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Chronos Audiovisuelle Medienarchive
Chronos Audiovisuelle Medienarchive
Viele Fachbegriffe und Konzepte der Computertechnik entstammen der Archivtradition. Umgekehrt bietet die Digitalisierung den Archiven völlig neue Möglichkeiten und stellt sie vor Herausforderungen. Wissensspeicher sind, gewollt oder ungewollt, in fast alle Lebensbereiche vorgedrungen. Dieses Buch bietet einen Überblick über Kontinuitäten und Brüche der Archivpraktiken von den Anfängen bis zur Gegenwart, wobei der Fokus auf die in der Fachliteratur noch weitgehend unbekannten audiovisuellen Archive der Medien­anstalten gerichtet ist. Es will damit auch zu einem kritischen Zugang von Geschichtswissenschaft und Digital Humanities zu ­neueren Quellen beitragen. Seit den ersten Zivilisationen versprechen Archive Authenti­zität, Integrität und Nachhaltigkeit von Information. Sie sind damit unerlässlich für staatliche Ordnung, Identität, Rechtmässigkeit, Kontinuität und wirtschaftliche wie kulturelle Entwicklung. Sie werden aber auch mit unheimlichen Kontrollsystemen und mit Macht assoziiert. Spätestens seit der Jahrtausendwende stehen insbesondere audiovisuelle Archive im Zentrum des digitalen Wandels, sowohl als Wegbereiter als auch als Anwender. Auf der einen Seite ist das Aufbewahren, Einordnen, Dokumentieren und Zugänglich­machen von Daten eine Kernfunktion der Computertechnik. Auf der anderen Seite werden grundlegende Archiv­konzepte wie Sicherheit, Originalität und Zugang zu Informationen durch die neuen Technologien herausgefordert, wenn nicht in Frage gestellt. Vermehrt kommt gerade auf Archive der Service-public-Medien die Aufgabe zu, Orientierung im Netz der schier unbegrenzt verfügbaren Daten aus der Vergangenheit und der Gegenwart zu bieten, damit die befürchtete Inflation der Erinnerung nicht einfach alles zur «Wahrheit» erhebt.
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Advance music Chronos
Advance music Chronos
14 temperamentvolle Klezmer-Stücke und Balladen vereint der dritte Band des Klarinettisten David Orlowsky. Eine Musik, die dem Hörer ins Blut und in die Beine geht und zum Mitspielen einlädt. Das Ensemble um den jungen Solisten ist ECHO-Klassik-Preisträger und hat bereits mehrere CDs veröffentlicht. Die Stücke im mittleren Schwierigkeitsgrad sind für Klarinettisten jeden Alters eine „kammerweltmusikalische“ Bereicherung. Mit optionaler C-Stimme für Soloinstrument bzw. Akkordbegleitung. Schwierigkeitsgrad: 3
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De Gruyter Chronos - dona
De Gruyter Chronos - dona
Das Reallexikon der Germanischen Altertumskunde trägt den Namen seines Begründers, des Anglisten und Naturwissenschaftlers Johannes Hoops. Zwischen 1972 und 2008 erschienen in zweiter, vollkommen veränderter Auflage 35 Bände sowie zwei Registerbände. Konzipiert als Handbuch, steht der Hoops in der Tradition umfangreicher Enzyklopädien: Ziel ist es, den gesamten Kenntnisstand zur Germanischen Altertumskunde umfassend und kritisch zu präsentieren. Sein interdisziplinärer Ansatz schließt Ergebnisse aus den Bereichen Kunstgeschichte, Rechtsgeschichte, Volkskunde und Religionswissenschaft mit ein.
