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Suhrkamp Werke. Tübinger Ausgabe, Belletristik von Paul Celan
Dieser Gedichtband mit 105 Gedichten, entstanden zwischen September 1965 und Juni 1967, erschien ein Jahr nach Atemwende im Jahr 1968. Er ist, der Anzahl seiner Gedichte nach, der umfangreichste aller Celanschen Gedichtbände. In der Rezeption wurde er, im Gegensatz zu Atemwende, allerdings nur bedingt wahrgenommen, in seiner Eigenart kaum erkannt und gewürdigt. Die annähernd konsequente entstehungschronologische Anordnung der Gedichte erschien als eine eher reihend-strukturlose denn komponierte Versammlung später Gedichte, die sich zudem aufgrund ihrer sprachlichen Verdichtung und formalen Reduktion sowie des intensiven Rückbezuges auf Celans private und gesundheitliche Verhältnisse einem unmittelbaren hermeneutischen Zugang gegenüber weitgehend versperrten. Die Tübinger Ausgabe dokumentiert die wesentlichen Stadien der Textgenese unter Verzicht auf Doubletten unveränderter Reinschriften und nur geringfügig variierter Blätter. Ein Akzent der editorischen Arbeit liegt auf der Wiedergabe der graphischen Gestalt, die Celan im Entwicklungsprozess seiner Gedichte allmählich erarbeitete.
Suhrkamp Werke. Tübinger Ausgabe, Belletristik von Paul Celan
Die "Werke. Tübinger Ausgabe" von Paul Celan ist eine umfassende Sammlung seiner bedeutendsten literarischen Arbeiten, herausgegeben von Jürgen Wertheimer. Diese Ausgabe bietet einen tiefen Einblick in das Schaffen eines der einflussreichsten Dichter des 20. Jahrhunderts. Celans Werke sind bekannt für ihre sprachliche Dichte und emotionale Tiefe, die Themen wie Identität, Verlust und die Suche nach Sinn in einer komplexen Welt behandeln. Die Tübinger Ausgabe ist nicht nur eine Hommage an Celans literarisches Erbe, sondern auch ein wertvolles Werk für Studierende, Literaturinteressierte und alle, die sich mit der deutschen Literatur auseinandersetzen möchten. Die sorgfältige Herausgabe gewährleistet, dass die Texte in ihrer ursprünglichen Form und Bedeutung erhalten bleiben, was diese Sammlung zu einem unverzichtbaren Bestandteil jeder Bibliothek macht.
GRIN Formen der Involution in Paul Celans Lyrik A1008633380
Studienarbeit aus dem Jahr 2007 im Fachbereich Germanistik - Neuere Deutsche Literatur, Note: 1,0, Freie Universität Berlin (Institut für Deutsche und Niederländische Philologie), Veranstaltung: Adornos Schriften zur Literatur, Sprache: Deutsch, Abstract: In den 1958 bis 1961 erschienenen Bänden der ¿Noten zur Literatur¿ wendet Adorno Überlegungen aus der ¿Negativen Dialektik¿, der ¿Dialektik der Aufklärung¿ und anderer seiner Werke auf Literaturphänomene der Moderne an. Zahlreiche von ihm geschätzte Autoren wie Kafka, Beckett und Thomas Mann, unterzieht er auf diese Weise einer kritischen Analyse. Ein Beitrag zu Paul Celan ist jedoch, obwohl dies denkbar wäre, nicht vorhanden. Adorno ist dabei durchaus unter die Bewunderer Celans zu rechnen: für ihn vollbrachte Celan auf dem Gebiet der Lyrik das, ¿was Beckett auf dem Gebiet des Theaters und Romans leistete¿. So trug er sich lange Zeit mit Plänen zur Niederschrift eines Essays über Sprachgitter, worüber Celan, gerade