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Der Downhill-Griff der Weltklasse jetzt noch besser. Gemeinsam mit Top-Profis wie Rémy Métailler und Vali Höll haben sie den GD1 optimiert. Ergebnis: mehr Dämpfung, mehr Grip, mehr Komfort, mehr Fahrspass. Aussen griffig, innen schlank: das ist der GD1 Evo. Konische Form, superweiche Daumenzone, designter Innenstopp - dazu in der Factory-Version die einzigartige Gummimischung made in Germany für noch präziseres Griffgefühl. Verdrehfest auch an Carbonlenkern, erhältlich in zwei Durchmessern.
Das Reisetagebuch geht zurück auf weltweite Forschungs- und Lehrkontakte. Die Geschichte der phänomenologischen Bewegung wird ergänzt durch eine globale Geographie. Interkulturelle Bezüge erstrecken sich auf Philosophie, Wissenschaft, Kunst, Religion und Alltagsleben. Bekannte Namen tauchen auf wie Boulez, Derrida, Levinas, Ricœur oder Patočka. Autoren wie Joyce, Kafka, Proust und Kierkegaard zeigen sich in ihrem städtischen Umfeld. Streifzüge führen durch das schwarze Harlem. Spuren von Krieg und Gewalt begegnen uns auf den Straßen von Sarajevo oder Bogotà sowie an Gedenkorten in Auschwitz, Kaunas oder Kiew. Die Ränder Europas melden sich in Istanbul, Tbilissi, Tunis und Jerusalem. Der Autor ist ein international bekannter Phänomenologe.
Die Popularität und die Wahlerfolge islamistischer Gruppierungen im Arabischen Frühling haben die Bedeutung dieser als ,Big Player‘ im politischen System Ägyptens eindrucksvoll unterstrichen. Die im vorliegenden Buch untersuchten ägyptisch-islamistischen Gruppen, die Daᶜwa-Salafiyya; die Ägyptische Muslimbruderschaft und die Wasaṭ-Partei; hatten damit erstmals in ihrer Geschichte die Option, an allgemeinverbindlichen Entscheidungen mitzuwirken und ihre institutionellen Visionen graduell umzusetzen. Die divergierenden Vorstellungen islamisch (-demokratischer) Herrschaft unter den drei Gruppen werden in der vorliegenden Arbeit unter dem Einsatz interdisziplinärer Methoden einander vergleichend gegenübergestellt.
Der römische Adlige und Humanist Pietro Della Valle bereist von 1614 bis 1626 das Osmanische Reich, Persien und Indien. In einer Zeit des Umbruchs sucht er nach neuen Allianzen für Rom: Gegen die Reformatoren will er die Einheit mit den orientalischen Christen wiederherstellen. Gegen die Osmanen sucht er ein Bündnis mit dem schiitischen Schah Abbas I. zu schließen. Sein Reisebericht, die „Viaggi“ (3 Teile, 1650-63), dokumentiert seine Ambitionen und enthält umfangreiche Erläuterungen zu vielen Religionen Asiens, die damals wie heute im Zentrum des Interesses stehen. In der Form einer Begriffs- und Ideengeschichte untersuche ich in den „Viaggi“; welche Rolle Religion in den damaligen Auseinandersetzungen spielt und wie sich Della Valle mit der großen religiösen Vielfalt Asiens auseinandersetzt. Welche Hoffnungen und Befürchtungen verbindet er mit den verschiedenen Religionen? Welche Strategien verfolgt er in Bezug auf sie? Wo zieht er Grenzen und wo baut er Brücken?