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Chronos Ungewollt? A1073872218
Chronos Ungewollt? A1073872218
Die Geschichte der Inlandsadoptionen in der Schweiz ist bislang kaum erforscht. Diese Studie untersucht, wie sich die rechtlichen Rahmenbedingungen und das Handeln von Behörden und Adoptionsvermittlungsstellen auf adoptierte Menschen und ihre leiblichen Eltern ausgewirkt haben, und legt dar, wie sich diese Mechanismen im Zeitraum von 1922 bis 2017 verändert haben. Die Ergebnisse zeigen, dass das Kindeswohl bei Fremdplatzierungsentscheiden lange nicht im Zentrum stand. Ledige ­Mutterschaft wurde stigmatisiert und uneheliche Kinder erhielten von Gesetzes wegen einen Beistand. Behörden betrachteten Ein­elternfamilien als defizitär und gaben deshalb viele Kinder verheirateten Paaren zur Pflege oder zur Adoption. Die Frage, was solche biografischen Brüche mit Kindern, Müttern und Vätern machen, wurde kaum gestellt. Die ­Interviewanalysen zeigen, dass sich die Betroffenen oft als Objekt des Behördenhandelns wahrnahmen. Die mit diesem Handeln verbundenen normativen Vorstellungen und subtilen Zwangsmomente hallen in ihrem ­Leben nach – insbesondere, wenn die Kenntnis der biologischen Verwandten oder der Kontakt zu ihnen unterdrückt wurde.
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Chronos Unsere Meinung A1075226249
Chronos Unsere Meinung A1075226249
Jonas Fränkel (1879–1965); jüdischstämmiger Germanistikprofessor an der Universität Bern, verfolgte zwei Lebensaufgaben: die Vollendung seiner wissenschaftlichen Gottfried-Keller-Edition sowie die Erarbeitung einer Werkausgabe und einer Biografie Carl Spittelers. Im immer aussichtsloseren Kampf gegen behördliche Widerstände, welche die Vorhaben schliesslich zum Scheitern bringen, findet Fränkel 1950 im Zürcher Schriftsteller Rudolf Jakob Humm (1895–1977) einen Alliierten. Engagiert tritt Humm mit Artikeln in der Weltwoche und in seiner hektografierten Einmannzeitschrift Unsere Meinung für Fränkel ein. Zwischen dem urbanen Schriftsteller und dem abgeschieden lebenden Gelehrten entsteht eine Brieffreundschaft. Man bespricht die Strategien und denunziert die Ideologien und den Antisemitismus der Gegner und der tonangebenden Presse. Auch Humms literarische und journalistische Arbeit spiegelt sich in dem Briefwechsel. Etwa die Entstehung des Buchs Bei uns im Rabenhaus (1963), das erzählt, wie das Ehepaar Humm in den 1930er Jahren mitten in Zürich ein subkulturelles Diskussionsforum unterhielt, das auch Emigranten offenstand. Immer neuen Gesprächsstoff gibt auch Humms Zeitschrift, die zwischen 1948 und 1977 ein verblüffend breites Spektrum an Themen zur Sprache bringt. Ihr Ziel ist es, die Verhärtung der Meinungen im Kalten Krieg aufzubrechen, der in der Schweiz die Geistige Landesverteidigung ablöst. Die mit Sachkommentaren und einem Nachwort versehene Briefauswahl bildet eine Fortsetzung zu der von den gleichen Herausgebern vorgelegten Auswahl aus der Korrespondenz Fränkels mit C.A. Loosli.
