Ilse Aichingers Lyrik gehört eher zum postulierten als zum tatsächlichen literarischen Kanon: Knapp hundert der im Deutschen Literaturarchiv Marbach aufbewahrte Gedichte und Gedichtentwürfe sind noch unveröffentlicht, und für das mehrfach ausgezeichnete publizierte Werk fehlte bisher eine methodisch fundierte Überblicksstudie. Der Band bietet Analysen aller gedruckten und ungedruckten Gedichte und Prosagedichte, Entwürfe und Vorstufen. Eine Kombination quantitativer Auswertungsmethoden mit genauer Textanalyse sowie die Aufschlüsslung von Vorstufen und Entwürfen nach textgenetischen Gesichtspunkten lassen die Charakteristika und Entwicklungslinien dieser Lyrik nachvollziehbar werden und bisher nicht gesehene Textbezüge aufscheinen. Erkennbar wird, wie bewusst Selektionsprozesse im Arbeitsprozess und in der Veröffentlichungspolitik stattgefunden haben. Textstruktur und Textsteuerung machen im Bezug aufeinander die poetischen Prinzipien sichtbar, die dieses lyrische Werk prägen. Exkurse zum Prosagedicht Günter Eichs und zu den Parallelen im Hinblick auf Paul Celans Umgang mit biographischen Spuren verorten Aichingers Werk in seiner Zeit und eröffnen neue Ansätze zur Erforschung der Lyrikgeschichte nach 1945.
Brill | mentis Eine Globalgeschichte der Lyrik A1064012797
Was ist eigentlich moderne Lyrik? Wie und wo entsteht sie? Wie entfaltet sie sich weltweit zwischen ca. 1800 und heute? Wie verhält sie sich zu den traditionellen Lyriken, und inwiefern bilden funktional traditionell gestaltete und moderne Lyriken gemeinsam die ‚Weltsprache‘ der globalen Gegenwartslyrik? Solche und weitere Fragen untersucht der dritte Teil der Globalgeschichte der Lyrik. Indem er die Geschichten der Lyriken aller Kontinente, Sprachen und Schriften zu einer Globalgeschichte der Lyrik zusammenführt, erklärt der Band, wieso das Schreiben und Lesen von Lyrik heute eine weltweite, anthropologisch universale Kulturpraktik ist, mit der grundlegende poetische Dispositionen des Menschen erfüllt werden. Der Titel besteht aus 2 Bänden: Band III-1: 616 Seiten - Band III-2: 744 Seiten
Nima Yusig, der als Vater der modernen persischen Lyrik gilt, schrieb 1938 das Gedicht Qoqnus, dessen Entstehung als die Vollendung der Geburt der modernen persischen Lyrik angesehen werden muss. Knapp 70 Jahre danach und obwohl diese Lyrik sich nach anfänglichen Widerständen längst ihren Platz in der iranischen Gesellschaft gesichert hat, hat man sich in der westlichen Welt noch nicht gebührend mit ihr beschäftigt. Immer noch gehen Veröffentlichungen, die man in europäischen Sprachen über die moderne persische Lyrik findet, kaum über Anthologien und Dichterbiographien hinaus. Vor diesem Hintergrund, aber auch angesichts der Defizite in der persischsprachigen Kritik zur modernen persischen Lyrik, wird in diesem Band die Lyrik vorgestellt und sich mit der Leistung bzw. der Lyrik jener Dichter auseinander gesetzt, die sich mehr als alle anderen um sie verdient gemacht haben: Nima Yusig, Mehdi Ahawan Talet, Forug Farrohzad und Ahmad Samlu. Der Autor geht dabei analytisch vor und orientiert sich ausschließlich an literarischen Kriterien. Er ermöglicht dem Leser einen Einblick in die Geschichte, in die theoretischen und praktischen Grundlagen und vor allem in die spezifischen Eigenschaften der modernen persischen Lyrik.
