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Mohr Siebeck Das philosophische Evangelium
In his interpretation of the Fourth Gospel, Joachim Ringleben focuses on the relationship between the Logos from the beginning to the Logoi of Jesus, taking the approach of linguistic theology and linguistic philosophy. In an analysis of the main texts and their linguistic form, he shows that the prologue is reflected almost everywhere in the gospel and that the gospel constantly presupposes this. Verse 1:18b at the end of the prologue, with the key word "exegesato," is the beginning of the transition to the gospel itself as a gospel of speeches. Thus this proves to be affected consistently by the systematic theory that it is the eternal Logos itself speaking everywhere where the human Jesus speaks. As a result of this, the "ego-eimi" phrases are given special theological significance.
Für die Einsparung von Treibhausgasemissionen hat die Europäische Union im Jahr 2005 das System für den Handel mit Treibhausgasemissionszertifikaten eingerichtet. Nach dem cap and trade -Prinzip sollen Treibhausgasemissionen unter kosteneffizienten Marktbedingungen eingespart werden. Besonders die rechtliche Architektur der Zuteilungsverfahren in den Mitgliedstaaten stand funktionalen Marktbedingungen entgegen. Rechtsvergleichend untersucht Moritz Hartmann erstmals die europarechtliche Dialektik des Emissionshandels, die auf die normativen Grundlagen der Europäisierung zurückweist. Am Beispiel des umweltökonomischen Emissionshandelssystems wird dabei zum einen die Bedeutung von Vertrauen für die Rechts-, Markt- und Verbundform der Europäischen Union entfaltet, zum anderen die Ausdifferenzierung des europäischen Verwaltungsverbunds als Konstitutionalisierungsformat zweiter Ordnung nachgezeichnet.
In scheinbarem Gegensatz zum christlichen Fluchverbot liegt im Mittelalter der Befund einer 'Ecclesia maledicens' vor, die die spirituellen und sozialen Folgewirkungen der kirchlichen Exkommunikation öffentlichkeitswirksam inszenierte. Im Zentrum der Analyse von Christian Jaser steht der Blick in die symbolische, rhetorische und gestische Werkstatt kirchlicher Fluch- und Exkommunikationsgewalt im Wandel der Anwendungshorizonte, Funktionsbestimmungen und medialen Kontexte. Begrifflich und methodologisch wesentlich ist hierfür, rituelle von historisch nachgängigen zeremoniellen Exkommunikationsformen zu unterscheiden, die performativ jeweils eigene Realitäten und Bedeutungen schaffen. Auf dieser Grundlage zeichnet Christian Jaser die historische Genese eines Inszenierungsrepertoires nach, das am spätmittelalterlichen Papsthof zu einem zentralen Repräsentationsereignis universaler Disziplinierungsansprüche transformiert wurde.
Ausgerechnet das "geistliche Evangelium" enthält eine Reihe besonders sinnlich-körperlicher Erzählungen. Rainer Hirsch-Luipold interpretiert sie unter dem Aspekt sinnlicher Wahrnehmung als Antwort auf die erkenntnistheoretische Problemanalyse: "Keiner hat Gott jemals gesehen" (Joh 1,18). Vom Gedanken der Fleischwerdung des göttlichen Logos her entwickelt das vierte Evangelium eine christologisch zentrierte Ästhetik des Unsichtbaren. Durch Augen, Mund und Nase der ersten Zeugen erhalten die Leserinnen und Leser in der Begegnung mit Jesus Christus die Möglichkeit der Wahrnehmung Gottes. Gemäß der soteriologischen Pragmatik des Evangeliums werden sie dadurch über Gotteserkenntnis und Glauben schließlich zum Leben geführt. Ausgehend von drei exemplarischen Erzählungen entwirft Rainer Hirsch-Luipold eine Gesamtsicht der literarischen Technik, Pragmatik und Theologie des vierten Evangeliums.