Sport ist auch in Museen allgegenwärtig. Etwa 1.500 Sportmuseen existieren weltweit – vom liebenswerten Fahrradmuseum in der Pfalz bis zum FIFA World Football Museum. Sport wird gesammelt, Sportobjekte werden erforscht, Sport wird ausgestellt sowie in Museen erlebbar und erlernbar gemacht. In diesem Sammelband setzen sich internationale Autor:innen mit ‚Sport im Museum‘ auseinander und reflektieren das schnelllebige Phänomen Sport im Kontext musealen Arbeitens, was Chancen bietet für zukunftsorientierte Museumsarbeit. Der Herausgeber ist seit fast 30 Jahren im sportmusealen Kontext tätig und stellte diesen Band zusammen, um ‚Sport im Museum‘ zu beschreiben, zu beforschen und als wichtigen Baustein der Populärkultur ins Bewusstsein zu bringen. Mit Beiträgen von Jason Beck, Prof. Dr. Louise Bielzer, Martin Ehlers, Dr. Matthias Henkel, Pekka Honkanen, Yousef Khacho, Volker Kluge, Geoffrey Z. Kohe, Prof. Dr. Michael Krüger, Barbara Kummler, Ulrich Schulze Forsthövel, Jed Smith, Prof. Dr. Junko Tahara und Kyoko Raita, Jurryt van de Vooren, Prof. Dr. Axel Vogelsang, Kalle Voolaid, Dr. Christian Wacker, Prof. Dr. Ronald Wadsack und Helen Walpole.
Gibt es so etwas wie einen "Islamischen" Feminismus? Was bedeutet Geschlecht und Geschlechtergerechtigkeit im Islam? Dieser Band untersucht in einer Reihe von Aufsätzen theoretische Fragen, Studien, Themen und Kontroversen, die heftig diskutiert und umstritten sind, wenn es um Konzepte von Geschlecht, Geschlechtergerechtigkeit und gelebte Geschlechterrollen im Islam geht. Die AutorInnen sind eine generationenübergreifende Gruppe von IslamwissenschaftlerInnen und TheologInnen. Sie zeigen eine Vielfalt methodischer Ansätze: eine Ressource für Studierende, WissenschaftlerInnen und Neugierige, die sich für islamischen Feminismus, muslimische Frauen, Geschlechtergerechtigkeit und Islam interessieren. Mit Beiträgen von Dr. Noha Abdel-Hady; Dr. Katajun Amirpur; Canan Bayram; Dr. Dina El Omari; Dr. Meltem Kulaçatan; Ingrid Overbeck; Dr. Fahimah Ulfat
Ergon hat den besten Flügelgriff aller Zeiten noch besser gemacht. Die konsequente Weiterentwicklung des GP1 steht für maximalen Handkomfort, optimale Druckverteilung und höchste, schadstofffreie Materialqualität. Mit dieser Evo-Version des vielfach ausgezeichneten Komfort-Originals setzt Ergon einen neuen Massstab für ergonomisches, schmerzfreies Radfahren auf Touring- und Fitnessbikes. Erstmals sind Design, Entwicklung und Herstellung „Made in Germany“. Dies ermöglicht auf kürzeren Wegen eine noch gezieltere und nachhaltigere Umsetzung des Anspruchs, höchste Qualität bis ins kleinste Detail zu liefern.
Das Römische Reich war eines der mächtigsten Weltreiche der Antike. Doch wie gelang es, die Menschen in den Provinzen, fernab der Hauptstadt Rom, zu versorgen? Hierfür wurden neben gut funktionierenden Transportwegen auch zahlreiche lokale Produktionsstätten für Nahrungsmittel oder auch bestimmte Gebrauchsgegenstände benötigt. Die Autor:innen dieses Buches sind profunde Kenner:innen der provinzialrömischen Geschichte und Archäologie. Sie erläutern in ihren Beiträgen auf Grundlage historischer Quellen und antiker Befunde ausgewählte Beispiele römischer Infrastruktur wie das Straßennetz, die Wasserversorgung, das Handwerk oder auch die Landwirtschaft bzw. den Anbau von Nutzpflanzen im privaten Bereich. Der Schwerpunkt liegt dabei auf der Provinz Raetien.
Das islamische Familienrecht nimmt eine Schlüsselrolle in muslimisch geprägten Gesellschaften ein. Es wird zwar aus dem Koran und der Prophetentradition abgeleitet, muss aber wie jede Rechtsordnung Alltagsprobleme in sich wandelnden Gesellschaften bewältigen. Das Buch behandelt in drei Teilen auf breiter Quellenbasis die traditionellen Grundlagen des Familienrechts in der Vielfalt der Rechtsschulen sowie die umfangreichen Reformen in vielen Ländern seit dem 20. Jahrhundert. Im dritten Teil wird der Umgang mit islamischen Familienrechtsvorschriften im deutschen Rechtskontext ausführlich dargelegt.