vor dem Hintergrund der Goll-Affäre, äußerst erfreut war. Zu einer Umsetzung des Aufsatzprojektes kam es jedoch nicht mehr: ein Fragment in der Ästhetischen Theorie sowie einige Anstreichungen und Kommentare in Adornos Sprachgitter-Exemplar bleiben die einzigen Zeugnisse seiner Beschäftigung mit Celan. Der engere Kontakt zu dem Dichter entwickelte sich 1959 nach der Publikation von dessen viertem Gedichtband Sprachgitter - dem einzigen Gedichtband, den Celan Adorno persönlich zukommen ließ. Gleichzeitig ist es neben dem ¿Meridian¿ das einzige Buch Celans, das nach Adornos Tod in dessen Bibliothek zu finden war. Umgekehrt stellten für Celans Poetik die Werke Adornos neben denen Heideggers einen wichtigen Bezugspunkt dar. Zahlreiche Werke des Philosophen waren in Celans Besitz und ihre vielfachen Lektürespuren lassen auf eine intensive Auseinandersetzung schließen. Insbesondere die, im Vergleich zu den vorherigen Gedichtbänden stark veränderte Ästhetik des Sprachgitter-Bandes, ist auch als ein Resultat der Auseinandersetzung mit den Texten Adornos zu sehen. Aus diesem Grund bezeichnet es Joachim Seng nicht als Zufall ¿[¿], daß der Dichter gerade nach der Publikation des neuen Gedichtbandes »Sprachgitter« die Begegnung mit dem Philosophen sucht.¿ Mit dem Begriff Involution hat Celan selbst ein entscheidendes Stichwort zum Verständnis der Lyrik des Sprachgitters aufgebracht. Inwieweit Celan diese Gedankenfigur in derfruchtbaren Auseinandersetzung mit Adornos Kafka-Aufsatz gewann und in welcher Form Adorno wiederum auf ein Verfahren der Rückbildung ins Anorganische zur Analyse von Celans Lyrik in der Ästhetischen Theorie zurückgriff, versucht diese Arbeit aufzuhellen.
GRIN Schizophrenie und Dichtung: Paul Celans 'Fadensonnen' A1009330847
Studienarbeit aus dem Jahr 2005 im Fachbereich Germanistik - Neuere Deutsche Literatur, , Sprache: Deutsch, Abstract: "Sie, die Sprache, blieb unverloren, ja trotz allem. Aber sie musste nun hindurchgehen durch ihre eigene Antwortlosigkeiten, hindurchgehen durch furchtbares Verstummen, hindurchgehen durch die tausend Finsternisse todbringender Rede. Sie ging hindurch und gab keine Worte her für das, was geschah; aber sie ging durch dieses Geschehen. Ging hindurch und durfte wieder zutage treten, "angereichert" von all dem." Celans Lyrik ist von seiner Lebensgeschichte geprägt. "Ich habe nie eine Zeile geschrieben, die nichts mit meiner Existenz zu tun gehabt hätte [...]" , so schreibt er selbst 1962. Zu den zentralen Geschehnissen im Leben Celans gehören die Verfolgung durch die Nationalsozialisten und der Verlust der so geliebten Mutter. Sie machen es ihm unmöglich auf traditionelle Weise weiter zu dichten. Das Leid entzieht sich der Sprache. So löst sich Celan auf formaler Ebene fast vollkommen von vorgegebenen metrischen Mustern. Sprachlich werden "die Mittel der "Verschlüsselung und Verknappung" zum konstitutiven Prinzip seiner Lyrik. Vielen Gedichten kommt eine besondere Bedeutung für das Verständnis seiner Dichtung zu. Zu diesen Gedichten gehört auch das Gedicht "FADENSONNEN" aus der Sammlung "Atemwende" (1976). Doch zunächst möchte ich näher auf die Person Paul Celan eingehen.