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Chronos Musik in Zürich
Chronos Musik in Zürich
Die Musikpflege nahm in der Limmatstadt vom Mittelalter bis in die heutige Zeit eine besondere Rolle ein. Zürich war nicht nur Wirkungsort einheimischer und schweizerischer Musikerinnen und Musiker, sondern auch von solchen aus ganz Europa. Dabei ist die städtische Geschichte von vielen kulturell markanten Ereignissen berührt worden und mit ihrem auch weit in die Region ausstrahlenden Profil musikgeschichtlich immer wieder bedeutsam geworden. Mit Porträts von 252 Menschen, 14 Orten und 21 Institutionen, mit Karten und gegen 200 illustrierenden Abbildungen wirft der Stadtführer viele Schlaglichter auf die umfassende Musikgeschichte Zürichs. Der Stadtführer folgt einer lexikalischen Struktur, in der Personen, Musik­orte und Institutionen alphabetisch aufgeführt werden. Durch die Porträts mit zahlreichen Querverweisen entsteht ein vielschichtiges Panorama des Zürcher Musiklebens bis an die Schwelle zum 21. Jahrhundert. Eine Beson­derheit dieses Führers ist, dass bei allen Artikeln Adressen von Wohn-­ und Standorten angegeben sind, denen anhand des Kartenmaterials nachgegan­gen werden kann. Neben einem vorgeschlagenen Spaziergang in der Altstadt mit fester Route kann jede Benutzerin und jeder Benutzer selbst entscheiden, welche Gesichtspunkte und Interessen einen Rundgang bestimmen sollen. Die Publikation richtet sich damit an ein breites Publikum, das vom musik­affinen Besucher Zürichs bis zur wissenschaftlich interessierten Musikhisto­rikerin reicht.
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Chronos Laurenz von Heidegg
Chronos Laurenz von Heidegg
Er war ein Renaissance-Abt, der seinen Rang mit Stiftungen und Kunstgegenständen unterstrich. Er lenkte die klösterliche Gemeinschaft durch die Wirren der Reformationszeit und kümmerte sich um den Wiederaufschwung der Abtei Muri. Auf ihn gehen liturgische Handschriften zurück, er gab als Symbol seiner Würde einen kunstvollen Abtstab in Auftrag und sorgte für die bauliche Umgestaltung der Klosteranlage.
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Chronos Talât Pascha
Chronos Talât Pascha
Talât Pascha (1874–1921) stand in Istanbul einem aus Krisen her­vorge­gangenen, neuartigen jungtürkischen Einparteiregime vor, dessen radikale Politik das Zeitalter der Extreme, das Europa der Diktaturen, Weltkriege und Genozide, eröffnete. Es nahm 1913–1918 unter dem Einfluss des Ideologen Ziya Gökalp ein faschistisches Staats-, Gesellschafts- und Geschichtsverständnis vorweg und schuf einen zentralistischen Einparteistaat, der Minderheiten beseitigte und sich alles, auch die Religionen, autoritär unterzuordnen trachtete. Seiner gewaltsamen Bevölkerungspolitik fielen die osmanischen Christen, allen voran die Armenier, zum Opfer. Trotz der Weltkriegsniederlage bereitete Talât den Boden für die Kemalisten nach ihm, die fast alle seiner Partei angehört hatten. Dank deutscher Behörden fand er 1918 Zuflucht in Berlin, von wo er in Absprache mit Kemal Atatürk und den Bolschewiki für den fortgesetzten Krieg in Kleinasien agitierte, bevor er 1921 ermordet wurde. Nach ihrem Sieg und dem Vertrag von Lausanne (1923) leiteten Talâts Nachfolger eine ultranationalistische Modernisierung ein, mit der sie bei vielen Applaus ernteten – auch beim vormaligen deutschen Bündnispartner, dessen Diplomatie noch bis ins frühe 21. Jahrhundert den Völkermord an den Armeniern leugnete.
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Chronos Erzählte Physik
Chronos Erzählte Physik
Paul Scherrer lebte viele Leben. Als junger, erfolgreicher Wissenschaftler stieg er rasch in die oberste Gilde der Physik auf und versammelte alsbald illustre Namen um sich: Wolfgang Pauli, Albert Einstein oder Werner Heisenberg. Als begnadeter Lehrer an der ETH Zürich begeisterte er mehrere Generationen von Studierenden. Als umtriebiger Wissenschaftspolitiker trug er dazu bei, die Physik in der Schweiz zu einer der wissenschaftlichen Leitdisziplinen des 20. Jahrhunderts zu machen. Er war Präsident der Schweizerischen Kommission für Atomfragen und Mitbegründer des CERN und verstand es hervorragend, das Interesse der Öffentlichkeit zu wecken und beachtliche Forschungsmittel zu beschaffen. Paul Scherrer hatte aber auch unbekannte Seiten: Während der Kriegsjahre ermöglichte er es jüdischen Geflüchteten; an der ETH Zuflucht zu nehmen, zudem stand er mit dem amerikanischen Geheimdienst in Verbindung und belieferte diesen mit Informationen. Die Autorin schildert Scherrers Wirken und erzählt zugleich die Geschichte der Kernphysik. Dabei geht es auch darum, Mythen rund um die Person Scherrer und die kernphysikalischen Ambitionen der Schweiz zu entlarven.
