sabotieren ein paar Minuten Musik die Vollstreckung. Es beginnt eine Flucht ins Leben hinein. Ein Barpianist lotst den Mann,den Schumanns Träumerei rettete, auf eine Reise in die Vergangenheit - zu dem angstvoll gehüteten Geheimnis eines Jahrhundertpianisten. 1937 hatte Vladimir Horowitz in der Schweiz eine Affäre begonnen, mit der er seine ganze Karriere und seine Ehe mit Toscaninis Tochter aufs Spiel setzte. Vor sieben Jahren stieß Lea Singer auf brisante unveröffentlichte Briefe von Vladimir Horowitz an einen jungen Schweizer namens Nico Kaufmann. Der begabte Sohn aus gutbürgerlichem Haus wurde 1937 sein erster Klavierschüler und sein Geliebter. Als Jude verfolgt, war Horowitz Ende der dreißiger Jahre zum Aufbruch ins Exil gezwungen. Ein Trauma, aber auch die Chance, sein Leben zu ändern, sich endlich zu sich selbst zu bekennen. Fünfzig Jahre später erzählt Nico Kaufmann, zu einem Barpianisten herabgesunken, einem Unbekannten von dieser Liebe und ihren nächtlichen Seiten. Er führt den Fremden zu den Luxushotels, in denen Horowitz mit ihm zwei Jahre lang seine Leidenschaft im Verborgenen lebte, und immer näher heran an die brennenden Fragen: Wie viel Mut fordert die Liebe? Und was geschieht mit dem, der seine Sehnsucht verleugnet?
Nach seinem Zwischenstopp in der Abteilung Special Homicide hat Harry Bosch jetzt bei Offen-Ungelöst einen eher geregelten Alltag. Feste Arbeitszeiten, kein Hetzen zu Tatorten und einmal im Monat Weihnachten: Dann werden die gelben Umschläge mit DNA-Ergebnissen zu jahrzehntealten Verbrechen verteilt, die normalerweise bedeuten, dass ein Täter endlich überführt ist. Aber in diesem Fall macht der Gentest stutzig. An der Leiche der 1989 ermordeten Studentin Lily Price soll das Blut von Clayton Pell gefunden worden sein. Doch der wurde erst 1981 geboren. Kann er mit acht Jahren wirklich schon ungeschoren mit einer Vergewaltigung und einem Mord davongekommen sein? Ein Fehler im Labor könnte alle Fälle gefährden, die derzeit vor Gericht neu verhandelt werden! Dann werden Bosch und sein Partner zu einem politisch brisanten Todesfall gerufen: Der Sohn von Stadtrat Irvin Irving ist aus einem Fenster des Chateau Marmont gesprungen – oder gestoßen worden? Boschs langjähriger Erzfeind Irving verlangt, dass er die Ermittlungen übernimmt.
Seit Ende des 19. Jahrhunderts die ersten professionellen Turniere in Wimbledon ausgetragen wurden, ist Tennis auch in der Literatur ein Thema. Und wie fesselnd der literarische Schlagabtausch ist, zeigen Autor*innen wie Thomas Mann, Vladimir Nabokov (der sich als Tennislehrer durchschlug,ehe er vom Schreiben leben konnte), John Updike oder Margaret Atwood, aber auch literarische Newcomer wie Jane Crilly. Und natürlich darf das Doppeltalent Andrea Petković nicht fehlen, die auf dem Court brillierte und ein schriftstellerisches Ass ist. Nostalgische Erinnerungen an längst überwachsene Tennisplätze, Erzählungen über epische Duelle, der Traum vom perfekten Ballwechsel oder dem perfekten Rasen: Tennisglück versammelt die literarischen Weltranglistenbesten mit den spannendsten Tennisgeschichten. Egal ob Profispielerin, Anfänger oder Möchtegern-Champion, Balljunge, Rasenwart oder Zuschauerin: Gutes Tennis war immer wieder Stoff und Inspiration für weltbekannte Schriftsteller*innen, ihr Bestes zu geben, ob auf dem grünen Rasen oder auf Sand.