Suhrkamp Briefwechsel, Fachbücher von Paul Celan, Rudolf Hirsch
Der Briefwechsel zwischen Paul Celan und Rudolf Hirsch, dem langjährigen Geschäftsführer des S. Fischer Verlags, Redakteur der Neuen Rundschau und für kurze Zeit auch Leiter des Insel-Verlages, bietet eine neue Perspektive auf Leben und Werk des Dichters. Er ermöglicht erstmals Einblicke in die Beziehung Celans zu einem Verleger. Entstehung und Publikation seiner Werke erscheinen damit in einem neuen Licht. Hirsch war in einem von Celan gewünschten Sinne „aufmerksam“: Von ihm fühlte er sich als Dichter verstanden, bei ihm suchte er Rat und Hilfe, ihm vertraute er seine Werke an. Neben bedeutenden Übersetzungen erschienen die Lyrikbände Sprachgitter und Die Niemandsrose sowie die Büchner-Preis-Rede Der Meridian bei S. Fischer. „Die Worte, die Sie mir vor meiner Lesung zuteil werden liessen, haben mich zuinnerst ergriffen“, schreibt Celan im März 1959 nach einer Lesung in Frankfurt: „Es war ein grosser Augenblick für mich, ich wollte, ich hätte in ihm stehen bleiben dürfen, sofort, mit den Gedichten.“ So sind die 207 erhaltenen Briefe, Karten und Telegramme, welche die beiden zwischen 1954 und 1964 wechselten, Zeugnisse einer langsam wachsenden tiefen Freundschaft, bis sie tragisch zerbrach: Bedrängt und gequält von den in der Goll-Affäre erhobenen, unberechtigten Plagiatsvorwürfen, wandte sich Celan schliesslich auch gegen seinen Verleger, glaubte ihn als Drahtzieher eines „doppelten Spiels“ zu durchschauen und zog sich ins Schweigen zurück.
Galiani Verlag Celans Zerrissenheit, Sachbücher von Helmut Böttiger
Ein explosives Buch öffnet ein neues Kapitel der Beschäftigung mit Paul Celan. Zum 50. Todestag Celans am 20. April wirft Helmut Böttiger einen ganz neuen Blick auf den Dichter und räumt mit vielen Mythen und Vorurteilen rund um Celan auf. Von den Rechten, die ihn faszinierten, abgelehnt; von Linken bewundert, die ihn missverstanden. An kaum einem deutschsprachigen Autor zeigen sich die Verwerfungen der Nachkriegszeit deutlicher als an Celan. Während mit Heidegger, Jünger et al. die konservativen Vertreter des Deutschen Geists Celan ablehnten, waren dessen Verehrer Böll, Grass, Enzensberger dem Dichter fremd. Auf Knüppelpfaden und Holzwegen war er unterwegs, der Ausnahmedichter Paul Celan. Bis heute ist das Bild, das man sich von ihm macht, geprägt von Missverständnissen, falschen Vorstellungen und heroischen Romantisierungen. Zum „Schmerzensmann“ und in die Rolle des „jüdischen Opfers“ stilisiert; wurde der Dichter auf vertrackte Weise ein „ideales Vehikel für die allgemeine Verdrängung“, so Helmut Böttiger, seine Todesfuge avancierte zum Schulgedicht, der Rest des Werks trat dagegen zurück. Dass Celans Suche nach einer neuen dichterischen Sprache ihn paradoxerweise (vergeblich) die Nähe von Ernst Jünger, des von Celan „Denk-Herrn“ genannten Martin Heidegger oder sogar Figuren wie Rolf Schroers suchen liess, während er mit der Sprachhaltung seiner Förderer Böll und Grass wenig anfangen konnte, wurde dabei oft übersehen oder passte nicht ins Bild. Helmut Böttiger zeichnet Leben und Werk Celans auf dem Hintergrund des literarischen Betriebs seiner Zeit. Heraus kommt dabei ein ganz neuer Blick auf Celan.
