Das Jahr 2020 markiert sowohl den hundertsten Geburtstag als auch den fünfzigsten Todestag Paul Celans. Der neue Band der ‚Celan-Perspektiven‘ widmet sich unterschiedlichen Facetten des Schaffens des international am intensivsten wahrgenommenen deutschsprachigen Dichters der Nachkriegsepoche. Einen Schwerpunkt bildet dabei das Forum, das diesmal unter dem Motto „Von der Dunkelheit des Dichterischen“ – Titel eines unvollendet gebliebenen poetologisch-essayistischen Projekts Celans – steht. Das Spektrum der weiteren Beiträge des Bandes umfasst Beobachtungen an z. T. bislang noch nicht edierten Briefen über Fragen der Poetologie, die Untersuchung der Funktionen kompositioneller Grundfiguren und spezifischer Konstellationen, etwa Celans Kafka-Rezeption und seiner Auseinandersetzung mit der deutschen und französischen Avantgarde, bis hin zur minutiösen Exegese einzelner Texte und zu Erläuterungen zur Wirkungsgeschichte des Autors einschließlich seines Hörwerks. Dabei werden einmal mehr die Gründe für die anhaltende Relevanz Celans als Repräsentant einer die Geschichte in all ihren Verwerfungen reflektierenden poetischen Tradition erkennbar, der dennoch auf der existenziellen Eigenwertigkeit der Dichtung bestand.
Frank & Timme Celan-Lektüren, Fachbücher von Markus Fischer
Paul Celans Oeuvre ist vielschichtig. Markus Fischer analysiert dessen poetologische, literarhistorische, dichterisch-interpretatorische und poetisch-translatorische Aspekte. In Celans Büchner-Preis-Rede "Der Meridian" entdeckt er die poetische Realisation der in ihr entfalteten Poetologie und stellt diese in den Kontext der Celanschen Dichtung. An ausgewählten Gedichten zeigt er zentrale poetologische Begriffe Celans. Das "Gespräch im Gebirg" betrachtet er vor dem Hintergrund der literarischen Wander-Motivik von der Romantik bis zur Gegenwart. Dem lyrischen Werk des Czernowitzer Jugendfreundes Immanuel Weissglas wird hier besondere Aufmerksamkeit zuteil. Auch Celans Intentionen bei der Übertragung rumänischer Gedichte ins Deutsche (Tudor Arghezi, Gellu Naum, Virgil Teodorescu und Nina Cassian) werden thematisiert.
De Gruyter Ingeborg Bachmann und Paul Celan A1045086453
Die Veröffentlichung der Korrespondenz Bachmanns und Celans ermöglicht neue wissenschaftliche Zugriffe auf das Werk der Autoren. Vor diesem Hintergrund zeigt der Band vielfältige Korrelationen zwischen Biographie und Dichtung auf: Die Briefe flankieren den literarischen Umgang der Autoren mit der Erfahrung des Totalitarismus. Darüber hinaus sind sie poetologisch zu beschreibende Texte, die im Kontext des Werkganzen gelesen werden können.
De Gruyter Negativität in der Dichtung Paul Celans A1000274273
Die Reihe Studien zur deutschen Literatur präsentiert herausragende Untersuchungen zur deutschsprachigen Literatur von der Frühen Neuzeit bis zur Gegenwart. Offen besonders auch für komparatistische, kulturwissenschaftliche und wissensgeschichtliche Fragestellungen, bietet sie ein traditionsreiches Forum für innovative literaturwissenschaftliche Forschung. Alle eingesandten Manuskripte werden doppelt begutachtet. Informationen zum Bewerbungsverfahren und zu Druckkostenzuschüssen erhalten Sie beim Verlag. Wenden Sie sich dazu bitte an den zuständigen Lektor Dr. Marcus Böhm (marcus.boehm [ at ] degruyter.com).,The series Studien zur deutschen Literatur (Studies in German Literature) presents outstanding analyses of German-speaking literature from the early modern period to the present day. It particularly embraces comparative, cultural and historical-epistemological questions and serves as a tradition-steeped forum for innovative literary research. All submitted manuscripts undergo a double peer-review process. Please contact the editor Dr. Marcus Böhm (marcus.boehm [at] degruyter.com) for further information regarding manuscript submission and subsidies.
