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Chronos Mit Psychologie die Welt verändern, Fachbücher
Mit der Psychologischen Lehr- und Beratungsstelle von Friedrich Liebling wurde die Stadt Zürich, der schon lange der Ruf einer «Metropole der Psychologie» anhaftete, gleichsam zum «Mekka der Psychologieschüler». Von den späten 1960er bis in die 1980er Jahre war diese sogenannte Zürcher Schule die grösste psychologische Bewegung der Schweiz mit zuletzt gut 3000 Teilnehmern im In- und Ausland. Dem Gründer, Friedrich Liebling (1893-1982), gelang es, die engagierte psychologisch-pädagogische Arbeit mit einer visionären Gesellschaftskritik zu verbinden. Die Gruppenprozesse eröffneten einerseits Freiräume und Entwicklungsmöglichkeiten, tendierten andererseits aber zu Konformismus. Auf der Grundlage von Interviews, Staatsschutz- und Prozessakten sowie von weiteren bisher unerschlossenen Quellen untersucht der Autor die Motive, aufgrund derer sich Menschen unterschiedlichster Herkunft diesem Kreis anschlossen.
Chronos Antiziganismus in der Schweiz und in Europa, Fachbücher
Der Sprachgebrauch hat sich gewandelt, die Diskriminierung geht weiter. Diesen Eindruck erhält, wer die Politik und Presseberichterstattung in europäischen Ländern gegenüber Roma verfolgt, jenen Minderheiten, die lange als Zigeuner stigmatisiert wurden. Die unheilvolle Kombination von struktureller Diskriminierung und kultureller Stigmatisierung ist eine Variante des Rassismus. In der Forschung hat sich hierfür der Begriff des Antiziganismus etabliert. Wann entstand und wie entwickelte sich der europäische Antiziganismus und weshalb hält er sich so hartnäckig in der Gegenwart? Der Sammelband präsentiert neueste Forschungsergebnisse. Deren zentrale Einsichten lauten: Die kulturgeschichtlichen Wurzeln des modernen Antiziganismus lassen sich bis in die frühe Neuzeit zurückverfolgen. Forschungen in russischen Archiven aus der Zeit der nationalsozialistischen Besetzung zeigen, dass Ro.
„Wer lebt, muss kaufen. Wer kauft, hat Macht. Und Macht verpflichtet.“ Diesem Leitspruch folgten 1906 in Bern die Gründerinnen der Sozialen Käuferliga. Zuerst wollten sie nur ihre Mitmenschen zum sozialen, das heisst überlegten, gemässigten Konsumieren erziehen. Schon bald aber verteidigten die bürgerlichen Vereinsmitglieder auch gegenüber Arbeit- und Gesetzgebern die Interessen der Menschen, die für sie Brot, Kunstblumen oder Kleider herstellten. Im Milieu der bürgerlichen Frauenbewegung, des religiösen Sozialismus, verschiedener Reformbewegungen und der Gewerkschaften entstand das Gedankengut der Sozialen Käuferliga der Schweiz, das auch in der heutigen Fair Trade-Bewegung noch eine Rolle spielt. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts setzten sich interessierte Frauen nicht für Kaffee- oder Kakaoplantagen, sondern etwa für Heimarbeiterhaushalte in der Ostschweiz ein. Obwohl die Organisation stets klein und auf die Schweiz beschränkt blieb, gelang es den Aktivistinnen immer wieder, neue Themen zu setzen und neue Handlungsfelder zu erproben. Den Anfang machten Kaufregeln und weisse Listen guter Arbeitgeber, später kamen Petitionen für mehr gesetzlichen Arbeitsschutz und ein Label für fair produzierte Waren hinzu - das schweizweit erste dieser Art. Regelmässig untersucht wurden die Arbeitsbedingungen und Löhne bestimmter Branchen.