Suhrkamp Nachgelassene Gedichte 1963-1968, Belletristik von Paul Celan
Band 13 der historisch-kritischen Ausgabe der Werke Paul Celans bietet die nachgelassenen Gedichte und die Gedichtbruchstücke der Jahre 1963 bis 1968, mit Ausnahme des 1966 entstandenen Projekts 'Eingedunkelt', das bereits in Band 12 ediert wurde. Die Texte sind auch hier, der Folge von Celans Gedichtbänden entsprechend, nach Werkphasen geordnet. Die umfangreichste Gedichtgruppe stellen die 43 ursprünglich zum Bestand 'Schneepart' gehörenden Texte dar, die vom Autor selbst schon aus dem Zusammenhang der Sammlung, der Grundlage für den 1971 postum erschienenen Gedichtband 'Schneepart', ausgeschlossen wurden. Erstmals publiziert wird im folgenden Teil des Bandes unter dem Titel 'Projekt Nachtstück' ein Aufzeichnungszusammenhang Celans von 1966, der bislang nur nachrichtlich bekannt war. Die historisch-kritische Bonner Ausgabe (BCA) ist die massgebliche Edition aller Werke Paul Celans einschliesslich ihrer sämtlichen Vorstufen. Die erste Abteilung, Lyrik und Prosa, ist auf 16 Bände angelegt. Mit Band 13 der historisch-kritischen Ausgabe liegt Celans (deutschsprachige) Lyrik in vierzehn Bänden abgeschlossen vor. Die beiden letzten Bände der Bonner Ausgabe mit Celans Prosa (Bände 15 und 16) erscheinen gemeinsam ca. 2013.
Suhrkamp Werke. Tübinger Ausgabe, Belletristik von Paul Celan
Die 47 Gedichte von Schwelle zu Schwelle, entstanden zwischen 1952 und 1954, veröffentlicht 1955 bei der Deutschen Verlagsanstalt, hat Paul Celan seiner Frau Gisèle gewidmet. Es ist sein erstes Buch, das ganz in Paris entstanden ist. Spürbar ist der Übergang zur mittleren Werkperiode der Gedichtbände Sprachgitter mit ihrer, wie Celan selbst es nannte, graueren Sprache. Die Niemandsrose: ein Übergang von der reichen Musikalität der Langverse in den früheren Gedichten zu schärfer umrissenen Formen. Anders als bei den späten Gedichtbänden, ihrem nahezu protokollarischen Charakter in der Bindung an kontingente zeitgeschichtliche Umstände und in der konsequenten Chronologie ihrer Anordnung, steht hier noch die gestaltende Arbeit an den Texten im Vordergrund. Für eine genetische Edition bedeutet dies, dass sich der schöpferische Weg einzelner Gedichte ebenso wie die Komposition des Bandes aussergewöhnlich umfangreich dokumentieren und nachvollziehen lassen. Von Schwelle zu Schwelle erscheint nun in einer kritisch edierten Studienausgabe, die zu den Gedichten jeweils die wichtigsten, oft auch alle Vorstufen graphisch aufbereitet und synoptisch zum Vergleich darbietet. Den Texten sind Facsimilia, Worterklärungen und Zitatnachweise sowie Anmerkungen zu den Textzeugen und zur Entstehung beigegeben. Entstehungschronologie und Vorabdrucke werden in tabellarischer Form dokumentiert.
Suhrkamp Werke. Tübinger Ausgabe, Belletristik von Paul Celan
Mohn und Gedächtnis ist der erste vom Autor als gültig angesehene Gedichtband Paul Celans. Spätestens seit 1943 schrieb Celan Gedichte, die er im Hinblick auf eine Veröffentlichung sammelte und in Zyklen ordnete. 1948 erschien in Wien seine erste selbständige Publikation Der Sand aus den Urnen, doch zog Celan diesen Band umgehend zurück. Nur wenige Exemplare gelangten in Umlauf. Ein grosser Teil der Gedichte aber wurde in Mohn und Gedächtnis übernommen, ergänzt um eine Reihe anderer, die der Dichter in Paris geschrieben hatte, wo er seit 1948 lebte. In dieser Form machte der Band seinen Autor im deutschen Sprachraum bekannt und beeinflusst seine Rezeption massgeblich bis heute. Wichtige, vielgedeutete Poeme sind darin enthalten, etwa Corona, Zähle die Mandeln und das bekannteste aller Celan-Gedichte: Todesfuge. Die Tübinger Ausgabe ediert Mohn und Gedächtnis in bewährter Weise: Sie zeigt synoptisch die wichtigsten überlieferten Vorstufen, beschreibt die Entstehungsgeschichte des Bandes und bietet Lektürehilfen zu den einzelnen Gedichten. Damit liegt die neunbändige Tübinger Ausgabe komplett vor: Mohn und Gedächtnis, Von Schwelle zu Schwelle, Sprachgitter, Der Meridian, Die Niemandsrose, Atemwende, Fadensonnen, Schneepart und Lichtzwang.
