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GRIN Der Begriff der ästhetischen Anschauung in Schellings "System des transcendentalen Idealismus" A1015342281
Studienarbeit aus dem Jahr 2010 im Fachbereich Philosophie - Philosophie des 19. Jahrhunderts, Note: 1,00, Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg, Sprache: Deutsch, Abstract: In Schellings "System des transcendentalen Idealismus" liegt uns der erste philosophisch relevante Versuch der Ideengeschichte vor, die Kunst als den privilegierten Zugang zum Absoluten zu denken. Zuvor galt, dass die Kunst, wenn sie überhaupt Thema philosophischen Nachdenkens wurde, von außen zu betrachten sei, als etwas nur Gegenständliches, das keine eigene Wahrheit beanspruchen darf. Der Wert eines Kunstwerks wurde daran gemessen, inwiefern es ein Ding adäquat repräsentierte. Das Kunstwerk hat sich nach dieser Auffassung an einem ihm äußerlichen Gegenstand auszurichten und sich an ihn anzugleichen. Es wird a priori unter den Voraussetzungen einer Logik der Repräsentation verstanden. Welterschließende Impulse werden der Kunst also abgesprochen. Ihre Aufgabe soll in der Kopie faktisch gegebener Dinge, nicht in der Kreation neuer Sichtweisen bestehen. Solange die Philosophie in diesem Denkmuster befangen ist, kann sie die Kunst nicht nur nicht als eigenständige Größe begreifen, sondern muss sie sogar radikal verneinen. Denn die Kunst bildet in diesem Verständnis den genauen Gegensatz zur Philosophie, der es darum zu tun ist, das Wahre vom Scheinhaften, das Urbild vom Abbild zu trennen. Erst durch die Exklusion der Kunst gewinnt die Vernunft ihr Selbstverständnis, den ihr eigenen Raum eines vermeintlich reinen logos. Sie muss Mythos und Kunst aus sich ausschließen, um sich selbst zu konstituieren. Durch diese Beschränkung auf logos und ratio behauptet sie ihre Unabhängigkeit. Diese Unabhängigkeitserklärung der Vernunft wird in der Frühromantik rigoros kritisiert. Aus der Kunst als einem Gegenstand, auf den die traditionelle Philosophie souverän und fast verächtlich herabgeblickt hatte, wird bei Schelling eine eigenständige Erkenntnisweise. Die ästhetische Anschauung steht dabei mit der logisch-diskursiven Denkbewegung nicht nur auf gleicher Augenhöhe, sondern bildet deren notwendige Ergänzung und eigentlichen Abschluss, den Schlussstein, welcher der eigentümlichen Architektonik des transzendentalphilosophischen Systems erst Halt gibt. Insofern die Kunst in der Lage ist, ihre Gegenstände nicht nur, wie das Denken, zu reflektieren, sondern auch konkret im Werk zu verwirklichen, ist sie der Philosophie sogar einen entscheidenden Schritt voraus. In Schellings romantischer Philosophie bildet sie den eigentlichen Königsweg zur Wahrheit, das "Organon der Philosophie".
Teppichrechen zur Tierhaarentfernung – wiederverwendbarer Tierhaarentferner, Besen für Teppiche, verstellbar, 137 cm langer Griff, Hunde- und Katzenhaarentferner, Teppichschaberbürste für I6-PI72-KB4J
Ständer zum Reinigen von Tierhaaren – Schützen Sie Ihren Rücken vor traditionellen kurzen Tierhaarentfernungswerkzeugen, unser Teppichrechen mit langem Griff und 137 cm langem Griff, keine Rückenschmerzen mehr. Die speziell entworfene U-förmige Kopfkante hilft dabei, die Fasern in wenigen Minuten tief zu reinigen und Haare zu sammeln, und auch einfach für Sie, Ihre Kraft auf die Oberfläche zu drücken, einfach wie eine Brise zu reinigen. Extra breiter und spezieller Cooper Edge: Unser Teppichrechen für Tierhaarentfernungswerkzeug mit einem extra breiten 30 cm langen Aluminiumkopf, der hauptsächlich mit großflächiger Reinigung beschäftigt ist. Sparen Sie Ihre Bemühungen ist unsere Priori-Design-Vorsätze. Verfügt über ein spezielles Design mit mehreren Stoffkanten, die sanft zu Ihrem Teppich und Teppich und mehr Stoffen außer gestrickten und zarten Stoffen sind. Super effizient zum Aufnehmen von Hundehaaren, Katzenhaaren und Flusen, die jahrelang in Teppiche eingebettet sind, ohne die Oberfläche zu verletzen. Hochwertiger und robuster Tierhaarentferner-Besen: Wir haben ihn für eine lange Nutzung entwickelt. Jeder Teil des Fellentfernungswerkzeugs ist aus ausgewähltem, hochwertigem Material hergestellt, das auf beste Leistung getestet wurde. 3 Stangen aus hochdichtem Edelstahl ermöglichen es Ihnen, hart zu drücken, ohne zu schütteln oder sich dünn zu fühlen. Wir haben verstärkte Verbindungen und Rasierzähne aus reinem Kupfer hergestellt, damit Sie sie jahrelang verwenden können. Einfach zu montieren und aufzubewahren – Es dauert nur wenige Minuten, um jede Stange einzuschrauben, Sie erhalten einen Tierhaarrechen einsatzbereit. Er ist mit einem Loch an der Oberseite ausgestattet, Sie können ihn an der Wand aufhängen, sparen Sie Platz und greifen Sie ihn jederzeit, wann immer Sie ihn verwenden müssen. Der um 180 Grad drehbare Kopf ermöglicht die Reinigung in jeder Richtung ohne tote Ecken. Perfektes Werkzeug für Haustiereltern: Sie haben vielleicht jeden Tag auf Ihren Teppichen gesaugt, aber wenn Sie unser Tierhaarentfernungswerkzeug verwenden, werden Sie feststellen, dass noch viele winzige Haare in die Fasern eingebettet sind, dieses Werkzeug hilft Ihnen, haarlose Teppiche zu bekommen. Es funktioniert erstaunlich auf dicken Niederflor-Teppichen oder Treppen, die mit Tierfell eingebettet sind, und reinigt tief, die Staubsauger nicht erreichen können.