Der investigative Staat versucht mit vielen Mitteln und in guter Absicht, Informationen über Einzelne durch heimliche Ausforschung zu gewinnen. Nicht selten macht sich der Gesetzgeber dabei allzu leicht einen kurzfristigen Sicherheitsutilitarismus zu eigen und entledigt sich seiner Verantwortung. Hierunter leidet nicht allein der parlamentarische Diskurs, sondern auch die gesellschaftliche Vergewisserung über den immensen soziologischen und psychologischen Wert von Privatheit für das Individuum. Die Erkenntnis, im Windschatten von Privatheit - als maßgebliche Antagonistin der Sicherheit - auch Devianz schützen zu müssen, ist unterentwickelt. Es obliegt daher dem Verfassungsrecht, interdisziplinär informiert, die Ausforschung materiell zu begrenzen, der Privatheit Breschen zu schlagen und den Gesetzgeber zur beständigen Verantwortungsübernahme in Zeiten des technischen Fortschritts zu zwingen.
Die Geltung von Menschenrechten ist heute international und kulturübergreifend anerkannt. Die Frage, ob und wie sich ihre Geltung begründen lassen kann, ist dagegen umstritten: Beruht ihre Geltung lediglich auf positivem Recht? Oder kann man Menschenrechte als moralische Rechte verstehen, die einer Art von Begründung zugänglich sind, die auch den Skeptiker überzeugen kann? Wenn ja, lassen sich solche Argumente aus der naturrechtlichen Tradition gewinnen oder mit Mitteln des modernen Vernunftrechts verteidigen? Muss dabei auf anthropologische oder metaphysische Annahmen rekurriert werden, oder reichen diskurstheoretische Prämissen aus? Der Band knüpft gezielt an die Traditionen des Rechtspositivismus, des Naturrechts und des Vernunftrechts an, stellt systematische Positionen zu diesen Fragen einander gegenüber und sucht, sie miteinander zu vermitteln. Mit Beiträgen von:Arno Anzenbacher, Franz-Josef Bormann, Adela Cortina, Thomas Gutmann, Matthias Hoesch, Stefan Kadelbach, Sebastian Laukötter, Georg Lohmann, Georg Mohr, Florian Rödl, Oliver Sensen, Margit Wasmaier-Sailer, Fabian Wittreck
Das Athanasius Handbuch stellt Leben, Werk und Wirkung des Bischofs Athanasius von Alexandrien (gest. 373) im Zusammenhang dar. Mehr als dreißig Autorinnen und Autoren beschreiben in ihren Beiträgen das politische, kultur- und geistesgeschichtliche Umfeld seines Wirkens, analysieren seine einzelnen Schriften und werfen Streiflichter auf seine Wirkungs- und Rezeptionsgeschichte von der Antike bis zur Neuzeit. Athanasius stand im Zentrum der theologischen Kontroversen des 4. Jahrhunderts stand und wurde in späteren Zeiten vielfältig als Autorität in Anspruch genommen. Das Handbuch ermöglicht neue Einblicke in diese vielschichtige Lebens- und Wirkungsgeschichte. Für Studierende, Lehrende und an der Alten Kirche Interessierte wird dadurch eine formative Epoche der Kirche anhand einer ihrer Zentralgestalten entfaltet.Mit Beiträgen von: Patrick Andrist, Anahit Avagyan, Silke-Petra Bergjan, Thomas Böhm, Hanns Christof Brennecke, Dmitrij Bumazhnov, Alberto Camplani, Volker Henning Drecoll, James D. Ernest, Klaus Fitschen, Stefanie Frost, Alfons Fürst, Peter Gemeinhardt, Tobias Georges, Benjamin Gleede, Uta Heil, Karin Krause, Volker Leppin, Winrich Löhr, Ekkehard Mühlenberg, Andreas Müller, Barbara Müller, Christian Müller, Karen Piepenbrink, Karl Pinggéra, Werner Portmann, Adolf Martin Ritter, Samuel Rubenson, Blossom Stefaniw, Annette von Stockhausen, Markus Vinzent, Martin Wallraff, Bernd Witte, Johannes Zachhuber
Als zentrale Schlussfolgerung aus der Finanzmarktkrise gilt, dass das zu den Eigenmitteln der Banken zählende "Hybridkapital" deren destabilisierende Effekte nicht abgemildert, sondern verstärkt habe. Jan F. Hellwig nimmt diesen Befund zum Anlass, sich ganz grundlegend mit der Frage auseinanderzusetzen, was "Eigenmittel" im Sinne des Bankaufsichtsrechts sind. Anhand der regulatorischen Behandlung schuldrechtlicher Risikokapitalinstrumente arbeitet er einzelne Entwicklungsstadien des heutigen Begriffsverständnisses heraus und setzt sie in Bezug zu den ökonomischen Zielvorstellungen des Gesetzgebers. Er zeigt auf, dass sich in dem Eigenmittelbegriff verschiedene Ideen des Phänomens "Eigenkapital" vereinigen. Dies sieht er nicht nur als Grund für einen mehrdimensionalen Begriffsinhalt, sondern zugleich auch als Ursache für die meisten Missverständnisse, die über die Eigenmittelregulierung bestehen.