Chronos Schauliteratur, Fachbücher von Johanna Thali
Zu den Rezeptionsformen mittelalterlicher Literatur gehört nicht nur das Lesen und Hören, sondern auch das Schauen: Das Bild ist wesentlicher Bestandteil der literarischen Kultur der Vormoderne. Fragt man nach seinen historischen Funktionen, so zeigt sich, dass es weit mehr ist als blosse Illustration zum Text. Die Reformulierung literarischer Themen im visuellen Medium setzt gegenüber der Texttradition eigene Akzente und verleiht so den Stoffen neue Bedeutungsdimensionen. Die als Beitrag zur aktuellen Text-Bild-Forschung konzipierte Untersuchung widmet sich literarischen Sujets in der Wandmalerei spätmittelalterlicher und frühneuzeitlicher Wohnbauten. Am Beispiel der Ausmalung der Burg Lichtenberg im Südtirol mit Szenen zur heldenepischen Erzählung Laurin sowie von Malereien in Luzerner Patrizierhäusern mit thematischen Parallelen zum weltlichen und geistlichen Spiel führen die An.
Chronos PULS DruckSache aus der Behindertenbewegung, Fachbücher
Seit den 1970er Jahren formierten sich Menschen mit Behinderung weltweit im Kontext der neuen sozialen Bewegungen. Sie bildeten darin eine vielstimmige Gruppe, deren Exponentinnen und Exponenten sich gezielt, provokativ und kenntnisreich zu den eigenen Themen und Anliegen äusserten. Die Zeitschrift „Puls“ versammelte einige dieser Stimmen. Sie erschien von 1976 bis 1994 und war eine der schillerndsten Ausdrucksformen, die sich Menschen mit Behinderung in der Schweiz gaben. Der vorliegende Band erschliesst diese nur Insidern bekannte zeitgeschichtliche Epoche einem breiten Publikum. Er macht die Kernanliegen von Menschen mit Behinderung deutlich und zeigt die Herausforderungen für eine demokratische Sozialpolitik. Der Band mit zahlreichen Abbildungen beinhaltet einen Beitrag des Historikers Brian McGowan, der die Zeitschrift analysiert und zeitgeschichtlich einordnet. Der Hauptteil besteht.
Jakob Wiedmer, geboren 1876: Welche Zukunftsaussichten hat ein Bäckerssohn aus Herzogenbuchsee im Oberaargau? Sein Vater spricht sich gegen eine höhere Schulbildung aus und hält nichts von „Studiergrinden“. Ganz anders die Dorfbewohner. Sie sehen im heranwachsenden Bäcker-Köbi bereits einen künftigen Gemeinderat, Pfarrer oder gar Bundesrat. Von seinen „schwarzen, unglaublich klugen Augen“ schwärmt die Spielkameradin Maria, die spätere Schriftstellerin Maria Waser; der Redaktor Ulrich Dürrenmatt ist beeindruckt vom Schreibtalent des Jünglings, der sich in seiner Freizeit als Archäologe betätigt. Einzig die Ausbildung zum Kaufmann steht dem Vielbegabten offen. Während einer dreijährigen Anstellung in Athen entscheidet sich Wiedmer für die Archäologie. Kaum zurück, wird der nun verheiratete Wiedmer-Stern Direktor des Bernischen Historischen Museums. Sein genialer archäologischer Spürsinn eröffnet der Wissenschaft ganz neue Forschungsmethoden, die ihn in der Fachwelt international bekannt machen. Einen nationalen Markstein setzt er mit der Gründung der Schweizerischen Gesellschaft für Urgeschichte. Im gleichzeitig entstandenen Roman „Flut“ erkennt der Feuilletonredaktor im „Bund“ Josef Viktor Widmann bereits den Nachfolger von Jeremias Gotthelf. Karriere macht der Tausendsassa weiter unter anderem als Finanzakrobat, Erfinder und Diplomat mit ebenso glänzenden Höhepunkten wie dramatischen Abstürzen – ständig bedroht von der Folge einer „heissen und stolzen Stunde“ seiner Jugendzeit im Orient. Das rastlose Leben des Jakob Wiedmer-Stern ist geradezu das Spiegelbild der turbulenten Wende zum 20. Jahrhundert.