GRIN Funktionen des erinnernden Erzählens in Ernesto Sábato: "Sobre héroes y tumbas" A1005684923
Studienarbeit aus dem Jahr 2005 im Fachbereich Romanistik - Spanische Sprache, Literatur, Landeskunde, Note: 1,7, Eberhard-Karls-Universität Tübingen (Romanisches Seminar), Veranstaltung: Der argentinische Roman des 20. Jahrhunderts, Sprache: Deutsch, Abstract: Im Proömium zu seinem im Jahr 1961 erschienenen Roman "Sobre héroes y tumbas" beschreibt der argentinische Romancier Ernesto Sábato sein zentrales Anliegen - die Erforschung jenes "oscuro laberinto que conduce al secreto central de nuestra vida". Damit markiert er a priori den Roman als Kombination von kunstvoller Fiktion und existentieller Philosophie. Doch zählt der Roman "Sobre héroes y tumbas" zu denen des so genannten lateinamerikanischen Booms, die einerseits weltliterarischen Ruhm erlangten und sich andererseits vehement von den aus Europa vorgegeben, modernen Erzählmodellen mit dem Primat der Form distanzierten, um mit der nueva novela eine spezifisch eigene literarische Kunstrichtung zu kreieren. Obwohl eine Charakterisierung des Romans viele mögliche Nuancierungen gestattet und demnach nicht eindeutig bestimmbar erscheint, ist m. E. der Modus des erinnernden Erzählens sein wesentliches Charakteristikum und bildet das Fundament zur Entfaltung verschiedenster Zusammenhänge. Mittels der Erinnerung bestreiten die Figuren den Weg in das "Labyrinth" ihres inneren Gedächtnisses und konstruieren vielfältige Assoziationen, deren Bezüge sowohl auf der Geschichtsebene als auch auf der Erzählebene generiert werden. Inwiefern die narrative Externalisation der erinnerten Erlebnisse, Empfindungen, Wünsche, Interessen oder Erwartungen in die Außenwelt das Geheimnis des Lebens zu enthüllen vermag und welche Funktionen die Erinnerung in "Sobre héroes y tumbas" im Einzelnen genau einnimmt, soll im Zuge dieser Arbeit erörtert und expliziert werden. In dieser Hinsicht wird vorab die Handlung auf der Geschichtsebene resümiert, so dass die Analyse der Erzählsituation in seiner Originalität des erinnernden Erzählens zum Plot des Romans in Relation gesetzt werden kann. Im Anschluss sollen drei Thesen der Funktion des mehrschichtigen Erinnerungsgefüges eruiert und anhand der Protagonisten sowie der argentinischen Eigentümlichkeit plausibilsiert werden, um zu einem abschließenden Urteil über die Erinnerungsstruktur des Romans zu gelangen.
GRIN Kants transzendentale Ästhetik: Ihre metaphysische und transzendentale Erörterung und die Konsequenzen für die Möglichkeit synthetischer Urteile aprio A1018874400
Studienarbeit aus dem Jahr 1997 im Fachbereich Philosophie - Philosophie des 17. und 18. Jahrhunderts, einseitig bedruckt, Note: 1,0, Ludwig-Maximilians-Universität München (Phil. Fakultät), Sprache: Deutsch, Abstract: Die transzendentale Ästhetik der ersten Kritik ist eine Wissenschaft der Prinzipien der Sinnlichkeit oder Anschauung a priori. Sie untersucht deshalb nicht die Anschauung insgesamt, sondern nur ihre reinen Formen, Raum und Zeit als Quellen der Erkenntnis.Die These Kants ist, dass zur Anschauung und damit zur Sinnlichkeit erfahrungsfreie Elemente gehören. Ausgangspunkt der transzendentalen Ästhetik ist demzufolge, dass sich Erkenntnis im logischen, nicht im psychologischen Sinne, dem Zusammenwirken von zwei Erkenntnisstämmen verdankt: der Sinnlichkeit und dem Verstand. In der Anschauung wird Einzelnes in seiner bestimmten Form unmittelbar erfaßt und im Denken zu einer Erfahrung bzw. Erkenntnis verarbeitet. Um Einzelnes erfassen zu können, muss dieses als Gegenstand gegeben sein. Dies ist nur möglich durch die Rezeptivität der Sinnlichkeit, wodurch wir affiziert werden, d.h. Empfindungen haben wie einen bestimmten Geruch, eine bestimmte Farbe oder einen spezifischen Geschmack. Würde der Verstand als kombinatorisches Element fehlen, hätten wir keine konkreten Empfindungen, die sich benennen ließen, sondern lediglich unbestimmte, diffuse Wahrnehmungen. Der Verstand ist die Steuerungseinheit, die das Material bündelt und unter Begriffe bringt, welche uns Zusammenhänge ermöglicht und uns zu Aussagen über die Welt kommen läßt. Sinnlichkeit und Verstand sind in Kants Konzeption als Vermögen gleichberechtigt und wechselseitig aufeinander angewiesen. Diese Annahme von zwei menschlichen Erkenntnisstämmen begründet Kant nicht, aber er vermutet, dass sie "vielleicht aus einer gemeinschaftlichen uns unbekannten Wurzel entspringen" (B29). Es liegt daher nicht in seiner Absicht, eine Letztbegründung der Erkenntnis zu leisten - der methodische Ort seiner Ausführungen ist die Vernunftkritik. In einer Synthese von Rationalismus und Empirismus lautet so auch Kants Grundsatz: "Ohne Sinnlichkeit würde kein Gegenstand uns gegeben und ohne Verstand keiner gedacht werden. Gedanken ohne Inhalt sind leer, Anschauungen ohne Begriffe blind". (B76) Dieser Versuch einer Vermittlung zwischen den nach Kant aporetischen Positionen des Empirismus und des Rationalismus wirft Probleme auf, die dann im Deutschen Idealismus zu anderen Entwürfen führen, die über eine Kritik der Vernunft hinausführen sollen.
Studienarbeit aus dem Jahr 2009 im Fachbereich Philosophie - Sonstiges, Note: 1,0, FernUniversität Hagen, Veranstaltung: Modul 10: Kulturelle Fremderfahrung im Spiegel der Literatur, Sprache: Deutsch, Abstract: Die Termini Sprechen, Sein und Sinn erfahren im 19.Jahrhundert im philosophischen und literarischen Diskurs einen fundamentalen Wandel, der auf akademischer wie auf innerlicher Ebene einen Zustand der Irritation evozierte, der auch im zeitgenössischen Denken fortwährt. Entscheidendes Objekt ist hierbei die Sprache. A priori als universell identitäts- und sinngenerierende Instanz positioniert , wird nun die Einheit zwischen Denken und dem Akt des Sprechens, eine zuvor unablässige Allianz für die Bildung eines kohärenten Selbst bzw. Selbstbewusstseins, radikal in Frage gestellt. Der moderne Mensch der abendländischen Gesellschaft, deren rational-wissenschaftliche Basis in der Sprache als Garant des Logos wurzelt, befindet sich folglich in einer prekären Lage. Sein modernes menschliches Dasein, generiert aus dem sprachlichen System, kann auch nur durch die Struktur der Begriffe fortbestehen- die Lebensbedingungen der neuzeitlichen Gesellschaft sind unwiederbringlich mit der Zeichenwelt der Sprache verwoben. Es stellt sich die Erkenntnis ein, dass "kein Erfahrungsgehalt sich ohne Begriffsgeleise mitteilen [kann], die der Code der alltäglichen Zeichen in den Geistern eingegraben hat; und [dass] andererseits der Code der Alltagszeichen jeden Erfahrungsgehalt zensiert" . Das aufkeimende Misstrauen der diskursiven Sprache gegenüber schafft eine doppelte Entfremdung: Verlust einer konsistenten Identität des Ichs und eine zunehmend brüchige Wahrnehmung der Realität der Umwelt und des kulturellen Gefüges. Es stellen sich die Fragen: Was sind die Erfahrungen, die nicht von Sprache beherrscht und durch sie induziert sind? "Wie ist es möglich, die Emotion aus ihrer stereotypierten Mitteilung zu extrahieren?" Existiert ein prä-verbales Begehren und Bedürfnis? Ergo: Wer bin ich, wenn mein Denken sich nicht in Begriffen artikuliert. Sprache transmutiert von (und changiert zwischen) Identitätsstiftend zu Identitätsdestruierend. Diese Erfahrung, wesentlich von Nietzsche, de Sade und auch Freud initiiert, kulminiert nun insbesondere im Frankreich um 1900, eine Zeit beispielloser gesellschaftlicher Umwälzung: [...] [...] Folgend wird erörtert, wie Bataille und Klossowski jeweils Sexualität und Religion in Theorie und Prosa zusammenführen und auf welche Weise diese Symbiose dem 'Unkommunizierbaren' in der Moderne ein Wiederaufleben ermöglichen.