Philons Schrift De Migratione Abrahami ist ein allegorischer Kommentar zu Gen 12. Der Auszug Abrahams aus seiner chaldäischen Heimat wird von Philon allegorisch auf den Auszug der Seele aus der Sinnenwelt und ihre Rückkehr zu Gott gedeutet. Die vorliegende Ausgabe bietet neben einer ausführlichen Einführung in Leben und Denken des alexandrinischen Religionsphilosophen den Text mit Übersetzung und erläuternden Anmerkungen. Die kommentierenden Essays ordnen die Schrift zunächst in den Kontext des zeitgenössischen Judentums sowohl in Alexandria wie im palästinischen Mutterland ein, gefolgt von einer Würdigung Philons als Vertreter des kaiserzeitlichen Platonismus. Zwei weitere Essays widmen sich zentralen Topoi der Schrift: Der Gotteserkenntnis und der philosophisch gedeuteten Exilserfahrungen. Abgeschlossen wird das Ganze durch zwei vergleichende Untersuchungen zur Figur des Abraham: zum einen im Neuen Testament, zum anderen in Thomas Manns Joseph und seine Brüder.
Mohr Siebeck Das Gesetzlichkeitsprinzip im Strafrecht
Das Gesetzlichkeitsprinzip bildet die Basis eines jeden rechtsstaatlichen Strafrechts. In der Strafrechtsphilosophie der Aufklärung entstanden, ist dieses Prinzip heute europaweit anerkannt, wenngleich vielfältig bedroht. Auch China kann auf eine lange Geschichte der Auseinandersetzung mit dem Gesetzlichkeitsprinzip zurückblicken. In den Wirren der Kulturrevolution geriet es allerdings aus den Augen. Inzwischen hat China aber auf dem Weg zu einem modernen Rechtsstaat enorme Fortschritte gemacht; das Gesetzlichkeitsprinzip gehört zu den wichtigsten Themen der chinesischen Strafrechtswissenschaft und -praxis. Die hier abgedruckten Referate und Kommentare entstanden während einer internationalen Tagung, die im September 2011 in Würzburg stattfand, und bilden einen reichen Fundus an Problemstellungen und Lösungsvorschlägen, Thesen und Argumenten, der die strafrechtsvergleichende Arbeit in Deutschland und China bereichern wird.
Moral und Religion stehen gegenwärtig im Fokus öffentlicher Aufmerksamkeit. So spielt die Moral in gesellschaftlichen und politischen Kontroversen und Entscheidungsprozessen eine höchst ambivalente und oftmals fragwürdige Rolle. Religion wird nicht nur als Sinnressource erlebt und wahrgenommen, sondern auch als mögliche Bedrohung des gesellschaftlichen Grundkonsenses. Bis ins kirchliche Milieu hinein fungiert die Moral überdies als eine Art Religionsersatz im Sinne einer Zivilreligion der Moral. In Anbetracht dieser Situation analysiert Johannes Fischer die Eigenart und wechselseitige Beziehung von Moral und Religion. Das thematische Spektrum reicht von der Untersuchung der Sprache der Moral bis zum Verständnis von Menschenwürde, Menschenrechten und Gerechtigkeit, von der Eigenart der Religion als Präsenz des Ewigen im Zeitlichen bis zu der Frage, was Medizin mit Spiritualität zu tun hat.
