Deine Suche ergab leider keine Ergebnisse. Bitte ändere die zuletzt verwendeten Filter und versuche es erneut.
Anzeige
Angebote unserer Partner-Shops
"
Das-verbrechen
"
Filtern
Sortieren:
Beste Treffer
Beste Treffer
Preis: niedrig bis hoch
Preis: hoch bis niedrig
Ansicht:
GRIN NS-Verbrechen in Frankreich
Studienarbeit aus dem Jahr 2009 im Fachbereich Geschichte Deutschlands - Nationalsozialismus, Zweiter Weltkrieg, Note: 2,0, Ruhr-Universität Bochum (Historisches Institut), Veranstaltung: Hauptseminar: Geschichte, Recht und Erinnerung. Das "Dritte Reich" und die DDR vor Gericht, Sprache: Deutsch, Abstract: Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit den Phasen der französischen Strafverfolgungspolitik deutscher Kriegs- und NS-Verbrecher nach dem Zweiten Weltkrieg. Zu Beginn wird zunächst die Ausgangssituation Frankreichs nach dem deutsch- französischen Waffenstillstandsabkommen von 1940 geschildert. Die Herausbildung der französischen Widerstandsbewegung als Reaktion auf dieses Abkommen und die darauf folgende Partisanenbekämpfung der deutschen Besatzer forderte zwischen 1940 und 1945 unter der französischen Zivilbevölkerung zahlreiche Todesopfer. Nur durch die Erläuterung dieser vorangegangenen Ereignisse lässt sich das starke Bedürfnis der Franzosen nach einer strafrechtlichen Ahndung deutscher Kriegsverbrechen, die ab 1944 einsetzte und um die es im weiteren Verlauf der Arbeit gehen soll, begreifen. In ihrer Studie "Frankreich und die deutschen Kriegsverbrecher" von 2004 untersucht Claudia Moisel die französische Strafverfolgung nach dem Zweiten Weltkrieg und unterteilt dabei die französische Strafpraxis zur Ahndung von deutschen Kriegsverbrechen zeitlich in zwei Phasen. Auf die Unterschiede im Bereich der französischen Strafpraxis während dieser beiden Phasen, deren Zäsur Moisel auf den anglo- amerikanischen Auslieferungsstopp von 1947 zurückführt, wird im Hauptteil der vorliegenden Arbeit eingegangen. Die Frage, die sich in diesem Zusammenhang stellt und auf deren Beantwortung die vorliegende Arbeit abzielt, lautet: Warum veränderte sich die Strafverfolgungspolitik Frankreichs im Verlauf dieser beiden Phasen? Was waren die Gründe und welche politischen, kulturellen und gesellschaftlichen Faktoren spielten dabei eine Rolle?Unabhängig von der Untersuchung der von deutschen Besatzern begangenen Verbrechen, die in der Forschung bereits ausreichend untersucht worden sind (wie z. B. in Eberhard Jäckels Studie "Frankreich in Hitlers Europa"), soll herausgestellt werden, wie unterschiedlich die Reaktionen der Deutschen und Franzosen auf die Strafverfolgungspolitik Frankreichs ausfielen und was dies letztendlich für die strafrechtliche Ahndung und das deutsch-französische Verhältnis bedeutete.
Die Dekolonisierung ist in aller Munde. In Kunst, Wissenschaft und Gesellschaft werden derzeit die eigenen kolonialen Verstrickungen nicht als ein zeitlich abgeschlossener oder räumlich ferner Zusammenhang, sondern als grundsätzliche Tiefenstruktur der modernen Welt reflektiert. Doch inwiefern müssen zentrale Annahmen und Begriffe der dekolonialen Kritik erweitert und neu gedacht werden, damit eine kritische Praxis im deutschsprachigen Raum heute nicht zur Phrasendrescherei verkommt? In diesem Band problematisieren die Kunstvermittlerin Nora Sternfeld, die Protestforscherin Olga Reznikova und der Kulturanthropologe Rohit Jain zentrale Begriffe, streiten über den Universalismus und erörtern einen nicht-westlichen Imperialismus. Der Band dokumentiert das gleichnamige Symposium in den Sophiensaelen Berlin, auf dem offen diskutiert und nicht gleich festgestellt wurde
Der Band beantwortet grundlegende Fragen des sexuellen Missbrauchs von Minderjährigen in der katholische Kirche: Wie war er möglich in einer Institution mit rigorosen Weisungen in der Sexualmoral? Welche kirchlichen Bedingungen boten ein günstiges Umfeld? Welche Konsequenzen sind zu ziehen für Priesterauswahl und -ausbildung, für Katechese und Pastoral – und für eine strukturelle Reform der Kirche?
