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De Gruyter »Es gibt für mich keine Zitate« A1000266689
De Gruyter »Es gibt für mich keine Zitate« A1000266689
Woran erkennt man Anspielungen und Zitate in einem literarischen Text? Wie prüft man, ob es sich wirklich um eine Anspielung handelt? In der Forschung scheint häufig die bloße Behauptung zu genügen. Die Untersuchung entwickelt in ihrem Einleitungsteil das methodische Rüstzeug zur kritischen Prüfung solcher Behauptung und leistet damit einen wesentlichen Beitrag zur Theorie der Intertextualität. Im Mittelpunkt stehen aber Werke Ingeborg Bachmanns (1926-1973): von den frühesten Gedichten (um 1947) bis zur späten Prosa des sogenannten »"Todesarten"-Projekts«. Manch Überraschendes fördert die Analyse zutage. So können der beliebte Mythos vom lyrischen Zwiegespräch zwischen der jungen Bachmann und Celan ebenso wie die Thesen vom frühen Einfluß der Kritischen Theorie oder von Bachmanns "musikalischer Schreibweise" deutlich relativiert werden. Kenntnisreich werden Bachmanns Texte in ihren historischen und geistesgeschichtlichen Kontext eingebettet; das gilt insbesondere für die Fragen eines "weiblichen" oder eines Schreibens post holocaust , die in der Forschung zunehmend an Bedeutung gewonnen haben. Abschließend vollzieht die Arbeit die verstreuten Überlegungen Bachmanns zu Anspielung und Zitat nach. Sie skizziert die Funktion von Bachmanns "Aneignungstheorie" des Zitats im Zusammenhang von Literatur und Erfahrung vor dem Hintergrund der historisch und philosophisch begründeten Sprachkritik nach 1945.
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Königshausen u. Neumann In die Weite A1071177603
Königshausen u. Neumann In die Weite A1071177603
Brigitte Knipp zeigt in ihrem Buch In die Weite in vier Kapiteln, wie Lyrik besonders in Zeiten eines individuellen oder gesellschaftlichen Umbruchs eine Perspektive eröffnen kann, die der Sehnsucht nach geistiger Erneuerung eine Stimme verleiht. Gedichte des 20. und 21. Jahrhunderts, die auf religiöse Urformen der Dichtung zurückgreifen, verdeutlichen die Nähe poetischer Sprache zu mystischer Rede und die Wirkung einer Transzendenz, die sich vorbehaltlos auf die gesamte Menschheit bezieht. »Ist auch der Schritt der Poesie stets ein leiser, so ist er doch ein wirksamer Schritt« (Alois M. Haas). Brigitte Knipps Buch, das zum intensiven Mitgehen des Lesers auffordert, wendet seine Aufmerksamkeit zunächst dem Aspekt der biblischen Intertextualität bei Else Lasker-Schüler u. a. zu. Danach zeigt die Autorin an dem neugriechischen Langgedicht To Axion Esti, welche Wirkung urchristliche liturgische Formen in einem Werk des 20. Jahrhunderts erzeugen. An Paul Celans Psalm verdeutlicht sie, wie dem Dichter nach dem Holocaust eine Neuerschaffung der lyrischen Sprache gelingt, mit der er die Würde des Menschen auferstehen lässt. Die Psalmen des Exilautors SAID, der Völker, Religionen und Individuen durch Liebe miteinander zu versöhnen sucht, beschließen das Buch, das zum Weitergehen »ins Offene« anregt.