Die Lyrik des Expressionismus eröffnet ein neues Zeitalter der deutschen Literatursprache. Zu den zentralen Themenfeldern der expressionistischen Epoche zwischen 1910 und 1920 gehören: die moderne Großstadt, die Vorahnung und Erfahrung eines Ersten Weltkrieges, die industrielle Arbeitswelt, aber auch die Suche nach politischer und religiöser Neuorientierung sowie nach emotionaler Geborgenheit durch die Poesie und in ihr. Die oft apokalyptische Sprachgewalt der expressionistischen Lyrik ist ein Gradmesser der literarischen Krisenerfahrung der Moderne. Kurze und kompakte Einleitungen führen in die Themenfelder ein. Texte von Georg Simmel, Friedrich Nietzsche, Gustav Landauer, Kurt Pinthus erschließen eingangs den Problemhorizont dieser Epoche. Pluspunkte: Die wichtigsten Gedichte der Epoche nach Themenkreisen zusammengefasst und jeweils kompakt eingeleitet unentbehrlich für Studierende der Germanistik auch für den Schulgebrauch geeignet
De Gruyter Die Lyrik Gottfried Kellers A1011261779
Als Lyriker wird Gottfried Keller nur noch von wenigen Gebildeten gekannt und geschätzt, in Anthologien fristet er eher ein Schattendasein. Der Ruhm seiner Novellistik („Die Leute von Seldwyla“) und seiner großen Epik („Der grüne Heinrich“) scheint den Glanz seiner Lyrik zu verdunkeln. Dass seine Gedichte, die bis in die Anfänge des 20. Jahrhunderts zahlreiche Leser gefunden haben, eine Wiedererweckung verdienen, zeigt der vorliegende Band. Er stellt Kellers Lyrik nach ihren dominanten Merkmalen und ästhetischen Formzügen in 16 Kapiteln vor. Jedes Kapitel enthält prägnante Hinweise zu einzelnen Gedichten und eine oder mehrere exemplarische Textinterpretationen. Beabsichtigt ist - unter Berücksichtigung der Forschung - die erste wissenschaftliche Gesamtdarstellung der Lyrik Kellers. Die thematische Vielfalt seines poetischen Schaffens reicht von der Natur- bis zur Liebeslyrik, von der Selbstdurchleuchtung des lyrischen Ichs bis zur kritischen Darstellung zentraler Zeitprobleme, von der Wertschätzung großer Kunst bis zur Würdigung kreatürlicher Details. Nicht minder weit gespannt sind Kellers ästhetische Verfahrensweisen. Sie entfalten - in innovativer Gestalt - verschiedene Spielarten des Humors, der Ironie und der Melancholie, sie verwenden virtuos volksliedhafte Sprachregister und symbolisch-allegorische Darstellungsweisen, sie erproben die Kunst der Zwischentöne ebenso wie die der funkelnden Pointe. Zur längst fälligen Renaissance der Lyrik Kellers ebnet dieser Band den Weg.
Minnesang, Sangspruch und Leich – die drei Hauptgattungen der deutschsprachigen Lyrik des Hochmittelalters stehen im Zentrum dieser Einführung. Der erste Teil behandelt die kulturgeschichtlichen und politischen Voraussetzungen sowie die form- und gattungsgeschichtlichen Entwicklungen. Ein besonderes Augenmerk liegt dabei auf der kulturellen Konstruktion der Geschlechterrollen und Liebeskonzepte. Der zweite Teil bietet zahlreiche Interpretationen zu konkreten Fallbeispielen aus allen drei Gattungen der höfischen Lyrik und führt so in die Praxis der Textanalyse ein. Kapitel zur Überlieferungs- und Editionsgeschichte sowie ein weiterführendes Literaturverzeichnis runden den Band ab.
Die Wirkung dieser Gedichte dürfte unschätzbar hoch sein, weil sie alle auf ihre Weise nicht nur zum Weiterlesen animieren, sondern auch zum Weiterdenken ihrer Leerstellen anregen können. Das ausnahmsweise beigefügte Bildmaterial kann da nur als eine Möglichkeit angesehen werden. Entscheidend dürfte sein, wie sich die Leserinnen und die Leser selber im Anspielungskosmos der Gedichte zurechtfinden und ob sie sich auf die evokative Bildsprache der Gedichte einlassen wollen, die das Prinzip der Wiederholung auch auf die Spitze treiben können. Für eine Auseinandersetzung mit Kunst, Natur, Liebe, Sprache sorgt die thematische Variationsbreite, die das Markenzeichen dieses Lyrikers zu sein scheint, der sein Projekt nicht nur mit einer netten Geste der Redewendung abzurunden versteht, sondern seinem Projekt abschließend auch ein biometrisches Sigel aufgedrückt hat. G r ü b e l n, D e n k e n, T r ä u m e n - Hier ist alles drin … Jürgen Kleine, Guitarrist und Künstler
„Die Poesie Ihres Vaters birgt eine enorme Kraft in sich. Sorgfältig gewählte, kraftvolle Bilder wirken wie Schnappschüsse des Unterbewusstseins. Es gelingt ihm, mit kraftvollen, prägnanten Gedanken und facettenreichen Assoziationen Emotionen auszudrucken, über die man ganze Bücher schreiben könnte. Inspiriert vom Leben und der Liebe stellen viele der Gedichte eine Sinnfragen, ohne sie beantworten zu wollen. Es sind Feststellungen, intime Reflektionen, entstanden in emotionalen Momenten. Durch die Augen des Dichters bekommt auch der Leser einen Spiegel vorgehalten, findet sich in einem Zaubergarten aus verlorenen Gedanken, wird sanft aus der bequemen Rolle des Konsumenten entführt. Mit philologischem Geschick und beeindruckenden Metaphern gelingen Ihrem Vater inspirierende, nachdenkliche aber auch verschlüsselte Botschaften, die es zu ergründen lohnt.“ - Kommentar eines Lesers
Ein kraftvoller, sinnenfreudiger Band zeitgenössischer erotischer Lyrik. Aufwühlend und sensibel zugleich. Dem Autor gelingt es den Eros in einer ganz eigene Formensprache freizulegen. Er verwebt Alltagssituationen und Phantasien zu einer sinnlichen Endeckungsreise menschlicher Lust.
