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Brill | Schöningh Kriegsgreuel
Fast alle Gesellschaften haben sich bemüht, der organisierten Gewalt in Kriegen Grenzen zu setzen. Seitdem es Regeln für die Kriegführung gab, sind diese aber auch immer wieder gebrochen worden. Dabei kam es zu ungezählten Gewalttaten an meist Wehrlosen, die in das Kampfgeschehen im Frontbereich oder im Hinterland verwickelt waren. Der vorliegende Band befasst sich mit den von Kriegsbrauch oder Völkerrecht vorgegebenen Regeln für den Umgang mit feindlichen Soldaten und Zivilisten und mit ihrer Verletzung. Historikerinnen und Historiker aus sechs Ländern untersuchen - epochenübergreifend vom Mittelalter bis zum 20. Jahrhundert - solche Norm- und Rechtsverletzungen. Ausgewählte Fallbeispiele machen deutlich, von wem, in welcher Form, unter welchen Umständen und aus welchem Anlass diese Grenzen jeweils überschritten wurden. Welche Taten sich von der als "normal" empfundenen Gewalt des Krieges abhoben, wird ebenso aufgezeigt wie die je nach Zeit und Umständen unterschiedliche Auffassung darüber, was denn überhaupt als "Kriegsgreuel" anzusehen sei.
Das Buch widmet sich Darstellungen und Reflexionen landwirtschaftlicher Arbeit in der Literatur und anderen Künsten. Landwirtschaft als ‚cultura‘; Pflege des Bodens, gilt als älteste Form der Arbeit. Heute steht sie wie nie zuvor im Zentrum politischer, ökologischer und wirtschaftlicher Kontroversen. Die Beiträge des Bands erforschen, wie sich kulturelle Codierungen, sozio-ökonomische Umbrüche sowie ästhetische Aspekte agrarischer Arbeit in Text, Bild und Film einschreiben. Die Fallbeispiele erstrecken sich von der griechischen und römischen Antike bis zur globalen Gegenwart. Praktiken wie Pflügen, Säen oder Melken rücken ebenso in den Blick wie die Protagonisten landwirtschaftlicher Arbeit (Bauer, Magd, Cowboy, Milchkuh). Literatur und Künste partizipieren dabei auch an den kritischen Neuentwürfen agrarischer Arbeit – von frühneuzeitlicher Gärtnerei über aufklärerische Landlust bis zu den sozialistischen Agrarexperimenten des 20. Jahrhunderts und dem zeitgenössischen Ecocriticism.
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Anatomisch geformtes Air Comfort EVA-Fußbett für mehr Atmungsaktivität Die geriffelte Lauffläche sorgt für einen sehr guten Grip. Watershield-Membrane Sohle und Zwischensohle aus TPR Garantierte Leistung und lange Lebensdauer.
Niedriges Design für mehr Bewegungsfreiheit. Atmungsaktives Gewebe mit seitlichen Schutzverstärkungen. Rutschfeste Sohle für sicheren Grip auf verschiedenen Untergründen.
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Sprachliche Ausdrücke haben Bedeutungen. Aber was sind diese Sachen, die wir „Bedeutung“ nennen? Warum haben sprachliche Ausdrücke genau die Bedeutungen, die sie haben? Und wie finden wir heraus, welche Bedeutungen sie jeweils haben? Um solche Fragen geht es im vorliegenden Buch. Um sie zu beantworten, muss der Zusammenhang zwischen sprachlichen Ausdrücken und Kommunikation in den Blick genommen werden. Sprachliche Ausdrücke haben Bedeutungen, weil wir damit kommunizieren. Dabei beeinflussen wir unsere Adressaten in einer besonderen Weise und rufen in ihnen bestimmte mentale Zustände hervor. Durch diese mentalen Zustände sind letztlich Bedeutungen unserer Äußerungen zu erklären. Um Bedeutungen zu erkennen, müssen wir aber nicht vorher schon eine Sprache beherrschen. Im Gegenteil: Kommunikation ist grundlegender als Sprache. Wir müssen zuerst kommunizieren, um unsere Muttersprache lernen zu können. Es wird gezeigt, wie Bedeutung durch Kommunikation erklärt werden kann und wie aus Kommunikation Sprache entsteht.