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Suhrkamp Aus der Traum (Kartei) A1052656558
Suhrkamp Aus der Traum (Kartei) A1052656558
Provokativer könnte ein poetischer Buchtitel nicht sein, und doch lässt der Dichter an einem nicht zweifeln: »Ganz insgesamt wird das, was man die Realität nennt, überschätzt.« Und so steuert er im ersten Teil seines Buches mit aller Kraft der Imagination konsequent hinein in die Sturmzone jener Realität, die den meisten als das Maß aller Dinge erscheint. Als welthistorisches Ereignis zeigt sich der Widerspruch zwischen Realität und Traum im Untergang eines Staates, der DDR, und den Metamorphosen seiner Gesellschaft bis heute. An den Gegensätzen von Freiheit und Solidarität auf der einen Seite, Hass und Spaltung auf der anderen, an Deutschland und Europa entwickelt der Autor im zweiten Teil seine Idee eines phantasiegeleiteten Widerstands gegen den Fetisch kruder Realität. Wo aber lägen Traum und Wirklichkeit näher beisammen als in der Kunst? In einer dritten Sektion wendet sich der Autor jenen Dichtern und Philosophen zu, an deren Ästhetiken und Ideen er die eigenen Vorstellungen geschärft hat. Der Bogen spannt sich von der Antike bis in die Gegenwart, von Ovid über Pascal und Descartes bis Celan. Durs Grünbeins neues Buch ist eine über Leitmotive miteinander verbundene Sammlung von Schriften verschiedener Genres: aus Aufsätzen, Reflexionen, Reden, Traumnotizen, Vorträgen, Sprechertexten und Gedichten. Ihr Ursprung verdankt sich der speziellen Arbeitsweise des Dichters. Aus der sammelnden und ordnenden Kartei seiner Stichworte ist ein Fundbuch hervorgegangen, das sich auf jeder Seite gewinnbringend aufschlagen lässt.
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Otto Müller Verlag GmbH Wo nur die Wiege stand A1052968088
Otto Müller Verlag GmbH Wo nur die Wiege stand A1052968088
Kaum fünfzehn Kilometer liegen Braunau und Marktl voneinander entfernt. Gemeinsam ist beiden Orten am Inn, dass sie kurz Elternpaare mit Wickelkindern beherbergten, die Weltgeschichte machen sollten. Während Marktl versuchte, aus den ersten zwei Lebensjahren des deutschen Papstes möglichst viel Kapital zu schlagen, hadert Braunau mit seinem Schicksal, dauernd mit dem Winzling Adolf in Verbindung gebracht zu werden, der dort übers Windelfüllen doch nicht hinauskam. Ludwig Lahers geistreicher, ebenso kurzweiliger wie vielschichtiger literarischer Essay über früh verlassene Geburtshäuser Prominenter spürt unter anderem der Frage nach, was es mit der vielbeschworenen, kaum je aber nachvollziehbar begründeten Aura solcher Schauplätze auf sich hat. Wie gehen die Kommunen mit ihnen um, wie die Gedenkinstitutionen selbst? Welche Blüten treiben merkantile und/oder politische Erwägungen? Warum ziehen bloße Windelorte überhaupt Neugierige an? Wie äußern sich die ehemaligen Windelträger selbst dazu, wenn sie es denn tun? Von Hitler und Benedikt XVI. über Albert Einstein, Jean Paul, Robert Musil, Bert Brecht, Martin Luther, Johann Sebastian Bach, Paul Celan, Engelbert Dollfuß, Rosa Luxemburg bis hin zu Paul Klee reicht der assoziative Bogen eines Streifzuges, der wahrscheinlich Kopfschütteln, Schmunzeln und ungläubiges Staunen hervorrufen wird, aber auch zum ernsthaften Nachdenken anregen will.
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Absolut MEDIEN Heilige Spiele – Eine Filmwanderung zu Johann Sebastian Bach A1063881144
Absolut MEDIEN Heilige Spiele – Eine Filmwanderung zu Johann Sebastian Bach A1063881144
Soli Deo Gloria Nach seinen vielgefragten Filmessays zu C.G. Jung, Reiner Maria Rilke, Joseph Beuys, Dorothee Sölle, Paul Celan, Rudolf Steiner oder Paul Klee folgt Rüdiger Sünner jetzt den Spuren Johann Sebastian Bachs. Johann Sebastian Bach ist nicht nur einer der größten Komponisten aller Zeiten, sondern vielleicht auch der geheimnisvollste. Wer war dieser unscheinbare Mann aus Thüringen, dessen Musik Menschen aus aller Welt immer noch tief berührt? „Wenn wir Bach hören“, schrieb der Philosoph Emil Cioran, „sehen wir Gott aufkeimen, sein Werk ist gottgebärend. Nach einem Oratorium, einer Kantate oder einer Passion muss er existieren.“ An welchen Gott glaubte Bach und wie war seine Spiritualität beschaffen, die wohl die engen Kreise seines protestantischen Umfeldes weit überschritt? Für mich war dieser Komponist an eine dynamische schöpferische Kraft im Universum angeschlossen, ob man sie nun „Gott“ nennt oder nicht, der er demütig diente und die ihm scheinbar endlose Inspirationen schenkte. Unser Film folgt den Spuren des Ausnahmekünstlers an Originalschauplätzen und versucht ein Leben zu beschreiben, dem es in bewundernswerter Weise gelang, Krisen und schmerzhafte Verluste immer wieder in Schönheit und neue Kreativität zu verwandeln: Musik als Kunst der Transformation und Heilung.