Andrei S. Markovits, geboren als Kind rumänischer Schoa-Überlebender, hat die politischen und akademischen Debatten in Deutschland über Jahrzehnte hinweg mitgeprägt. In den 80ern sezierte der amerikanische Politologe die deutschen Gewerkschaften und deren strukturellen Sexismus, in den 90ern prognostizierte er „Grün schlägt Rot“ und nach dem 11. September 2001 gehörte er zu den wichtigsten Stimmen, die auf die Verbindung von Antisemitismus und Antiamerikanismus hinwiesen. Auch in Feldern wie Sport und Tierschutz zeigt sich die besondere Herangehensweise von Markovits, den transatlantischen Vergleich als sozialwissenschaftliche Kontrastfolie zu nutzen. Der vorliegende Band versammelt Beiträge akademischer und politischer Wegbegleiter – Ruth Hatlapa, Hans-Otto Hemmer, Ulf Liebe, Benedikt Jahnke, Stephen Milder, Lars Rensmann, Sascha Spoun und die Herausgeber – und präsentiert die thematischen Schwerpunkte des Markovits’schen Schaffens. Ergänzend finden sich darin etliche in Deutschland mehrheitlich bisher unveröffentlichte Originalbeiträge von Andrei S. Markovits sowie ein Interview mit diesem.
Zwischen Neon und Grau schimmern die vielen Geschichten über 1989/90 und den Osten mit all seinen Widersprüchen und Konflikten. Popkultur erzählt davon, im Gangsta-Rap aus Ostberlin, in Romanen über die brandenburgische Provinz, in Filmen über Aufbrüche und Abbrüche. NEON/GRAU fügt diese Geschichten zusammen und bringt sie miteinander ins Gespräch – über Freiheiten und Verluste, Zugehörigkeit und Ausgrenzung, Jugend und Gewalt, ländliche Räume und Geschlechterverhältnisse. Die Beiträge ergänzend kommen zu Wort: Hendrik Bolz, Marion Brasch, Paula Fürstenberg, Aelrun Goette, Max Hertzberg, Harald Homann, Katharina Kollmann (aka Nichtseattle), Grit Lemke, Maren Möhring, Daniel Peisker (Astro Ritter Kollektiv), Vũ Vân Pham, Manja Präkels, Peggy Piesche, Masha Qrella, Tucké Royale, Regina Scheer und Bettina Wilpert.
Im Gespräch mit Eberhard Havekost sagte Tatjana Doll einmal: „Ich denke, dass meine Bilder den Sehraum brechen. Ein Bild von dreißig Metern kannst du nicht einfach so sehen, wie du ein Bild üblicherweise siehst.“ Und darin findet sich schon ein Hinweis auf das, was Dolls Malerei ausmacht – Farbe, Lack, Wucht, Größe, komplexe Einfachheit. Im selben, in diesem Buch dokumentierten Gespräch mit Havekost sagt Doll zudem: „Das Plakat legt immer eine Perspektive fest, die ich so einnehmen muss. Beim gemalten Bild gibt es keinen Standpunkt, von dem man auszugehen hat.“ Ulrich Loock fasst es anders: „Wenn es kein Entkommen aus der Welt der Bilder gibt, ist es doch möglich, mit und in der Malerei Elemente, die Bedingungen, die diese Welt beherrschen und von ihr geschaffen werden, präzise umzuordnen. Malerei wird dadurch möglich, dass sie Möglichkeiten eines Unterschiedes verwirklicht und die Macht der Repräsentation in eine Macht über die Repräsentation verwandelt.“ Genau dies ist das Programm von Tatjana Doll: Die Bedingungen, die diese Welt beherrschen und von ihr geschaffen werden, präzise umordnen. Dies zeigt dieser umfangreiche Band, der Dolls Arbeiten dokumentiert und ihre Kontexte freilegt – flankiert von Beiträgen von Ulrich Loock, Marcus Steinweg, Peter Wawerzinek und vielen anderen.