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Chronos Disziplinierende Demokratie
Chronos Disziplinierende Demokratie
Freiheitsentzüge; die sich gegen Erwachsene richteten, wurden in der liberalen Schweiz nicht nur aufgrund strafrechtlicher Verurteilungen angeordnet. Vielmehr waren «Anstaltseinweisungen» seit dem 19. Jahrhundert wichtiger Teil der Sozialpolitik. Diese sogenannten administrativen Versorgungen sind als Produkt demokratischer Herrschaftspraxis zu verstehen und waren mit der Einführung der fürsorgerischen Freiheitsentziehung (FFE) 1981 keineswegs beendet. Das FFE-Gesetz von 1981 unterband weder die armenrechtliche Tradition, noch führte es zu grundsätzlichen rechtsstaatlichen Reformen. Mit Blick auf die Rechtspraxis im Kanton Zug analysiert die Autorin, wie administrative Einweisungen in Arbeitserziehungsanstalten 1940–1985 legitimiert wurden. Dazu zählten der Vorwurf der fehlenden Leistungsbereitschaft und der Glaube an die Erziehbarkeit der Betroffenen ebenso wie Denunziationen aus dem sozialen Umfeld. Das «partnerschaftliche» Selbstverständnis der neu aufgekommenen sozialen Arbeit änderte wenig daran, dass eine Voraussetzung für die Entlassung aus der Zwangsmassnahme in der Anpassung an gesellschaftliche Erwartungen bestand. Die in der Studie sichtbar gemachten Kontinuitätslinien der assimilierenden Praxis verändern nichts weniger als den Blick auf verdrängte Aspekte der schweizerischen Demokratie.
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Chronos Fernbeziehungen A1077545313
Chronos Fernbeziehungen A1077545313
Briefe in literarischen Texten repräsentieren und reflektieren Wege der Kommunikation, sie versinnbildlichen Beziehungen und ihre Störungen. Oft liegt der Fokus dabei weniger auf dem Inhalt einer Nachricht als vielmehr auf der Art und Weise, wie die Nachricht überbracht wird. Es ist von besonderem Interesse, wie der Brief verfasst wird, wie er überbracht und vorgetragen oder gelesen wird. Diese Handlungen sind in Erzähltexten nicht nur funktional, vielmehr sind sie Teil der Nachricht, denn sie entfalten in den Handlungszusammenhängen ein eigenes Sinnpotential. Dieser Sammelband profiliert einen Zugang zu literarischer Briefkommunikation, der Briefe mit Blick auf die Art und Weise ihrer Übermittlung untersucht: die materiale Erscheinungsform ebenso wie die räumliche Beweglichkeit von Briefen, den Umgang mit dem Brief als Objekt ebenso wie Interaktionen zwischen den Briefe Sendenden, Übermittelnden und Empfangenden. Denn über die semantischen Aufladungen des Träger- und Mittlertums von Briefen lassen sich auch soziale Funktionen des Briefs eruieren, also wie dieser zwischen Personen und Positionen vermittelt.