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Königshausen u. Neumann In die Weite
Königshausen u. Neumann In die Weite
Brigitte Knipp zeigt in ihrem Buch In die Weite in vier Kapiteln, wie Lyrik besonders in Zeiten eines individuellen oder gesellschaftlichen Umbruchs eine Perspektive eröffnen kann, die der Sehnsucht nach geistiger Erneuerung eine Stimme verleiht. Gedichte des 20. und 21. Jahrhunderts, die auf religiöse Urformen der Dichtung zurückgreifen, verdeutlichen die Nähe poetischer Sprache zu mystischer Rede und die Wirkung einer Transzendenz, die sich vorbehaltlos auf die gesamte Menschheit bezieht. »Ist auch der Schritt der Poesie stets ein leiser, so ist er doch ein wirksamer Schritt« (Alois M. Haas). Brigitte Knipps Buch, das zum intensiven Mitgehen des Lesers auffordert, wendet seine Aufmerksamkeit zunächst dem Aspekt der biblischen Intertextualität bei Else Lasker-Schüler u. a. zu. Danach zeigt die Autorin an dem neugriechischen Langgedicht To Axion Esti, welche Wirkung urchristliche liturgische Formen in einem Werk des 20. Jahrhunderts erzeugen. An Paul Celans Psalm verdeutlicht sie, wie dem Dichter nach dem Holocaust eine Neuerschaffung der lyrischen Sprache gelingt, mit der er die Würde des Menschen auferstehen lässt. Die Psalmen des Exilautors SAID, der Völker, Religionen und Individuen durch Liebe miteinander zu versöhnen sucht, beschließen das Buch, das zum Weitergehen »ins Offene« anregt.
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Suhrkamp Walter Benjamins Theorie der Sprachmagie
Suhrkamp Walter Benjamins Theorie der Sprachmagie
Als »der legitime Fortsetzer der fruchtbarsten und echtesten Traditionen eines Hamann und Humboldt«, so Gershom Scholem in seinem wohl bekanntesten Brief an Walter Benjamin, »könntest Du eine hochbedeutende Figur in der Geschichte kritischen Denkens sein«. Dieser Potentialis Scholems wird durch Winfried Menninghaus' Untersuchung in den Indikativ überführt. Sie stellt dar, daß und wie weit Walter Benjamins Werk tatsächlich die genuinen sprachphilosophischen Intentionen »eines Hamann und Humboldt« sowie - vor allem - der sie vermittelnden Frühromantiker fortsetzt. Diese Darstellung erfolgt unter der Perspektive einer Semantik jener sprachmystischen Topoi und Theoreme, deren säkularisierende Aneignung den genannten Sprachphilosophen gemeinsam ist. Zentrierender Begriff ist dabei die Rede von einer »Magie der Sprache« - für Friedrich Schlegel das Arcanum der Philosophie und von Benjamin wieder ausdrücklich zum »Urproblem« der Sprachtheorie erklärt. Winfried Menninghaus ist Professor für Vergleichende Literaturwissenschaft an der Freien Universität Berlin. Im Suhrkamp Verlag hat er veröffentlicht: Paul Celan. Magie der Form , 1980 (es 1026); Artistische Schrift. Studien zur Kompositionskunst Gottfried Kellers , 1982; Schwellenkunde. Walter Benjamins Passage des Mythos , 1986; Unendliche Verdopplung. Die frühromantische Grundlegung der Kunsttheorie im Begriff absoluter Selbstreflexion , 1987; Lob des Unsinns. Über Kant, Tieck und das Märchen vom Blaubart , 1995.