GRIN Chancengerechtigkeit bei Friedrich August von Hayek, John Rawls und Amartya Sen
Studienarbeit aus dem Jahr 2005 im Fachbereich Politik - Politische Theorie und Ideengeschichte, Note: 1,25, Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main (Gesellschaftswissenschaften), Veranstaltung: Seminar, Sprache: Deutsch, Abstract: Aristoteles unterscheidet zwei Arten der Gerechtigkeit: die iusitia directiva und die iustitia distributiva. Erstere ist eine ausgleichende, entschädigende Gerechtigkeit, die entweder durch Rechtsbruch (ex delictu) oder Vertragsverpflichtungen (ex contractu) bindend eingefordert werden kann. Letztere, die iustitia distributiva, die verteilende Gerechtigkeit, besitzt diese rechtsförmige Verbindlichkeit nicht. Sie wird heute synonym zur Verteilungsgerechtigkeit oder der sozialen Gerechtigkeit gebraucht (Kersting 2000a: 17) und ist je nach weltanschaulicher Orientierung umstritten. Eben diese iustitia distributiva wird in ihrer unterschiedlichen Ausdeutung im Zentrum dieser Arbeit stehen. Die iustitia directiva wird hier nicht in die Erörterung mit einbezogen werden Die Verteilungsgerechtigkeit wurde im Verlaufe des 20. Jahrhunderts lange und häufig nur als die gleiche a priori Verteilung von Rechten und insbesondere die gerechte ex post Verteilung von Gütern und monetären Transfers verstanden. Darauf bauen die meisten demokratischen Wohlfahrtsstaaten des europäischen Kontinents auf. Dies, so eine sich verbreiternde Erkenntnis, scheint in den ausdifferenzierten Gesellschaften der postindustriellen Staaten nicht mehr auszureichen, um verkrustete Statuszuweisungen und vererbte Klassenzugehörigkeiten aufzubrechen und sich einer einsehbar fairen Verteilung von Lebenschancen anzunähern. Die gerechte Verteilung von Chancen hat nicht zuletzt deshalb in den neueren politischen Gerechtigkeitstheorien an Bedeutung gewonnen. Das Wissen darum, dass Lebenschancen die eigentlichen Entscheidungsfaktoren für ein selbst bestimmtes, "gutes Leben" (Aristoteles) sein können, ist insbesondere den liberalen Gerechtigkeitstheorien in den letzten Jahrzehnten zunehmend eingeschrieben worden. Ist es dies tatsächlich? Und wenn ja, in gleicher Weise? Reicht allein schon der unverbrüchliche Ausgangspunkt vom Individuum her zu denken, um zu gleichen Schlussfolgerungen bei den Verteilungsstrukturen und Verteilungsergebnissen zu gelangen? Zweifel sind angebracht und diesen sollen in dieser Arbeit nachgegangen werden. Vor diesem Hintergrund arbeitet die Autorin die Chancengerechtigkeit in den Theorien von Friedrich August von Hayek, John Rawls und Amartya Sen heraus. Sie hat damit drei liberale Konzeptionen der Gerechtigkeit gewählt, die diesen Begriff unterschiedlich fassen und der Gerechtigkeit der Chancenverteilung in ihren Theorien einen unterschiedlichen Stellenwert zumessen.
GRIN Entr'acte zwischen Dadaismus und Surrealismus
Bachelorarbeit aus dem Jahr 2006 im Fachbereich Filmwissenschaft, Note: 1,0, Universität Konstanz, Veranstaltung: Seminar: Filme und Texte der französischen Avantgarde, Sprache: Deutsch, Abstract: Für die Produktion des Filmes "Entr'acte" zeichnen sich zwei unterschiedliche Personen verantwortlich: die Ideen bringt der in der dadaistischen Szene von Paris etablierte Künstler Francis Picabia ein, während die Realisierung dieser Ideen dem cinéastischen Intellektuellen und dem am Anfang seiner Karriere stehenden Regisseur René Clair obliegt. Diese produktionsästhetische Arbeitsteilung kennzeichnet den ganzen Film, da beide Ansätze in "Entr¿acte" verschmelzen und dadurch eine Ästhetik erzeugen, die sich aus mehr als der bloßen Summe der einzelnen Teile zusammensetzt. Gleichzeitig korrelieren die beiden Ansätze mit zwei avantgardistischen Bewegungen der Entstehungszeit, die gerade im Jahr 1924 ineinander übergehen. In diesem Jahr begründet André Breton mit dem ersten surrealistischen Manifest den Surrealismus, der große Teile der dadaistischen Kunstkonzeption in sich aufnimmt und gleichzeitig verändert. In dieser ästhetischen Übergangssituation entsteht nun "Entr¿acte", ein Film, der vom paradigmatischen Wechsel der Avantgarden nicht unbeeinflusst geblieben ist. In der Forschung zu "Entr'acte" wurden vor allem der dadaistische Gehalt des Films hervorgehoben. Diese Arbeit geht jedoch von der Annahme aus, dass an der historischen Schnittstelle zweier Avantgarden sich neben die dadaistischen Elemente surrealistische Formen gesellen, die nicht mit Bretons Konzeption des Surrealismus identisch sein müssen. Denn der Surrealismus zeichnet sich aufgrund seiner Heterogenität retrospektiv nicht bloß durch die stilistische Ausführung, sondern vor allem durch die methodische Herstellung des Werks aus. Zudem bedingt die mediale Struktur des Films, in die die dadaistischen Ideen integriert werden, eine Affinität zum Surrealismus und stellt damit a priori eine Verbindung zwischen dem Film und der surrealistischen Ästhetik her. Insofern wird zu zeigen sein, wie "Entr¿acte" nicht nur einen dadaistischen Charakter aufweist, der vor allem inhaltlich manifest ist, sondern gleichzeitig auch surreale Formen integriert. Damit stünde "Entr¿acte" als ein hybrides Werk explizit zwischen Dadaismus und Surrealismus und leistete somit ebenfalls einen Beitrag zur französischen Filmavantgarde der 20er Jahre.
