Unübertroffen in rauer Natur!
Es gibt kein ideales Kocher-/Topfsystem, das für wirklich alle äußeren Bedingungen taugt. Manche sind schwer, andere windanfällig, wieder andere aufwendig oder unbequem zu bedienen. Bei den meisten Einsätzen beim Zelten oder auf Ausflügen ist es beinahe egal, auf welchem kleinen mobilen Kocher man bei 20 Grad ohne Wind sein Süppchen kocht. Ob Gaskocher, Spiritus, Benzinkocher, oder offenes Feuer: Vor- und Nachteile haben sie alle. Wo sortiert sich ein Trangia-Kochtopfset da nun also ein?Das Fazit zuerst, wer dann die Details lesen möchte, darf das gern tun:Es gibt viele Details im Umgang mit dem Trangia zu beachten. Hat man einmal erlernt ihn zu bedienen, bietet der Trangiakocher mega viel Komfort und man kocht beinahe so intuitiv wie zu Hause am Herd. Jedoch gibt es Kochervarianten, speziell Gaskocher, die wartungsärmer, aber unbequemer zu bedienen sind.Der Trangia ist krisenfest was äußere Umstände angeht. Er steht fest und stabil. Das muss er auch, denn flüssiger Brennstoff, der auslaufen kann, kann schnell in Schäden an Ausrüstung, Personen oder der Umgebung enden. Er holt die bestmögliche Brennleistung auch bei Wind und Wetter aus dem Spiritus heraus und ist bis ins letzte Detail durchdacht, um seine Zutaten ans Kochen zu kriegen. Die meisten anderen Campingkocher, speziell Gaskocher, versagen bei starkem Wind, nicht der Trangia.Dafür schleppt man halt auch mehr Material rum, das andere Kochersysteme zu Lasten von Bequemlichkeit und Komfort einsparen.Langversion:Trangia ist verhältnismäßig schwer. Fürs Wandern mag es also kleinere, leichtere Sets aus Kochern und Topfsets geben, die unter Idealbedingungen "besser abschneiden". Beim Trangia schleppt man doppelt so viel Material für den Kocher mit sich herum, als die Töpfe und Pfanne ausmachen. Den Brennstoff muss man dann auch noch mitführen. Es gibt z.B. Gaskocher, bei denen ein winziges Topfkreuz auf eine gefüllte Kartusche geschraubt wird und das ganze dann einen relativ stabil stehenden Kocher ergibt und man Volumen für mehr Töpfe oder Anderes im Rucksack frei hat. Bei Wind und Regen jedoch bauen dann alle Gaskocher-Wanderer irgendwelche Windwälle aus ihren Rucksäcken oder improvisieren Steinhäuflein um ihren Gaskocher. Und da zeigt sich die Kür des Trangiasystems.Trangia ist beständig bei Wind und Regen. Der Trangia-Brenner an sich, also ohne das Set aus Windschutz und Töpfen, ist seit Jahrzehnten unverändert mit einem zweiwandigen Kanalsystem, bei dem der flüssige Spiritus sich vergast und dann brennend aus kleinen Düsen austritt. Das war damals gut und geht auch heute nicht besser, sonst hätte jemand das Produkt schon nennenswert umgebaut und nicht nur kopiert. Das übrige Set holt dann aus dem Brenner das meiste raus was geht: Spiritus ist ein Flüssigbrennstoff, der wie alle alkoholbasierten Brennstoffe eine eigentlich geringe Brennleistung hat im Vergleich zu Flüssiggas oder Erdölbasierten/Benzinbrennstoffen. Im Windschutz des Trangiasystems, welches die beigefügten Töpfe mehr umschließt als dass sie DARAUF gestellt werden, ist die perfekte Kombination aus Luftzufuhr und Abfuhr auch bei stärkstem Wind gefunden. Der ideale Abstand vom Topfboden zur Flamme wird automatisch eingehalten, die Flamme ist regelbar. Da gelingt Kochen dann auch im Sturm, wo Gaskocher ihre Wärmeleistung nicht mehr an den Topf abgeben können.Trangia-Systeme stehen stabil. Die Gaskartusche mit aufgeschraubtem Brenner ist leicht, aber wackelt bei kleinsten Unebenheiten und wenn der Topf voll ist, muss man ihn beim Umrühren mit der Griffzange festhalten. Das Trangiasystem steht breit da und verzeiht auch leichte Schieflage und versehentliches Anstoßen, man kann in den Töpfen rühren ohne nennenswert aufpassen zu müssen.Trangia ist nicht einfach gedankenlos zu bedienen. Beim Gaskocher steckt man einen Brenner auf eine Kartusche und kann loslegen, wieder ausmachen, wieder anzünden etc. Beim Trangia muss man mehr aufbauen und auf mehr Kleinigkeiten achten, die man falsch machen kann. Zum Beispiel sollte man den Brenner immer aus dem Windschutz in die Hand nehmen, um gut dosiert Spiritus einfüllen zu können. Es ist gefährlich, weil ungenau zu dosieren, schräg von oben in den Windschutz zu füllen. Der Brenner muss ganz abgekühlt sein bevor ich ihn schließe, weil sonst die Dichtung Schaden nimmt wenn der Behälter abkühlt und ein Unterdruck entsteht. Brennspiritus rußt vergleichsweise stark, wo Gas z.B. überhaupt keine Rückstände am Topfboden hinterlässt. Aber durch das Windschutzsystem beschränkt sich das auf einen kleinen Kreis am Topfboden und die Rückstände können mit einem Papiertaschentuch oder einem feuchten Spüllappen leicht entfernt werden. Spiritus brennt beinahe unsichtbar, und wenn ich es verschütte, kann schnell ein großflächigerer Brand entstehen, eine umgeworfene Gaskartusche läuft wenigstens nicht großflächig aus, etc.Trangia ist schwierig bei großer Kälte oder in großen Höhen. Flüssiger Spiritus muss in kalter Umgebung manchmal "vorgeglüht" werden bevor er richtig angeht. Es hilft manchmal, den zugeschraubten Brenner gefüllt körpernah zu tragen oder in den Händen zu umschließen, oder ein kleines Hölzchen in den Brenner zu stecken, im Spiritus zu tränken, und das dann anzuzünden und nicht die eigentliche Flüssigkeit. Das Kälte- und Höhe/Luftdruckproblem teilt der Trangiakocher mit Gaskochern, die verlieren hier auch stark an Leistung.