Der Band versammelt Interviews von Carsten Gansel mit maßgebenden Vertretern der beiden Literatursysteme Ost- und Westdeutschland sowie der nachfolgenden Autorengeneration zu einem repräsentativen Dialog über die Kultur- und Zeitgeschichte der jüngsten deutschen Vergangenheit. Vor dem Hintergrund der gemeinsamen Erfahrung des Epochenumbruchs von 1989 verhandeln die Gesprächspartner insbesondere die vielfältigen Zusammenhänge zwischen Autorenpoetik, individuellem und kulturellem Gedächtnis. Diese Edition bietet ein vielstimmiges Panorama der (Literatur-)Geschichte des letzten Vierteljahrhunderts. Gespräche unter anderem mit: Jürgen Becker, Thomas Brussig, Günter Grass, Norbert Gstrein, Christoph Hein, Peter Härtling, Stephan Heym, Reinhard Jirgl, Hermann Kant, Uwe Kolbe, Peter Kurzeck, Erich Loest, Giwi Margwelaschwili, Clemens Meyer, Ulrich Plenzdorf, Marcel Reich-Ranicki und Christa Wolf.
„Die Berlinerin Tatjana Doll, 1970 in Burgsteinfurt geboren, beschäftigt sich in ihren großflächigen Arbeiten mit Objekten, die selbstverständlicher Teil unserer Alltagswelt sind. Das Wissen um das Vorhandensein eines alltäglichen Umgangs mit Bildsprache (Piktogramme, Schilder, Symbole) macht sich Doll zunutze. Der Bildzugang scheint einfach und bekannt. Der Moment, in dem ein gelber Lackfleck ein LKW-Rücklicht wird, ist der Betrachter auf seinem Nachhauseweg in seiner absolut universellen Selbstverständlichkeit verunsichert. Die Lackbilder in diesem Buch werden ergänzt durch eine Auswahl ihrer Zeichnungen, die gleichfalls Magazine und Werbebilder imitieren und bestehlen. „Tatjana Dolls Bilder sind überlebensgroß. Ihre plakatwandartigen, riesigen Leinwände mit Schildern und alltäglichen Gegenständen scheinen das Darstellungspotential der Malerei zu erforschen. Bei einer Höhe von meist über drei Metern und einer Weite von (in Ausnahmen) bis zu 15 Metern, sind die Bilder so groß, daß sie kaum in den Ausstellungsraum passen. Sehr direkt scheint sich Dolls Arbeit mit der Stellung des Einzelnen gegenüber dem Öffentlichen zu beschäftigen, oft als unmittelbare Konfrontation mit großformatigen, freistehenden Bildern. Weder die Institution Kunst noch die Außenwelt liefern den passenden Kontext für diese Darstellungen von LKWs, Lieferwagen und Containern, und so vermitteln die Arbeiten ständig den Eindruck fehl am Platze zu sein.“ Wim Peeters
„Re-Discovery“ dokumentiert eine Ausstellungs- und Veranstaltungsreihe, in der die Arbeiten von älteren Künstlern in den Dialog mit denen von jungen treten. Sie fand im Autocenter Berlin von März 2014 bis Dezember 2015 statt. Von Inke Arns, Janneke de Vries, Francesca Gavin, Martin Germann und Ulrich Loock konzipiert, handelt es sich bei den älteren Positionen wie David Hammons, Ivan Kožarić; Sture Johannesson, Peter Rose und Marianne Wex um Künstler, die in Deutschland unbekannt, wenig bekannt oder eher dafür bekannt sind, blinde Flecken in der zeitgenössischen Kunstgeschichtsschreibung zu sein. „Re-Discovery“ beschränkt sich jedoch nicht allein auf das Ausstellen dieser Positionen im Sinne einer verdienten Wiederentdeckung. Vielmehr wurde ein Resonanzraum geschaffen, in dem ältere Arbeiten auf zeitgenössische Werke stoßen, mit ihnen korrespondieren oder Spannungen hervorbringen, durch die neue Sichtweisen und Kontexte entstehen. Künstler_innen waren Gerry Bibby, Shannon Bool, Laura Buckley, Erik Bünger, Carla Filipe, David Hammons, Nina Hoffmann, Sture Johannesson, Matt Keegan, Ivan Kožarić; Julika Rudelius, Jeremy Shaw, Peter Rose, Marianne Wex und Katarina Zdjelar.