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Chronos Antikommunismus in der Schweiz
Chronos Antikommunismus in der Schweiz
Während des Kalten Krieges grassierte in der Schweiz ein virulenter Antikommunismus. Der Blick auf den Schweizerischen Aufklärungsdienst (SAD) in der Deutschschweiz und die Rencontres Suisses in der Westschweiz zeigt, dass sich nicht nur die geschaffenen Feindbilder, sondern auch die antikommunistisch aufgeladenen Themen in den zwei Sprachregionen voneinander unterschieden. Der SAD sammelte Informationen über vermeintliche kommunistische Machenschaften und band die Bevölkerung in die «Verteidigung schweizerischer Werte» ein, etwa mit dem Boykott sogenannter Ostprodukte. Die Rencontres Suisses konzentrierten sich auf die Beziehungen zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern und erklärten den Betrieb zur potenziellen Keimzelle des Kommunismus. Die Studie legt dar, wie eng antikommunistische Organisationen mit Militär, Wirtschaft, Politik und Gewerkschaften verflochten waren, welche Strategien und Ideen sie prägten und welche transnationalen Verstrickungen bestanden. Damit wird die These eines monolithischen, homogenen Antikommunismus in der Schweiz aufgebrochen und aufgezeigt, welche Akteure diese Antikommunismen gestalteten, mittrugen und an sich kontinuierlich wandelnde Umstände anpassten.
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Chronos Fluchtpunkt Fremdenlegion
Chronos Fluchtpunkt Fremdenlegion
Rund 2200 junge Schweizer Männer traten in den Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg trotz Verbot in die Fremdenlegion ein, um für die Kolonialmacht Frankreich fern von Europa in den Krieg zu ziehen. Was sie dazu bewogen hat, wie ihr Legionsalltag und wie das Leben nach der Heimkehr aus Fremden Diensten aussah, wird in diesem Buch eingehend thematisiert. Wer in die Welt dieser modernen Söldner eintaucht, stösst unweigerlich auf Armut und Unrecht in der Schweizer Nachkriegsgesellschaft: auf Männer aus grösstenteils niedrigen sozialen Schichten, aus zerrütteten Familien, mit geringer Ausbildung, dafür mit viel Erfahrung in Anstalten oder als Verdingkind, mit einem aus «Armutsdelikten» bestehenden Vorstrafenregister oder auch mit Beziehungsproblemen. All dies erschwerte ein Vorwärtskommen in der Schweiz und bewog diese Männer zur Flucht in die Legion. Im rigiden militärischen Verband zu folgsamen Legionären geformt, sahen nicht wenige in der Fremdenlegion eine neue Lebenschance, obwohl sie von Frankreich für dessen Kolonialpolitik in Indochina und Nordafrika skrupellos instrumentalisiert wurden. So werden sie auch zu Zeugen oder Tätern von Folter und Kriegsverbrechen. Die schweizerische Militärjustiz produzierte zu den Fremdenlegionären umfangreiche Aktenbestände, aus denen der Autor – ­nebst mündlichen Quellen und Memoirenliteratur – schöpfen konnte. Entstanden ist eine Kollektivbiografie mit zahlreichen Fallbeispielen, die ein anschauliches und differenziertes Bild der Schweizer Fremdenlegionäre vermitteln.
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Chronos Bücher in Frauenhand
Chronos Bücher in Frauenhand
Was lasen Frauen in der Schweiz zur Zeit der Aufklärung – und was hätten sie aus Männersicht lesen sollen? Erweiterte das gedruckte Wort ihren Geist oder engte es ihn ein? Der rekonstruierte Buchbesitzvon 167 Schweizerinnen ohne besonderen Rang und Namen entspricht wenig dem ersonnenen Inhalt idealer «Frauenzimmer-Bibliotheken». Erhaltene Nachlass- und Versteigerungsinventare des 18. Jahrhunderts erlauben es, den Buchbesitz zahlreicher Frauen zu rekonstruieren – von Waadtländerinnen, Bernerinnen, Jurassierinnen und Neuenburgerinnen: Frauen aus Stadt und Land, Standespersonen und Gemeine, «Welsche» und «Deutsche», Reformierte und Katholikinnen, Wohlhabende und Unbemittelte. Mit der «idealen» Frauenbibliothek, wie sie (männlichen) Zeitgenossen vorschwebte, haben diese «realen» Bibliotheken wenig gemein. In den kleinsten unter ihnen herrschen geistliche Texte vor, Heilige Schrift und Erbauungsliteratur, in den grösseren gesellen sich weltliche dazu – eine Vielfalt von Werken zum Zweck der Bildung und Unterhaltung. Die Studie richtet den Fokus auf Bibliotheksbesitzerinnen und Leserinnen; daneben wirft sie einen Blick sowohl auf Subskribentinnen und Käuferinnen von Büchern als auch auf Verlegerinnen, Händlerinnen und Verleiherinnen von Druckwerken. Sie entwirft eine Typologie der frühmodernen Leserin und erkundet nicht zuletzt die Modalitäten ihres Lesens, die Frage also, ob Frauen lasen, weil sie lesen konnten, wollten, durften oder mussten oder obwohl sie an sich nicht lesen konnten, wollten, durften oder mussten.