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OTTO Belletristik Salzburger Bachmann Edition Anrufung des Großen Bären, Ein Meilenstei Ingeborg Bachmann
OTTO Belletristik Salzburger Bachmann Edition Anrufung des Großen Bären, Ein Meilenstei Ingeborg Bachmann
Ingeborg Bachmanns zweite Lyriksammlung, Anrufung des Großen Bären (1956), enthält Verse, die wegen ihrer hohen Einprägsamkeit, der Kühnheit ihrer Metaphern und ihres zeitkritischen, ethisch motivierten Sprachgestus schon bei Erscheinen Aufsehen erregten und bald kanonisiert wurden. Es sind Gedichte, die radikale Fragen stellen und Themen wie Liebe, Selbstbestimmung, Verantwortung, Utopie mit scharfer denkerischer Freiheit in mitreißenden Klangbildern entfalten. Die neue Edition macht die raffiniert durchkomponierte Struktur der Sammlung sichtbar. Zum ersten Mal werden die Gedichte unter Berücksichtigung des Nachlasses ausführlich kommentiert und im kulturgeschichtlichen Diskurs der Zeit verortet. Das weitgespannte Netz von intertextuellen Bezügen, der Dialog mit Paul Celan, der philosophische Horizont, die Vielfalt an metrischen Formen, die verwickelte Editionsgeschichte und die kontroverse Rezeption werden exemplarisch dargestellt, so dass die Verse in ihrer unerschöpflichen Vitalität und Ausstrahlungskraft neu beleuchtet werden. Die Salzburger Bachmann Edition präsentiert die Prosa, Gedichte und Essays, Hörspiele, Libretti sowie die Korrespondenzen Ingeborg Bachmanns in Form einer integrierten Ausgabe. Die Texte werden ergänzt durch eingehende Kommentare auf dem gegenwärtigen Stand der Forschung, die Bachmanns Werk neu erschließen. Neben den zu Lebzeiten erschienenen Werken werden auch unbekannte nachgelassene Texte zugänglich gemacht.
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Passagen Das Tier und der Souverän I, Fachbücher von Jacques Derrida
Passagen Das Tier und der Souverän I, Fachbücher von Jacques Derrida
Für Jacques Derrida bildete die Tätigkeit als Lehrender zeitlebens eine Quelle seines Denkens und Schreibens. Die Gesamtausgabe seiner Seminare bietet dem Leser die - im mehrfachen Wortsinn - unerhörte Chance, mit dem gesprochenen Wort des Philosophen in Berührung zu kommen. Den Anfang macht das letzte Seminar La bête et le souverain, das Derrida von Herbst 2001 bis Frühjahr 2003 an der École des Hautes Études en Sciences Sociales in Paris gehalten hat. Untersucht wird die politische und onto-theologische Geschichte des Begriffs und der Gestalten der Souveränität in ihren Verflechtungen mit der Geschichte eines Denkens des Lebenden. In Frage steht dabei insbesondere der Umgang mit dem tierlich genannten Lebenden im Verhältnis zum sogenannten 'Eigenen des Menschen'. La Fontaines Fabel Der Wolf und das Lamm, in der sich eine lange Tradition des Denkens über den Zusammenhang von Macht, Gewalt und Recht verdichtet, dient Derrida dabei als Ausgangs- und Bezugspunkt einer minutiösen Lektüre von Texten von Machiavelli, Hobbes, Rousseau, C. Schmitt, Heidegger, Agamben, Lacan, Deleuze, Valéry, Celan und anderen. So zeichnet sich nach und nach eine Art Taxonomie der Tierfiguren des Politischen und der Souveränität ab.
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Suhrkamp Im Raum der Stille, Belletristik von George Steiner
Suhrkamp Im Raum der Stille, Belletristik von George Steiner
Nach seinem grossen Erfolg "Warum Denken traurig macht. Zehn (mögliche) Gründe" legt George Steiner mit diesen Essays ein weiteres Werk bei Suhrkamp vor. Darin folgt der Meister des Lesens in literarisch-philosophischen Essays einem Zug glanzvoller Namen: Beckett und Brecht, Broch und Celan, Cioran und Canetti, Nabokov und Koestler, Kraus und Bernhard, Benjamin und Scholem, Céline, Simone Weil und Lévi-Strauss, um nur einige zu nennen. Die Mehrzahl von ihnen verbindet sich mit dem von Steiner selbst geprägten Begriff der Suhrkamp-Kultur. Geheimnis und Wunder, aber auch die Abgründe künstlerischer Schöpfung sind es, die den Kritiker anziehen. Unter seinem scharfen Blick können intellektuelle Masken durchaus fallen. Und doch ist George Steiner vor allem eines: ein Liebender. Versessen auf die Lektüre, auf den physiognomischen Klang der jeweils ganz eigenen Stimme, zieht er sie hinein in einen Raum des Geistes, wo dieser seine Flügel öffnen kann: in die Stille (Antoine de Saint-Exupéry). Nach den vielbesprochenen und erfolgreichen englischen, französischen und italienischen Ausgaben liegen George Steiners Lektüren, eine Auswahl seiner brillanten Essays für den New Yorker, nun endlich auch in deutscher Sprache vor.