Chronos Heimdurchsuchungen, Sachbücher von Charlotte, Schallié
Seit 1965 gibt es eine Reihe von Autoren, die die Rolle der Schweiz im Zweiten Weltkrieg kritisch ausleuchteten, ohne dass dieses Schreiben im öffentlichen Geschichtsbewusstsein etwas bewirkt hätte. Wenn man die Verknüpfung von Geschichts- und Sprachbewusstsein als Hypothese aufrechterhält, könnte somit behauptet werden, dass es der Literatur nicht gelang, für die Vergangenheit eine Sprache zu finden, die in der breiten Öffentlichkeit eine Erinnerungsarbeit freisetzen konnte.
Chronos Glanz und Elend der Porzellanindustrie A1077791581
«Suisse Langenthal» stand einst für ein florierendes Unternehmen: Die Porzellanfabrik Langenthal schaffte es im 20. Jahrhundert vom fragilen Startup zum scheinbar unverwüstlichen Volksgut. Der Niedergang kam schleichend und endete dramatisch. 120 Jahre nach der Gründung erscheint Langenthaler Porzellan als Mythos und Kulturgut, um das noch immer gerungen wird. Bis heute blüht die Erzählung, dass die einst stolze Porzellanfabrik zum Opfer eines Managements geworden sei, das in entscheidenden Momenten versagt habe. Hartnäckig hält sich auch das Gerücht; Langenthal sei im Zweiten Weltkrieg ein «Nazi-Nest» gewesen – und die Porzellanfabrik ein Schauplatz schauerlicher Geheimpläne. Was davon stimmt? «Glanz und Elend der Porzellanindustrie» ist die erste umfassende Darstellung der Unternehmensgeschichte. Das Buch zielt auf eine Verknüpfung von wirtschafts-, sozial- und kulturhistorischen Perspektiven auf die Porzellanindustrie und die Bedeutung von Porzellan in der Schweiz vom späten 19. bis ins frühe 21. Jahrhundert. Von Mut und Zerbrechlichkeit, von Aufstieg und Niedergang, von Triumph und Trauma handelt die Geschichte der Porzellanfabrik Langenthal. Sie handelt auch von der Gründerfamilie Spychiger, einer Porzellandynastie im Kleinformat. Die Publikation stützt sich auf Quellen aus dem Unternehmensarchiv, das sich bis heute auf dem Fabrikareal befindet, rund siebzig Laufmeter Dokumente, die für dieses Buch erstmals systematisch konsultiert worden sind.
Chronos Die schulische Wissensordnung im Wandel A1055113880
Lehrpläne und Lehrmittel legen fest, was in der Schule gelehrt und gelernt werden soll. Als normative Instrumente definieren sie schulische Ziele und Inhalte, gruppieren sie nach didaktischen Kriterien in ihrer Abfolge und ordnen ihnen Zeit- und Personalressourcen zu. Die wichtigsten Ordnungsprinzipien sind die materielle Einteilung in Schulfächer und die zeitliche Gliederung nach Schuljahren beziehungsweise Semestern. Die dadurch entstehende Wissensordnung scheint von aussen betrachtet relativ stabil, verändert sich im historischen Prozess aber wesentlich. Doch wer entscheidet aufgrund welcher Kriterien und mit welcher Legitimation über Lehrpläne, Schulfächer und Lehrmittel? Wie verändern sie sich als Instrumente der schulischen Wissenspolitik während des 19. und 20. Jahrhunderts? Wie wandelbar oder wie stabil sind ihre Inhalte, Ziele und die damit verbundenen didaktischen Prinzipien? Wie verändern sich die Beziehungen zwischen Schulfächern und ihren wissenschaftlichen Referenzdisziplinen? Der Band thematisiert solche Fragen aus bildungshistorischer und fachdidaktischer Perspektive. Fokussiert werden die Kantone der mehrsprachigen Schweiz, wobei Differenzen und Gemeinsamkeiten sowohl zwischen den Kantonen als auch zwischen den Sprach- und Kulturräumen aufgezeigt werden.