GRIN Multisensorielle Semantik im Mittelalter A1005546833
Studienarbeit aus dem Jahr 2004 im Fachbereich Germanistik - Semiotik, Pragmatik, Semantik, Note: 2,0, Universität Karlsruhe (TH) (Institut für Literaturwissenschaft - Mediävistik), Veranstaltung: Vom Leib zum Buch, Sprache: Deutsch, Abstract: Ganz alltäglich benutzen wir Sprache, um mit anderen zu kommunizieren, uns mitzuteilen oder Dinge zu beschreiben. Dass hierbei jeder einzelnen Äußerung ein bestimmter kontextueller Wert gegeben wird, geschieht beinahe unbewusst. Aber welche Grundkenntnisse müssen wir haben, um das Gesagte, Gehörte oder Gelesene richtig einzuordnen. Welche Rolle spielt die Umwelt, die Gesellschaft und die Zeit, in der wir leben, zur richtigen Deutung der Äußerung? Die Sprachwissenschaft hat sich unter anderem durch Ferdinand de Saussure intensiv mit der Differenzierung des zeichenbasierten Wortes und dessen unterschiedlich determinierten Inhalt, seiner Semantik, beschäftigt. Die Semantik befasst sich unter anderem genau mit den oben aufgeworfenen Fragen nach der Bedeutung von Wörtern im Sprachgebrauch. Die Voraussetzungen, die dazu notwendig sind, sollen Gegenstand dieser Arbeit sein, insbesondere unter dem Aspekt der Semantikentwicklung im Mittelalter. Es soll gezeigt werden, dass unterschiedliche gesellschaftliche Kontexte zwangsläufig zu neuen Bedeutungsebenen geführt haben. Das ist an sich schon a priori relativ schlüssig, in Korrespondenz mit der multisensoriellen Wahrnehmung unterschiedlicher gesellschaftlicher Milieus kann diese Verbindung aufschlussreich sein. Kommunizieren die verschiedenen gesellschaftlichen Gruppen überhaupt miteinander, und wenn ja, wie? Und müssen sie überhaupt miteinander Informationen austauschen? Diesen Fragestellungen geht diese Arbeit unter anderem nach. Für jede Sprachgemeinschaft bildet sich ein Wortschatz aus, der von der Umwelt mitabhängig ist und geprägt wird. So haben Wüstenbewohner mehrere verschiedene Wörter, um Sand zu beschreiben; analog gilt das beispielsweise auch bei den Eskimos, die mehrere Begriffe für Schnee und seine Erscheinungsformen haben. Aber für alle gilt, ¿[¿]daß die Sprache ein auf mehreren Ebenen organisiertes Kenntnissystem von Einheiten und Regeln ist¿, und damit in gewisser Art und Weise von allen Sprachteilnehmer eines Sprachsystems annähernd gleich benutzt wird. Der Unterschied ergibt sich in der Regel erst aus dem differenzierten Gebrauch einzelner Gruppen und Milieus, die die Sprache explizit für ihre Kommunikation und Beschreibung nutzen, den Objekten ihre eigene und spezielle Bedeutung, also Semantik, geben.
PubliQation Bewusstsein und Natur bei Kant A1061540612
Für Kant ist Bewusstsein nicht nur empirisch, sondern auch die logische und formale Voraussetzung einer jeden objektiven Erkenntnis, ist ihm doch alles Sein in der Natur immer nur Bewusst-Sein eines erkennenden Subjekts, deshalb auch die grundlegenden Fragen der Philosophie nach Objektivität, Wirklichkeit und Wahrheit bei sich führt. So ist sein Begriff des Selbstbewusstseins (der Apperzeption) auch fundamentales, durchgängig präsent bleibendes Instrumentarium seiner Transzendental- bzw. Naturphilosophie im Ganzen und berührt dabei unterschiedlichste Themenfelder und Problemstellungen derselben. Obgleich bereits in der Vernunftkritik angelegt, bleibt der Doppelbezug des Selbstbewusstseins dort aber noch deutlich unterbestimmt, weil dessen Objektbezug, mithin die Möglichkeit sinnlicher Anschauung a priori noch nicht begründet wird. Ebenso sind auch die Kategorien bereits dort als Begriffe von objektiver Gültigkeit bewiesen, deren objektive Realität dagegen - also wie deren Gültigkeit in der Erfahrung möglich ist - noch nicht erwiesen. Kant bleibt aber nicht dabei stehen, sondern spinnt seine Reflexion in zahlreichen seiner nachfolgenden Schriften weiter und reicht damit auch die zuvor noch unterbelichtet gebliebenen Voraussetzungen seiner Erkenntnistheorie nach. Weil sich seine originäre Naturphilosophie also nur in der Gesamtschau seines Werkes erschließt, ist es auch Auftrag der vorliegenden Untersuchung, auf Grundlage einer umfassenden Werklektüre, diese bei Kant noch verstreut bleibenden Ergänzungen als kohärente Weiterentwicklungen seines schon in der Vernunftkritik angelegten Begriffs vom Selbstbewusstsein nachzuzeichnen, um diese sodann in eine geschlossene, systemische Textform und zuletzt auch auf einen Begriff zu bringen. Die Gutachter meinen dazu: Ein "umfangreiches Werk, das außerordentlich viele, sehr kontroverse Themen und Fragestellungen der Kantforschung anspricht und dabei originelle Thesen vertritt", ein "extrem anspruchsvolles Unterfangen". Diese "sehr gelungene Arbeit" "zeichnet großer Fleiß, Stringenz und intellektuelle Beharrlichkeit aus" und "offenbart eine vorzügliche Kenntnis der Schriften Kants und sie entwickelt ihre Thesen in gut nachvollziehbarer Weise und Sprache". Sie ist "eine gelungene, kenntnisreiche und wohldurchdachte Kantarbeit" und Ergebnis einer "umfassenden, philosophischen Tour de force", welche "sicherlich in der Kantforschung eine wohlwollende Aufnahme finden und produktive Diskussionen provozieren" wird.
GRIN Der Begriff der ästhetischen Anschauung in Schellings "System des transcendentalen Idealismus"
Studienarbeit aus dem Jahr 2010 im Fachbereich Philosophie - Philosophie des 19. Jahrhunderts, Note: 1,00, Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg, Sprache: Deutsch, Abstract: In Schellings "System des transcendentalen Idealismus" liegt uns der erste philosophisch relevante Versuch der Ideengeschichte vor, die Kunst als den privilegierten Zugang zum Absoluten zu denken. Zuvor galt, dass die Kunst, wenn sie überhaupt Thema philosophischen Nachdenkens wurde, von außen zu betrachten sei, als etwas nur Gegenständliches, das keine eigene Wahrheit beanspruchen darf. Der Wert eines Kunstwerks wurde daran gemessen, inwiefern es ein Ding adäquat repräsentierte. Das Kunstwerk hat sich nach dieser Auffassung an einem ihm äußerlichen Gegenstand auszurichten und sich an ihn anzugleichen. Es wird a priori unter den Voraussetzungen einer Logik der Repräsentation verstanden. Welterschließende Impulse werden der Kunst also abgesprochen. Ihre Aufgabe soll in der Kopie faktisch gegebener Dinge, nicht in der Kreation neuer Sichtweisen bestehen. Solange die Philosophie in diesem Denkmuster befangen ist, kann sie die Kunst nicht nur nicht als eigenständige Größe begreifen, sondern muss sie sogar radikal verneinen. Denn die Kunst bildet in diesem Verständnis den genauen Gegensatz zur Philosophie, der es darum zu tun ist, das Wahre vom Scheinhaften, das Urbild vom Abbild zu trennen. Erst durch die Exklusion der Kunst gewinnt die Vernunft ihr Selbstverständnis, den ihr eigenen Raum eines vermeintlich reinen logos. Sie muss Mythos und Kunst aus sich ausschließen, um sich selbst zu konstituieren. Durch diese Beschränkung auf logos und ratio behauptet sie ihre Unabhängigkeit. Diese Unabhängigkeitserklärung der Vernunft wird in der Frühromantik rigoros kritisiert. Aus der Kunst als einem Gegenstand, auf den die traditionelle Philosophie souverän und fast verächtlich herabgeblickt hatte, wird bei Schelling eine eigenständige Erkenntnisweise. Die ästhetische Anschauung steht dabei mit der logisch-diskursiven Denkbewegung nicht nur auf gleicher Augenhöhe, sondern bildet deren notwendige Ergänzung und eigentlichen Abschluss, den Schlussstein, welcher der eigentümlichen Architektonik des transzendentalphilosophischen Systems erst Halt gibt. Insofern die Kunst in der Lage ist, ihre Gegenstände nicht nur, wie das Denken, zu reflektieren, sondern auch konkret im Werk zu verwirklichen, ist sie der Philosophie sogar einen entscheidenden Schritt voraus. In Schellings romantischer Philosophie bildet sie den eigentlichen Königsweg zur Wahrheit, das "Organon der Philosophie".