Verfilmt als "Killers of the Flower Moon" von Martin Scorsese mit Leonardo DiCaprio und Robert De Niro: Filmstart 2023 In den 1920ern hatten nicht die Bewohner von New York oder Paris das höchste Pro-Kopf-Einkommen: die reichsten Menschen der Welt waren die Osage-Indianer im amerikanischen Bundesstaat Oklahoma. Das karge Land, das ihnen als Reservat zugewiesen worden war, barg gigantische Ölvorkommen. Doch der Reichtum brachte den Osage kein Glück: Eine mysteriöse Serie von Morden nahm ihren Anfang, der Dutzende Stammesmitglieder zum Opfer fallen sollten. Die Osage-Morde wurden zum ersten großen Fall für das noch junge FBI. Doch Korruption und Geldgier hatten auch hier bereits Einzug gehalten. Erst einer Gruppe von Undercover-Agenten gelingt es schließlich, diese wohl finsterste und spektakulärste Mordserie in der Geschichte der USA aufzuklären. Verfilmt als "Killers of the Flower Moon" von Martin Scorsese mit Leonardo DiCaprio und Robert De Niro: Kinostart 20. Oktober 2023 Ausgezeichnet mit dem weltweit wichtigsten Krimipreis Edgar-Award in der Kategorie Best Fact Crime. New York Times-Bestseller. »Ein bravouröser Fact-Thriller« (stern crime) »Grandios recherchiert.« (Wieland Freund, DIE WELT)
Christian Geissler (1928-2008) hat mit seinem Roman 'Anfrage' (1960) als ein 'junger Wilder' die Bühne der Literatur betreten und nach der Schuld der Väter sowie ihrer Rolle in der Nachkriegsgesellschaft gefragt. In den 1960er Jahren prägte er das NDR-Fernsehspiel, später drehte er über 20 Dokumentarfilme. Er schrieb Romane, Hörspiele und Gedichte, trat als politischer Redner auf und wurde auch in der DDR verlegt. Geisslers Themen waren gesellschaftliche Gewaltverhältnisse: konkret, auf der Ebene alltäglicher Erfahrung. Anders als Peter Weiss hat er seine 'Ästhetik des Widerstands' bis an die unmittelbare Gegenwart herangeschrieben. Mit 'Das Brot mit der Feile' (1973) und 'kamalatta' (1988) wurde er zum Chronisten des Widerstands in der Bundesrepublik. In Zeiten, in denen das Thema der politischen Gewalt wieder bedrückend aktuell wird, werden seine Werke neu aufgelegt. In ihrer Suche nach politischer Emanzipation stören sie auch heute noch auf. Dieser Band dokumentiert eine Tagung zu seinem Werk im Oktober 2016. Mit Beiträgen von Helmut Böttiger, Britta Caspers, Didi Danquart, Dietmar Dath, Jan Decker, Peter Ellenbruch, Detlef Grumbach, Sven Kramer, Ulrich Lampen, Ingo Meyer, Helmut Peitsch, Sabine Peters und Robert Stadlober.