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Chronos Ursprung und Gegenwart
Chronos Ursprung und Gegenwart
«Ursprung und Gegenwart», das Hauptwerk Jean Gebsers, gehört zu den ebenso eigenwilligen wie bedeutenden Versuchen, das 20. Jahrhundert vor dem Hintergrund der gesamten Menschheitsgeschichte zu sehen und zu deuten. Für Gebser ist die Veränderung des Verhältnisses zur Zeit, die sich mit der einsetzenden Renaissance vollzog, der entscheidende Angelpunkt für die Probleme und Leiden der Neuzeit. Dieses veränderte Zeitbewusstsein wird dokumentiert durch die Entdeckung der Perspektive; sie löst das unperspektivische, mythische Zeitalter ab und leitet die Epoche der perspektivisch-fortschrittlichen Wissenschaft ein. Dadurch verliert der mehr und mehr diesseitsbezogene Mensch an Weltvertrauen und begibt sich in die individuelle Isolation. Gebsers Werk ist ein geistes- und kulturkritischer Dialog mit der Welt, in der wir leben – mit ihren Traditionen, Erwartungen und Verstiegenheiten. Die Fülle der Ausblicke und Belege prägt ihm überdies den Stempel eines erstrangigen Kompendiums europäischen Denkens auf. «Ursprung und Gegenwart» wurde 1932 konzipiert und in den Jahren 1947/48 und 1951/52 geschrieben.
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Chronos 15:332794903:DE
Chronos 15:332794903:DE
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De Gruyter Chronos und Thanatos
De Gruyter Chronos und Thanatos
Die vorliegende Untersuchung behandelt die von 1945/46 bis 1962 erschienenen Romane Claude Simons (* 1913). Ihr liegt ein fiktiver Dialog zwischen dem nouveau romancier und Jean-Paul Sartre zugrunde. Dabei folgt sie einem mehrschichtigen Erkenntnisinteresse: (1) Das genuin literaturwissenschaftliche Anliegen ist die Interpretation der Romane Simons nach den Prämissen einer ideologiekritischen Hermeneutik. (2) Seit den 40er Jahren stehen in Frankreich Literatur, Literaturtheorie und Philosophie in einer besonders engen Beziehung zueinander. Diese soll anhand der zu interpretierenden Werke konkretisiert werden. (3) Schließlich versteht sich die Untersuchung als Beitrag zur literaturwissenschaftlichen Methodologie. Sie will versuchen, Wege aufzuzeigen, wie unterschiedliche, ja konkurrierende Diskurse - z.B. der Psychoanalyse und der Tiefenpsychologie - innerhalb eines Werkes oder einer Gruppe von Werken sinnvoll zu einer stringenten Interpretation zusammengeführt werden können. Den Auftakt bildet die Rekonstruktion der Genese eines existentialistischen Diskurses, die auf frühe Schriften von Sartre und Emmanuel Lévinas zurückgreift. Der Ansatz widerspricht nicht kategorisch einer 'postmodernen' Lektüre der Romane Simons, die dem dekonstruktivistischen Interpretationsparadigma der Differentialität folgt oder nach der Partikularität einer écriture simonienne forscht. Die Möglichkeit einer solchen Lektüre ist bereits in nuce mit der dem französischen Poststrukturalismus und dem nouveau roman gemeinen Absetzung vom französischen Existentialismus angelegt. Eine 'postmoderne' bzw. 'differentielle' Annäherung an die Romane Simons soll daher aus der Kontinuität des Oeuvres heraus vorbereitet werden. Simon bedient sich in Anlehnung an Rousset eines 'mißbrauchten' (Adorno) Barockbegriffs und verleiht seinen Romanen einen emblematischen Charakter, der auf eine mögliche 'differentielle' Lesart verweist. Den Abschluß der Untersuchung bildet ein Epilog zu den "Cinq Notes sur Claude Simon" von Maurice Merleau-Ponty.
