Ist zwar etwas länger her, dass ich VIETCONG gespielt hatte, doch war das Spiel ziemlich interessant.
Auch die Freigeschalteten, je nach gelungenem Fortschritt in der Kampagne, Einzelkarten in denen es nur um das Überleben ging und darum alle Gegner in der Map zu eliminieren fand ich ansprechend. Grafik war auch für damalige Verhältnisse in Ordnung.
Habe nun, endlich mal angefangen VIETCONG 2 zu spielen. Lange genug liegt es schon zu Hause im Regal. Und ich wurde enttäuscht. In vielerlei Hinsicht.
Wo soll ich anfangen?!
Ich persönlich hasse es, wenn ich bereits beim Starten des Spiels mir ca. (gefühlte) 2 Minuten das Intro des Spielentwicklers anschauen muss, ohne die Möglichkeit zu haben dieses wegzuklicken.
Das die Grafik alles andere als zeitgemäß ist, sticht als nächstes ins Auge.
Ohne die entwicklungstechnischen Fauxpass´s wie beispielsweise dass ich, wenn ich erschossen worden bin auch schon mal in eine geschlossenen Tür reinfalle, drinhänge wie in einer stumpfen Guillotine...
Nervig ist es auch, dass wenn ich die Türen öffne, sie ständig in meine Richtung aufzugehen scheinen. Im realen Leben hätte ich nach jedem Level eine stattliche Anzahl von Beulen auf der Stirn...
Man wollte sich wohl realistisch geben, in dem man dem Spieler wenn er eine schwere Waffe trägt ihm einen wackligen Entengang verpasst hat (?!?)...
Das Zielen und anvisieren des Gegners fällt mitunter sehr schwer. Nicht zuletzt weil das Spiel ständig ruckelt. Auch wenn ich es "nur" mit einer 7800 GT -GraKa und 2 GB Speicher gespielt habe. Was die angeblich erforderlichen Systemanforderungen ohnehin ziemlich übersteigt.
Diese nervige und mehr als störende Ruckeln wird den Spieler wohl ständig durchs (Singleplayer-) Spiel begleiten.
Der Versuch beim Liegen auch Zielen und Schießen zu können gelingt nur teilweise. Vielmehr nur, wenn man durch Kimme und Korn zielt und feuert. Zu Schießen nach Fadenkreuzmarkierung, wie im Stehen oder Knien, diese Möglichkeit wurde von den Entwicklern offensichtlich gar nicht in Betracht gezogen...
In diversen Computerzeitschriften wird der Song gelobt. Auch hier kann ich die verwendeten Parameter nicht ganz nachvollziehen. Auch hier eher ein Rückschritt zum älteren Vorgänger.
Die KI ist nicht das Gelbe vom umgangssprachlichen Ei.
Noch ein Wort zum Teamspielercharakter des Spiels (Singleplayermodus): Die Teamkollegen kann man per Mausklick in bestimmte Positionen dirigieren. Allerdings nur alle zusammen und nicht einzeln.
Da gibt es etliche ältere Spiele bei denen dies weitaus besser gelöst wurde. Das dem Spieler beispielsweise die Möglichkeit gegeben ist zwischen den Teammitgliedern hin und her zu switchen und sie so beliebig in Position zu bringen. Oder auch einzelne Teammitglieder. Und man die Möglichkeit hatte ihnen Feuerbefehle zu erteilen.
Vorbildlich hierbei beispielsweise mein Lieblings-Team-Taktik-Player HIDDEN & DANGEROUS 2. Oder die CONFLICT-Reihe (am besten gefiel mir persönlich CONFLICT DESERT STROM).
Selbst unbekanntere Spiele wie DEADLY DOZEN oder DEADLY DOZEN 2 PACIFIC THEATRE; LINE OF SIGHT VIETNAM haben das umgesetzt. Oder beides kombiniert, wie beispielsweise ELITE WARRIORS VIETNAM.
Die Thematik des Häuserkampfes wurde selbst von Spielen wie MAN OF VALOR, die das selbige Genre bearbeiten, in den entsprechenden Leveln in denen man dahin verschlagen wurde besser umgesetzt. Und das kam ein Jahr vor VIETCONG 2 schon heraus...
Ich persönlich habe das Spiel in einem Spielepaket gebraucht gekauft. So hielt sich zumindest dahingehend die Verärgerung in Grenzen, was den Anschaffungspreis angeht.
Ich habe jetzt übrigens nur den Single-Playermodus ausprobiert.
Für mich persönlich bekommt das Spiel nur 2 von 5 möglichen Punkten!
VIETCONG 2: kein Vergleich mit Teil eins
Ich bin ehrlich geschrieben herbe enttäuscht über diese sogenannte Fortsetzung und wer Teil eins kennt, wird mir sicherlich zustimmen!?! In wirklich allen Bereichen hinkt diese zweite Ausgabe ihrem Vorgänger hinterher. Wo ist die coole Atmosphäre geblieben, wo die coolen Sprüche, von der Grafik mal ganz zu schweigen. Taktisch kann man nur sein ganzes Team folgen lassen, auch die Nebenfiguren werden nicht mehr mit Namen angesprochen, nur noch "Medic" und "Pioneer" gerufen (gut, bei einem Offizier mag das etwas anderes sein) und verhalten sich wie "Greenhorns", die Gegner glücklicherweise auch. Auch Sergeant Hawkins, das alter ego aus dem ersten Teil habe ich anfangs im Bordell nicht wieder erkannt, wenn er nicht seinen Namen genannt hätte - dabei hatte er doch ein ziemlich markantes (Grafik)Gesicht. Auch das die Zwischenszenen nicht mehr in Spielegrafik gehalten sind, finde ich nicht gerade förderlich, zumal die gezeigten Videos ziemlich fade ausschauen. Bei den Vietcong-Missionen im Dschungel will auch nicht mehr die rechte Stimmung auftauchen, die noch im ersten Teil einen Großteil ausmachte (auch wenn damals schon die Grafik bei genauerem und nahem Betrachten ziemlich verwaschen wirkte). Alles in allem muß ich schreiben (das ist meine persönliche Meinung), daß das nichts war, mehr als gut gemeinte zwei Sterne kann ich nicht geben. Da bleib ich lieber bei Teil eins und "Fist Alpha", die zwar auch nicht das "nonplusultra" darstellen, aber um Längen besser sind. Schade eigentlich, hätte was werden können mit der tschechischen Herstellerfirma, so geht es aber nun auch wieder nicht.