Das 2013 ergangene Impacto Azul -Urteil des Gerichtshofs hat endlich klar gemacht, wie ungenügend die Niederlassungsfreiheit (Art. 49 AEUV) für transnationale Unternehmensgruppen in der Union bislang verwirklicht wurde. Das neue Bewusstsein für dieses Problem hat zu deutlichen Verschiebungen im europäischen Konzernrechtsdenken geführt. Das traditionelle Schutzkonzept für beherrschte Unternehmen und Außenstehende entpuppte sich als unfähig, in dieser Hinsicht eine Lösung zu bringen. Denn eine solche kann lediglich gefunden werden, wenn eine Antwort darauf gegeben wird, wie sich gleichmäßige Bedingungen der Konzernbildung und -leitung im Binnenmarkt herstellen lassen. Das hat zur Einsicht geführt, dass das angestrebte Ziel eines globalen Konzernrechts nur über eine Wende vom konzernrechtlichen Schutzansatz zum Konzernorganisationsrecht zu erreichen ist. Marc Amstutz untersucht, wie den gegenwärtigen Konzerngesetzgebungsarbeiten in der Union diese Wende rechtsdogmatisch gelingen kann.
Dieses Buch enthält den Text der bisher unveröffentlichten Dissertation Hans Alberts sowie ein Nachwort aus heutiger Sicht. Auf dem Hintergrund eines vor allem an der Gehlenschen Anthropologie und der Dinglerschen Wissenschaftslehre orientierten Pragmatismus erfaßt Hans Albert die Struktur der menschlichen Praxis. Seine radikale Kritik des ökonomischen Denkens zielt nicht darauf, bestimmte Problemlösungen in diesem Bereich in Frage zu stellen, sondern vielmehr das ökonomische Grundproblem als unmöglich zu erweisen. Der Versuch der Rationalisierung von Entscheidungen im ökonomischen Denken entstammt, wie der Autor meint, einer unhaltbaren Fusion rationaler und existenzieller Probleme, die auf einen schwerwiegenden anthropologischen Irrtum zurückgeht. In den vier Kapiteln wird das technische, das ethische, das ökonomische und das politische Problem behandelt. Die Analyse des technischen Problems enthält die erkenntnistheoretischen Voraussetzungen, von denen ausgegangen wird. In ihr wird der Erkenntnis die Möglichkeitsanalyse zugewiesen, die dem menschlichen Handeln zugrunde liegt. Die Analyse der ethischen Problematik im zweiten Kapitel führt zur Zurückweisung aller Versuche, Entscheidungen zu rationalisieren. Im dritten Kapitel wird das Problem der Wertzurechnung als ökonomisches Grundproblem charakterisiert und gezeigt, daß der Versuch, mit der Lösung dieses Problems die Erklärung wirtschaftlicher Vorgänge zu verbinden, zu Paradoxien führt. Im vierten Kapitel skizziert der Autor eine politische Wissenschaft, in der die brauchbaren Elemente des ökonomischen Denkens verwertet und die Probleme der sozialen Macht und der politischen Ordnung behandelt werden.
