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Akademische Verlagsgemeinschaft München Lyrik textnah interpretieren A1016577565
An zweiunddreißig Gedichten (u. a. von Sappho, Horaz, Shakespeare, Goethe, Hölderlin, Baudelaire, Rilke, Montale, Brecht und Celan) wird eine Methode textnaher Lyrik-Interpretation vorgeführt. Grundlage ist stets die genaue sprachliche Analyse des Textes selbst, wobei u. a. auch die von ihm suggerierte Kommunikationssituation, sein Ausdrucks- und Appellcharakter sowie sein durch bestimmte Hervorhebungsmittel erzeugtes Wichtigkeitsrelief berücksichtigt werden. Das Ergebnis erhebt nicht den Anspruch, die jeweils allein richtige Interpretation des betreffenden Textes zu sein, jedoch sehr wohl den, sich konsequent in dem durch ihn gesetzten Verständnisrahmen zu halten und insofern einen ihm angemessenen Deutungsvorschlag zu bieten. Das Buch will Anregung und Orientierungshilfe für alle diejenigen sein, die sich mit lyrischen Gedichten genauer befassen möchten: Literaturwissenschaftler, Lehrer und Lyrik-Liebhaber jeder Art.
Frommann-holzboog Das Problem des absoluten Anfangs
Der Begriff des Ungrunds, von Böhme nicht neu geprägt, aber mit einer völlig neuen Bedeutung unterlegt, zählt zu jenen, die sich mit seiner Lehre vom Werden und Aufbau der Welt unmittelbar verbinden. In einer das Vorstellungsvermögen übersteigenden Paradoxie steht er für das unveränderlich immerwährende Nichts des Anfangs und doch gleichzeitig auch für jenes Reservoir, aus dem sich alles Seiende – Gott, Mensch, Zeit und Materie – heraus entwickelt. Dass sich Celan mit Böhme gründlicher beschäftigt hat, ist nicht bekannt. Umso bemerkenswerter erscheint von daher, dass in einem seiner späten Gedichte das Wort nicht nur an exponiertester Stelle, nämlich als Schlusswort begegnet, sondern überdies noch als ein Du vom Verfasser angeredet wird. Vor dem Hintergrund der Böhme’schen Konzeption unternimmt die vorliegende Studie den Versuch, dieser Celan’schen Verwendung in ihren diversen Implikationen auf die Spur zu kommen.
S. Fischer Publishing Such nach dem Namen des Windes, Belletristik von Olga Martynova
In ihren Gedichten ist Martynova eine wilde Anarchistin. Gedichte sind Flaschenpost, das wissen wir seit Mandelstam und Celan. Diese Post ist Gesang und Gebet, Protokoll und Analyse. Im Idealfall spricht sie aus, was sonst ungesagt und ausgegrenzt bleibt. Olga Martynova arbeitet als Lyrikerin im Bewusstsein des reichen Erbes, das die avantgardistische Kunst des 20. Jahrhunderts hinterlassen hat. Zugleich gibt sie ältere Traditionen nicht preis und bezieht sich etwa mit Dantes Commedia auf eine der Hauptquellen der europäischen Poesie, die aus der Trauer um eine gestorbene Frau entstand. Olga Martynovas Gedichte lassen Raum für Trauer und Krieg, für Befragung und Wut, aber auch für das Alltägliche und die Bewunderung der Welt. Vom Ende der neunziger Jahre an hat sie ihre Prosa auf Deutsch, ihre Gedichte auf Russisch geschrieben. Seit dem Tod ihres Mannes, des Dichters Oleg Jurjew, schreibt sie nicht mehr in russischer Sprache.
