Testurteil: "8.5/10"
Test: Einzeltest: Football Manager 2019
Zitat: Redaktionstipp
Pro: + Enormer Tiefgang
+ Vollständige Bundesliga-Lizenz
+ Viele Hilfen &Tipps
+ Optimierte Taktik& Trainings-Optionen
+ Besseres Scouting
Contra: - Veraltete 3D-Grafik
- Langsames Spieltempo
- Zu häufige Standardtore
Ein sehr guter Manager, ohne extreme Veränderungen auskommend, aber nach wie vor mit sinnvollen Optimierungen versehen. Ja, auch ich würde mir für das 3D-Spiel eine hübschere, vor allem zeitgemäßere Optik wünschen. Aber letztlich ist es mir dann doch lieber, dass ich in der vermeintlich hässlichen Grafik erkenne, welche Vorgaben ich der Mannschaft mit auf den Weg gegeben habe.Das ist besser als Texturen auf heutigem Niveau undein nicht stimmiger Rest. Etwas skeptisch war ich zunächst, weil das Spieltempo mit den neuen Möglichkeiten zusätzlich verlangsamt wurde. Aber letztlich war es dann befriedigend, wenn das eigene Team nach einer harten und einstellungsintensiven Trainingswoche den Sieg gegen das vermeintlich stärkere Team errungen hatte. Sports Interactive hat es geschafft, eine glaubhafte Welt im Fußballzirkus zu erschaffen, in der man sich stunden-, ach was, tagelang verlieren kann. Ein größeres Kompliment kann man kaum machen. Fußballmanager. Meine Güte – das sind diese langweiligen Excel-Tabellen-Simulations-Tools, wo gelegentlich ein Ball zu sehen ist und man sich stundenlang mit öden Spielerwerten, Transferfenstern, Vertragsverhandlungen sowie dem Ausbau des Vereinsgeländes beschäftigen soll, oder? So hat ein Kumpel das mal bezeichnet. So ganz widersprechen konnte man ihm nicht, aber ihm die Faszination dieser Spielegattung näherzubringen, das fiel schwer und würde auch heute noch genauso diffizil sein. Doch der Satz des Kumpels ist satte 20 Jahre alt. Damals waren noch verschiedene Manager im Wettbewerb und Lizenzen für Originalnamen in der Fanszene noch nicht von der Bedeutung, wie es heute der Fall ist. Zufrieden ja, aber auch begeistert? Letztlich blieben für längere Zeit zwei größere Titel im Markt übrig. Der Football Manager von SEGA, früher auch als Meistertrainer im deutschsprachigen Raum bekannt,und der kommerziell zunächst deutlich erfolgreichere Fußballmanager von EA Sports, bei dem der frühere Anstoß-Macher Gerald Köhler lange für die Entwicklung verantwortlich zeichnete. Doch Zeiten ändern sich, und EA stellte seinen Manager mit der 2014er-Version ein. Zu laut war die Kritik an den nur marginalen Veränderungen zur jeweiligen Vorgängerversion, zu groß auch die Rufe nach größerer taktischer Eingriffstiefe. Wenn man so will, wurde das EA-Machwerk als Blender verschrien.Was wohl letztlich dessen Einstellung mit beschleunigte, waren die deutlich hinter den Erwartungen zurückgebliebenen Absatzzahlen.Wie bei einer Aufgabe auf dem Tennisplatz wurde der Football Manager zum Sieger durch Aufgabe erklärt. Nun hat der Titel auch noch die deutsche Bundesliga mit Originalnamen und Logos zu bieten.