Fraktales Erzählen bezeichnet ein Erzählverfahren, das sich analog zu Fraktalen setzt und somit unterhalb einer gebrochenen Textoberfläche eine signifikante Erzählstruktur aufweist, die sich u.a. durch eine gestufte Wiederholung, phantastische, mehrfach gebrochene Überlagerungszustände und Selbstpotenzierung auszeichnet. Die vorliegende Arbeit rückt Stockmanns Roman „Der Fuchs“ in den Fokus, da hier fraktale Strukturen Motiv und Verfahren zugleich sind. Die Erzählung als Verteidigung der Schönheit der „Sprache der Worte“ weist eine variantenreiche fraktale Erzählstruktur auf und steht somit selbst der innerdiegetisch, mittels einer „Sprache der Fraktale“ angestrebten exakten Beschreibbarkeit der Wirklichkeit – dem „Nullpunkt“ – gegenüber.
Es gibt Klassiker der Pädagogik, heimliche Klassiker und solche, die es nicht sind und vermutlich auch nie werden. Ebenso gibt es uns unbekannte Klassiker in anderen Kulturen und unbekannte Seiten von bekannten Klassikern. Nicht zuletzt gibt es klassische Grundprobleme in der Pädagogik. Der Band greift das Thema „Klassiker und Klassisches“ in der Pädagogik in elf Beiträgen streiflichtartig auf. Neben zwei – einem allgemeinpädagogischen und einem medienpädagogischen – systematischen Beiträgen werden exemplarisch Friedrich Gedike, Arthur Schopenhauer, Friedrich Schleiermacher, Motomori Kimura, Begum Rokeya, Klaus Prange und Rudolph Zacharias Becker aufgegriffen sowie die klassischen Phänomene Scheitern, Expressivität, Zeigen, Gesundheit und die Frage „Was ist der Mensch?“ untersucht. Mit Beiträgen von Jens Beljan | Jens Brachmann | Christine Freytag | Steffen Großkopf | Julia Ließneck | Hiromi Masek | Dorothea Meier | Mari Mielityinen-Pachmann | Ulf Sauerbrey | Sandra Töpper | Michael Winkler
Mit Schwerpunkt auf der malikitischen Schule skizziert die Untersuchung das Sklavenrecht im traditionellen Islam: Die Rechtfertigung der Sklaverei, den Akt der Versklavung und deren Aufhebung durch Freilassung, die rechtliche Stellung des Sklaven sowie die verschiedenen Übergangsformen zwischen Vollsklaventum und Freiheit.
Das Unsagbare zur Sprache bringen: In dieser paradoxen Utopie sah Julia Fäcke ein zentrales Anliegen der literarischen Moderne. Mehrere Jahre lang hat sie sich intensiv mit der Frage auseinandergesetzt, wie die Literatur der Moderne – trotz der ihr innewohnenden Krisen des Subjekts, der Erkenntnis, der Sprache und der Kultur – die „Stürze ins Schweigen“ (Ingeborg Bachmann) produktiv umzusetzen vermag. War es in ihrer 2006 abgeschlossenen Magisterarbeit noch die Aporie eines ‚weiblichen Schreibens’; die sie auf die Spur einer ‚negativen Praxis’ führte (im Vollzug einer permanenten Verwerfung wird das utopische Gegenmodell einer ‚anderen Sprache’ artikuliert), so galt ihre Doktorarbeit der Frage, wie sich literarische Bemühungen um das Unsagbare als sprachlicher Vollzug in poetischen Texten selbst aufzeigen lassen: am Rande des Verstummens, an den Grenzen der Sprache. Julia Fäcke konnte ihr wichtiges, höchst anspruchsvolles Projekt leider nicht zu Ende führen. Im November 2011 ist sie – kurz nachdem sie noch ein Stipendium zum Abschluss ihrer Promotion erhalten hatte –; verstorben.