Frölich und Kaufmann Gunnar A. Kaldewey. Artist Books for a Global World 1057685
Die Bücher der Kaldewey Verlags sind wichtige Dokumente des zeitgenössischen Buchmachens, sie werden in Ausstellungen auf der ganzen Welt gezeigt. Seit der Erfindung der Handpresse, die Gunnar A. Kaldewey 1985 in Poestenkill im Bundesstaat New York entwickelte, entstanden in Zusammenarbeit mit Künstlern wie Jonathan Lasker, Mischa Kuball oder Richard Tuttle über 60 einzigartige Künstlerbücher. Unter den Autoren sind berühmte Namen wie Samuel Beckett, Paul Celan, Marguerite Duras und James Joyce zu finden. Die in kleinen Auflagen herausgegebenen Bücher werden mit höchstem handwerklichen Geschick hergestellt. Kaldewey schreibt und druckt die Bücher manchmal auch selbst. Die Buchbinderei wird von renommierten Werkstätten wie Christian Zwang in Hamburg oder Jean de Gonets in Paris durchgeführt. Dieses Buch ist ein Werkverzeichnis der Bücher, die bis heute vom Verlag veröffentlicht wurden - ein Muss für alle, die Kaldewey lieben. (Text engl.)
Transcript Verlag Für ein Europa der Übergänge, Fachbücher
Iulia-Karin Patrut (Prof. Dr.), geboren 1975, lehrt und forscht an der Europa-Universität Flensburg im Bereich der modernen deutschen Literaturwissenschaft im europäischen Kontext. Ihr Forschungsschwerpunkt liegt auf Literatur und Interkulturalität, deutsch-jüdischer Literatur, Paul Celan sowie den literarischen Verhandlungen Europas und der Nation seit 1770. Reto Rössler (Jun.-Prof. Dr.) lehrt moderne deutsche Literaturwissenschaft und Transformationsforschung an der Europa-Universität Flensburg. Er ist Präsident der Georg Brandes Gesellschaft für Literarische Vermittlung und Kulturellen Transfer und Mitherausgeber der Buchreihe "Ähnlichkeiten: Literatur - Kultur - Wissenschaft." Seine Forschungsinteressen umfassen interkulturelle Literaturwissenschaft, die Geschichte von Literatur und Wissen sowie europäische und Transformationsstudien. Gesine Lenore Schiewer, geboren 1961, ist Inhaberin des Lehrstuhls für Interkulturelle Germanistik an der Universität Bayreuth und Präsidentin der Gesellschaft für Interkulturelle Germanistik. Ihre Forschungsinteressen umfassen Sprache und Emotion, kommunikative Teilhabe und interkulturelle Literaturwissenschaft.
Das Etruskische kannte keine Leerzeichen, keine Unterbrechung zwischen den Worten – seine Textur glich einem ununterbrochenen Sprachfluss; mehr Gesang als Sprechen, eher Form als Inhalt. Erst im Diktum der Pause, der sinnstiftenden Fragmentierung des Atemholens, dem Staccato der »Atemwende« (Paul Celan) wird Sprache verständlicher rhythmischer Asudruck. In einer Welt voller Slogans und Schlagwörter verteidigt Allison Grimaldi Donahue die poetologische Forderung Klang vor Inhalt! Die Geschichte des Atmens verwebt Linguistik und Dichtung, Gedicht und Gesang, Sinn und Sound zu einer dichten Erzählung über das Luftholen, den Rhythmus und die Leerstellen in der Sprache, die Worte überhaupt erst zu Bedeutung werden lassen. In der Tradition von Dichter:innen wie Charles Olsens, Alice Notley und Sappho verbindet Grimaldi Donahues Dichtung die Sprach-Geschichte des Atmens mit Narrationen über Entdeckung und Verlust unserer eigenen Stimme.
Königshausen u. Neumann Grenzgänge der poetischen Sprache A1030402227
Die poetische Sprache kann Grenzen und Widerstände ebenso überwinden wie Entfernungen – etwa die zwischen dem Ursprung der deutschen Literatur und Korea. Präzise und feinfühlig nähert sich Young-Ae Chon der Lyrik Paul Celans und anderer Autoren, beschreibt ihre Entstehung, Verfasstheit und Auswirkungen sowie die Rezeption in ihrer Heimat Korea und verdeutlicht an verschiedenen Beispielen den Weg der vom Dichter aufgegebenen sprachlichen ‚Flaschenpost’. Sie untersucht das subversive Potenzial der Poesie im Kampf gegen Diktatur und Gewalt, erörtert ihre Konstitution als ‚Insel der Vertrauten’ in einer fremden Umgebung und erkundet das Spannungsfeld zwischen der Aneignung der deutschen Sprache auf der einen und dem Gebrauch fremder lyrischer Formen durch deutsche Muttersprachler auf der andere Seite. Diese mannigfaltigen poetischen Grenzgänge erschließen dem Leser eine neue Sichtweise auf das lyrische Sprechen und eröffnet ihm eine Perspektive für die Möglichkeiten der poetischen Sprache in einer globalisierten Welt.
