Nachdem ich mit zwei No-Name Zangenmultimetern gehörig auf die Nase gefallen bin, habe ich mich getraut, etwas mehr zu investieren. Wobei der Preis auch bei diesem Gerät im Rahmen ist.
Ich wollte extra ein Gerät haben, welches einen kleinen Zangendurchmesser hat und auch bis in den Milliamperebereich runter messen kann.
Gleich- und Wechselströme werden recht genau gemessen. Geringe Gleichströme prinzipiell etwas ungenauer. Aber ansonsten fast aufs Milliampere genau. Prima zum Erkennen von Leckströmen, welche den FI / RCD auslösen können.
Auch Spannung / Widerstand / Kapazität überraschend genau zu messen. Beleuchtung für Display und Zange helfen in dunklen Ecken. Gehäuse ist robust genug für die Werkzeugtasche. Empfehlung für gelegentliche Allroundeinsätze.
Benutze die 4350 hauptsächlich zum Messen kleinere Gleichströme.
Die 1mA Auflösung sind sensatiuonell.
Lediglich die Nullpunkteinstellung ist manchmal etwas schwierig.
Ungenaue Phantommessungen
Leider misst das Gerät Ströme wo keine sind. Laut Herstellerseite soll es eine Leckstromzange sein, mit der Fehlerströme die zum Auslösen eines FI Schalters führen gemessen werden können. Also typischerweise 30 mA. Leider zeigt das Gerät auf freiem Feld schwankende Ströme zwischen 5 und 15 mA an. Deshalb komplett unbrauchbar zumindest für diesen Anwendungsfall für den ich es gekauft habe.
Danke an Amazon für die wie immer problemlose Rücknahme.
...finde ich nicht, dass dem Gerät ein "Werks'kalibrierungs'-'Protokoll'" beiliegt, und das Gerät bei ca. 18 Grad C Raumtemperatur, 26C anzeigt. Das "Protokoll" ist von a...z vorgedruckt, enthält keine echten Meßwerte,
sondern nur stereotyp :"Passed".
Was soll so eine Kundenverlade? schade.
Im Detail:
Temperatur-Anzeige: 26,6C bei tatsächlich 17,8C, also fast 10C Unterschied...
es dürften aber nur 3 (2%)C (Was auch viel ist)
Keine Anzeige der Gerätetemperatur, obwohl NTC verbaut...
Der mitgelieferte K-Typ-Sensor inkl. universal-Adapter zeigt an einem Keysight U1282A tatsächlich 17,3C, was
auch der im Keysight angezeigten und der realen Raumtemperstur entspricht.
Liegt also eindeutig am Gerät. Geht zurück.
Das Gerät ist, verglichen zum UNI-T UT210E ein ziemlicher Trum. Innen ist aber sehr viel Luft, die nicht aus Isolationgründen nötig wäre...
Es sieht so aus, als wäre der Gehäuse mal(auch für eine andere Elektronik gedacht.
Die jetzige Platine ist sehr locker bestückt.
Zwar hat jeder 4mm-Stecker einen Stöpsel, aber für die -bei einer Stromzange selten benutzten-Buchsen im Messgerät liegen keine bei.
Könnte man gleichzeitig Strom und Spannung messen brächte man die Buchsen nicht abzudecken. Aber so sind sie Verschmutzungen ausgesetzt. (Brotkrumen und Litzenenden da rausholen...)
Der Eingangs Widerstand beträgt 9,5MOhm.
Nett, wenn auch nicht gleißend hell, ist die eingebaute Taschenlampe, die in Richtung Zangenöffnung leuchte.
Unpraktisch sind die 4mm Buchsen "oben": Werden mal gerade Stekcer verwendet oder mehrerer in einander gesteckt
Sie schränken den Sichtwinkel auf dem direkt darüber befindlichen, gut lesbaren beleuchtbare LC-Display und vor allem der Balken-Anzeige ein. (Warum bauen alle die Balkenanzeige eigentlich unten ins Display?)
Versorgt wird es netterweise mit 2 Mikro-Zelle AAA(Fehler in der Packliste, die eine 9V angibt)
Akku habe ich nicht getestet, es gibt auch keine Möglichkeit dem Gerät mitzuteilene, das die Batterien Akkus sind...
Kern des ganzen ist ein MSP430F437-80 16bit-Microprocessor, 32KiB Flash,1KiB RAM, 12Bit ADC, 160sLCD.
Er hat 2 Quarze und ein NTC. Ein Quarz 4,195, das andere hat die Bauform ein Uhrenquarzes, ist mit Heisskleber gesichert. So soll es sein.
Die beiden Hall-Sensoren der Zange versorgt ein Zero-Drift OpAmp von AnalogDevices.
Und je ein INA333 Low-Power, Zero-Drift, Precision Instrumentation Amplifier
Kommt mit einer Tasche, mit riesen Peak aufdruck, aber kein Hinweis welches Gerät drin ist...
Schön wäre ein heute üblicher "NCV" Non-Contact-Voltage Bereich...
Durchgangsmesser:
Reagiert sehr langsam. Nicht nur zu spät, sondern man muß den Kontakt auch viele zehntel Sekunden geschlossen halten, ehe es piept. Wie kriegt man denn so etwas im Jahre 2019 noch hin? Der Bargraf macht 20 Messungen pro sekunde...und dann so eine Totzeit just beim Durchgangmesser? Unbrauchbar!
Strommessung: Sehr exakt. Nullpunkt stimmt. Springt nur manchmal von 0 auf 1. Das Uni-T spielt Zahlenlotto.
Messwert auf 1..2mA genau, auch bei 3A stimmt die Anzeige, wenn auch nicht so gut. Lineritätsproblem.
Es gibt nur 2 -rein manuelle- Strommess-Bereich:
bis 4999mA und bis 79,9A, rein manuelle Umschltung 1mA oder 100mA Auflösung.
Spannungsmessung: Sehr exact.
50MegOhm Widerstand auch sehr gut.
Frequenz bis 4,999Hz ... 9,99MHz >15V, 10MHz ist für ein DVM viel, aber 15V? Wo soll ich denn 10MHz mit 15V Amplitude herbekommen? Die empfindlichkeit könnte besser sein.
Dioden messung mit 3,2V, weiße LEDs werden erkannt.
Kapazität 4999pF 499,9uF
Geht in DC Mode beim Einschalten , vergisst letzten Mode.
Der"Werkskalibrierschein" ist ein Schmarren:
Es wird in jeder Prüfposition nur "passed" angegeben, nicht die Realen Meßwerte.
Und die Temperaturmessung zeigt ja, das da nichts "Kalibriert" worden ist,
auch wenn per Serienbrief funktion die Seriennummer in dem Schein steht...
Es gibt eine verständliche deutsche Anleitung.
Eine Hersteller Anschrift samt CE und Seriennummer ist auf der Rückseite angebracht..
Zur Abwertung führt der miese, viel zu langsame Durchgangaprüfer.
Die mangelhafte Temperaturanzeige werde ich reklamieren,
das das Gerät nicht vollständig geht ist ärgerlich und kostet einen weiteren Stern.
Das ich das Gerät wegen des rel. guten mA-Strommessung gekauft habe und diese funktioniert
gebe ich doch 3 Sterne.
mehr Ergebnisse anzeigen