Klaus Wildenhahn ist Dokumentarfilmmacher. Über Jahre hat er für den NDR gearbeitet, Filme gedreht über den 'sogenannten Alltag', wie er einmal geschrieben hat, den 'Zustand nach der Sensation, das Befinden der sogenannten kleinen Leute, nachdem der Flügelschlag der Geschichte vorbeigerauscht ist'. Immer wieder hat er sich auch programmatisch zu seinem Metier geäußert. Souverän seiner Filme sollten die Menschen sein. Der Filmmacher tritt in einen Dialog mit ihnen, die Gefilmten nehmen den Filmenden mit, sie schaffen die Szene. Neben dem Filmen hat Wildenhahn geschrieben. Mit 17 Jahren, sagt er, habe er damit begonnen, zunächst, 'um der Enge' im Nachkriegsdeutschland zu entkommen, später getrieben von dem Wunsch, 'das Früher wachzuhalten und aufzusuchen'. Entstanden sind Gedichte und Prosa, auch Streitschriften. Notiert unterwegs, in Cafés und Kneipen, auf Reisen, an Drehorten. In die lyrischen Texte fließen Zeit, Ort und gegenwärtige Stimmungen ein – man hört die Musik, man fühlt den Regen, man spürt die Kälte. Und sieht die Menschen und den, der sie betrachtet. 'Abendbier in flacher Gegend' versammelt neue und alte Texte von Klaus Wilden hahn, der 2015 seinen 80.Geburtstag feiert.
Hansebooks Die Lehre von der Teilnahme am Verbrechen
Die Lehre von der Teilnahme am Verbrechen ist ein unveränderter, hochwertiger Nachdruck der Originalausgabe aus dem Jahr 1868. Hansebooks ist Herausgeber von Literatur zu unterschiedlichen Themengebieten wie Forschung und Wissenschaft, Reisen und Expeditionen, Kochen und Ernährung, Medizin und weiteren Genres. Der Schwerpunkt des Verlages liegt auf dem Erhalt historischer Literatur. Viele Werke historischer Schriftsteller und Wissenschaftler sind heute nur noch als Antiquitäten erhältlich. Hansebooks verlegt diese Bücher neu und trägt damit zum Erhalt selten gewordener Literatur und historischem Wissen auch für die Zukunft bei.
Das Turnen ist mehr als eine Erziehung zum Deutschtum nach Friedrich Ludwig Jahn. Mit Kraft, Spannung und Schwung turnten sich seit dem frühen 19. Jahrhundert ganz unterschiedliche Subjekte in die Moderne. Von proto-feministischen Frauen in Frankfurt a. M. (1849), über schwarze Askari in Tanga (1896), zu Arbeiter*innen in Straßburg (1912), Zionist*innen in Wien (1913) zu Nationalsozialist*innen in Lüderitz (1938). Sie alle nutzten diese deutsche Art der Gymnastik als Instrument ihrer Subjektwerdung: Das Turnen ist bis heute in vielfältiger Weise in unserem Alltag präsent. Dieser Sammelband präsentiert fünf Essays, die Denk anstöße für eine andere Erforschung der Geschichte und Gegen wart der Turnkultur liefern. Von raumsoziologischen Untersuchungen von Turnhallen bis hin zur global-historischen Beziehung von Gymnastik und Nationalismus; vom Ethnographieren von Fitnesskulturen über die Rolle des Geschlechts in der historischen Turnbewegung bis hin zu Funktionen der rhythmischen Bewegung in der Moderne.