Chronos Vom Schlaraffenland zum Totentanz A1067334089
Der Zürcher Illustrator, Autor und Zeichenlehrer Hans Witzig (1889–1973) hat ein stilistisch weit gefächertes künstlerisches Werk hinterlassen. Beginnend mit Illustrationen von Märchenbüchern im Jugend-stil, über politische Karikaturen und expressionistische Darstellungen menschlichen Leids, bis zu populären Zeichenanleitungen war Witzig vielfältig gestalterisch tätig. Über das 20. Jahrhundert bis in die Gegenwart prägte er mit seinen Kinderbuchillustrationen und Zeichenvorlagen die Bildwelt von Schweizer Kindern und Jugendlichen. Witzigs Vielseitigkeit möchte der vorliegende Band in all ihren Facetten auffächern: In vier Schwerpunkt-essays und 21 Einzelwerkbetrachtungen analysieren Spezialist:innen aus unterschiedlichen Forschungsgebieten Werkgruppen und ausgewählte Arbeiten aus ihrer fachlichen Perspektive und ordnen Witzigs individuellen Zugang zum jeweiligen Thema ein. Zwischen Modellbaubögen, Zeichenheften, erfolg-reichen Bilderbüchern wie Tabis Nuckerli und Die Kinder im Schlaraffenland bis zu Skulpturen nach Honoré Daumier entspannt sich ein breites Spektrum gestalterischen Wirkens. Die Grundlage für die Untersuchung bildet der umfangreiche Nachlass Hans Witzigs, der seit 1983 in der Zentralbibliothek Zürich bewahrt wird: Gemälde, Skulpturen, Bücher, Druckstöcke, Zeichnungen und Druckgrafiken, persönliche Dokumente sowie Familienfotos und eine fotografische Werkdokumentation. Darin wird ein Künstler fassbar, der zeitlebens nach einer ästhetisch wirkungsvollen Umsetzung seiner kunstpädagogischen Ziele sowohl in populären Medien als auch im Kunstkontext suchte.
2024 sind es genau 200 Jahre her, seit der junge Bernhard Rieter (1805–1883) aus Winterthur zum ersten Mal seine Heimat verliess und fremde Kulturen kennenlernte. Zunächst bereiste er Ägypten, wo er sich fünf Jahre lang aufhielt. Etwas später folgte ein Aufenthalt in Konstantinopel (Istanbul). 1843 trat Rieter die grösste Reise an, die ihn nach Indien, Indonesien, Burma (Myanmar), Singapur, auf die Philippinen und bis an die Südküste von China führte. Von allen diesen Reisen schickte er ausführliche Briefe an seine Familie in der Schweiz. Diese sehr lebendig geschriebenen Dokumente zeugen von einer aufgeschlossenen Persönlichkeit mit vielfältigen Interessen und einer ausgeprägten Beobachtungsgabe. Rieter schilderte Natur, Kultur und Bevölkerung der bereisten Länder. Seine Briefe offenbaren eine kritische Haltung gegenüber den Kolonialmächten und sind wertvolle Zeugnisse aus der Zeit, als sich der Handel von Schweizer Firmen mit dem Osmanischen Reich und mit Asien zu etablieren begann.
Chronos Von Angst und Not bis Zumpernaul A1070506604
Über die Siedlungsnamen im Kanton Zürich lassen sich Einblicke in die Besiedlung des Kantonsgebiets gewinnen. Manche der Namen erzählen von Tieren, die lange als ausgestorben galten, von einstigen Wäldern, früheren Kulturtechniken und von vielem mehr. Fast jeder Siedlungsname gibt etwas preis: den Namen einstiger Bewohnerinnen und Bewohner, die Sprache der Namengebenden, was dort angebaut wurde, wie man den Boden verwaltete und die Landschaft erlebte, bisweilen sogar Sehnsüchte; die man mit einer Siedlung verband. Obwohl Siedlungsnamen Orte benennen, sind sie doch unmittelbar mit den Menschen verbunden, durch die die Orte zu ihren Namen kamen. So bewahren sie die Erinnerung an längst Vergangenes, ja sie erinnern in gewisser Weise auch an die Gedanken der Namengeberinnen und Namengeber. In diesem Buch werden in zwölf Kapiteln fast 2000 Siedlungsnamen des Kantons Zürich nach Bezirken historisch verortet und namenkundlich erschlossen. Das Buch lädt zum namentlichen Durchstreifen des Kantonsgebiets ein. Über ein Register können zudem einzelne Siedlungsnamen schnell aufgefunden werden. Wissenschaftliche Grundlage des Buchs sind die auf ortsnamen.ch zugänglichen Ergebnisse des Forschungsprojekts «Die Siedlungsnamen des Kantons Zürich»; das von 2016 bis 2022 an der Universität Zürich und beim Schweizerdeutschen Wörterbuch durchgeführt wurde.