De Gruyter Paul Celans »Gespräch im Gebirg« A1000987033
Die Studie befasst sich mit Paul Celans Prosatext »Gespräch im Gebirg«. Ausgangspunkt bildet Celans Bemerkung in der Büchnerpreisrede, er habe den Text »in Erinnerung an eine versäumte Begegnung« geschrieben. Die Formulierung wird auf ihre historischen, biographischen und insbesondere auf ihre poetologischen Implikationen hin befragt. Die Studie prüft kritisch die gängige Interpretation, nach der Celan im Text eine versäumte Begegnung mit Theodor W. Adorno nachhole. Durch minutiöse Lektüre, poetologische Analyse, intertextuellen Vergleich mit Texten Adornos und Einbezug von z.T. erst kürzlich veröffentlichten Briefen gelingt es ihr, ein genaues Bild der ästhetischen Gemeinsamkeiten und Differenzen von Adorno und Celan vor dem Hintergrund der zeitgenössischen Diskussion um Adornos »Lyrikverdikt« zu zeichnen. Die Differenzen betreffen dabei insbesondere die Beziehung zum Judentum und den Stellenwert, den es für das ästhetische Denken spielt. Durch die Erhellung des poetologischen Gehalts der Bemerkung stößt die Studie zu einem neuen Verständnis des Prosatexts vor und kann ihn gegenüber Celans Gedichten und deren Poetik profilieren.
Das Jahr 2020 markiert sowohl den hundertsten Geburtstag als auch den fünfzigsten Todestag Paul Celans. Der neue Band der ‚Celan-Perspektiven‘ widmet sich unterschiedlichen Facetten des Schaffens des international am intensivsten wahrgenommenen deutschsprachigen Dichters der Nachkriegsepoche. Einen Schwerpunkt bildet dabei das Forum, das diesmal unter dem Motto „Von der Dunkelheit des Dichterischen“ – Titel eines unvollendet gebliebenen poetologisch-essayistischen Projekts Celans – steht. Das Spektrum der weiteren Beiträge des Bandes umfasst Beobachtungen an z. T. bislang noch nicht edierten Briefen über Fragen der Poetologie, die Untersuchung der Funktionen kompositioneller Grundfiguren und spezifischer Konstellationen, etwa Celans Kafka-Rezeption und seiner Auseinandersetzung mit der deutschen und französischen Avantgarde, bis hin zur minutiösen Exegese einzelner Texte und zu Erläuterungen zur Wirkungsgeschichte des Autors einschließlich seines Hörwerks. Dabei werden einmal mehr die Gründe für die anhaltende Relevanz Celans als Repräsentant einer die Geschichte in all ihren Verwerfungen reflektierenden poetischen Tradition erkennbar, der dennoch auf der existenziellen Eigenwertigkeit der Dichtung bestand.
Dva Mohn und Gedächtnis, Belletristik von Paul Celan
Ein Schlüsselwerk der deutschen Nachkriegslyrik - zum 60. Jahrestag jetzt in bibliophiler Neuausgabe. 1952 erschien der schmale, in schwarzes Leinen gebundene Gedichtband "Mohn und Gedächtnis" bei der DVA. Der Autor, eigentlich als Paul Antschel 1920 in Czernowitz/Bukowina geboren, war damals der literarischen Öffentlichkeit unbekannt. Heute zählen diese 56 Gedichte, darunter "Todesfuge", sein berühmtestes, zu den bedeutendsten des 20. Jahrhunderts; auch weil sie zu den frühesten Zeugnissen einer dichterischen Auseinandersetzung mit der Shoa in der Bundesrepublik gehören. Diese Thematik sowie Celans disziplinierte und dabei magisch assoziative Sprache ermöglichen es uns heute noch, "Mohn und Gedächtnis" wie eine Neuentdeckung zu lesen. Nun, zum 60. Jahrestag, liegt dieser Band in einer der Erstausgaben nachempfundenen, bibliophilen Ausstattung wieder vor.