Frank und Timme GmbH Paul Celan - Die rumänische Dimension
Die Jahre 1945 bis 1947, die der junge Paul Celan in Bukarest verbachte, waren prägend für sein poetisches Schaffen. Sein engster Freund aus dieser Zeit, Petre Solomon, setzt ihm mit diesem Buch ein Denkmal. Er stellt den Bukarester Freundeskreis Celans vor und die Literatur, die ihn bewegte, mithin die Menschen und die Bücher, mit denen Paul Celan in seiner Jugend lebte. Tauchen Sie ein in die einzigartige Atmosphäre jener Jahre in der rumänischen Hauptstadt.
GRIN Die Celan-Goll-Affäre: Texte, Entwürfe und Notizen zu den Plagiatvorwürfen A1005400849
Studienarbeit aus dem Jahr 2001 im Fachbereich Germanistik - Neuere Deutsche Literatur, Gottfried Wilhelm Leibniz Universität Hannover (Seminar für deutsche Literatur und Sprache), Veranstaltung: Die Celan-Goll Affäre, Sprache: Deutsch, Abstract: Ausgerechnet der jüdische Schriftsteller Paul Celan (1920-1970), der sich in seinem Werk neben Übersetzungstätigkeiten hauptsächlich mit den Greueltaten im Dritten Reich beschäftigte, wurde von der Literaturszene im Nachkriegsdeutschland in eine Affäre um geistigen Diebstahl verwickelt. Initiiert durch die Witwe des französischen Dichters Ivan Goll (1891-1950) wurden zwischen 1953 und Celans Tod im Jahr 1970 immer wieder Verdächtigungen geäußert, Celan habe einige seiner Dichtungen stark an Werke Ivan Golls angelehnt. Zudem entbrannte auch ein Streit darüber, ob Celan die Rechte auf Übersetzungen der Gollschen Literatur ins Deutsche besäße oder ob dies der Witwe selbst vorbehalten war. Genährt wurden solche Anschuldigungen insbesondere durch den Umstand, daß Paul Celan von Ende 1948 bis zum Tod Golls 1950 dessen engster Freund gewesen war und angeblich eine Adoption durch das Ehepaar Goll in Erwägung gezogen wurde. Obwohl nie wirklich stichhaltige Beweise, die für Plagiarismus sprächen, aufgebracht wurden hielt sich ein leiser Verdacht gegen Paul Celan. Nachdem schließlich auch sein bekanntestes Werk, das Gedicht "Todesfuge", das sich mit dem Holocaust befaßt, in Verdacht geriet, von einem Schulfreund abgeschrieben geworden zu sein, nahm sich Celan, seinerzeit selbst Insasse eines Konzentrationslagers, schließlich das Leben. Auch der Freitod konnte allerdings nicht das Verstummen der Vorwürfe bewirken, da in bestimmter Regelmäßigkeit immer wieder Äußerungen zu der sogenannten Celan-Goll Affäre gemacht wurden und werden.