Chronos Weisssein in der Schweizer Literatur A1071982205
Der Band unterstreicht die konstitutive Bedeutung des Weissseins für die nationale Identitätsbildung in der Schweiz und zeigt, wie Schweizer Texte durch subversive Erzählstrategien konventionelle Auffassungen von Herkunft und Hautfarbe herausforderten und den Konstruktcharakter solcher Identitätsmerkmale sichtbar machten. Mit Beiträgen zu Benjamin Constant, J. J. Bachofen, C. F. Meyer, Gottfried Keller, Felix Moeschlin, Friedrich Glauser, Jonas Fränkel, Friedrich Dürrenmatt, James Baldwin, René Gardi, Thomas Duarte und Kim de l’Horizon setzt sich der Band kritisch mit dem Mythos auseinander, dass Kategorien wie ‹Rasse›; Hautfarbe und Ethnizität in der Schweizer Kultur und Literatur stets nur eine marginale Rolle gespielt hätten, während die Beteiligung der Schweizer Wirtschaft an kolonialen Unternehmungen und der Schweizer Wissenschaft an der Ausformung des westlichen Rassismus gut belegt ist. Die Beiträge verdeutlichen, dass Vorstellungen von Weisssein auch in der Literatur wesentlich zur Konstitution sowohl einer westlichen als auch einer national-schweizerischen Identität beigetragen haben. Zugleich veranschaulichen sie, wie auf dem Territorium der Literatur kulturelle Grenzziehungen verunsichert oder neu verhandelt werden können. Weit davon entfernt, Weisssein einfach zu affirmieren, verfolgen etliche der analysierten Texte Strategien, die einer Reproduktion von Stereotypen und kolonialen Erzählmustern entgegengenwirken.
Jugendliche in beruflicher Grundbildung sind das Herzstück des schweizerischen dualen Berufsbildungssystems. Trotz ihrer Schlüsselrolle waren Lehrlinge und Lehrtöchter (wie sie bis vor kurzem genannt wurden) und ihr Sozialisierungsprozess bislang nur am Rande Gegenstand der Forschung. Die Studie nimmt sich des Themas aus historischer Perspektive an. Der Blick wird auf die Jahre 1950–1970 gerichtet, die nicht nur für die Entwicklung der Berufsbildung in der Schweiz, sondern auch für den Wandel der gesellschaftlichen Wahrnehmung der Lernenden eine bedeutsame Periode darstellen. Wer waren diese Jugendlichen? Wie haben sie ihre berufliche Ausbildung verbracht und wie ihre Freizeit gestaltet? Wie wurden sie beurteilt? Was wurde über sie geschrieben? Wann bekamen sie selbst eine Stimme in der medialen Öffentlichkeit? Mit diskursanalytischem Vorgehen konnten drei gesellschaftlich konstruierte Lehrlingsbilder eruiert werden, die aufzeigen, wie sich Jugendliche in beruflicher Ausbildung durch den Ausbau der Schulen und eine verstärkte Medienpräsenz in der öffentlichen Wahrnehmung von konform arbeitenden zu selbstbestimmt lernenden Personen entwickelten.