Der dritte Aufsatzband von Johannes Wallmann enthält zwanzig Einzelstudien zur Kirchengeschichte des 17. und frühen 18. Jahrhunderts, insbesondere zur Geschichte des Pietismus. Durch den Vergleich mit der Orthodoxie, zu der der Pietismus in Gegensatz geriet, gewinnt er einen historischen Pietismusbegriff, der nicht nur in der Kirchengeschichte, sondern auch in anderen historischen Disziplinen dienlich ist und einer typologischen Ausweitung des Pietismusbegriffs auf eine zeitlose internationale Frömmigkeitsbewegung entgegengewirkt. Die Beiträge reichen von einem Rückblick auf die Anfänge der Pietismusforschung, genauen Untersuchungen zu Speners pietistischer Programmschrift Pia Desideria, neuer Bewertung des radikalen Pietismus, den pietistischen Anfängen im Baltikum, dem Verhältnis des Pietismus zur Mystik bis hin zu der Erforschung der Predigt in Pietismus und Orthodoxie und zur Geschichte Johann Sebastian Bachs. Erstmals wird die Frage nach der Stellung des Pietismus zum Alten Testament gestellt.
Die Jesuiten sind aus der Geschichte der europäischen Kartographie nicht wegzudenken. Häufig waren sie die ersten Europäer, die Karten bestimmter Regionen in Asien, im Pazifik oder in Amerika zeichneten und einem breiten Publikum in Europa zugänglich machten. Dies traf auch auf den oberen Amazonas zu, wo sich jesuitische Missionare im Auftrag der spanischen Krone ab 1638 niederließen. Viele Missionare verbrachten Jahre oder Jahrzehnte am Amazonas. Irina Saladin untersucht die Zusammenhänge von missionarischen Praktiken und Wissensproduktion. Sie zeigt, dass die alltäglichen Reisen durch das Labyrinth aus Flüssen und der enge Kontakt der Missionare zur indigenen Bevölkerung Auswirkungen auf die kartographischen Repräsentationen des Amazonas in der Frühen Neuzeit hatten, ebenso wie religiöse Konzepte und politische Aktivitäten des Ordens.
Mohr Siebeck Die Entmythologisierung der Obrigkeit
Nach 1945 stand die theologische Ethik vor der Herausforderung, sich einen konstruktiven Zugang zum politischen System der Bundesrepublik zu verschaffen. Die Alternativen der Vergangenheit waren diskreditiert und der Weg in die Zukunft ungewiss. Georg Kalinna nimmt ausgewählte Entwürfe der evangelisch-theologischen Ethik in den Blick, um zu zeigen, wie die politische Ethik der 1950er und 1960er Jahre auf diese Herausforderung reagiert hat. Hierbei unterscheidet er verschiedene Konstellationen theologischer Deutungen des politischen Systems. Die Darstellung und Interpretation dieser Konstellationen dienen der zeithistorischen Aufarbeitung politischer Denkmuster in der frühen Bundesrepublik und damit auch der Auslotung systematischer Potentiale für eine gegenwärtige Hermeneutik des Politischen. So erscheint die politische Ethik der frühen Bundesrepublik nicht lediglich als ein defizitäres Vorwort zum Durchbruch der Demokratiedenkschrift (1985), sondern als eine eigenständige Denkleistung, die sowohl der christlichen Sprachwelt als auch der sozialen Wirklichkeit Rechnung trägt.
Die Johannesoffenbarung löst seit jeher eine Faszination aus, weil das Fremde, das den endzeitlichen Bildern und Symbolen des Buchs anhaftet, den Leser anzieht. Gerade die inhaltliche Offenheit und Zeitlosigkeit, die diese Bildsprache mit sich bringt, provoziert den jeweiligen Rezipienten, die Motive des Buchs in sein konkretes Weltverständnis einzuordnen. Commodian überführt als erster christlich-lateinischer Dichter die Johannesoffenbarung nicht nur in ein neues literarisches Genre, sondern entschlüsselt die apokalyptischen Visionen für sich und seine Zeit. Dieser Neuinszenierung geht Johannes Stettner auf den Grund, indem er durch die Art der Rezeption des Dichters insbesondere von Offb 20-22 auf seine Datierung schließt und den Entwurf in die Theologiegeschichte einordnet. Nicht zuletzt lässt diese Untersuchung auch den Leser von heute die Johannesoffenbarung aus einem neuen Blickwinkel heraus verstehen.