Der Topos des Unsagbaren hat in der abendländischen Geistesgeschichte eine reiche Tradition und ist Quelle schier unermüdlicher Reflexionen. Literatur ist stets ein Medium gewesen, das die apophatische Rede auf besondere Weise inszeniert und damit das Unsagbare evoziert. Während sich die geisteswissenschaftliche Forschung insbesondere auf den Topos des Unsagbaren in der Literatur sowie Poetiken des Unsagbaren konzentriert, untersucht diese Studie die Funktionalisierung des Unsagbaren in zahlreichen Theorien und Denksystemen. Unsagbarkeit erweist sich dabei nicht allein als literarische, sondern als spezifische geisteswissenschaftliche Diskurspraxis. Mit diesem Band liegt der erste umfassende Versuch einer systematischen Bestimmung von Unsagbarkeit vor. Auf der Basis von kybernetischen und diskursarchäologischen Überlegungen werden in Analysen zu Hermeneutik, Systemtheorie, Semiotik, Dekonstruktion und der Sprachphilosophie Wittgensteins zentrale Argumentationsfiguren herausgearbeitet, die das Unsagbare instrumentalisieren oder die Rede über das Unsagbare erst ermöglichen. Die Problematisierung von Unsagbarkeit in der Wissenschaft selbst konfrontiert Wissenschaft mit ihren eigenen Grenzen. In ständiger Selbstreflexion der eigenen wissenschaftlichen Grenzen bedient sich die Studie avancierter literaturtheoretischer Strategien und weist sich schließlich als Form experimenteller Wissenschaft aus.
Der vorliegende Sammelband nimmt das in den 1920er Jahren von Hugo von Hofmannsthal und Rudolf Borchardt geprägte Schlagwort der ›Schöpferischen Restauration‹ auf. Er löst es jedoch aus seiner politischen Fokussierung, um es in einem erweiterten Sinne als Sammelbezeichnung für literarisch-ästhetische Traditionsbezüge in der Klassischen Moderne zu erproben und zu untersuchen, wie Autoren dieser Zeit kreativ, intertextuell und intermedial auf ältere ästhetische Phänomene antworten. Der Band erkundet damit die für die Klassische Moderne symptomatischen Spannungen zwischen Tradition und Innovation, zwischen historistischer Musealisierung und avantgardistischem Traditionsbruch.
Einer der bedeutendsten Orientalisten seiner Zeit war Theodor Nöldeke (1836-1930), zugleich ein vielseitig und nicht zuletzt politisch interessierter Mensch und leidenschaftlicher Briefschreiber. Der vorliegende Band bietet neben einer ausführlichen biographischen Einleitung und einem umfassenden Verzeichnis der Werke Nöldekes mit 200 bislang unpublizierten Briefen an Michael Jan de Goeje, Georg Hoffmann, Christiaan Snouck Hurgronje und einem Dutzend weiterer Freunde und Kollegen eine Auswahl aus seiner umfangreichen Korrespondenz. Geschrieben zwischen 1858 und 1930, vermitteln die Briefe ein anschauliches Bild von den Lebens- und Arbeitsbedingungen akademischer Orientalisten, aber auch von den politischen Entwicklungen und Umwälzungen seiner Zeit.
In den Jahren 2015-2017 haben Wissenschaftler*innen der Universitäten Potsdam und Lausanne alle ermittelbaren religiösen, spirituellen und weltanschaulichen Gemeinschaften in Potsdam besucht und interviewt. Dabei wurde ein inklusiver Religionsbegriff angewendet, der auch Gruppen und Netzwerke jenseits der sog. Weltreligionen umfasst wie Freimaurer, Humanisten und Yoga-Studios. Der Band bietet eine lokale Religionsgeschichte, stellt 75 Gemeinschaften in Einzelporträts vor und analysiert sie vergleichend: Wie werden die Versammlungen bzw. Gottesdienste gestaltet? Welche Infrastrukturen (Gebäude, Ämter, Kreise) nutzen sie? Wie binden die Gemeinschaften ihre Mitglieder auch in der Situation des Postsozialismus? Das Buch ist ein einzigartiges, umfassendes Nachschlagewerk zur Religionssituation einer Großstadt und bietet darüber hinaus Reflexionen zur Einordnung in die Potsdamer Stadtdynamik sowie in die übergeordneten religiösen Kontexte.