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Weidler Buchverlag Berlin »Wer wusste je das Leben recht zu fassen«
Weidler Buchverlag Berlin »Wer wusste je das Leben recht zu fassen«
Dieser Band enthält fünf Kapitel, darunter den Aufsatz »Bekenntnis einer schönen Seele oder Darstellung eines sonderbaren Menschen« über mögliche Intentionen und intendierte Motivationen der Goethe-Biographik (beginnend mit Bettine von Arnims »Briefwechsel mit einem Kinde« aus dem Jahr 1835 und endend mit Nicholas Boyle’s zweibändigem Werk »Goethe. The Poet and the Age« aus den Jahren 1991 und 1999). Abgedruckt ist ebenfalls der Beitrag »Dichtung, das kann eine Atemwende bedeuten« über die Gedichte Paul Celans und die historisch-kritische Edition seiner Werke. Zwei weitere Texte widmen sich dem »Mythos vom Ödipus und seinen Folgen« über diese besondere Mythentradition von Sophokles über Sigmund Freud zu Michel Foucault, außerdem der »Beantwortung der Frage: Was ist Aufklärung?« (1784) über den bekannten Aufsatz von Immanuel Kant und seine Interpretation durch Michel Foucault. Das fünfte Kapitel mit dem Titel »Avantgarde und Experiment« enthält Darstellungen der Wiener Gruppe, des Wiener Aktionismus’ und der konkreten Poesie – und nicht zuletzt Sammelrezensionen von dreizehn Büchern zu Gottfried Benn aus dessen Jubiläumsjahr (2006) mit dem 120. Geburtstag und dem 50. Todestag. Dieser Band ist dem Literaturwissenschaftler Jörg Drews (1938-2009) gewidmet.
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De Gruyter Literatur intermedial
De Gruyter Literatur intermedial
Der Sammelband „Literatur intermedial“ konzentriert sich auf eine Epoche, die in besonderer Weise von medienästhetischen Paradigmenwechseln geprägt worden ist: die Phase vom Ende des Ersten Weltkriegs bis zum Ausbruch der Studentenunruhen in den westlichen Demokratien. Bereits in den Anfangsjahren der Weimarer Republik kommt es in Deutschland zu einem kulturellen Modernisierungsschub, der den Film zu einem neuen Leitmedium aufsteigen lässt und die Literatur zu einer programmatischen Neuorientierung zwingt. Zugleich bleiben im Kontext konservativer Strömungen überkommene Medienpräferenzen virulent, wobei man auch hier unverkennbar auf die veränderten Rahmenbedingungen reagiert. Die Jahrzehnte zwischen der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten und den westeuropäischen Studentenunruhen werden zumeist als Phasen ohne medienästhetische Innovationen angesehen ‑ eine Fehleinschätzung, wie mehrere Beiträge des vorliegenden Bandes zeigen können, indem sie vor Augen führen, wie intermediale Schreibweisen und medienästhetische Reflexionen auch zwischen 1933 und 1968 konsequent weiterentwickelt werden. Zwanzig Beiträge zu Werken von Franz Kafka, Thomas Mann, Alfred Döblin, Robert Musil, Gottfried Benn, Paul Celan, Heiner Müller und anderen Autoren erweisen Intermedialität als zentrales Phänomen im Kunstdiskurs des 20. Jahrhunderts und führen zu einer Neubewertung etablierter Werk-, Gattungs- und Epochenmodelle.