Schwetzingen diente dem kurpfälzischen Hofstaat während der Mannheimer Regierungszeit des Kurfürstenpaares Carl Theodor von der Pfalz und Elisabeth Augusta (1742–1777) regelmässig als Sommerresidenz. Zeitgleich mit dem Einsetzen der Arbeiten an einer weitläufigen Gartenanlage beim Lustschloss begann man im Sommer 1753 im neu erbauten, der Pflege pastoraler Stücke gewidmeten Theater Opern aufzuführen, die in besonderer Weise Naturschauplätze favorisierten. Zeitgenossen sahen im Schwetzinger Schlossgarten die Naturzustände «sauvage», «champêtre» und «cultivé» vorbildlich zusammengeführt. Die Autorin untersucht anhand dieser drei Kategorien die musiktheatral vermittelten Konzepte und Wahrnehmungen von Natur. Basierend auf Libretti, Musik und teilweise erstmals veröffentlichten Bühnenbildentwürfen der kurpfälzischen Theaterarchitekten nimmt sie Gartenkunst und Opernbühne wechselweise in den Blick und erschliesst damit einen neuen Zugang zum Verständnis historischer Gartenanlagen.
Chronos Richard Dindo, Erinnerungsarbeiter A1077723004
Richard Dindo (1944–2025) ist ein herausragender Exponent des Schweizer Dokumentarfilms. Mit «Die Erschiessung des Landesverräters Ernst S.» hat er tief auf das helvetische Selbstverständnis eingewirkt. Öffentlich aufgerüttelt haben auch «Schweizer im Spanischen Bürgerkrieg» und Untersuchungen zum gewaltsamen Tod von Jugendlichen in den 1980er-Jahren («Dani, Michi, Renato & Max», «Verhör und Tod in Winterthur»). Dindos Motivation galt der Erinnerung an Widerständige, an Rebellen und Träumer, oft mit Blick auf deren utopisches Potenzial. Mehr und mehr ist er dabei in autobiografischem Material fündig geworden: bei Max Frisch vorab, bei Jean Genet, Ernesto «Che» Guevara, Arthur Rimbaud, Max Haufler, Charlotte Salomon, Henri Matisse oder Paul Gauguin. Bislang hat eine eingehende Darstellung von Dindos Methode filmischer Rekonstruktion von Erinnerung gefehlt. Ausgehend von seiner Prämisse, dass Nichterinnerung Selbstzerstörung ist, erhellt dieser Streifzug durch das OEuvre seine Bedeutung und Vielseitigkeit.
Wie sahen die gemeinen Berner und Bernerinnen des 18. Jahrhunderts aus? Wie gross und welcher Statur waren sie? Welche Farbe und Form hatten ihre Haare, ihr Gesicht, ihre Augen? In welchem Zustand waren ihre Haut und ihre Zähne? Welche Spuren haben Krankheiten und Unfälle auf ihrem Körper hinterlassen? An welchen Beeinträchtigungen litten sie? Wie alterten sie und wie stark unterschieden sie sich? Dank einer ansehnlichen Zahl überlieferter Steckbriefe (Signalemente) von polizeilich gesuchten Straftätern lässt sich zu diesen und weiteren Fragen manche Antwort finden. Ein für die Jahre 1715–1800 in den Staatsarchiven der Kantone Bern, Waadt und Neuenburg zusammengetragenes Korpus umfasst Beschreibungen von 663 Männern und 50 Frauen aus dem «deutschen» Teil des damaligen Kantons Bern (ohne Aargau). Die Analyse dieses Korpus bildet den Kern der Studie. Hinzu kommen andere Quellen: «physisch-topografische» und Reisebeschreibungen, Tagebücher und Briefe, medizinische Traktate und die Berner Porträts des Luzerner Malers Josef Reinhard. Das Buch liefert einen Beitrag zur historischen Ökologie. Während die Umwelt- und die Klimageschichte das milieu externe, in dem die Menschen lebten, untersuchen, interessiert sich diese Körpergeschichte für ihr milieu interne, für die «Natur» in und an ihnen.