Universitätsverlag Winter GmbH Heidelberg Bausteine der Moderne - Eine Recherche A1000986125
Der Band versammelt Beiträge aus Literatur-, und Kultur- und Naturwissenschaft, Philosophie, Ästhetik und Kunstgeschichte. Ihr gemeinsamer Fokus ist die kritische Recherche des Projekts "Moderne" in seinen historischen und gegenwartsbezogenen Aspekten. Neu ist neben der Erweiterung der Perspektive auch die Herangehensweise der Beiträgerinnen und Beiträger; so inszeniert etwa Peter Bürger ein dialogisches Scherbengericht im Kostüm des Idealismus, während Ralf Schnell mit Benn und Celan zwei paradigmatische Autoren als Kronzeugen einer Epoche befragt. Das Spektrum der Studien umfasst so epochale Gestalten wie Adorno, Apollinaire, Arendt, Benjamin, Derrida, Einstein, Freud, Hofmannsthal, V. Klemperer, Le Corbusier, Löwith, Marinetti, Musil, Picasso, Proust, Pynchon, Schrödinger und V. Woolf. Aus diesen Bausteinen entsteht ein faszinierendes Tableau der europäisch-transatlantischen Moderne, das den Glanz der Avantgarde ebenso reflektiert wie ihr Scheitern vor dem katastrophischen Hintergrund des 20. Jahrhunderts.
Antjie Krogs Gedichte sind getragen von Zorn und Zärtlichkeit: Zorn über den Schmerz, die Gewalt, die Zerstörung in Südafrika. Zorn nicht minder über Tabus privater und ästhetischer Natur: des alternden weiblichen Leibs, der seiner Körperlichkeit beraubt wird. Zugleich sind ihre Gedichte voller Zärtlichkeit für das Land, seine Menschen, das Wunder des friedlichen Wandels. Wie aber schreiben in einer Sprache – Afrikaans –; die als Instrument der Herrschaft missbraucht und darüber ihres ursprünglichen Sinns beraubt worden ist? Inspiriert von den Gedichten Paul Celans, versucht Antjie Krog einen eigenen Weg, die »verhärteten Muskeln« des Afrikaans neu zu dehnen, haucht ihm etwas vom Rhythmus und Klang der mündlichen Traditionen der südafrikanischen Erstbewohner ein und öffnet es für die Ein-Vielheit der afrikanischen Vorstellung eines pluralen, die Gemeinschaft mitdenkenden Ichs. Entstanden sind Gedichte von großer musikalischer Dichte, die den Weg zu einem neuen Miteinander bahnen.
Wer kennt heute noch Galizien? Wer weiß noch, wo es liegt - oder besser, wo es lag? Denn Galizien gibt es nicht mehr. Es ist von der Landkarte verschwunden. Sein westlicher Teil gehört heute zu Polen, sein östlicher zur Ukraine. Joseph Roth, der vielleicht beste Kenner dieser Welt, aber auch viele andere Schriftsteller entstammen jener Gegend. Der jüdische Witz war hier zu Hause und die chassidischen Wunderrabbis, die im »Städtel« die uneingeschränkte Macht darstellten. Martin Pollack lädt den Leser ein zu einer Reise in diese faszinierende und verlorengegangene Welt, beginnend im jüdisch-ukrainisch-polnisch-deutsch besiedelten Ostgalizien über die Bukowina - der Heimat Paul Celans und Rose Ausländers -, wo noch Rumänen, Ungarn, Slowaken, Armenier, vor allem aber Sinti und Roma sich unter das Völkergewirr mengten, bis nach Lemberg, der Hauptstadt des Kronlandes Galizien. Zeitgenössische Photographien ergänzen dieses Reisebuch in die Vergangenheit.