Anlagekrafte, die bestimmend oder mitbestimmend menschlichem Verhalten Richtung geben, sind nur "Verhangnis", wenn man aus der Umwelt aIle Wirksamkeiten wegdenkt. Sie sind im besten FaIle poten tieIles Schicksal und noch in ihrer Starrheit irgendwie beweglich und belebt. Ich war bemiiht, die wichtigsten von ihnen darzustellen, soweit die immer noch begrenzte Kunde vom Verbrecher reicht. Anregend wollte ich der kiinftigen Forschung eine Gasse in die Phalanx des Nicht wissens und Nichtwissen-Wollens bahnen, dabei mir wohl bewuBt, daB wir noch ganz am Anfang stehen. Von der Methode abzuweichen, FaIle, immer wieder Fane der Doktrin als Priifstein vorzulegen, sah ich keinen Grund. Tatsachen bleiben, Theorie vergeht. Vor allen Hypothesen kommt das Krankenbett des MiBverhaltens mit seiner unabanderlichen Lehre, dann erst, von der Erfahrung immerwieder durchgesehen, neugedacht undneugeschrieben, das Kolleg. T6lz, im Herbst 1962 HANS VON HENTIG Inhaltsverzeichnis Einleitung Konstitution - "gepragte Form, die lebend sich entwickeIt" Seite A. Der Mensch in der Gesellschaft: umgesteuerte Natur . 1 B. Anlage: Breite, Eigenleben und Dynamik . . . . . . 11 Erstes Buch Geschlechtsvarianten, AItersstufen, Rassen A. Geschlecht und Kriminalitat . . 21 1. Die Zahlen und das Dunkelfeld 21 2. Ungleichheit vor dem Strafgesetz 27 3. Ungleichheit des sozialen Standorts 32 vor dem Mann, der richtet 39 4. Ungleichheit 5. Das Zahlen-MiBverhaltnis der Geschlechter . 51 6. Die funktionelle Arbeitsteilung der Geschlechter. 64 a) Mannliche Wesensziige. . . . . . . 64 b) Die Frau, Biologie und Krisenzeiten . 73 Die Menses. . . . . 77 Die Schwangerschaft 93 Das Klimakterium 99 7. Die Zwischenstufen 104 B. Alter und Verbrechen III 1. Die Kriminalitat der Jugendzeit.
13 Werke der Weltliteratur nacheinander besprochen - und dennoch ein kurzweiliges, intellektuell bereicherndes Buch: Die Werke handeln vom Menschheitsthema 'Verbrechen und Strafe' und seinen unterschiedlichsten Aspekten wie Schandtat und Ausstoßung, Unschuld und Opfer oder Liebesverrat und Erneuerung des Liebestraums. Dabei galangt der Verfasser zu neuen, oft überraschenden Erkenntnissen, die den Blick für bisher verborgene Inhalte öffnen. Aus dem Inhalt: - Friedrich Schiller: Der Verbrecher aus verlorener Ehre - Heinrich von Kleist: Michael Kohlhaas, Prinz von Homburg, Die Marquise von O. ... - Fjodor M. Dostojewskij: Verbrechen und Strafe (Schuld und Sühne) - William Shakespeare: Hamlet - Sophokles: Antigone, König Ödipus - Herman Melville: Billy Budd - Albert Camus: Der Fremde - Carl Zuckmayer: Der Hautptmann von Köpenick - Friedrich Dürrenmatt: Der Besuch der alten Dame, Die Panne
Im Zentrum der 2., korrigierten und überarbeiteten Auflage dieser Studie stehen die 1905 veröffentlichten Memoiren "Ein Fürst der Diebe" und "Gescheitert" des internationalen Hoteldiebs und Hochstaplers Georges Manolescu. Sie machten einen gewerbsmäßigen Verbrecher zum literarischen Helden. Unter Einbezug von Studien des Kriminologen Erich Wulffen wird das Spannungsfeld erhellt, in das diese Bücher trafen. Daneben standen sie auch in literarhistorischen Traditionslinien, vor allem des Schelmenromans, der Lügendichtung, der Autobiographie, der Gefangenenliteratur und der literarischen Darstellung von Verbrechen, wie sie Pitaval, Schiller und die Kriminalerzählungen seit dem 19. Jahrhundert vorgegeben hatten. Manolescu fand mehrere Nachfolger, wie etwa Wilhelm Voigt, der "Hauptmann von Köpenick", Harry Domela oder Ignatz Strassnoff. Abgeschlossen wird die Untersuchung mit einer Analyse des Typus des "edlen Verbrechers".