Halbbildung ist das Gegenteil von Bildung und die aller Auf klärung zum Trotz herrschende Form des gegenwärtigen Bewusstseins. Sie ist eins mit Konformismus, Ressentiment und stereotypem Denken. Dass sich Universitäten und der Kultur betrieb nach dem 7. Oktober 2023 als Nährboden für Anti semitismus erweisen, ist kein Zufall. Wo narzisstische Selbstvergewisserung selbstständiges Denken abgelöst hat, wird Halbbildung total. Die Frage nach dem Warum erfordert Theorie und Kritik der Pädagogik wie der Gesellschaft. In »Halbbildung« fokussieren sich die Autor*innen darauf, was Bildung und Erziehung unter den gegebenen gesellschaftlichen Bedingungen zu leisten beansprucht – und was auch durch diese systematisch verhindert wird. Dabei wird eine Rettung desjenigen anvisiert, was die von der Barbarei ergriffene bürgerliche Gesellschaft nur beschädigt hinterließ. Die Beiträge verhandeln den Zusammenhang von Psychologie und Pädagogik, kritisieren das Konzept von Empowerment, fragen nach der Möglichkeit von Bildung nach Auschwitz und zeigen, warum die herrschende Kultur der Mitmenschlichkeit eine wesentliche Erscheinungsform bürgerlicher Kälte ist. Mit Beiträgen von Ulrich Mathias Gerr, Anne Gräf, Henning Gutfleisch, Enrico Pfau, Thassilo Polcik, Nadine Randak, Michael Schüßler, Anna-Josepha Stahl und Patrick Viol.
Während sich Leserschaft und Kritik immer noch an Brechts vollendeten Werken orientieren, ist aus der Perspektive des Archivs von seiner schriftstellerischen Arbeit kaum etwas fertig. Auch die Brechtforschung hat sich bisher unzureichend mit dem Unfertigen beschäftigt und unterscheidet oft scharf zwischen dem ganzen Stück und dem Fragment. Der vorliegende Band stellt die Frage, ob diese Differenz aufrechterhalten werden kann, und zwar anhand von Lyrik, Film, Notizbüchern, Stücken und Theatermodellen. Hierbei wird deutlich, dass für Brecht Unfertigkeit kein Scheitern war. Die kollektive Erstellung vieler Texte und Aufführungen, ihr experimenteller Charakter und ihr unbedingter Bezug auf die Geschichte und Gesellschaft machen Unfertigkeit zum Erfordernis. Damit entsprechen diese Arbeiten der doppelten Zeitlichkeit des Fragments, das immer beides ist: Ruine und Entwurf.
Giwi Margwelaschwili wurde 1927 als Sohn georgischer Emigranten in Berlin geboren, seine erste Sprache war Deutsch. Seine Mutter litt unter Depressionen und starb, als er klein war. Sein Vater lehrte Philosophie und Orientalistik und engagierte sich im georgischen Widerstand gegen die Sowjetunion. 1946 wurde er vom sowjetischen Geheimdienst NKWD entführt, gemeinsam mit seinem Sohn Giwi. Der Vater wurde ermordet. Giwi Margwelaschwili wurde in Sachsenhausen interniert und anschließend nach Georgien verschleppt. Giwi Margwelaschwili hat Teile seiner Biographie in seinen Romanen um Kapitän Wakusch verarbeitet. Jörg Sundermeier hat Margwelaschwili im Frühjahr 2016 an fünf Tagen zu seinem Leben und seinem Werk interviewt, dieses Interview wird durchbrochen und ergänzt durch kleinere Auszüge aus dem Werk. Hier zeigt sich der Philosoph und Ontotextologe Margwelaschwili ganz offen. Er erklärt den Einfluss der Philosophie von Husserl, Heidegger und Deleuze auf sein Werk, erzählt über sein Leben in der Sowjetunion und sein Leben zwischen den Welten nach dem Fall der Mauer. So entsteht ein intimes Porträt des deutsch-georgischen Denkers und führt in das Werk dieses einzigartigen Erzählers der Erzähltheorie ein, in dem sich Philosophie und Erfahrungen der Emigration miteinander verbinden.