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Wallstein Verlag Ahasver, der Ewige Jude
Wallstein Verlag Ahasver, der Ewige Jude
Eine kulturwissenschaftlich fundierte Darstellung des brisanten Themas in Text- und Bilddokumenten von der Frühen Neuzeit bis in die Moderne. Es ist ein im kollektiven Gedächtnis fest verankerter Mythos: das Los des Ahasver, des Ewigen Juden, von dem erzählt wird, dass er dem auf dem Kreuzweg schmachtenden Christus die Rast missgönnt habe und dafür zu ewiger Wanderschaft verdammt worden sei. Die Wurzeln der Überlieferung reichen bis ins Mittelalter zurück, doch erst zu Beginn des 17. Jahrhunderts beginnt der Stoff sein hohes Wirkungspotential zu entfalten. Ahasver wird zu einer plastischen und zugleich mirakulösen Figur, die ihren Siegeszug quer durch Europa antritt. Ein antijudaistischer Ton ist dabei nicht zu verkennen. Und auch wenn im Laufe der Zeit identifikatorische Formen der Aneignung den Mythos durchdringen, bleibt doch die Gefahr judenfeindlicher Aktualisierung präsent, wie nicht zuletzt die NS-Propaganda zeigt. Das Buch verfolgt die ebenso erstaunliche wie ungeheure Karriere dieser Figur von der Frühen Neuzeit bis in die Moderne, wobei das Augenmerk vor allem den brisanten Dokumenten des deutschen Kulturraums gilt. Ob Goethe, Heine, Wagner oder Celan – sie alle sind Stimmen eines Chors, der gerade in seiner Dissonanz bezeugt, dass Mythos und Protagonist das Schicksal teilen, nicht sterben zu können.
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De Gruyter Das Gedicht im Geheimnis der Begegnung
De Gruyter Das Gedicht im Geheimnis der Begegnung
This is a study of Paul Celan's reception of Russian literature, with special reference to works of major poetological significance for him. The term Begegnung (encounter), so central to his remarks in the speech on the occasion of the award of the Büchner Prize, needs to be seen as a function of this reception process, a process that the present work sets out to delineate for the first time in full detail, drawing upon hitherto unknown material from Celan's posthumous papers. Alongside Mandel'stam there were a number of other Russian authors that Celan was greatly preoccupied with, notably in the period around 1960 (Chlebnikov, Zvetayeva, Esenin, Mayakovsky, Pasternak). Another >first< of this study is a detailed commentary on, and analysis of, Celan's radio broadcast on Mandel'stam.
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Carl Hanser John Henry Days, Belletristik von Colson Whitehead
Carl Hanser John Henry Days, Belletristik von Colson Whitehead
Colson Whitehead, 1969 in New York geboren, studierte an der Harvard University und arbeitete für die New York Times, Harper's und Granta. Whitehead erhielt den Whiting Writers Award (2000) und den Young Lion's Fiction Award (2002) und war Stipendiat des MacArthur "Genius" Fellowship. Für seinen Roman Underground Railroad wurde er mit dem National Book Award 2016 und dem Pulitzer-Preis 2017 ausgezeichnet. Für seinen Roman Die Nickel Boys erhielt er 2020 erneut den Pulitzer-Preis. Bei Hanser erschienen bisher John Henry Days (Roman, 2004), Der Koloss von New York (Eine Stadt in dreizehn Teilen, 2005), Apex (Roman, 2007), Der letzte Sommer auf Long Island (Roman, 2011), Zone One (Roman, 2014), Underground Railroad (Roman, 2017), Die Nickel Boys (Roman, 2019) und Harlem Shuffle (Roman, 2021). Der Autor lebt in Brooklyn. Nikolaus Stingl, geboren 1952 in Baden-Baden, übersetzt aus dem Englischen, unter anderem George Orwell, D.H. Lawrence, Henry James und Thomas Pynchon. Er erhielt zahlreiche Auszeichnungen, zuletzt den Paul-Celan-Preis und den Straelener Übersetzerpreis 2013 der Kunststiftung NRW.
