relativ und absolut sehr gut
Das Walimex 14mm/2,8 ist ein umgelabeltes Samyang aus Korea. Es ist mein zweites Samyang nach sehr guten Erfahrungen mit dem 85/1,4. Der einzige Nachteil des Weitwinkels ist bekannt: die komplexe Verzeichnung. Wer Innenstädte aufnimmt, sollte ein Sigma 10-20mm nehmen für möglichst gerade 14mm-Darstellung. Wer aber Landschaften aufnimmt, bekommt mit dem 14/2,8 ein Sahnestück, wobei es ehrlicherweise Fertigungstoleranzen gibt, ein zweiter Anlauf war bei mir nötig. Was man dann bekommt, ist sensationell: gute Schärfe bei Offenblende, absolut saubere Ergebnisse ab Blende 4. Ein sehr guter Detailkontrast mit wenig Überstrahlungen und keine sichtbaren CAs, einer perfekten Ausleuchtung auf APS-C schon bei Blende 2,8 auf einer K-5, die auflösungsmässig anspruchsvoll ist. Der Preis ist unschlagbar. Das Objektiv ist nicht klein, die Mechanik ist satt, und Filter auf einem Super-Weitwinkel sind verzichtbar (da würde ein Polfilter mehr stören als nutzen, weil die Wiedergabe von Rand zu Rand technisch bedingt zu sehr abweichen muss). Im Nahbereich kann ich Details mit wegtretendem Hintergrund aufnehmen, und bei stimmungsvollen Spätabend-Himmeln qualitativ und mit geringen ISOs aus der Hand aufnehmen - das sind die Stärken. Strandaufnahmen bei Sonne können auch andere Objektive, aber kritische Lichtsituationen kann dieses 14/2,8 einfach sehr gut. Die Schärfe eines Bildes bei Blende 4 ist einfach sauberer als die eines Zooms, was entsprechend auf 9 abgeblendet werden muss, um seine Fehler loszuwerden. Bei 14mm und der damit verbundenen Tiefenschärfe ist ein AF absolut verzichtbar.
Ich habe mir das Objektiv zu meiner Nikon D5000 gekauft, nachdem ich von dem Walimex 1,4/85 mm Objektiv restlos überzeugt bin. Umso enttäuschter war ich, als ich das 2,8/14 mm in den Händen hielt. Insgesamt ist das Objektiv nicht so wertig verarbeitet wie das 85er, wobei insbesondere der dünne Kunststoff vorne um die Frontlinse herum einen sehr brüchigen Eindruck macht. Außerdem machte die Entfernungseinstellung merkwürdig schnarrende Geräusche und der Bajonettanschluß ging sehr ,stramm'. Aber das alles wäre noch zu akzeptieren gewesen, wenn die Entfernungseinstellung des Objektivs nicht völlig daneben gelegen hätte. Bei meinem Exemplar war es nicht möglich, auf Unendlich zu fokussieren; bei 1 m war Schluss, obwohl die Skala Unendlich anzeigte (also der umgekehrte Fall als der, der hier immer wieder beschrieben wird: Unendlich bei 2 oder 3 m auf der Entfernungsskala). - Da die paar Bilder, die ich bis 1 m mit dem Objektiv gemacht habe, nicht so schlecht aussahen, vergebe ich 2 Sterne. Es kann aber nicht angehen, dass es nicht möglich sein soll, die Entfernungseinstellung richtig zu justieren.
Das Objektiv ging zurück zum Händler. Ich habe mir stattdessen das Sigma 4 - 5,6/10 - 20 mm WW-Zoom zugelegt.
Das Objektiv liefert eine hervorragende Bildqualität für Architektur- und Landschaftsaufnahmen, selbst wenn die starke Verzeichnung und die Vignettierung korrigiert werden muss. Ansonsten gibt es optisch wenig auszusetzen: Schärfe und Kontrast sind auch in den Bildecken sehr gut. Das Objektiv ist nur mäßig streulichtempfindlich. Was nicht passt, ist die Entfernungsscala des Einstellrings. Stellt man per liveview ein Objekt im Unendlichkeitsbereich scharf, zeigt die Scala etwa knapp 3 Meter an. Wen das stört, kann dies nachkorrigieren.