Das Werk Jean-Jacques Rousseaus entwickelt zahllose Perspektiven auf die Wirklichkeit. Die Autorinnen und Autoren dieses Bandes nehmen sie ernst. Literatur- und sprachwissenschaftliche Problematisierungen finden sich ebenso wie philosophische und pädagogische Reflexionen, aber auch soziologische, anthropologische und theologische Deutungsansätze. Bei allem hermeneutischen Interesse bleibt durchgängig die Frage nach der Bedeutsamkeit seiner Ideen für die Gegenwart. Bietet er vielleicht sogar Lösungen, zu denen wir die Fragen vergessen haben? Dass hierbei mit Rousseau über Rousseau nachgedacht wurde, um - wiederum mit Rousseau - über Rousseau hinauszugehen, mag als Besonderheit dieses Sammelbandes angesehen werden. Die Beiträge gehen auf ein Symposion aus Anlass des 300. Geburtstags Jean-Jacques Rousseaus an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn zurück.
Das Buch verfolgt das Ziel, die Relevanz der Kunst für das Leben zu erschließen. In kritischer Auseinandersetzung mit Adorno, Benjamin und Heidegger, die ihre Kunstanschauungen in ihre Denksysteme eingebettet haben, diskutiert das Buch den systematischen Zusammenhang zwischen Kunst und Leben aus einer Perspektive, die sowohl dem Leben als auch der Kunst immanent ist. Vom einzelnen Menschen und vom einzelnen Kunstwerk ausgehend wird der Mensch, der sein Leben in einer Welt verbindlicher Praktiken frei gestaltet, als Ergebnis eines bewussten Selbstwerdungsprozesses begriffen, wogegen das Kunstwerk als autonome Erfahrungsgestalt definiert wird. Weiterhin zeigt die Analyse, dass die ästhetische Erfahrung, die das Kunstwerk als solches ausmacht, durch eine immanente Verbindlichkeit ausgezeichnet ist, die alle anderen Verbindlichkeiten suspendiert. Dies bewirkt eine Aufhebung der gültigen Weltstrukturen und stellt den Betrachter immer wieder aufs Neue vor die Aufgabe der Selbstwerdung.
Mit seinem bahnbrechenden Buch "Die jüdischen Evangelien. Die Geschichte des jüdischen Christus" unternimmt der renommierte Talmudgelehrte und Religionssoziologe Daniel Boyarin (University of California/Berkeley) eine Zeitreise zu den gemeinsamen Wurzeln heutiger religiöser Identitäten des rabbinischen Judentums und des Christentums - wegweisend für den interreligiösen Dialog, die Forschung und interessierte Leser. Ausgehend vom Schlüsseltext Daniel 7 mit seiner doppelten Gottheit entfaltet Boyarin mittels einer textnahen Auslegung (close reading) die Vorstellung des menschlichen und göttlichen "Menschensohns" als messianischen Erwartungshorizont der Juden im 1. Jh. So verkörperte Jesus selbst den erwarteten danielschen Menschensohn als Messias. Aus midraschischer Auslegung entstand die Jesus-Geschichte, das jüdische Evangelium, als Glaubens-Variante innerhalb des Judentums, in dem die Vorstellung vom göttlich-menschlichen Erlöser bereits vorgebildet war, die bisher als genuin christlich angesehen wurde. Die Übertragung des Menschensohn-Titels auf andere Messiasse im 1. Jh. findet sich auch in den Bilderreden im 1. Henoch und in der Gestalt "des Menschen" im 4. Esra. Jesus brach nicht mit den jüdischen Speisevorschriften, lebte vielmehr koscher und war ein toratreuer Bewahrer gegenüber pharisäischen Neuerungen. Zudem versucht Boyarin, die Idee eines leidenden Messias zeitlich bereits in der Danielvision anzusetzen und nicht erst als nachösterliche Erzählung.