»Es gibt etwas, das Hartmann weiß und Jakob nicht.« Hartmann und Jakob arbeiten in einer Fabrik am Stadtrand, wobei niemand so recht sagen kann, was dort eigentlich produziert wird. Sie sind gemeinsam in der kleinen Stadt aufgewachsen: der ältere Hartmann, der seinen Platz in der Gemeinschaft schon immer sicher hatte und Jakob, der zugezogene Außenseiter. Jahrelang hat Hartmann auf Jakob auf gepasst und ihn langsam in seine Welt eingeführt. Doch in einem Sommer, der nicht mehr endet, beginnt sich Hartmann nicht nur von der Gemeinschaft, sondern auch von Jakob abzuwenden. Nach einem Streit verschwindet er. Jakob begibt sich auf die Suche nach seinem Freund, während die Natur um die kleine Stadt zu sterben beginnt und die Bewohner immer aggressiver werden. Dabei folgt ihm der mysteriöse Schellenmann. »Schellenmann« schildert das Aufwachsen zwischen Fabrikarbeit, Lethargie und dem Gefühl der Unzugehörigkeit. Philipp Böhms sehr eigene Sprache und liebevolle Erzählweise entwickeln einen mitreißenden Sog und lassen die Leser*innen nicht mehr los.
Ted Gaier schreibt als teilnehmender Beobachter über Proteste in Athen und Prag oder den Widerstand einer Hausbewohnerschaft gegen einen Großinvestor. Er berichtet von strukturellem Rassismus im Theater- und Medienbetrieb sowie Marketingmethoden im Musikbusiness. Er fragt am Beispiel der Band Ton Steine Scherben nach Mustern linker Geschichtsschreibung und in Artikeln über Robert Görl von DAF oder den Monks, was frühere Avantgarden ausmachte. Außerdem geht es um die Geschichte des Mainstreampops im Rumänien, elektronische Musikfestivals oder die Kunst von Mariola Brillowska. Gaier vermag gesellschaftliche Entwicklungen mit popkulturellen Phänomenen zu erklären. Zugleich hinterfragt er seine Biografiie und seine Arbeit mit den Goldenen Zitronen und dem Performancekollektiv Schwabinggrad Ballett. Sein solidarischer Blick auf die Welt, die Offfenheit und Klarheit, die Ironie, aber auch die Selbstzweifel des Künstlers und Aktivisten machen diesen Band, der Texte aus den letzten 20 Jahren versammelt, aus.
Das Jahr 1916. Ein Ende des Weltkriegs ist nicht abzusehen. Mühsam ist in München zur Untätigkeit verdammt. Seine Meinung darf er nicht öffentlich sagen, es ist einsam um ihn geworden. Also verfolgt er die Berichte von den vielen Fronten und macht sich sein eigenes Bild. Zerstörung, millionenfaches Leid, die Triumphe der Militärtechnik mit U-Boot-Krieg, Giftgas und die Bombardierung wehrloser Städte quälen ihn. Auch der Völkermord an den Armeniern, von der deutschen Politik gebilligt, beschäftigt ihn, doch es bleibt ihm nur, das ganze Ausmaß für die Nachwelt fassbar zu machen. Nur die militärische Niederlage Deutschlands kann Europa retten, begreift er nun. Verzweifelt forscht er nach Möglichkeiten, die Wahrheit zu verbreiten, Widerstand und Revolte zu schüren. Doch seine Suche nach Verbündeten bei Schriftstellern wie Heinrich Mann oder bei linken Sozialdemokraten wie Karl Liebknecht führt nicht weit. Im Herbst 1916 endlich kommt es zu Protesten in München. Beginnt der Aufstand der Massen gegen den Krieg? Mühsam fasst neuen Mut und bereitet sich auf seine historische Rolle vor …