Das Fernglas ist für mich so nicht zu gebrauchen , die Augenmuscheln sind zu groß , 1 Stern .
Mit nur 15,7mm Augenabstand (Werksangabe) , übersies noch so wie es aussieht mit sehr tief sitzenden Okularlinsen und gut 5cm Augenmuscheldurchmesser , ist das Fernglas trotz meiner relativ weit eingestellten 68mm Pupillenabstand nicht nah genug an meinen Augen zu platzieren
(z.V: Das 'APM 16x80 ED' Astrofernglas hat 20mm Augenabstand und 3mm mehr Nasenfreiheit zwischen den Augenmuscheln) .
Mehr als ein Spielzeugbild ist somit nicht hin zubekommen oder sachlich ausgedrückt , das komplette Sichtfeld ist nicht abrufbar . Im Vorfeld habe ich über dieses Skymasterproblem schon andere einzelne Kundenbewertungen wahrgenommen .
Aber :
Man kann die "im Wege stehenden", verstellwackligen Augenmuscheln leicht demontieren ,
wenn man will und sich traut und das kann (Gummi seitlich anheben, Schrauben ausdrehen 2x3 Stück, Fettreste entfernen) , Demontageergebnis siehe Bildanhänge .
Jetzt bei mir ganz klar 5 STERNE + :
Ein großes Sichtfeld auf Topniveau , der rechnerisch zu ermittelnde hohe subjektive Sehwinkel von 66° (dazu leider keine Werksangabe) sollte erreicht sein .
Sehr detailreiches, farbechtes und scharfes Bild , nicht bis zum Rand ('APM 16x80 ED' ebenfalls) , stört aber überhaupt nicht den Spassfaktor .
Auflösung top , Mizar A und B im Großen Wagen (~15 Bogensekunden auseinander) werden getrennt dargestellt , man muss dazu nartürlich beide Okulare scharf einstellen und genau hinschauen (und die eigene Augenbiologie sollte nicht zu sehr verzerren) .
Den "Laternentest" kann man als bestanden werten , nur minimale Lichtstreuungen bzw. -reflexionen (Schleier keine Spikes) geistern durchs Bild ('APM 16x80 ED' ebenfalls) . Im dunklen Bereich um den Mond herum bleibt damit das Innenleben des Skymaster nicht verborgen , der "schwach geisterne Lichtschmutz" sieht aus wie Putzschlieren , man ist geneigt die Linsen zu putzen . Die eigentliche Mondbetrachtung bleibt aber davon absolut unberührt .
Die Dämmerungssicht entspricht einer 4,67mm Austrittspupille , mit den
Glasvergütungen und -beschichtungen und den Porroprismenaufbau sollte die 90% Lichttransmissionsmarke locker überschritten sein (wieder leider keine Werksangabe dazu) .
15-fache Vergrößerung muss man natürlich erst einmal wackelfrei halten können , das Fernglas kommt gut ausballanciert dort einen sehr entgegen .
Die Verarbeitung ist gut (außer die demontierte Wackeleinstellung) , vergleichbar mit hochpreisigen Gläsern .
Und ein unbedingt erwähnenswerter Topvorteil gegenüber anderen Astroferngläsern ist die zentrale Scharf- bzw. Fokussiereinstellung . Ich glaube alle anderen Astrogläserhersteller haben Einzelokularfokussierung , eine schnelle Scharfeistellung ist dort nicht möglich und schränkt spontane Betrachtungswechsel sehr ein und reduziert somit den Gebrauchswert dieser Gläser .
Zum mittigen Fokussierrad : Es ist mit kleinen Händen blöd erreichbar , ein 70mm Porro-Fernglas hat physikalisch bedingt seine Baugröße . Beim Drehen ist das Losbrechmoment der Dichtungen vom Okularschlitten spürbar , etwas Drehschwere stellt sich ein .
Fazit , wenn das Glas nah genug vor den Augen platziert werden kann :
Ein Fernglas für Jäger, nein, zu schwer (~2,14kg gewogen) . Für Wanderer, nein, zu groß, der halbe Rucksack ist damit voll . Für Insektenbeobachter, nein, 15m Mindestabstand zum Objekt (Werksangabe 13m) . Für Sternenkucker, ja, aber nicht nur . Es ist ein Fernglas das Spass macht , egal wo man hinschaut oder was man sich anschaut (eine Kindheitstraumerfüllung , viel Vergrößerung) .
Für 70mm Baugröße ein sehr handliches Fernglas , gute Anfaßquälität (außer die Augenmuschelverstellung) , scharfes und detailreiches Bild , hohe Auflösungskraft , sehr großes Sichtfeld , mittige Zentralfokussierung und das Fernglas sieht überdies noch gut aus und das alles (!) im mittleren Preissegment .
Ein Wehrmutstropfen gegenüber dem 'APM 16x80 ED' Astrofernglas , das APM hat bei Dunkelheit das bestechendere Bild , beim Betrachten der Plejaden entsteht auch eher ein 3D-Effekt (beides minimal) . Aber der Vergleich hinkt natürlich gegenüber ein 16x80 Glas , dort sind immerhin fast 7% mehr Vergrößerung und gut 30% mehr Lichteinfang vorhanden .
Zur Augenmuschel-Demontage noch eine Anmerkung : Die orginal Okularschutzkappe passt nicht mehr so richtig (zu groß) , dafür passt die von APM .
es stellt sich die Frage, was sich Celestron beim Design der Augenmuscheln gedacht hat. Diese sind sehr hart und dick, dadurch ist der Abstand der beiden Muscheln so gering, dass man das Fernglas nicht auf dem Nasenbein auflegen kann. Wessen Nase da dazwischen passen soll, ist ein Rätsel. So bleibt der Augenabstand derart groß, dass man das Feld und die gute Optik nicht voll ausnutzen kann. Ich habe jetzt die sperrigen Nasenmuscheln abmontiert und Isolierband um den Auszug gewickelt. So lässt sich die wirklich gute Optik bequem nutzen. Förderlich wirkt sich dabei aus, dass die Okularlinsen trotz abmontierter Augenmuscheln ca. 5mm in der Linsenfassung versenkt sind. Da lässt sich das volle Feld gut überblicken.
Positiv zu vermerken sind die Filtergewinde an den Okularen und die allgemeine Verarbeitung. Das Glas liegt gut in Hand und wird von mittleren Stativen noch gut getragen.