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Universitätsverlag Winter GmbH Heidelberg Authentizität und Polyphonie A1001159627
Universitätsverlag Winter GmbH Heidelberg Authentizität und Polyphonie A1001159627
Die Literaturwissenschaft hat sich in den vergangenen Jahren wenig um neue Anstösse in der Auseinandersetzung mit Lyrik bemüht - besonders die dem Anspruch dieser Gattung so sehr entgegenkommende textimmanente Lektüre scheint zu Unrecht aus der Mode gekommen zu sein. Dass jedoch gerade einer vom poetischen Text als Basis literaturwissenschaftlicher Analyse ausgehenden Betrachtung neue theoretische Impulse abzugewinnen sind, beweist der vorliegende Band, der die Beiträge eines deutsch-polnischen Kolloquiums vereint. Der über Platon und Hegel bis heute nachwirkenden Annahme, es beim Genre der Lyrik mit einer Form authentischen Sprechens zu tun zu haben, wird programmatisch die aus Bachtins Erzähltheorie übertragene These von einer polyphonen Disposition besonders moderner und aktueller Lyrik gegenübergestellt. In Beiträgen, die aus deutscher und polnischer Sicht die Entwicklung der Lyrik seit 1945 in den Blick nehmen, widmen sich die Autoren dieses Bandes zentralen lyrischen Stimmen beider Länder (u.a. Bachmann, Brinkmann, Celan, Grünbein, Ernst Meister, Heiner Müller, Herbert, Hilbig, Miŀosz; Rożewicz; Szymborska), ohne dabei den komparatistischen Horizont (etwa im Beitrag zur Rimbaud-Rezeption in der DDR-Lyrik), intermediale Bezüge (etwa bei der lyrischen Rezeption von Wajdas 'Asche und Diamant'), das Übersetzungsproblem oder auch Fragen der Vermittlung und Didaktik aus dem Blick zu verlieren.
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Edition text + kritik Kleine Formen literarischer Prosa A1075196216
Edition text + kritik Kleine Formen literarischer Prosa A1075196216
Die kleine prosaische Form ist die Verwandlungskünstlerin unter den literarischen Textsorten. Zu allen Zeiten beliebt, trägt ihr Formenreichtum in den fünfziger Jahren zur Vielgestaltigkeit und Buntheit des literarischen Feldes bei: Sie fächert sich in Aphorismus und Witz auf, in Anekdoten und Offene Briefe, Grotesken und Gutachten, Feuilletons und Kurzgeschichten. Manch formvollendeter kurzer Text gibt sich den Anschein, als sei er mit leichter Hand so nebenbei notiert, andere dienen der gewichtigen Intervention oder gefallen sich im Bereitstellen metapoetischer Substrate. Ein ausgewiesener Meister der kleinen Form ist Kurt Kusenberg. Seit den 1940er Jahren waren seine "Magischen Bagatellen" erfolgreich, doch hält sein Fundus weit mehr als skurrile Erzählungen bereit. Eine Auswahl seiner nachgelassenen Werke stimmt auf das ein, womit der zweite Teil des Bandes aufwartet: Untersuchungen zu Heimito von Doderers "Repertorium", zu versteckten Geschichten in Erhart Kästners Reisebüchern, zu Wolfgang Hildesheimers "Lieblosen Legenden" und Bertolt Brechts "domesticum", zum Werdegang des Aphoristikers Max Rychner, zu dem für das Werk Paul Celans höchst ungewöhnlichen "Gegenlicht-Zyklus, zu Heiner Müllers virtuos elaboriertem "Vater"-Fragment und Heinz Erhardts launigen Conférencen und anderem mehr.
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Edition Text + Kritik Kleine Formen literarischer Prosa, Belletristik von Sven Hanuschek, Günter Häntzschel, Ulrike Leuschner
Edition Text + Kritik Kleine Formen literarischer Prosa, Belletristik von Sven Hanuschek, Günter Häntzschel, Ulrike Leuschner
Die kleine prosaische Form ist die Verwandlungskünstlerin unter den literarischen Textsorten. Zu allen Zeiten beliebt, trägt ihr Formenreichtum in den fünfziger Jahren zur Vielgestaltigkeit und Buntheit des literarischen Feldes bei: Sie fächert sich in Aphorismus und Witz auf, in Anekdoten und offenen Briefen, Grotesken und Gutachten, Feuilletons und Kurzgeschichten. Manch formvollendeter kurzer Text gibt sich den Anschein, als sei er mit leichter Hand so nebenbei notiert, andere dienen der gewichtigen Intervention oder gefallen sich im Bereitstellen metapoetischer Substrate. Ein ausgewiesener Meister der kleinen Form ist Kurt Kusenberg. Seit den 1940er Jahren waren seine 'Magischen Bagatellen' erfolgreich, doch hält sein Fundus weit mehr als skurrile Erzählungen bereit. Eine Auswahl seiner nachgelassenen Werke stimmt auf das ein, womit der zweite Teil des Bandes aufwartet: Untersuchungen zu Heimito von Doderers 'Repertorium', zu versteckten Geschichten in Erhart Kästners Reisebüchern, zu Wolfgang Hildesheimers 'Lieblosen Legenden' und Bertolt Brechts 'domesticum', zum Werdegang des Aphoristikers Max Rychner, zu dem für das Werk Paul Celans höchst ungewöhnlichen 'Gegenlicht-Zyklus', zu Heiner Müllers virtuos elaboriertem 'Vater'-Fragment und Heinz Erhardts launigen Conférencen und anderem mehr.