Engelsdorfer Verlag „Nichts Schönres unter der Sonne …“ Miniaturen zu Ingeborg Bachmann A1077533087
Zum 100. Geburtstag Ingeborg Bachmanns 2026: zwölf Miniaturen, fein gewebte Essays zu ihrem Leben und ihrem Werk. Zu Bachmanns Lebensorten Wien und Rom genauso wie zu den großen Themen Liebe, Ekstase, Krieg und Tod; auch dessen einzigartiger surrealer Gestaltung. Und natürlich zur poetischen Zwiesprache mit Paul Celan sowie zur künstlerischen Verwandtschaft mit der Sängerin Maria Callas. In den Essays wird deutlich, wie intensiv, wie radikal und letztlich für ihre Zeit revolutionär Bachmann gedacht hat. In ihren Gedanken zur Geschlechterproblematik und zu Identitätsfragen ist sie ihrer Zeit weit voraus. So bietet sie, die sich ihrerseits nicht von Aktualitäten „korrumpieren“ lassen wollte, heute mehr Gesprächsstoff denn je. Die Essays verknüpfen Bekanntes und Neues, beziehen auch jüngst Veröffentlichtes ein und schaffen originelle und spannende Querverbindungen. Für alle, die Bachmann kennen und lieben – und für diejenigen, die sie kennenlernen möchten.
Deutsches Kulturforum Bukowina, Sachbücher von Mariana Hausleitner
Das Buch "Bukowina" von Mariana Hausleitner bietet eine umfassende historische Analyse der Bukowina, einer Region, die heute zwischen Rumänien und der Ukraine aufgeteilt ist. Die Autorin beleuchtet die multiethnische Prägung dieser Region, die seit dem späten 18. Jahrhundert ein Teil des österreichischen Kronlandes war. Hausleitner untersucht die kulturellen und sozialen Dynamiken, die durch die Einwanderung von Deutschen und Juden sowie die literarischen Beiträge von Persönlichkeiten wie Karl Emil Franzos und Paul Celan geprägt wurden. Die Darstellung reicht von der Eingliederung ins Habsburgerreich über die Zwischenkriegszeit bis hin zu den verheerenden Auswirkungen des Zweiten Weltkriegs. Die tragischen Ereignisse, wie die Umsiedlung der Deutschen und die Deportation der jüdischen Bevölkerung, werden eingehend behandelt und bieten einen tiefen Einblick in die komplexe Geschichte dieser Region. Das Buch ist nicht nur eine historische Abhandlung, sondern auch eine Hommage an das plurikulturelle Erbe der Bukowina, das bis heute Künstler und Schriftsteller inspiriert.
De Gruyter Poetologie und Geschichte literarischer Mehrsprachigkeit
Die Studie untersucht erstmals historisch umfassend die Bedeutung literarischer Mehrsprachigkeit in der deutschsprachigen Literatur des 20. und 21. Jahrhunderts. In Werkanalysen von Franz Kafka, Dada, Mascha Kaléko, Paul Celan, W.G. Sebald, Yoko Tawada u.a. werden historisch-kulturelle, literarästhetische und mediale Dimensionen textinterner Mehrsprachigkeit herausgearbeitet. Methodisch-theoretisch wird dargelegt, dass die literarische Gestaltung von Mehrsprachigkeit keine Mimesis soziokultureller Sprachsituationen und –biografien ist, sondern ein eigenständiges poetisches Verfahren. Verbunden damit ist nicht nur eine kritische Auseinandersetzung mit den kulturellen Normen der Einsprachigkeit und der Nationalliteratur, sondern darüber hinaus eine ausgeprägt poetologische Ebene, auf der Fragen der Bedeutungsgenerierung und der ästhetischen Materialität des Zeichens verhandelt werden. Die Studie vereint so eine Literaturgeschichte mehrsprachiger Texte mit einem neuen theoretischen Zugang für die literarische Mehrsprachigkeitsforschung, der durchgängig die mit Sprachwechseln stets verknüpften ästhetischen, poetologischen und sprachkritischen Anteile sichtbar macht.