Im November 2020 jährt sich Paul Celans Geburt in Czernowitz zum hundertsten Mal, im April diesen Jahres vor fünfzig Jahren hatte er seinem Leben in Paris ein Ende gesetzt. Diese Koinzidenz ist Anlass genug, Leben und Schaffen des Dichters Revue passieren zu lassen. Zwar gibt es bereits mehrere biographische Darstellungen und etliche Bücher über seine Beziehungen zu Freunden, Freundinnen und Geliebten sowie eine Fülle von Interpretationen seiner Gedichte. Was aber bislang fehlt ist eine die verschiedenen Komponenten miteinander verbindende Werkbiographie, die dem engen Zusammenhang von Leben und poetischem Schaffen möglichst konkret nachspürt, ohne allzu indiskret im Privatleben herumzuwühlen. Denn viele von Celans Gedichten bleiben unerklärlich ohne die Kenntnis der jeweiligen Lebensumstände, aus denen sie erwachsen sind. Theo Buck (1930–2019) war ein großer Kenner, Liebhaber und Interpret der Werke von Paul Celan. In seiner nachgelassenen Monographie spürt er dem engen Verhältnis von Dichtung und Leben eines der bedeutendsten deutschsprachigen Lyriker der Moderne nach, eines deutschsprachigen Juden aus der Bukowina, der nie in Deutschland leben wollte, obwohl ihm viel daran gelegen war, im Land seiner Muttersprache gehört und verstanden zu werden. Gerade in Zeiten eines erstarkenden Judenhasses will die leise Stimme Celans gehört werden. Durch die sensible Annäherung Theo Bucks an sein Leben und Werk wird dies im Jubiläums- und Erinnerungsjahr und darüber hinaus neu ermöglicht.
Frölich und Kaufmann Paul Celan. Die Gedichte. Neue kommentierte Gesamtausgabe. 1040812
Lesen war für Paul Celan immer auch Erlebnis: Seine vielfältigen Lektüren von Büchern, Zeitschriften und Tagespresse waren ihm ebenso Ausgangspunkt für Gedichte wie persönliche Begegnungen und politische Ereignisse. Als 2003 erstmals eine kommentierte Gesamtausgabe von Celans Gedichten erschien, stand die Erschließung solcher Quellen noch am Anfang. Ausgaben der bedeutendsten Briefwechsel liegen inzwischen vor, die kritischen Werkausgaben sind vollendet, und die Erforschung von Celans Nachlassbibliothek mit seinen Lesespuren, Anstreichungen und Notaten, ist weit vorangeschritten. Auf dieser Grundlage konnten gegenüber der Ausgabe von 2003 nicht nur knapp 60 Gedichte, darunter Erstdrucke, ergänzt und alle Texte einer sorgfältigen Prüfung unterzogen werden. Der Kommentar ist ebenfalls neu gestaltet und erheblich erweitert, gerade auch durch intensive Recherchen der Herausgeberin im Bereich von Celans Presselektüren. Besonderes Augenmerk gilt dem - im Sinne seiner Poetologie - »eingeschriebenen Datum« eines jeden Gedichts. Mit der neuen Ausgabe wird dem Leser eine Fülle belegbarer Informationen für das Verständnis von Celans Lyrik an die Hand gegeben: Erst dadurch wird dieser immer noch als »hermetisch« betrachtete Autor in der ganzen Konkretheit und Radikalität seiner Realitätserfahrung erkennbar.