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Chronos Paradox Schweiz
Chronos Paradox Schweiz
Seit den 1950er-Jahren ist keine englischsprachige Schweizer Geschichte mehr erschienen. 2013 legte die Cambridge University Press eine «Concise History of Switzerland» vor. Das Werk erscheint nun aktualisiert für eine deutschsprachige Leserschaft. Die Autoren beschäftigen sich sowohl mit dem historischen Geschehen als auch mit den wechselnden Geschichtsbildern im Lauf der Epochen. Ausgangspunkt sind die Veränderungen in Europa, die es den Kommunen nach 1200 ermöglichten, zu gedeihen und sich zu verbünden. Zahlreiche dieser Bündnisse verschwanden wieder, im Alpenraum aber hatten einige Bestand und entwickelten sich zur Eidgenossenschaft. Die Autoren führen die Darstellung ihrer Geschichte bis an die Gegenwart heran. Sie zeichnen ein differenziertes Bild der Stärken und Schwächen der Schweiz und schliessen in der Überzeugung, dass das Land im sich wandelnden Europa weiterhin eine besondere Rolle spielen wird.
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Kairos: Chronos DISSDE_B00CQ5NWSY
Kairos: Chronos DISSDE_B00CQ5NWSY
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Chronos Starke Stimmen
Chronos Starke Stimmen
Über Jahrhunderte blieben Frauen in Graubünden von der öffentlichen Musikkultur ausgeschlossen. Mit starker Stimme verschafften sie sich aber zunehmend mehr Gehör, Raum und Sichtbarkeit. Heute ist das musikkulturelle Frauenengagement nicht mehr wegzudenken und geniesst breite Anerkennung. Wie frauenlos war die Musikkultur in der Vergangenheit nun tatsächlich? Und was erzählen Musikerinnen heute aus ihren ganz persönlichen Berufs- und Lebensrealitäten? Um musikkulturell handelnde Frauen in der Vergangenheit aufzuspüren und sichtbar zu machen, ist neben einem feinen Gespür auch intensive Quellen- und Recherchearbeit nötig. Denn starre bürgerliche Normen und geschlechtsbezogene Vorurteile erschwerten es ihnen, am öffentlichen Musikleben ihrer Zeit teilzuhaben. Schriftliche Spuren hinterliessen sie kaum. Auch in Graubünden bauten und gestalteten Männer das Haus der Musik und der Musikgeschichte jahrhundertelang weitgehend allein – zumindest nach aussen hin. Erst im Zuge der tief greifenden Entwicklung und Öffnung der Musikkultur im späten 20. Jahrhundert konnten Frauen sich nach und nach durchsetzen und einen sichtbaren Platz erobern. Inzwischen aber hat sich das Blatt gewendet – heute geben Frauen im Bündner Musikleben vielfach den Ton an. Ihre Biografien und Berufswege sind vielfältig. Die von Laura Decurtins am Institut für Kulturforschung Graubünden erarbeitete gendersensible und zeitgemässe Studie holt Frauen aus der Vergessenheit, lässt sie selbst zu Wort kommen und verleiht ihnen eine starke Stimme.
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