Was immer später Philosophie heißen sollte, verdankt sich nicht Platon, sondern seinem genialen Schüler Aristoteles. Wolfgang Welsch legt eine Gesamtdarstellung der aristotelischen Philosophie vor. Behandelt werden sämtliche Bereiche, denen Aristoteles sich gewidmet hat, also neben der Logik und Metaphysik auch die umfangreichen Schriften zur Natur und zur menschlichen Welt. In exemplarischen Analysen werden die grundlegenden Gedanken des Aristoteles deutlich gemacht, so dass ein lebendiges und für jedermann zugängliches Bild seiner Philosophie entsteht. Zudem wird erörtert, wie die aristotelischen Auffassungen im Lauf der Geschichte bewertet wurden und was von ihnen heute als überholt, was andererseits als noch immer gültig anzusehen ist oder wie manche Auffassungen für unsere Zeit zu aktualisieren wären. Der Stil ist – bei aller Eindringlichkeit in der Sache – nicht akademisch-trocken, sondern anregend und engagiert. – Ein Buch für alle an lebendiger und großer Philosophie Interessierten.
Georges Perecs Werk sind zwei Erbschaften eingeschrieben: das familiäre Vermächtnis jüdischer Geschichte sowie das intellektuelle Testament des Marxismus. Das erste haben bereits viele gelesen, das zweite wurde bisher kaum beachtet. Die Studie „Schreibformen. Georges Perecs literarischer Materialismus“ schließt diese Forschungslücke. Sie skizziert die marxistische Genealogie in Perecs Texten und zeigt, dass seine oulipotische Praxis nicht zu bloßen Sprachspielereien führt. Das Schreiben unter formalen Einschränkungen ist vielmehr als eine Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Zwängen zu begreifen, unter denen auch die künstlerische Arbeit steht. Literarische Praxis und Gesellschaftskritik fallen dabei zusammen. Angesichts der gegenwärtigen Unschärfe im Verhältnis von Aktionismus und Kunst sind Perecs Schreibformen wegweisend.
Am Anfang waren Postmoderne, underground comix und prosthetic culture – allesamt prägende Phänomene für die Comic-Autobiografie. In diesem popkulturellen Medium geraten Aspekte wie die ‚Wahrheit des Ich‘ oder die Evidenz des Erzählten ins Wanken. Stattdessen entsteht im Zeichen der Spaltung, Übertreibung und Metamorphose eine neue Form der hybriden Selbstrepräsentation. Die Monografie bietet Einblicke in die heterogenen Diskurse der Entstehung und Entwicklung dieser Praxis des autobiografischen Schreibens/Zeichnens in den USA, Europa und Japan.
Der Krieg ist eine Universalie der Weltgeschichte. Das Buch diskutiert das Verhältnis von politischer Macht, legitimer Herrschaft und Gewalt und versucht damit, das Wesen des Kriegs zu begreifen. Vorgestellt werden zentrale Kriegstheorien sowie das Militär als soziale Organisation. Reflektiert werden zudem die Professionalisierung des Kriegs, die Industrialisierung des Tötens sowie aktuelle Erscheinungsformen wie Hybrider Krieg und Cyberwar. Auch seine Repräsentationen in Literatur und Film finden Beachtung. Darüber hinaus wird ein Zusammenhang zwischen Krieg und sozialer Ordnung hergestellt. Es wird nach der Möglichkeit eines „gerechten“ Kriegs, nach Gottesfrieden und Heiligem Krieg, nach Kriegsursachen und der Entstehung von Feinden und Feindbildern gefragt. Ergänzt wird dies durch Überlegungen zu humanitären Interventionen und Menschenrechten als möglichem Kriegsgrund. Am Ende steht die grundlegende Frage: Warum Krieg?
Die Beiträge des Bandes widmen sich sprachlichen, medialen und kulturellen Spielformen der Übersetzung und diskutieren dabei unterschiedliche Fragen des Literatur- und Kulturtransfers, von traditionelleren Aspekten wie der literarischen Übersetzung bis hin zu neuen medialen Entwicklungen. Ausgehend von einer kultur- und medientheoretischen Rahmung des Übersetzungsbegriffs untersucht der Band situationale Aushandlungsräume und Praktiken medialer und kultureller Übersetzungen, speziell mit Blick auf deutsch-polnische Relationen, aber auch darüber hinaus. Das zugrundeliegende Übersetzungskonzept stellt die Frage, wie sich Prozesse der Hervorbringung und Aneignung praktisch vollziehen, und zwar im Sinne mehrdimensionaler, mitunter brüchiger medialer Übertragungen und Transformationen.
Drawing on the latest scholarship from the leading experts in the field and featuring over 400 images of works from major public and private collections, this landmark book looks at painted and printed erotic images produced in Japan during the Edo period (1600-1868) and early Meiji era (1868-1912). This title is only available through Hotei Publishing in the United States of America, Canada and the Philippines.