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Universitätsverlag Winter GmbH Heidelberg Authentizität und Polyphonie
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Die Literaturwissenschaft hat sich in den vergangenen Jahren wenig um neue Anstösse in der Auseinandersetzung mit Lyrik bemüht - besonders die dem Anspruch dieser Gattung so sehr entgegenkommende textimmanente Lektüre scheint zu Unrecht aus der Mode gekommen zu sein. Dass jedoch gerade einer vom poetischen Text als Basis literaturwissenschaftlicher Analyse ausgehenden Betrachtung neue theoretische Impulse abzugewinnen sind, beweist der vorliegende Band, der die Beiträge eines deutsch-polnischen Kolloquiums vereint. Der über Platon und Hegel bis heute nachwirkenden Annahme, es beim Genre der Lyrik mit einer Form authentischen Sprechens zu tun zu haben, wird programmatisch die aus Bachtins Erzähltheorie übertragene These von einer polyphonen Disposition besonders moderner und aktueller Lyrik gegenübergestellt. In Beiträgen, die aus deutscher und polnischer Sicht die Entwicklung der Lyrik seit 1945 in den Blick nehmen, widmen sich die Autoren dieses Bandes zentralen lyrischen Stimmen beider Länder (u.a. Bachmann, Brinkmann, Celan, Grünbein, Ernst Meister, Heiner Müller, Herbert, Hilbig, Miŀosz; Rożewicz; Szymborska), ohne dabei den komparatistischen Horizont (etwa im Beitrag zur Rimbaud-Rezeption in der DDR-Lyrik), intermediale Bezüge (etwa bei der lyrischen Rezeption von Wajdas 'Asche und Diamant'), das Übersetzungsproblem oder auch Fragen der Vermittlung und Didaktik aus dem Blick zu verlieren.
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Verbrecher Wolfgang Hilbigs Lyrik
Verbrecher Wolfgang Hilbigs Lyrik
Expeditionen in Wolfgang Hilbigs Lyrik bietet der vorliegende Band, der sowohl Bilanz, Experiment mit neuen kritischen Ansätzen und Anregung/Aufforderung zur weiteren Auseinandersetzung mit einem anspruchsvollen Werk und seiner abgründig faszinierenden Sprache sein möchte. Wolfgang Hilbig (1941–2007) wurde durch sein Prosawerk berühmt. Der Roman »Ich« (1993) dieses Dichters zwischen Ost und West ist eine der herausragenden literarischen Auseinandersetzungen mit dem deutsch-deutschen Literaturstreit kurz nach dem Mauerfall. In der Lyrik liegt jedoch der Kern seines Werkes. Der Band ist die erste Publikation, die ausschließlich der Lyrik Hilbigs gewidmet ist. Die Texte des Bandes, die auf ein deutsch-französisches Forschungsprogramm über Wolfgang Hilbig / Ost-West-Moderne zurück gehen, enthalten sowohl einen Überblick über Hilbigs lyrisches Schaffen als auch Einzeluntersuchungen: Hilbig und die deutsche Romantik, Hilbig in der Moderne (Bezüge zu Rimbaud, Baudelaire, Hofmannsthal …); Hilbig und Leitfiguren der Lyrik des 20. Jahrhunderts (Celan, Huchel, Pound, H. Müller und V. Braun) und nicht zuletzt drei Untersuchungen zu Hilbigs Langgedicht »prosa meiner heimatstraße«. Der Band bietet außerdem erstmals eine Bibliografie zu Hilbigs Lyrik, die auch die zu Lebzeiten verfassten, aber in keiner der Sammlungen veröffentlichten Gedichte einbezieht.
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