GRIN Entr'acte zwischen Dadaismus und Surrealismus A1005677855
Bachelorarbeit aus dem Jahr 2006 im Fachbereich Filmwissenschaft, Note: 1,0, Universität Konstanz, Veranstaltung: Seminar: Filme und Texte der französischen Avantgarde, Sprache: Deutsch, Abstract: Für die Produktion des Filmes "Entr'acte" zeichnen sich zwei unterschiedliche Personen verantwortlich: die Ideen bringt der in der dadaistischen Szene von Paris etablierte Künstler Francis Picabia ein, während die Realisierung dieser Ideen dem cinéastischen Intellektuellen und dem am Anfang seiner Karriere stehenden Regisseur René Clair obliegt. Diese produktionsästhetische Arbeitsteilung kennzeichnet den ganzen Film, da beide Ansätze in "Entr¿acte" verschmelzen und dadurch eine Ästhetik erzeugen, die sich aus mehr als der bloßen Summe der einzelnen Teile zusammensetzt. Gleichzeitig korrelieren die beiden Ansätze mit zwei avantgardistischen Bewegungen der Entstehungszeit, die gerade im Jahr 1924 ineinander übergehen. In diesem Jahr begründet André Breton mit dem ersten surrealistischen Manifest den Surrealismus, der große Teile der dadaistischen Kunstkonzeption in sich aufnimmt und gleichzeitig verändert. In dieser ästhetischen Übergangssituation entsteht nun "Entr¿acte", ein Film, der vom paradigmatischen Wechsel der Avantgarden nicht unbeeinflusst geblieben ist. In der Forschung zu "Entr'acte" wurden vor allem der dadaistische Gehalt des Films hervorgehoben. Diese Arbeit geht jedoch von der Annahme aus, dass an der historischen Schnittstelle zweier Avantgarden sich neben die dadaistischen Elemente surrealistische Formen gesellen, die nicht mit Bretons Konzeption des Surrealismus identisch sein müssen. Denn der Surrealismus zeichnet sich aufgrund seiner Heterogenität retrospektiv nicht bloß durch die stilistische Ausführung, sondern vor allem durch die methodische Herstellung des Werks aus. Zudem bedingt die mediale Struktur des Films, in die die dadaistischen Ideen integriert werden, eine Affinität zum Surrealismus und stellt damit a priori eine Verbindung zwischen dem Film und der surrealistischen Ästhetik her. Insofern wird zu zeigen sein, wie "Entr¿acte" nicht nur einen dadaistischen Charakter aufweist, der vor allem inhaltlich manifest ist, sondern gleichzeitig auch surreale Formen integriert. Damit stünde "Entr¿acte" als ein hybrides Werk explizit zwischen Dadaismus und Surrealismus und leistete somit ebenfalls einen Beitrag zur französischen Filmavantgarde der 20er Jahre.
De Gruyter Gedanken zu einer ersten Philosophie A1017779132
Frontmatter -- Vorwort des Herausgebers -- Inhaltsübersicht -- Vorwort -- 1. Philosophie nimmt ihren Ausgangspunkt von den unbedingten Geltungsarisprüchen -- 2. Der Widerspruch, die unbedingte Geltung aus einem Anspruch auf unbedingte Geltung herzuleiten -- 3. [Die undbedingte Gültigkeit ist eine Eigenschaft, die der Gesamtheit der nicht widersprechenden Bedeutungen zukommt.] -- 4. [Unbedingt gültig zu sein vermag nur ein Satz.] -- 5. [Nicht alle unbedingt gelten wollende Sätze sind unbedingt gültig.] -- 6. [Arten der Sätze. Seins- und Sollsätze. Arten der Sollsätze.] -- 7. [Die Sonderstellung des Satzes vom Widerspruch.] -- 8. [Die Falschheit des Satzes, dass nichts wahr sei.] -- 9. [Der Satz, dass es Wahrheit gibt, kann nicht damit begründet werden, dass der Satz: es gebe keine, falsch sei.] -- 10. [Wahrheit muss gesollt sein. Transzendentaler Normatismus.] -- 11. [Es gibt weder einen Primat der theoretischen, noch einen der praktischen Vernunft.] -- 12. [Nur die kleinste Zahl der allen übrigen voranzustellenden Sätze kann den Masstab der Unbedingtheit abgeben. Minimalphilosophie.] -- 13. [Das Material des Wahrheitsmasstabes sind die subjektiven (psychologischen) Ansprüche auf unbedingte Geltung.] -- 14. [Evidenz und Intuition.] -- 15. [Die unbedingte Gültigkeit eines Satzes bedeutet seine Zugehörigkeit zu einem System von Sätzen. Unbedingte Gültigkeit ist ein iogisches plurale tantum.] -- 16. [Der Begriff der Wahrheit.] -- 17. [Die Rangordnung der wahren Sätze.] -- 18. [Wahrheit: ein unendliches Ideal.] -- 19. Logik -- 20. Moral -- 21. Erfahrung und a priori -- 23. Die nachherige Erfahrbarkeit unserer ersten Voraussetzungen -- 24. [Erste Begriffe ] -- 25. [Die ersten Begriffe brauchen nicht die allgemeinsten oder die einfachsten Begriffe zu sein.] -- 26. [Drei unvermeidliche erste Begriffe.] -- 22b. Der Adressat des obersten Gebotes der Wahrheitssuche -- 22c. Fortsetzung -- 22d. Andere Adressaten ausser dem Menschen ? -- 22e. Ich -- 22ea. Der Widerspruch des Solipsismus -- 22e. Die theoretische "Unzurechnungsfähigkeit" -- 22f. Kausalität -- 22f1 Autonomie -- 22f2 Autonomie -- 22g. Zeit -- 22h. Anmerkung über den Raum -- 22i. System Ordnung. Zusammenhang. Hierarchie der Evidenzen. Wissenschaft -- 22j. Psychologie der Evidenzen -- 22j1 Kategorie der Allgemeingültigkeit oder der unbedingten Notwendigkeit -- 22k. Das Sinngebiet oder die Bedeutungen -- Schlusswort -- Anhang I. -- Anhang II.