Das Herz als physische, kognitive, emotionale und rationale Mitte des Menschen wurde lange vernachlässigt. Der vorliegende Band legt nun Linien der Traditions- und Wissenschaftsgeschichte frei, die das Herz als Mitte des Menschen verstehen und damit sowohl scheinbar übermächtige naturwissenschaftliche Reduktionismen als auch anthropologische Engführungen überwinden. Seit der Antike verbanden sich mit dem Herzen nicht nur die vitale Funktion, sondern Begriffe von Vernunft, Verstand und Seele. So konnte das Herz das entscheidende Organ und zugleich Symbol für das Verhältnis von Menschen zueinander, zu Gott und der lebendigen Welt werden. Die Beiträge des Bandes erkunden Schlaglichter dieser Spur von der Antike über die frühe Neuzeit und bis in die Gegenwart aus der Perspektive unterschiedlicher Forschungsdisziplinen.
Gegenwärtig etabliert sich in den Geistes-, Kultur- und Sozialwissenschaften eine neue Denk- und Forschungsrichtung, die eine folgenreiche Blickverschiebung auf den Menschen, seine Stellung in der Welt, seine Selbstbeschreibung und seine Zentralstellung in den Wissenschaften propagiert. Bei aller Unterschiedlichkeit eint diese posthumanistischen Ansätze, dass sie eine humandezentrierende Perspektive einnehmen, etablierte dualistische Sichtweisen auf Natur und Kultur herausfordern und die Beziehungen zwischen Menschen und Nicht-Menschen neu denken. Der vorliegende Band mit theoretischen und empirischen Beiträgen u.a. aus den Themenbereichen Anthropozän, Ökologie, Robotik, Künstliche Intelligenz und Kunst sondiert das Feld posthumanistischen Denkens, erörtert den gegenwärtigen Stand der Debatte und fragt kritisch nach Voraussetzungen, Potenzialen und Grenzen.
Einer der besten Kenner der Geschichte Sibiriens erzählt in seinem fesselnden neuen Buch die dramatische Geschichte von über 400 Jahren. Sie beginnt mit den Kosaken Jermaks, die im Dienste russischer Kaufleute als Speerspitze der Eroberung in die unbekannten Weiten jenseits des Urals vorstießen, und setzt sich über die Kolonisierung, Erforschung und Erschließung des vielgestaltigen Landes fort bis zur Gegenwart, in der Sibirien immer größeres Interesse auf sich zieht. Sibirien. Das Wort ruft zahlreiche Assoziationen hervor: unberührte, wilde Natur und ungeheure Weite - achteinhalb Tage braucht die Transsibirische Eisenbahn für die 9.298 Kilometer von Moskau bis Wladiwostok. Gleichzeitig verbinden sich mit Sibirien bedrückende Gedanken an Verbannung, Straflager und Zwangsarbeit - nicht ohne Grund ist Sibirien als 'das größte Gefängnis' der Welt bezeichnet worden. Riesig ist auch der Reichtum Sibiriens an Bodenschätzen, vor allem an Erdöl, Erdgas, Steinkohle, Gold und Diamanten. Bevor sie Sibirien zur Schatzkammer des Russischen Reiches und seiner Nachfolgestaaten machten, erwies sich ein anderer Schatz der Natur als Magnet von höchster Anziehungskraft: der Reichtum an Pelztieren. Er war einer der mächtigsten Anreize für die Eroberung Sibiriens durch die Russen. Sie begann im späten 16. Jahrhundert in der Regierungszeit Ivans IV. Seit dem ersten Vordringen gehörten der zivilisatorische Anspruch, die behauptete Überlegenheit der Russen zu den Gründen für die Rechtfertigung der Eroberung. Sibirien galt schon bald nicht mehr als Kolonie, sondern als genuiner Bestandteil des Reiches. Zu den Opfern der Kolonisierung gehörten vor allem die Ureinwohner Sibiriens, die zahlenmäßig zu schwach waren und aus zu vielen unterschiedlichen Völkerschaften bestanden, um sich erfolgreich zur Wehr setzen zu können. Dieses Spannungsverhältnis zwischen russischer Eroberung und den Lebensbedingungen und Überlebensstrategien der indigenen Bevölkerung ist ein zentrales Thema des Buches. Ein weiteres großes Thema ist die industrielle Erschließung und Ausbeutung des Landes, die in der sowjetischen Zeit ohne jede Rücksicht auf Mensch und Natur bis zum Extrem forciert wurde, ein Raubbau, der in seiner bis heute fortwirkenden Gigantomanie eine beeindruckende und reiche natürliche Umwelt an den Rand der völligen Zerstörung getrieben hat. Das bedrohte Naturwunder des Baikalsees ist nur ein Beispiel dafür.