Yellowknife, eine ehemalige Goldgräberstadt am Ufer des Great Slave Lake im höchsten Norden Kanadas: ein Ort am Ende der Welt, ein unfertiger Ort, hässlich eigentlich, aber in seiner Leere doch voller Möglichkeiten. Heutzutage, in den siebziger Jahren, lockt er keine Abenteurer im Goldrausch mehr an, sondern die Gescheiterten, die sich hier eine neue Chance aufs Glück erhoffen. Im lokalen Radiosender arbeiten sie zusammen: Harry, der nach einer erfolgreichen Radiokarriere im Fernsehen gescheitert ist und jetzt wieder da steht, wo er angefangen hat; Dido, in deren Stimme sich in diesem Sommer alle verlieben, die selbst aber noch immer ihren einstigen Schwiegervater liebt; die blasse Gwen, die das erdrückende Schweigen ihres Elternhauses hinter sich gelassen hat; Eleanor, die Lyrik liest, wenn gerade niemand mit Musikwünschen anruft, und deren Ex-Mann nach der Hochzeit einfach nicht aufhören konnte zu weinen. Im unwirtlichen Norden ringen sie mit dem Leben und der Liebe, miteinander und mit sich selbst.
Zehn Jahre nachdem Straßenmusiker Orlando Merced auf der Mariachi Plaza mitten in Los Angeles angeschossen wurde, stirbt er an den Folgen der Verletzung. Offiziell heißt es, der Schuss sei der Querschläger einer Bandenschießerei gewesen, doch die von der Gerichtsmedizin geborgene Kugel, die jahrelang im Rücken des Opfers steckte, erzählt eine andere Geschichte: Sie stammt aus einem Jagdgewehr. Harry Bosch übernimmt den Fall gemeinsam mit der aufstrebenden Starermittlerin des LAPD Lucia Soto. Doch obwohl auf den entscheidenden Hinweis eine große Belohnung ausgesetzt wird und daraufhin ganz L.A. helfen will, ist Soto mit einem Fall aus ihrer eigenen Vergangenheit beschäftigt: das Feuer in einer illegalen Kindertagesstätte, in dem sieben Kinder zu Tode kamen und dem sie nur knapp entrann. Nach all der Zeit wähnen die Täter sich in Sicherheit, doch Soto und Bosch lassen die Vergangenheit nicht ruhen, ehe der Gerechtigkeit Genüge getan wurde.
London im Jahr 1984. Winston Smith arbeitet im Ministerium für Wahrheit und schreibt die Fakten aus Geschichte und Gegenwart so um, dass sie in das Narrativ der Regierungspartei passen. Er ist eine Marionette in einem totalitären Regime, dessen Überwachung bis in den hintersten Winkel der Wohnungen, in die Sprache und das Denken der Menschen hineinreicht. Doch als sich Winston in die geheimnisvolle Julia verliebt, beginnen sie gemeinsam, das System zu hinterfragen. Ein Verbrechen, auf das die Todesstrafe steht – und das in einer Welt ohne jegliches Vertrauen nicht lange unentdeckt bleibt.
Ein Sommer ohne Geschichten? Das geht gar nicht! Jüngstes Beispiel ist die vermeintliche Löwin, die im Berliner Süden durch die Wälder gestreift sein soll – und sich als Wildschwein herausstellte, was international für Aufsehen sorgte. Ein ähnlich prominenter Artgenosse: »Problembär« Bruno. Manche mögen sich erinnern. Oder die Ente, dass Mallorca das 17. deutsche Bundesland wird. Wenn alle in den Ferien sind und überhaupt gar nichts passiert, muss man eben erfinderisch werden – das wissen nicht nur Journalist*innen, sondern auch Autor*innen, die uns seit jeher mit viel Phantasie über zähe Stunden hinweghelfen. Das Sommerloch-Lesebuch ist das literarische Gegenmittel für langweilige Zeitungsenten und so der perfekte Zeitvertreib für die Saure-Gurken-Zeit. Dafür garantieren Autor*innen wie Tessa Hadley, William Boyd, Lucia Berlin, Deborah Levy, Astrid Rosenfeld, Olga Tokarczuk, Milan Kundera, F. Scott Fitzgerald, Georges Simenon oder Virginia Woolf – und als Zusatz gibt es noch echte literarische Sommerloch-Geschichten von Martin Suter, Roger Graf und Anna Katharina Hahn.
Ein paar Tage, vielleicht die letzten, möchte der alte Vater mit seinem Sohn auf der Insel seiner Kindheit verbringen. Sofort steigt der Sohn hinab aus den Bergen, die sein Zuhause geworden sind, um ihm den Wunsch zu erfüllen. Der Vater, ein Seemann, war selten zu Hause; der Sohn hat seinen eigenen Weg beschritten, dem Meer den Rücken gekehrt – und doch verbindet die beiden eine schier grenzenlose Bewunderung und Zärtlichkeit, über die aber nie gesprochen wurde. Werden die beiden eine Sprache finden? Über der Reise liegt ein Schatten: Der Vater ist krank, sein baldiger Tod gewiss. Der Sohn will dem Vater die Diagnose vorenthalten, um dessen Mut nicht zu trüben. Beide versuchen sie, der sommerlichen Hitze, der geschwätzigen Verwandtschaft und ihren Ängsten zu trotzen.