Universitätsverlag Winter GmbH Heidelberg Jahrbuch Literatur und Medizin A1051792805
2018 feiert das ‚Jahrbuch Literatur und Medizin‘ sein zehnjähriges Bestehen. Den Auftakt bildet ein Originalbeitrag zu einem Klassiker der Weltliteratur: Heike Hartung untersucht die Sprache des Schmerzes in Jane Austens ‚Sense and Sensibility‘. Christiane Vogels Originalbeitrag widmet sich dem literarischen Einfluss auf das Problem der Organknappheit. Mit einer Reihe von Essays, die u.a. Leben und Werk von Ärzteliterat*innen in Ägypten und China sowie den Einfluss von Krankheit auf Paul Celans Werk behandeln, liegt ein Schwerpunkt auf dem Verhältnis von Lyrik und Medizin. Als Quellen werden die Podagra-Briefe des Ulmer Stadtarztes Wolfgang Reichardt, die Briefgedichte des Psychiaters Kurt Schneider, ein Auszug aus dem Werk des sizilianischen Ärzteliteraten Giuseppe Bonaviri und eine lyrische Patientenperspektive von Petra Hoffmann Zschocher vorgestellt. Den Abschluss bildet eine Reihe von Rezensionen, darunter eine Auseinandersetzung mit der Kulturgeschichte der Schwindsucht und der Poetologie medizinischer Fallgeschichten.
Sandstein Kultur Karten in die Moderne A1066937397
Eine Leseprobe finden Sie unter "https://verlag.sandstein.de/reader/98-690_Bukowina" Bukowina und Czernowitz – diese Bezeichnungen haben heute für viele einen mystischen Klang. Vor allem das literarische Schaffen aus der Region, heute Teil der Ukraine und Rumäniens, verbunden mit großen Namen wie Rose Ausländer und Paul Celan, ist in der Öffentlichkeit präsent. Doch war das Habsburger Kronland ein Ort der Widersprüche. Ein Ort der Hochkultur und zugleich das Armenhaus der Monarchie. Ein ungewöhnlich multiethnischer Ort, an dem Ausgleich lange funktionierte und doch Nationalisten und Antisemiten ihre diskursive Dominanz entfalteten. Maren Röger rückt ein unscheinbares Medium in den Fokus, das um die Wende des 19. zum 20. Jahrhundert die Aneignung von Welt veränderte: die illustrierte Ansichtskarte. Wie inszenierten bukowinische Akteure selbst das Kronland, welche Konflikte gab es, und wie reagierten Käuferinnen und Käufer auf die Abbilder? Auf welche Weise wurden ethnische Gruppen visuell normalisiert, wie wurden andere exotisiert und abgewertet?
Werbetext Jakob Michael Reinhold Lenz (1751-1792) ist einer der Wegbereiter des deutschen Dramas. In kaum mehr als fünf Jahren hat er mit „Der Hofmeister“ und „Die Soldaten“ zwei gesellschaftskritische Musterdramen geschrieben, die großen Einfluss auf Büchner, Gerhart Hauptmann, Frank Wedekind und dann vor allem auf Brecht und viele Dramatiker der Nachkriegszeit ausübten. An Lüge und Gewalt in der Gesellschaft zerbrach er. Schon vor seinem dreißigsten Lebensjahr war er nicht mehr in der Lage, aus seiner Schizophrenie herauszufinden. In der kurzen Zeit, die ihm blieb, bewährte er sich wie nur wenige als human Denkender und Handelnder. Seine Aktualität ist ungebrochen. Theo Buck, 1930 in Tübingen geboren, war bis zu seiner Emeritierung Universitätsprofessor zunächst an der Georg-August-Universität Göttingen, dann an der RWTH Aachen. Er arbeitet vor allem über Goethe, Büchner, Brecht sowie Celan, Johnson, Heiner Müller und Schädlich.
Verlagshaus Jacoby & Stuart Die Bachmann A1079206779
Gute Literatur ist stets Ausdruck eines reichen Lebens – wobei reich nicht immer schön bedeutet. »Die Bachmann« – so pflegte man von ihr zu sprechen – hat ihre Beziehungen zu anderen wichtigen Menschen ihrer Zeit genossen, durchlitten und sprachlich verarbeitet, vor allem die Beziehungen zu ihren »Lebensmännern«; wie sie sie nannte, zu dem Schriftsteller Hans Weigel, dem Lyriker Paul Celan, dem Komponisten Hans Werner Henze, und zu Max Frisch. Dazu kommen Freunde wie Heinrich Böll oder Henry Kissinger, die anregende Runde der Gruppe 47. Bachmann wird berühmt; wie kaum eine Autorin vor ihr, zur Ikone als weibliche Intellektuelle. Aber es ist wohl nicht zuletzt ihre Berühmtheit; der Druck, sich dauernd bewähren zu müssen und die Eifersucht der anderen, der sie in die Sucht und ins Unglück treibt. Und so beginnt diese illustrierte Biographie mit ihrem tragischen Tod in Rom.