Hirmer Malerei und Fotografie zu Gedichten von Paul Celan
Wie eine lebhafte Diskussion zwischen Malerei, Lyrik und Fotografie wirkt die Gegenüberstellung der Gedichte von Paul Celan und der Gemälde des Münchner Künstlers Jörg Schmutterer sowie der Schwarz-Weiß-Fotografien von Christoph Lingg. Ein außergewöhnliches Zusammenspiel verschiedener Kunstformen mit einer kenntnisreichen kunsthistorischen Einordnung.Leben und Werk des Lyrikers Paul Celan (1920–1970) waren stets geprägt von seiner Zugehörigkeit zum Judentum, vom Holocaust und vom Tod seiner Eltern während des Holocausts. Seit 1990 beschäftigt sich Jörg Schmutterer (*1938) mit den Gedichten von Paul Celan und setzt sich malerisch mit ihnen auseinander. Entstanden sind oft großformatige Arbeiten auf Zelt- oder Lkw-Planen, die auch deutlich Nähte, Laschen und Ösen aufweisen, was ihnen eine besondere Authentizität verleiht. Die Schwarz-Weiß-Fotografien von Christoph Lingg zeigen in atmosphärischer Dichte Ausschnitte aus dem Leben in Celans Heimatstadt Czernowitz.
Celan. Leben, Dichtung und Kunst. Jeder hat doch schon einmal etwas von Paul Celan gehört, das unterstelle ich einfach, zumal für jene, die etwas mit Lyrik zu tun haben. Aber wie immer beim Hören, man hört etwas Falsches und warum sollte es nicht gerade bei Paul Celan so sein, wo seine Gedichte ohnehin Schwierigkeiten bereiten? Seine Lyrik gehört zur Kunst, und das Besondere an Kunst ist, dass man, wenn man sie endlich begriffen hat, oder eine gute Interpretation erhalten hat, die ganze Schönheit begreift. Dieses Buch beinhaltet einen Überriss über sein Leben und sein Verhältnis zu Dichtung und Kunst.
GRIN "Todesfuge" von Paul Celan. Eine lyrische Analyse
Studienarbeit aus dem Jahr 2020 im Fachbereich Germanistik - Neuere Deutsche Literatur, Note: 2,0, Universität Trier, Sprache: Deutsch, Abstract: Im Verlauf dieser Arbeit soll das Gedicht "Todesfuge" von Paul Celan analysiert und interpretiert werden und dazu dienen, die Bedeutung Celans und des Holocausts in die deutschsprachige Literaturgeschichte einzuordnen. Die Lyrikanalyse der Todesfuge folgt den Schritten Stefan Elits, welche in der Arbeit aufgeführt und erläutert werden. Zudem wird ein inhaltlicher Überblick des Gedichts gegeben, bevor es an die sprachliche Analyse und Interpretation geht. Außerdem wird auf Kritikpunkte an Celan und dem Gedicht eingegangen und abschließend ein zusammenfassendes Fazit gezogen.
In den bildenden Künsten findet Paul Celans Werk bis in die Gegenwart hinein ein vielstimmiges Echo. Der neue Band der ‚Celan-Perspektiven‘ stellt im Forum die Vielfalt bildnerischer Anverwandlungen und Fortschreibungen Celans in der Gegenwartskunst vor: Bilder und Zeichnungen, Installationen, Keramiken, Skulpturen und eine Graphic Novel, die Celans Werk reflektieren und den Dialog mit ihm suchen. In Interviews mit den Kunstschaffenden selbst – unter anderen mit Edmund de Waal, Sarah Ortmeyer und Yirmi Pinkus –; in einem Essay des israelischen Künstlers Shy Abady sowie in mehreren Aufsätzen wird den Spuren Celans in den Künsten nachgegangen. Der Beitragsteil setzt sich zudem mit Celans Gedicht ‚Benedicta‘; mit der frühen Rezeption des Gedichtbandes ‚Sprachgitter‘ und mit Celans Arno-Schmidt-Lektüren auseinander.