Chronos «Wir machen einen grossen Schritt ins Leben»
Am 7. Februar 1945, kurz vor der Kapitulation Deutschlands, erreichte ein Rettungstransport mit 1200 Jüdinnen und Juden aus dem Ghetto Theresienstadt St. Gallen. Angestossen hatte die Befreiungsaktion 1944 das Schweizer Ehepaar Recha und Yitzchok Sternbuch, das die Unterstützung von Jean-Marie Musy fand. Der katholisch-konservative Altbundesrat trat mit dem Reichsführer SS Heinrich Himmler, den er persönlich kannte, in Verhandlungen ein. Himmler versprach sich einen Reputationsgewinn NS-Deutschlands bei den Westalliierten und veranlasste die Zusammenstellung des Transports. Wer waren die Menschen, die durch diese Aktion in die Schweiz gelangten? Wie erlebten sie die Auswahl für den Transport und ihren Aufenthalt in der Schweiz? Wohin migrierten sie nach Kriegsende weiter? Welchen Platz nimmt die Befreiungsaktion in ihren Erinnerungen ein? Einem biografischen Ansatz folgend, wird die Geschichte dieser Rettungsaktion erstmals mit einem Fokus auf die Befreiten erzählt. Ihre Perspektiven werden anhand von Tagebüchern; Memoiren, Briefwechseln, Postkarten, Zeitzeug:inneninterviews und Poesiealben analysiert. Ergänzt wird die Studie durch systematische soziodemografische Informationen zu den Befreiten, die aus Flüchtlingsakten des Schweizerischen Bundesarchivs gewonnen werden, sowie durch die Perspektiven der Schweizer Behörden, von Häftlingen im Ghetto Theresienstadt, die sich gegen eine Teilnahme am Transport entschieden, und von Schweizer:innen, die mit den Befreiten in Kontakt kamen.
Das Musikwissenschaftliche Institut der Universität Zürich leistet seit mehr als 50 Jahren beachtliche Beiträge zur Erforschung und Erhaltung des Gregorianischen Chorals in Wissenschaft und Praxis. Die wissenschaftlichen Beiträge widerspiegeln die grosse Vielfalt aktueller Forschungsfragen und stehen sinnbildlich für den hohen Stellenwert der Gregorianischen Forschung am Zürcher Institut. Die praktischen Teile des hier dokumentierten Symposiums bildeten den Rahmen zu den Referaten und waren mit diesen inhaltlich verknüpft. Sie werden hier als Programmpunkte sowie als Auflistung der Ordines der verschiedenen Gebetszeiten und des Pontifikalamtes wiedergegeben.
Jüngst ist viel neues Nachlassmaterial zu Carl Spitteler zugänglich geworden. Es ermöglicht, den schweizerischen Literaturnobelpreisträger ganz neu in den Blick zu nehmen. Ausgehend von ausgewählten, im vorliegenden Band reproduzierten Dokumenten werden bisher unbekannte Schlaglichter nicht nur auf das Leben und Werk Spittelers geworfen, sondern auch auf dessen Netzwerk. Seit 1908 war Jonas Fränkel der engste Mitarbeiter von Carl Spitteler. Im Frühjahr 2021 ist sein Nachlass ins Schweizerische Literaturarchiv gekommen. Er umfasst neben einer riesigen Bibliothek 96 Laufmeter Papier. Ein wichtiger Teil davon sind Materialien, die Spitteler Fränkel, seinem designierten Biografen, überlassen hatte. Dieser «Kryptonachlass Spitteler» ist fast so umfangreich wie der Nachlassteil, den Spittelers Töchter 1933 der Eidgenossenschaft geschenkt hatten. Vierzehn Autorinnen und Autoren haben insgesamt zwanzig Sondierbohrungen im nun stark erweiterten Spitteler-Nachlass vorgenommen und neue Antworten gefunden auf Fragen wie: In welchen sozialen und kulturellen Netzwerken bewegte sich Spitteler? Wie stand Spitteler als Zeitgenosse zur Moderne? Wie arbeitete er an seinem öffentlichen Bild? Wer war dieser Carl Spitteler? Der Band mit Beiträgen von Jael Bollag, Lorenz Degen, Stefan Graber, Philipp Hegel, Rea Köppel, Fredi Lerch, Stefanie Leuenberger, Dominik Müller; Joanna Nowotny, Dominik Riedo, Wulfhard Stahl, Fabienne Suter, Peter Utz und Magnus Wieland erscheint im 100. Todesjahr Spittelers, der am 29. Dezember 1924 in Luzern gestorben ist.