Wallstein Descartes der Metapher, Fachbücher von Michael Eskin
Michael Eskins Essays spüren dem Dichter als Menschen und dem Menschen als Dichter nach. In den hier versammelten Essays, die das bisherige Gesamtwerk Durs Grünbeins umfassen, taucht Michael Eskin in das Dichterdasein eines der bedeutendsten zeitgenössischen Wortkünstler ein und macht das von ihm beschworene Ineinander von Poesie und Leben zugänglich. Das lebendige Schaffen des Dichters ersteht vor den Augen der Leserinnen und Leser in seiner dynamischen Verflechtung mit den sich stets im Wandel befindlichen physiologischen, historischen, politischen und literarischen Gegebenheiten und Prozessen seiner Existenz. Wir erleben Grünbein in regem Dialog mit Vorgängern und Zeitgenossen, unter anderem mit René Descartes, Aleksandr Puschkin, Paul Celan, Joseph Brodsky und Terrance Hayes, als Geschichts- und Sterblichkeitsreisenden, als exemplarischen Denker in Bildern, als Dichter von Alter und Kindheit, der sich poetisch dem Politischen stellt und die Ästhetik der Gaumenfreuden besingt.
Weidler Buchverlag Berlin Lenz und die Folgen A1038162800
Werbetext Jakob Michael Reinhold Lenz (1751-1792) ist einer der Wegbereiter des deutschen Dramas. In kaum mehr als fünf Jahren hat er mit „Der Hofmeister“ und „Die Soldaten“ zwei gesellschaftskritische Musterdramen geschrieben, die großen Einfluss auf Büchner, Gerhart Hauptmann, Frank Wedekind und dann vor allem auf Brecht und viele Dramatiker der Nachkriegszeit ausübten. An Lüge und Gewalt in der Gesellschaft zerbrach er. Schon vor seinem dreißigsten Lebensjahr war er nicht mehr in der Lage, aus seiner Schizophrenie herauszufinden. In der kurzen Zeit, die ihm blieb, bewährte er sich wie nur wenige als human Denkender und Handelnder. Seine Aktualität ist ungebrochen. Theo Buck, 1930 in Tübingen geboren, war bis zu seiner Emeritierung Universitätsprofessor zunächst an der Georg-August-Universität Göttingen, dann an der RWTH Aachen. Er arbeitet vor allem über Goethe, Büchner, Brecht sowie Celan, Johnson, Heiner Müller und Schädlich.
Königshausen u. Neumann Das Spektrum der modernen Poesie A1000800066
Der vorliegende Teil II des Spektrums der modernen Poesie erörtert u. a. Gedichte von Günter Eich, Ilse Aichinger, Ingeborg Bachmann, Paul Celan, Erich Fried, Hans Magnus Enzensberger, Peter Rühmkorf, Rolf Dieter Brinkmann, Wolf Wondratschek, Günter Kunert, Reiner Kunze, Hans-Ulrich Treichel, Helmut Heißenbüttel, Eugen Gomringer, Franz Mon, H. C. Artmann, Friederike Mayröcker und Ernst Jandl. Auch auf die Rezeption der außerdeutschen Moderne nach 1945 wird eingegangen, auf Eliot, Pound, W. C. Williams, E. E. Cummings, Apollinaire, Cendrars, Prévert, García Lorca, Ungaretti, Beckett und andere. Wie Teil I stellt auch Teil II „exorbitante“ Texte der modernen Lyrik in Form einer Abfolge textnaher Interpretationen vor; Reflexionen auf die Charakteristika der modernen Poesie begleiteten diese ‚Anthologie‘ von Einzelinterpretationen.