Boris Eltville stellt in seiner umfassenden Darstellung den Einfluss von Paul Celans erster homoerotischer Liebe auf seine Dichtung dar. Ein bis dahin weitgehend vernachlässigter literaturwissenschaftlicher Ansatz liefert wichtige Momente zum Verstehen des literarischen Schaffens und des persönlichen Verhaltens von Paul Celan. Inhalt Neue Freundin. Wohin mit vorherigen Liebesgedichten? Zur unsystematischen Darstellungsweise Ferien-Sexspiele 1936 im Försterhaus Frumosul Liebeswerben und Eifersuchtsaggressionen Unvermeidbare versus kalkulierte ‚Dunkelheiten‘ Herbeischweigen einer mythisch dunklen Herkunft? Lyrische Überraschungswörter „sündig“– „incestuos“ Hilflose Drohungen der männlichen ‚Prinzessin Nimmermüd‘ Einhorn in Gestalt eines Ebers Wäre ‚Todesfuge‘ in Celans letztem Lebensjahrzehnt entbehrlich? Einhorn in Celans Pappel-Mythos Cockle hat und Vulva-Muschel Verspätete ‚Widmungen‘ „f. D.“? Erich Einhorn sieben Rosen später Das Einhorn-Phantom als Flugsand und Flügelaug Einhorns Vergöttlichung I Einhorn im Blumen-Himmel. Else Wenz-Vietors – Exkurs Der Vergöttlichung zweiter Teil Too near Thou art for seeking Thee Too tender, tob be told
GRIN Sprechen und Schweigen Paul Celans A1005081690
Studienarbeit aus dem Jahr 2005 im Fachbereich Theologie - Systematische Theologie, Note: 1,00, Universität Wien (Fachtheologie), Veranstaltung: Theologie und Literatur, Sprache: Deutsch, Abstract: In der Arbeit werden Fragen und Schwierigkeiten behandelt, die gleichermaßen literarische und theologische Relevanz aufweisen. Schnittpunkte zwischen Literatur und Theologie sind: der Kairos der Begegnung, der Rede nicht subjektlos und ortlos werden lässt, der Imperativ, den Anderen sprachlich nicht zum Objekt zu degradieren, das Bewusstsein, dass Theologie Zeugnis gibt von dem, wofür keine Sprache ausreicht, die Selbstaufhebung der Sprache durch Sprache, die Grenzen der Versprachlichung und eine sensible Sprache ¿nach Auschwitz¿.
GRIN Interpretation zu Paul Celans "Wortaufschüttung" A1005075777
Studienarbeit aus dem Jahr 2003 im Fachbereich Germanistik - Neuere Deutsche Literatur, Note: 1,4, Universität Hamburg (Germanistik), Veranstaltung: Einführung in das Studium der neueren deutschen Literatur, Sprache: Deutsch, Abstract: Das lyrische Werk des deutsch-jüdischen Dichters Paul Celan gilt als Höhepunkt und Vollendung der klassischen Moderne. Celan verstand sein Schreiben stets auch als ein poetologisch reflektierendes Experiment mit der Sprache. Die ersten Arbeiten entstanden bereits in der frühen Bukowiner Phase ( bis 1945 ) und in Bukarest, wohin der Autor nach Kriegsende geflohen war. Nach kurzer Redaktionszeit kam er 1947 nach Wien, wo 1948 sein erster Gedichtband Der Sand in den Urnen erschien. Es folgten Mohn und Gedächtnis ( 1952 ), Von Schwelle zu Schwelle ( 1955 ), Sprachgitter ( 1959 ), Die Niemandsrose ( 1963 ), Atemwende ( 1967 ) und Fadensonnen ( 1968 )2. Das hier zu interpretierende Gedicht "Wortaufschüttung" ist eines der letzten Gedichte im Zyklus der "Atemwende". In Celans Spätwerk ( zu dem auch "Atemwende" gehört ) dominiert die "Einsamkeit" des Gedichts, an die Stelle von Chiffren tritt nun die "Wortaufschüttung" die das Alltagsgerede belauscht, dokumentiert und damit brüskiert. Sinnentleerte Worte ohne Wahrheit, aber dennoch so einnehmend, dass die wirklich bedeutsamen Worte ungehört bleiben müssen, da sie einfach "überrauscht" werden.