Der Schriftsteller Milan und seine Frau Vera ziehen sich auf ein französisches Schloss zurück. Statt der erhofften Ruhe stoßen sie auf eine internationale Tagung von Insektenforschern und auf Pariser Intellektuelle, die sich ganz im Ruhm und in der Selbstpräsentation verlieren. Ganz anders der junge Adelige, der im 18. Jahrhundert in demselben Schloss von einer erfahrenen Madame verführt wird. Die mechanische, seelenlose Erfahrung des modernen Menschen in Zeiten rasanter Geschwindigkeit wird der sinnlichen, lebendigen Erfahrung langsamer Lust gegenübergestellt.
Er galt als Luther der Juden - seine Anhänger sahen in ihm einen Messias, für seine Gegner war er ein Scharlatan, ja Ketzer. Jakob Frank war eine der schillerndsten Gestalten im Europa des 18. Jahrhunderts. Die Religionen waren ihm wie Schuhe, die man auf dem Weg zum Herrn wechseln könne: Er war Jude, bevor er mit seiner Gefolgschaft zum Islam und dann zum Katholizismus konvertierte. Er war ein Grenzgänger, der, aus dem ostjüdischen Schtetl stammend, das Habsburger und das Osmanische Reich durchstreifte und sich schließlich in Offenbach am Main niederließ. Die Jakobsbücher sind das vielstimmige Porträt einer faszinierenden Figur, deren Lebensgeschichte zum Vexierbild einer Welt im Umbruch wird. Olga Tokarczuk hat einen historischen Roman über unsere Gegenwart geschrieben, der zugleich ein Plädoyer für Toleranz und Vielfalt ist. Ihr Opus magnum, vom Nobelpreiskomitee explizit in der Begründung erwähnt.
Simon Serrailler hat seinen letzten Fall nur knapp überlebt. Wird er körperlich und psychisch je wieder in der Lagesein, als Detective Chief Inspector zu arbeiten? Er sucht Abstand von seinem Leben in der gemütlichen südenglischen Stadt Lafferton mit ihrer schönen Kathedrale, von seiner Schwester, der Ärztin Cat und ihren drei Kindern, die gerade seinen Vorgesetzten Kieron Bright geheiratet hat, und von seinem Vater Richard und dessen viel zu junger französischer Freundin. Gibt es einen besseren Ort, um sich zu erholen, als das Zuhause alter Freunde auf einer abgelegenen schottischen Insel? Mit der Ruhe ist es allerdings schnell vorbei, als eine Frau unter mysteriösen Umständen ermordet wird und Serrailler als einziger Polizist vor Ort die Ermittlungen auf Taransay übernehmen muss. Und auch ein alter Fall in Lafferton holt ihn ein. Ist die 24 Jahre alte Kimberley Still ein weiteres Opfer des Serienmörders Lee Russon?
Proteste vor dem Gerichtsgebäude, Live-Berichterstattung, Blitzlichtgewitter – der aufsehenerregende Mordprozess, in dem Dr. Kay Scarpetta als Hauptzeugin aussagen muss, ist nicht nur ein Medienspektakel, er gleicht einer Hexenjagd. Für die Öffentlichkeit und den Staatsanwalt steht das Urteil längst fest: Gilbert Hooke hat nach einem Streit seine Verlobte brutal ermordet, ihre Leiche geschändet und sie in den Atlantik geworfen. Doch die erfahrene Forensikerin Scarpetta kann beweisen, dass ihr inzwischen verstorbener Kollege, der die Autopsie durchgeführt hat, wichtige Beweise übersehen hat: das Fehlen von Totenflecken, welche die Leiche aufweisen müsste, wenn sie länger an der Luft gelegen hätte, und die Kieselalgen in der Lunge der jungen Frau, die auf den Tod durch Ertrinken hinweisen. Der Staatsanwalt zieht alle Register, um Scarpettas Glaubwürdigkeit zu demontieren. Und es kommt noch schlimmer: Die Schwester der Richterin, eine Mitarbeiterin der CIA, wird tot aufgefunden. Obwohl man es ihr von höchster Stelle untersagt, stellt Scarpetta Nachforschungen an, denn sie kennt die Familie persönlich …