GRIN Die Jahreszeit-Metaphorik in der Lyrik Ingeborg Bachmanns und Paul Celans
Masterarbeit aus dem Jahr 2013 im Fachbereich Germanistik - Neuere Deutsche Literatur, Note: 1,0, Universität Bern (Philosophische Fakultät), Sprache: Deutsch, Abstract: Die Hauptfragen, die sich durch die ganze Arbeit ziehen werden, lauten folgendermaßen: Welche Rolle spielt die Jahreszeit-Metaphorik bei der Suche nach einer angemessenen Sprache in der Lyrik Bachmanns nach dem Holocaust? Welche Parallelen oder Gegensätzlichkeiten lassen sich im Vergleich zu Celans Gedichten herauslesen und welche Bedeutung spielt ihre Dichter- beziehungsweise Liebesbeziehung dabei? Diese Fragen sollen im Verlaufe der Arbeit, in der alle vier Jahreszeiten in einem separaten Kapitel unterkommen, eingehend analysiert und immer mit Blick auf das Celansche Werk untersucht werden, das dem Briefwechsel zufolge einen immensen Eindruck auf Bachmann gemacht hat. Spätestens nach der von der Germanistikforschung langersehnten Veröffentlichung des Briefwechsels zwischen den beiden Lyrikern im Jahr 2008 weiß man, welch intensive Verbindung sie sowohl in Bezug auf die literarische Tätigkeit als auch privat zueinander hatten. Zentrales Ziel dieser Arbeit wird es also sein, die geistige Verwandtschaft der beiden Autoren anhand ausgewählter Gedichte, in denen die Jahreszeiten, aber auch der Wechsel von Finsternis und Licht thematisiert werden, noch verstärkt hervorzuheben und zu prüfen, inwiefern sie sich in ihrem dichterischen Schaffen beeinflusst haben könnten. Der Briefwechsel wird dabei zur Analyse herangezogen, da er einen Schlüssel zur Poetik beider Autoren liefert und als Quelle für wichtiges, biographisches Wissen dient. Der Briefwechsel ermöglicht es, die These aufzustellen, Celan habe der sechs Jahre jüngeren Studentin sein poetisches Programm der Holocaust-Erinnerung und der Trauerarbeit vorgegeben und seine Gedichte seien bedeutende Prätexte und Inspirationsquellen für Bachmann gewesen. Sowohl die Briefe als auch die gegenseitig gewidmeten Gedichte und Gedichtzyklen liefern wichtige Belege dafür und werden daher im ersten Kapitel eingehend analysiert. Im weiteren Verlauf der Arbeit soll die ältere Forschungsliteratur vor 2008 betrachtet werden, um sie mit den neuen Erkenntnissen, die der Briefwechsel liefert, zu ergänzen oder gegebenenfalls zu revidieren. Die einzelnen Kapitel werden dabei unter Beachtung der Jahreszeiten in vier Teile gegliedert. Abschließend folgt eine Zusammenfassung, welche die daraus resultierenden Ergebnisse noch einmal aufgreift und deutlich macht.
Suhrkamp Gedichte in zwei Bänden, Belletristik von Paul Celan
Paul Celan wurde am 23. November 1920 als Paul Antschel als einziger Sohn deutschsprachiger, jüdischer Eltern im damals rumänischen Czernowitz geboren. Nach dem Abitur 1938 begann er ein Medizinstudium in Tours, Frankreich, kehrte jedoch ein Jahr später nach Rumänien zurück, um dort Romanistik zu studieren. 1942 wurden Celans Eltern deportiert. Im Herbst desselben Jahres starb sein Vater in einem Lager an Typhus, seine Mutter wurde erschossen. Von 1942 bis 1944 musste Celan in verschiedenen rumänischen Arbeitslagern Zwangsarbeit leisten. Von 1945 bis 1947 arbeitete er als Lektor und Übersetzer in Bukarest, erste Gedichte wurden publiziert. Im Juli 1948 zog er nach Paris, wo er bis zu seinem Tod lebte. Im selben Jahr begegnete Celan Ingeborg Bachmann. Dass Ingeborg Bachmann und Paul Celan Ende der vierziger Jahre und Anfang der fünfziger Jahre ein Liebesverhältnis verband, das im Oktober 1957 bis Mai 1958 wieder aufgenommen wurde, wird durch den posthum veröffentlichten Briefwechsel „Herzzeit“ zwischen den beiden bestätigt. Im November 1951 lernte Celan in Paris die Künstlerin Gisèle de Lestrange kennen, die er ein Jahr später heiratete. 1955 kam ihr gemeinsamer Sohn Eric zur Welt. Im Frühjahr 1970 nahm sich Celan in der Seine das Leben.