GRIN Entscheidungen in der Bayes-Statistik und Sequentialanalyse bei unscharfer Information A1034696979
Doktorarbeit / Dissertation aus dem Jahr 2006 im Fachbereich Mathematik - Analysis, Note: 1,0, Leopold-Franzens-Universität Innsbruck (Institut für Mathematik), Sprache: Deutsch, Abstract: Die Anzahl der Flutwellen kritischer Höhe in einem Zeitintervall kann als Poisson-verteilte Zufallsgröße aufgefasst, da diskrete, zufällig über die Zeit verteilte, mit konstanter Häufigkeit auftretende Ereignisse gezählt werden. Die Höhe einer Flutwelle ist aber eine unscharfe Größe. Geeignete Instrumente zur Erweiterung von mathematischen Analysemethoden von unscharfen Sachverhalten stellt die Theorie der Fuzzy-Mengen zur Verfügung. Als von unscharfen Werten abgeleitete Größe ist auch die Anzahl der Flutwellen kritischer Höhe in einer Beobachtungsperiode unscharf, insbesondere stellt sie eine unscharfe Teilmenge der nichtnegativen ganzen Zahlen dar und kann als Realisierung einer unscharf Poisson-verteilten Fuzzy-Zufallsvariablen angesehen werden. Der unscharfe Zählprozess ist somit ein unscharfer Poisson-Prozess. Die Verfahren der klassischen Inferenzstatistik lassen sich mit Hilfe des Extensionsprinzips auf unscharfe Realisationen von Stichproben von Fuzzy-Zufallsvariablen erweitern. Bei Vorliegen einer geeigneten zur Stichprobenverteilung konjugierten Verteilungsfamilie ist eine einfache Erweiterung des Bayes'schen Theorems auf unscharfe Information möglich, so kann eine exakte oder unscharfe A-priori-Gamma-Verteilung und eine unscharfe Stichproben-Poisson-Verteilung zu einer unscharfen A-posteriori-Gamma-Verteilung kombiniert werden. Ausgehend von der unscharfen A-posteriori-Verteilung kann gezeigt werden, dass Anwendung des Extensionsprinzips auf Bayes'schen verlustminimierenden Entscheidungsregeln zu unscharfen Entscheidungen führt, die im Sinne einer geeigneten Optimalitätsdefinition als optimal angesehen werden können. Bei sequentiellen statistischen Entscheidungsverfahren wird der für die statistische Entscheidung benötigte Stichprobenumfang (Stoppzeit) während des Beobachtungsvorgangs in Abhängigkeit von der vorliegenden Information festgelegt. Konsequente Anwendung des Erweiterungsprinzips führt zu unscharfen Stoppzeiten, welche nicht sinnvoll interpretiert werden können. Zur Bestimmung exakter Stoppzeiten für sequentielle statistische Entscheidungsverfahren bei unscharfer Information werden zwei Lösungswege aufgezeigt: einerseits wird ein Bündel von Methoden vorgeschlagen, aus welchem der Entscheidungsträger in Abhängigkeit von der Fragestellung eine geeignete Methode auszuwählen hat, andererseits wird ein objektives Kriterium zur Entscheidung über den optimalen Abbruchzeitpunkt beim unscharfen sequentiellen Verfahren entwickelt.
Für Kant ist Bewusstsein nicht nur empirisch, sondern auch die logische und formale Voraussetzung einer jeden objektiven Erkenntnis, ist ihm doch alles Sein in der Natur immer nur Bewusst-Sein eines erkennenden Subjekts, deshalb auch die grundlegenden Fragen der Philosophie nach Objektivität, Wirklichkeit und Wahrheit bei sich führt. So ist sein Begriff des Selbstbewusstseins (der Apperzeption) auch fundamentales, durchgängig präsent bleibendes Instrumentarium seiner Transzendental- bzw. Naturphilosophie im Ganzen und berührt dabei unterschiedlichste Themenfelder und Problemstellungen derselben. Obgleich bereits in der Vernunftkritik angelegt, bleibt der Doppelbezug des Selbstbewusstseins dort aber noch deutlich unterbestimmt, weil dessen Objektbezug, mithin die Möglichkeit sinnlicher Anschauung a priori noch nicht begründet wird. Ebenso sind auch die Kategorien bereits dort als Begriffe von objektiver Gültigkeit bewiesen, deren objektive Realität dagegen - also wie deren Gültigkeit in der Erfahrung möglich ist - noch nicht erwiesen. Kant bleibt aber nicht dabei stehen, sondern spinnt seine Reflexion in zahlreichen seiner nachfolgenden Schriften weiter und reicht damit auch die zuvor noch unterbelichtet gebliebenen Voraussetzungen seiner Erkenntnistheorie nach. Weil sich seine originäre Naturphilosophie also nur in der Gesamtschau seines Werkes erschließt, ist es auch Auftrag der vorliegenden Untersuchung, auf Grundlage einer umfassenden Werklektüre, diese bei Kant noch verstreut bleibenden Ergänzungen als kohärente Weiterentwicklungen seines schon in der Vernunftkritik angelegten Begriffs vom Selbstbewusstsein nachzuzeichnen, um diese sodann in eine geschlossene, systemische Textform und zuletzt auch auf einen Begriff zu bringen. Die Gutachter meinen dazu: Ein "umfangreiches Werk, das außerordentlich viele, sehr kontroverse Themen und Fragestellungen der Kantforschung anspricht und dabei originelle Thesen vertritt", ein "extrem anspruchsvolles Unterfangen". Diese "sehr gelungene Arbeit" "zeichnet großer Fleiß, Stringenz und intellektuelle Beharrlichkeit aus" und "offenbart eine vorzügliche Kenntnis der Schriften Kants und sie entwickelt ihre Thesen in gut nachvollziehbarer Weise und Sprache". Sie ist "eine gelungene, kenntnisreiche und wohldurchdachte Kantarbeit" und Ergebnis einer "umfassenden, philosophischen Tour de force", welche "sicherlich in der Kantforschung eine wohlwollende Aufnahme finden und produktive Diskussionen provozieren" wird.
Frontmatter -- Vorwort des Herausgebers -- Inhaltsübersicht -- Vorwort -- 1. Philosophie nimmt ihren Ausgangspunkt von den unbedingten Geltungsarisprüchen -- 2. Der Widerspruch, die unbedingte Geltung aus einem Anspruch auf unbedingte Geltung herzuleiten -- 3. [Die undbedingte Gültigkeit ist eine Eigenschaft, die der Gesamtheit der nicht widersprechenden Bedeutungen zukommt.] -- 4. [Unbedingt gültig zu sein vermag nur ein Satz.] -- 5. [Nicht alle unbedingt gelten wollende Sätze sind unbedingt gültig.] -- 6. [Arten der Sätze. Seins- und Sollsätze. Arten der Sollsätze.] -- 7. [Die Sonderstellung des Satzes vom Widerspruch.] -- 8. [Die Falschheit des Satzes, dass nichts wahr sei.] -- 9. [Der Satz, dass es Wahrheit gibt, kann nicht damit begründet werden, dass der Satz: es gebe keine, falsch sei.] -- 10. [Wahrheit muss gesollt sein. Transzendentaler Normatismus.] -- 11. [Es gibt weder einen Primat der theoretischen, noch einen der praktischen Vernunft.] -- 12. [Nur die kleinste Zahl der allen übrigen voranzustellenden Sätze kann den Masstab der Unbedingtheit abgeben. Minimalphilosophie.] -- 13. [Das Material des Wahrheitsmasstabes sind die subjektiven (psychologischen) Ansprüche auf unbedingte Geltung.] -- 14. [Evidenz und Intuition.] -- 15. [Die unbedingte Gültigkeit eines Satzes bedeutet seine Zugehörigkeit zu einem System von Sätzen. Unbedingte Gültigkeit ist ein iogisches plurale tantum.] -- 16. [Der Begriff der Wahrheit.] -- 17. [Die Rangordnung der wahren Sätze.] -- 18. [Wahrheit: ein unendliches Ideal.] -- 19. Logik -- 20. Moral -- 21. Erfahrung und a priori -- 23. Die nachherige Erfahrbarkeit unserer ersten Voraussetzungen -- 24. [Erste Begriffe ] -- 25. [Die ersten Begriffe brauchen nicht die allgemeinsten oder die einfachsten Begriffe zu sein.] -- 26. [Drei unvermeidliche erste Begriffe.] -- 22b. Der Adressat des obersten Gebotes der Wahrheitssuche -- 22c. Fortsetzung -- 22d. Andere Adressaten ausser dem Menschen ? -- 22e. Ich -- 22ea. Der Widerspruch des Solipsismus -- 22e. Die theoretische "Unzurechnungsfähigkeit" -- 22f. Kausalität -- 22f1 Autonomie -- 22f2 Autonomie -- 22g. Zeit -- 22h. Anmerkung über den Raum -- 22i. System Ordnung. Zusammenhang. Hierarchie der Evidenzen. Wissenschaft -- 22j. Psychologie der Evidenzen -- 22j1 Kategorie der Allgemeingültigkeit oder der unbedingten Notwendigkeit -- 22k. Das Sinngebiet oder die Bedeutungen -- Schlusswort -- Anhang I. -- Anhang II.