Edition Habermann Die Aufhebung der Lyrik A1067580108
Die Aufhebung der Lyrik, so der Autor, steht unmittelbar bevor, denn – hier folgt er Oswald Spengler – der Untergang des Abendlandes ist unumgänglich. Jeder Widerstand gegen das Verblühen bleibt zwecklos. Fördert man es hingegen, findet man sich im Einklang mit dem notwendigen historischen Prozess. Der einleitende Essay Das Nirwana der Poesie belegt theoretisch die Unumgänglichkeit des Erlöschens europäischer Kultur. Der praktische Teil des Buchs belegt mit zahlreichen Beispieldichtungen den sicheren Niedergang der Lyrik. Neben Oswald Spengler sind u.a. Werk und Wirken von Hermann Conradi, Mao Zedong, Friedrich Nietzsche, Novalis, Claas Relotius und Josip Bros Tito Bezugspunkte der Poetologie Ernst-Steffen Blechkolbes
Schöffling Jahrbuch der Lyrik 2026/2027 A1079005043
Seit über 40 Jahren unternimmt das Jahrbuch der Lyrik den Versuch, die poetische Produktion aus Deutschland, Österreich und der Schweiz abzubilden. Das Jahrbuch 2026/2027 wird herausgegeben von Lyrikkritikerin und Alfred-Kerr-Preisträgerin Beate Tröger und dem Lyriker und Hölty-Preisträger Alexandru Bulucz. Gemeinsam haben sie aus Tausenden von Gedichten von jungen und älteren, bekannten und unbekannten Lyriker:innen ihre Auswahl aus den anonymisierten Einreichungen zusammengestellt. Die Anthologie präsentiert die gesamte Bandbreite dessen, was in der Dichtung möglich ist.
Unveränderter Nachdruck der Originalausgabe von 1885. Der Verlag Antigonos spezialisiert sich auf die Herausgabe von Nachdrucken historischer Bücher. Wir achten darauf, dass diese Werke der Öffentlichkeit in einem guten Zustand zugänglich gemacht werden, um ihr kulturelles Erbe zu bewahren.
Der Band Lyrik der Gegenwart aus der Reihe Königs Erläuterungen Spezial ist eine verlässliche und bewährte Interpretationshilfe für Schüler und weiterführende Informationsquelle für Lehrkräfte und andere Interessierte: verständlich, übersichtlich und prägnant. Mithilfe der ausführlichen Informationen zur Epoche, den wichtigsten Vertretern und deren Werken sind Schüler fundiert und umfassend vorbereitet auf Abitur, Matura, Klausuren und Referate zu diesem Thema. Lehrkräften bietet das Buch interessante Unterrichtsanregungen. Gleichzeitig stellt die Auswahl von Gedichten einen möglichen Vorrat „geheimer Texte“ für Klassenarbeiten dar. Der erste Teil des Buches präsentiert allgemeine Informationen zur Epoche wie die Begriffsklärung, die Erhellung des zeitgeschichtlichen und geistesgeschichtlichen Hintergrunds und die Vorstellung der charakteristischen Themen und der die Epoche prägenden Autorinnen und Autoren. Ein Epochenblatt, das alle Basisinformationen enthält und beispielsweise als Kopiervorlage für den Unterricht eingesetzt werden kann, schließt das Kapitel ab. Der zweite und umfangreichere Teil des Buches beschreibt die prominenten Dichterinnen und Dichter der Epoche anhand exemplarischer lyrischer Texte. Folgende Autoren und Gedichte werden behandelt: Konkrete/visuelle Poesie: - Hans Carl Artmann: ein django der muss haben - Ernst Jandl: wien: heldenplatz Politische Lyrik: - Erich Fried: Beim Nachdenken über Vorbilder - Rolf Haufs: Jeden Tag: Und als wir ans Ufer kamen - Friedrich Christian Delius: Hymne - Peter-Paul Zahl: panhumanismus - Lutz Rathenow: Jemand Alltagslyrik/Neue Subjektivität: - Rose Ausländer: Blatt II - Jürgen Becker: Gedicht, sehr früh - Christoph Meckel: Rede vom Gedicht - Nicolas Born: Drei Wünsche - Rolf Dieter Brinkmann: Gedicht - Ursula Krechel: Episode am Ende Postmoderne: - Karl Krolow: Neues Wesen - Durs Grünbein: Nostalgischer Krebs - Markus Köhle: China 285
Reclams Lyrik-Lektüreschlüssel - erschließen ausgewählte Gedichte, die für einen Autor, einen Themenbereich oder eine Epoche repräsentativ sind - enthalten die vollständigen Gedichttexte - führen in Kurzinterpretationen verschiedene Modelle der Gedichtanalyse vor Alles, was man für die Schule wissen muss - in verständlicher Sprache - knapp, in klar gegliederten Texteinheiten - kompetent - verfasst von erfahrenen Schulpraktikern - in lesefreundlichem Layout