Spielerisch enttäuschend, nur für eingefleischte Potter-Fans
Es mag nicht überraschen, dass \"Kampf um Hogwarts\" von der \"Harry Potter\"-Lizenz lebt und nicht von einem durchdachten Spielprinzip. Wesentliches Problem: Der Schwierigkeitsgrad steigt mit einer höheren Spieleranzahl exponenziell an, und die schwierigeren Szenarien des Spiels können praktisch nur zu zweit geschafft werden. Unterm Strich würde ich \"Kampf um Hogwarts\" nur absoluten Fans empfehlen, die ihren Spielspaß aus der durchaus hübschen Aufmachung ziehen.Ein Exkurs in das Spielprinzip: Der Zug jedes Spielers beginnt damit, dass \"Ereignis\"-Karten und Fähigkeiten der zu besiegenden Gegner \"abgearbeitet\" werden. Häufig läuft dies auf mehrere Instanzen von \"Alle Spieler verlieren X Lebenspunkte\" hinaus.Während des eigenen Zuges hat man wiederum die Möglichkeit, durch Ausspielen von Karten Lebenspunkte zurück zu erlangen - das gilt aber typischerweise nur für den eigenen Charakter. Verliert man zu viele Lebenspunkte, so wird der eigene Held bewusstlos, was vom Spiel kurzfristig mit weniger Karten/Handlungsmöglichkeiten und langfristig mit mehr der (ausschließlich negativen) \"Ereignis\"-Karten bestraft wird.Anders ausgedrückt: Geht man beispielhaft davon aus, dass während jedes Spielzuges alle Spieler durchschnittlich 2 Lebenspunkte verlieren, und man nur während des eigenen Spielzuges durchschnittlich 1 Lebenspunkt zurückgewinnen kann, so beginnt man nach einer vollen Runde (in der alle Spieler einmal am Zug waren) den zweiten eigenen Spielzug bei einer Partie mit zwei Spielern mit 7 Lebenspunkten; bei einer Partie mit vier Spielern startet man stattdessen mit nur noch 3 Lebenspunkten, ohne irgendwelche relevanten Vorteile durch die höhere Spieleranzahl zu erhalten.Der Schwierigkeitsgrad jeder Partie wird auch durch die gezogenen Feind-Karten wesentlich beeinflusst, und viele Kombinationen der schwierigen Szenarien sind gerade bei drei und vier Spielern von Vornherein unmöglich schaffbar. So hatten wir zuletzt eine ungünstige Kartenkombination, bei der die als letztes startende Spielerin bereits auf 0 Lebenspunkte gesunken war, ehe sie überhaupt ihren ersten Zug hatte.Daraus ergibt sich auch, dass die optimale Strategie darin besteht, Gegner mit \"starken\" Fähigkeiten so rasch wie möglich zu besiegen, und dann mit einem Spielfeld mit ausschließlich schwachen Gegnern \"nichts\" zu tun außer viele Runden lang neue, stärkere Karten zu kaufen - es gibt nämlich keine Spielmechanik, die endloses Aufbauen bestrafen würde.Kurz gesagt: Kartenglück ist ein extrem bedeutsamer Faktor, und die optimale Strategie ist langweilig.Ein weiteres Problem des Spiels ist, dass es nur in einem sehr eingeschränkten Rahmen ein Deck Building Game ist; neue Karten müssen während des eigenen Spielzugs mit einer Münzen gekauft werden, allerdings ist die Auswahl der auswählbaren Karten gering, und man muss sich häufig zwischen Fortschritt beim Besiegen von Gegnern und dem Erwerben neuer Karten entscheiden. Ebenso gibt es kaum Möglichkeiten, ungewollte Karten aus dem Deck zu entfernen.In der Praxis führt das dazu, dass sich das Konstruieren des eigenen Decks weniger wie eine taktische Entscheidung sondern mehr nach \"Nehmen, was man kriegen kann\" und Zufall anfühlt.FAZIT: Nur für eingefleischte Fans, es gibt weitaus bessere Deck-Building-Games (und auch bessere Spiele aus dem Harry Potter Universum)
Ein schönes Brettspiel / Kartenspiel, macht Spaß!
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