GRIN Chancengerechtigkeit bei Friedrich August von Hayek, John Rawls und Amartya Sen A1005743453
Studienarbeit aus dem Jahr 2005 im Fachbereich Politik - Politische Theorie und Ideengeschichte, Note: 1,25, Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main (Gesellschaftswissenschaften), Veranstaltung: Seminar, Sprache: Deutsch, Abstract: Aristoteles unterscheidet zwei Arten der Gerechtigkeit: die iusitia directiva und die iustitia distributiva. Erstere ist eine ausgleichende, entschädigende Gerechtigkeit, die entweder durch Rechtsbruch (ex delictu) oder Vertragsverpflichtungen (ex contractu) bindend eingefordert werden kann. Letztere, die iustitia distributiva, die verteilende Gerechtigkeit, besitzt diese rechtsförmige Verbindlichkeit nicht. Sie wird heute synonym zur Verteilungsgerechtigkeit oder der sozialen Gerechtigkeit gebraucht (Kersting 2000a: 17) und ist je nach weltanschaulicher Orientierung umstritten. Eben diese iustitia distributiva wird in ihrer unterschiedlichen Ausdeutung im Zentrum dieser Arbeit stehen. Die iustitia directiva wird hier nicht in die Erörterung mit einbezogen werden Die Verteilungsgerechtigkeit wurde im Verlaufe des 20. Jahrhunderts lange und häufig nur als die gleiche a priori Verteilung von Rechten und insbesondere die gerechte ex post Verteilung von Gütern und monetären Transfers verstanden. Darauf bauen die meisten demokratischen Wohlfahrtsstaaten des europäischen Kontinents auf. Dies, so eine sich verbreiternde Erkenntnis, scheint in den ausdifferenzierten Gesellschaften der postindustriellen Staaten nicht mehr auszureichen, um verkrustete Statuszuweisungen und vererbte Klassenzugehörigkeiten aufzubrechen und sich einer einsehbar fairen Verteilung von Lebenschancen anzunähern. Die gerechte Verteilung von Chancen hat nicht zuletzt deshalb in den neueren politischen Gerechtigkeitstheorien an Bedeutung gewonnen. Das Wissen darum, dass Lebenschancen die eigentlichen Entscheidungsfaktoren für ein selbst bestimmtes, "gutes Leben" (Aristoteles) sein können, ist insbesondere den liberalen Gerechtigkeitstheorien in den letzten Jahrzehnten zunehmend eingeschrieben worden. Ist es dies tatsächlich? Und wenn ja, in gleicher Weise? Reicht allein schon der unverbrüchliche Ausgangspunkt vom Individuum her zu denken, um zu gleichen Schlussfolgerungen bei den Verteilungsstrukturen und Verteilungsergebnissen zu gelangen? Zweifel sind angebracht und diesen sollen in dieser Arbeit nachgegangen werden. Vor diesem Hintergrund arbeitet die Autorin die Chancengerechtigkeit in den Theorien von Friedrich August von Hayek, John Rawls und Amartya Sen heraus. Sie hat damit drei liberale Konzeptionen der Gerechtigkeit gewählt, die diesen Begriff unterschiedlich fassen und der Gerechtigkeit der Chancenverteilung in ihren Theorien einen unterschiedlichen Stellenwert zumessen.
GRIN Raumbedeutsame Faktoren in Norddeutschland - Geographische und infrastrukturelle Grundlagen A1005305268
Studienarbeit aus dem Jahr 2006 im Fachbereich Geowissenschaften / Geographie - Wirtschaftsgeographie, Note: 2,3, Ludwig-Maximilians-Universität München, Veranstaltung: Große Exkursion - Norddeutschland, Sprache: Deutsch, Abstract: Die vorliegende Arbeit soll einen Überblick über die Ausstattung des norddeutschen Raumes mit raumbedeutsamen Faktoren geben. Hierbei werden relevante physisch-geographische, sowie infrastrukturelle Ausstattungsmerkmale beleuchtet, die eine Ausgangsbasis für das menschliche Handeln und im weiteren Sinne das Wirtschaften innerhalb dieses Raumes bilden. Die Ausführungen sind stets im Kontext der Exkursion nach Norddeutschland im April 2006 zu betrachten; sie liefern eine Art Grundlage für alle weiteren zu behandelnden Themenbereiche. A priori sind die Begrifflichkeiten: ¿raumbedeutsame Faktoren¿, ¿geographische Grundlagen¿ und ¿infrastrukturelle Grundlagen¿ zu definieren, so dass diese im Kontext der vorliegenden Arbeit richtig interpretiert und verstanden werden. ¿Raumbedeutsam¿ ist in der Geographie mit ¿räumlich relevant¿ bzw. ¿raumrelevant¿ gleichzusetzen und bezeichnet alle Verhaltensweisen, Aktivitäten, Maßnahmen u.s.w., die eine räumliche Bedeutung haben, was sich darin äußern kann, dass neue Raumstrukturen geschaffen oder bestehende Raumstrukturen verfestigt oder verändert werden, bzw. dass räumliche Prozesse beeinflusst werden. Raumbedeutsame Faktoren und Verhaltensweisen prägen somit primär das Aussehen und den Charakter einer regionalspezifischen Kulturlandschaft (vgl. LESER 2001: 682). ¿Faktoren¿ sind in diesem Kontext sowohl die geographischen als auch die infrastrukturellen Grundlagen. Unter diesen können hierbei alle nicht schnell änderbaren wesentlichen Determinanten aufgefasst werden, die das tägliche Handeln des Menschen in seiner momentanen Form erlauben. Die Auswahl der ¿geographischen Grundlagen¿ erfolgt basierend auf der Geofaktorenlehre, die allgemein geographische Sachverhalte bezeichnet, die im Wirkungsgefüge der Landschaft im Sinne eines offenen Systems funktionieren (vgl. LESER 2001: 252). Vereinfacht gesagt, sind es die Faktoren, welche die natürliche Ausstattung eines Raumes bedingen (vgl. KLUCZKA und RÖHL 1984: 1). Unter ¿infrastrukturellen Grundlagen¿ versteht man im Gegensatz zu den Geofaktoren, von Menschen geschaffene, materielle Einrichtungen, die für die Ausübung der menschlichen Grunddaseinsfunktionen notwendig sind und die soziale und wirtschaftliche Entwicklung eines Raumes ermöglichen (vgl. LESER 2001: 348).
