Für vier? Ein bisschen wie Malefiz mit Fantasylackierung
First Things first: Wir haben hier einen Karton, der zu fast zwei Dritteln ungenutzt bleibt. Ich bin ein großer Fan davon, dass bei solchen Spielen mit gleichgroßen Karten unterschiedlicher Bedeutung alles hübsch in eigenen Fächern verstaut werden kann. Das ist hier leider nicht der Fall, alles kommt in eine große Pappgrube ... wenn auch kleine Plastiktütchen beiliegen, um die verschiedenen Kartensorten und Plättchen trennen zu können ... das ist keine schöne Lösung, ein ordentlicher Kartoninhalt wertet so ein Spiel sehr auf, Amigo.
Auch hätten wenigstens die Karten, die nicht auf die Hand gehören, ruhig noch etwas dicker sein können, damit sie nicht so schnell auf dem Spielplan verrutschen. Aber es geht schon.
Die 6 Seiten lange Anleitung zeigt auf den ersten beiden Seiten großzügig, was enthalten und wie es aufgebaut werden soll, auf den restlichen vier Seiten folgen dann die Spielregeln.
Auf der ersten Seite gibt es einen QR-Code, der auf die Website von Amigo führt, wo man (Stand Oktober 2021) mehrere Youtube-Videos zum Spiel findet. Wer keine Lust hat, die Regeln zu lesen, oder es gerne anschaulicher hätte, wird da zum Beispiel* mit einem 11 Minuten langen Erklär-Video bedient, nach dem man direkt losspielen kann. Das wird versprochen - und gehalten. Die Erklärung ist schön langsam gehalten, ein bisschen märchenonkelhaft, aber so geht es auch für Jüngere.
Einführung, Aufbau und Verteilung der Karten nehmen schon mal 4 Minuten in Anspruch, danach geht es auch hier weiter mit den eigentlichen Regeln, die denkbar einfach sind - die gedruckte Anleitung sieht nach mehr aus, als da ist, beim Lesen / Video ansehen merkt man, dass das meiste intuitiv ist - man muss sich also nicht viel merken.
Ausnahmen bestätigen die Regel: ein (Wege blockierender) Troll wird zum Beispiel von dem Spieler entfernt, der ihn gelegt hat - das muss man also im Kopf behalten und dran denken.
Dazu passt ja auch, dass das Spiel ab 10 Jahren beworben wird.
Am besten schaut sich derjenige, der die Regeln vorträgt, erst einmal das Video an, wenn gemocht; danach erklärt sich das Spiel ganz leicht.
Der Aufbau dauert nicht zu lange im Verhältnis zum Spiel; das muss auch so sein, da man zwei Runden spielt, nach der ersten Runde wird neu aufgebaut.
Mit bis zu 9 Spielern kann man ja eher wenige Spiele spielen, dafür gibt es einen Bonuspunkt; wir haben es aber trotzdem nur mit fast der Minimalbesetzung ausprobiert: Wir haben das Spiel zu viert gespielt - und halten das Spiel für schlecht in dem Sinne, dass da etliches nicht funktioniert und wir am Ende bei einem reinen Glücksspiel ohne Sinn landen. Zu viert kann ich mir ausrechnen, dass der andere Spieler meiner Gruppe auf keinen Fall mit mir zusammen spielt, allenfalls einer der Zwerge der gegnerischen Gruppe. Der Gemeinschaftsfaktor geht so fast gänzlich verloren. Unserer Meinung nach sollte das Spiel erst ab 5 Spielern beworben werden - es macht einfach keinen Spaß mit weniger Spielern.
Nach kurzem Geplänkel und ebenfalls rein zufällig verteilten Aktionskarten (auch hier verschwinden zufällig Karten, man weiß also nicht, ob gebaute Hürden jemals überwunden werden können) finden halt einige Zwerge Schätze, andere nicht ... richtiger Spielspaß kam dabei aber nie auf, schade.
Keine Empfehlung von uns - vielleicht aber mit 9 Spielern doch noch interessant? Schön, dass man das Spiel mit so vielen Spielern spielen kann, wenn man wirklich mal so viele an Bord haben sollte.
Ein richtig toll aufgemachtes, spannendes Familien spiel für 3 bis 9 Spieler. Mit der Spielanleitung sind wir leider nicht so gut zurecht gekommen aber hier geben Videos im Internet schnell Abhilfe
Alter: 10+
Spieler: 3-9
Dauer: ca. 45 Minuten
In "Saboteur The Lost Mines" muss man, so wie im Kartenspiel, von der Startposition bis zu den Minen einen durchgängigen Weg bauen. In diesem Spiel bekommt man am Anfang Rollenkarten, die die Spieler in zwei Clans unterteilen. Doch nicht alle arbeiten auch loyal für den eigenen Clan, es gibt die Rolle des selbstsüchtigen Zwerg und die Rolle des Saboteurs. Im Spiel legt man Wege aus, spielt Aktionskarten, Bewegt seinen Zwerg und zieht am Ende des Zugs Karten nach. Der Zwerg der als erstes eine der Minen erreicht darf eine entsprechend ausliegende Schatzkarte ziehen. Sind alle Schatzkarten weg endet die Runde. Die gefundenen Schätze werden in den jeweiligen Clans auf die loyalen Zwerge und eventuell an den Saboteur des gegnerischen Clans verteilt, der selbstsüchtige Zwerg behält alle seine gesammelten Schätze. Dann beginnt eine zweite Runde, wer am Ende der zweiten Runde die Schätze mit den meisten Siegpunkten hat , gewinnt das Spiel.
Fazit: Meiner Meinung nach ein gelungener Nachfolger. Die Regeln wirken am Anfang sehr umfangreich für ein Familienspiel, aber wenn man sie gelesen hat bleiben keine Fragen offen. Die Spielregeln sind in kürzester Zeit erklärt und man kann ohne Probleme losspielen. Um den gegnerischen Clan zu blockieren legt man Hindernisse, entfernt Wegkarten und legt Fallen. Hindernisse können mit den entsprechenden Karten überwunden werden, ab da an kann aber nur noch ein Zwerg auf so eine Karte stehen und es darf auch keiner vorbeiziehen. So kann man gegnerische Zwerge blockieren oder auch vermutliche Saboteure usw. Es ist sehr lustig zu spielen und es herrscht eine große Interaktion zwischen den Spielern. Einzig die Rollen der verschiedenen Zwerge sind oft nicht so gut erkennbar wie beim Kartenspiel, da es immer mehrere Wege geben kann und man oft nicht so genau beobachtet was am anderem Weg passiert. Ein tolles Spiel auch für große Spielrunden.
Da wir die ersten beiden Teile von Saboteur besitzen, mussten wir einfach dieses Rollenspiel probieren.
ein Top Spiel wie die Vorgänger.
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