Springer Berlin Soft Computing Based Modeling in Intelligent Systems A1007332309
The book “Soft Computing Based Modeling in Intelligent Systems”contains the - tended works originally presented at the IEEE International Workshop SOFA 2005 and additional papers. SOFA, an acronym for SOFt computing and Applications, is an international wo- shop intended to advance the theory and applications of intelligent systems and soft computing. Lotfi Zadeh, the inventor of fuzzy logic, has suggested the term “Soft Computing.” He created the Berkeley Initiative of Soft Computing (BISC) to connect researchers working in these new areas of AI. Professor Zadeh participated actively in our wo- shop. Soft Computing techniques are tolerant to imprecision, uncertainty and partial truth. Due to the large variety and complexity of the domain, the constituting methods of Soft Computing are not competing for a comprehensive ultimate solution. Instead they are complementing each other, for dedicated solutions adapted to each specific pr- lem. Hundreds of concrete applications are already available in many domains. Model based approaches offer a very challenging way to integrate a priori knowledge into procedures. Due to their flexibility, robustness, and easy interpretability, the soft c- puting applications will continue to have an exceptional role in our technologies. The applications of Soft Computing techniques in emerging research areas show its mat- ity and usefulness. The IEEE International Workshop SOFA 2005 held Szeged-Hungary and Arad- Romania in 2005 has led to the publication of these two edited volumes. This volume contains Soft Computing methods and applications in modeling, optimisation and prediction.
BoD - Books on Demand Auch eine Philosophie der Geschichte zur Bildung der Menschheit A1067496389
Natürlich, daß diese erste Entwickelungen so simpel, zart und wunderbar waren, wie wir sie in allen Hervorbringungen der Natur sehen. Der Keim fällt in die Erde und erstirbt: der Embryon wird im Verborgnen gebildet, wie's kaum die Brille des Philosophen a priori gutheißen würde, und tritt ganz gebildet hervor: die Geschichte der frühesten Entwicklungen des menschlichen Geschlechts, wie sie uns das ältste Buch beschreibt, mag also so kurz und apokryphisch klingen, daß wir vor dem philosophischen Geist unsres Jahrhunderts, der nichts mehr als Wunderbares und Verborgnes hasset, damit zu erscheinen erblöden: eben deswegen ist sie wahr. Nur eins also angemerkt. Scheint nicht selbst für das Maulwurfsauge dieses lichtesten Jahrhunderts doch ein längeres Leben, eine stiller und zusammenhangender würkende Natur, kurz eine Heldenzeit des Patriarchenalters dazu zu gehören, die erste Formen des Menschengeschlechts, welche es auch seien, den Stammvätern aller Nachkommenschaft ein- und für die Ewigkeit anzubilden? Wir laufen jetzt nur vorüber und durch die Welt her; Schatten auf Erden! Alles Gute und Böse, was wir mitbringen (und wir bringen wenig mit, weil wir alles hier erst empfangen), haben wir meist auch das Schicksal wieder mitzunehmen: unsre Jahre, Lebensläufe, Vorbilder, Unternehmungen, Eindrücke, die Summe unsrer Hinwürkung auf Erden ist kraftloser Traum einer Nachtwache Geschwätz! Du lässest sie dahinfahren usw. So wie das nun bei dem großen Vorrat von Kräften und Fertigkeiten, den wir entwickelt vor uns Enden, bei dem schnellern Lauf unsrer Säfte und Regungen, Lebensalter und Gedankenplane, wo eins das andre wie eine Wasserblase die andre zu verfolgen und zu zerstören eilt, bei dem so oft mißhelligen Verhältnis zwischen Kraft und Besonnenheit, Fähigkeit und Klugheit, Anlage und gutem Herzen, die ein Jahrhundert des Verfalls immer bezeichnen wie's bei dem allen Absicht und abwägende Weisheit scheint, eine große Masse kindischer Kräfte durch kurze, kraftlose Dauer des Lebensspiels zu mäßigen und zu sichern: gehörte nicht auch allein jenes erste, stille, ewige Baum- und Patriarchenleben dazu, um die Menschheit in ersten Neigungen, Sitten und Einrichtungen zu wurzeln und zu gründen?
GRIN AUREMOL - Softwareprojekt zur automatischen Auswertung von multidimensionalen NMR-Spektren
Doktorarbeit / Dissertation aus dem Jahr 2002 im Fachbereich Medizin - Biomedizinische Technik, Note: magna cum laude, Universität Regensburg (Naturwissenschaftliche Fakultät III - Biologie und Vorklinische Medizin), Sprache: Deutsch, Abstract: In dieser Arbeit wurde das Softwareprojekt AUREMOL zur automatischen Auswertung von multidimensionalen NMR-Spektren entwickelt. Es wurde zum einen die grasche Benutzeroberfläche erstellt, um ein möglichst komfortables Arbeiten bei der Auswertung zu gewährleisten, zum anderen wurden neue Methoden zur automatischen Auswertung entwickelt. In AUREMOL wurde ein neuer molekülorientierter Ansatz implementiert, der darauf basiert, dass unter Verwendung von a priori Wissen und einer möglichst guten Vorhersage der Molekülstruktur NMRParameter vorhergesagt werden, die als Leitfaden bei der Auswertung der experimentellen NMR-Spektren dienen. Dazu wurde die Simulation von NOESY-Spektren verbessert, die in diesem Zusammenhang eine wichtige Rolle spielt. Die Berechnung der Linienbreiten der NOE-Signale und der Ein uss der Anisotropie der chemischen Verschiebung und der skalaren Kopplung wurden implementiert. Zwei neue Methoden zur automatischen NOE-Zuordnung bzw. zur Bestimmung fehlender Zuordnungen wurden entwickelt. Der Algorithmus KNOWNOE ermittelt automatisch Proteinstrukturen, falls die sequentielle Zuordnung der Resonanzen bekannt ist. Dabei werden mit Hilfe eines statistischen Verfahrens die Signale der experimentellen 2D- und 3D-NOESY-Spektren automatisch zugeordnet. Die Struktur des Kälteschock-Proteins TmCsp wurde von KNOWNOE ermittelt. Die Qualität der automatisch bestimmten Struktur ist von vergleichbarer Qualität wie die manuell bestimmte Struktur, wie die berechneten R-Faktoren zeigen, die in allen Fällen bei etwa 0; 35 liegen. Das zweite Verfahren ermittelt anhand der partiellen sequentiellen Zuordnung und der Strukturinformation fehlende chemische Verschiebungen in den NOESY-Spektren. Dabei wird ein 2-Stufen Optimierungsalgorithmus eingesetzt, der auf einem Vergleich von simulierten und experimentellen NOESY-Spektren beruht. Anders als bei KNOWNOE werden keine Kreuzsignale zugeordnet, sondern fehlende chemische Verschiebungen (Resonanzlinien) bestimmt. Der Algorithmus benötigt im Falle künstlicher Datensätze eine 30%-ige partielle Zuordnung, um mehr als 90% aller chemischen Resonanzlinien zuzuordnen. Die Methode ist robust gegen Rauschen, Artefaktsignale und fehlende Kreuzsignale in den NOESY-Spektren. Ergebnisse mit einem experimentellen 2D-NOESY-Spektrum der HPr Mutante H15A zeigen, dass auch bei realen Datensätzen fehlende chemische Verschiebungen korrekt bestimmt werden können.