Die Geschichten aus 'Meine 7000 Nachbarn' halten fest, was keinem Menschen zuzumuten ist. Ein Mann arbeitet wochenlang auf der Baustelle des Berliner Flughafens und erhält am Ende keinen Lohn. Einer schwangeren Frau wird im Krankenhaus bestätigt, dass ihr Kind am selben Tag zur Welt kommen werde, dann wird sie gebeten, sich ein anderes Krankenhaus zu suchen. Eine Familie wird im Winter aus ihrer Wohnung geworfen, obwohl sie keine Miete schuldet. Bei den 7000 Nachbarn handelt es sich um Roma in Berlin. Eva Ruth Wemme übersetzt Literatur aus dem Rumänischen und begleitet seit 2011 rumänische Migrantinnen und Migranten in Berlin als Dolmetscherin und Beraterin. Sie führte zahlreiche Interviews und berichtet eindringlich und aus erster Hand vom Teufelskreis aus Arbeits- und Wohnungslosigkeit, aus Fremdheit und Vorurteilen. Diese Dokumentation macht die Lage und den Grad der Diskriminierung von Roma in Deutschland deutlich.
Abhandlung über Verbrechen und Strafen - Von neuem aus dem Italiänischen übersetzt. Mit Anmerkungen von Diderot, mit Noten und Abhandlungen vom Uebersetzer, mit den Meinungen der berühmtesten Schriftsteller über die Todesstrafe ist ein unveränderter, hochwertiger Nachdruck der Originalausgabe aus dem Jahr 1798. Hansebooks ist Herausgeber von Literatur zu unterschiedlichen Themengebieten wie Forschung und Wissenschaft, Reisen und Expeditionen, Kochen und Ernährung, Medizin und weiteren Genres. Der Schwerpunkt des Verlages liegt auf dem Erhalt historischer Literatur. Viele Werke historischer Schriftsteller und Wissenschaftler sind heute nur noch als Antiquitäten erhältlich. Hansebooks verlegt diese Bücher neu und trägt damit zum Erhalt selten gewordener Literatur und historischem Wissen auch für die Zukunft bei.
Die Filmliteratur-Reihe 'Filit' wird herausgegeben von Rolf Aurich und Wolfgang Jacobsen und entsteht in Zusammenarbeit der Deutschen Kinemathek mit dem Verbrecher Verlag.Weitere Bände in dieser Reihe: Thomas Brandlmeier 'Fantômas. Beiträge zur Panik des 20. Jahrhunderts' (2008), Christian Schulte 'Vlado Kristl. Die Zerstörung der Systeme' (2010), Stefan Ripplinger 'I can see now. Blindheit im Kino' (2009), Carola Veit 'Kraft der Melone. Samuel Beckett im Kino' (2009), Tobias Ebbrecht 'Bilder hinter den Worten. Über Romuald Karmakar' (2010), Bettina Klix 'Verlorene Söhne, Töchter, Väter. Über Paul Schrader' (2010) und Johannes Zeilinger 'Ein träumender Leichnam. B. Traven im Dschungel der Psychopathie' (2011).
Was hat der hinduistische Gott Shiva mit dem nationalsozialistischen Strafrecht zu tun? Was ein Bild von Giovanni Segantini mit den von den Nazis gerechtfertigten »Euthanasie«-Morden? Was verbindet Joseph Haydns Oratorium »Die Schöpfung« mit dem »totalen Krieg«? Eigentlich nichts! Und doch wurden Gottheit, Maler und Komponist von NS-Autoren vereinnahmt für ihr filmisches Musterbuch der bösen Möglichkeiten, aus dem mörderische Wirklichkeit wucherte. Drei Seiten aus diesem Buch schlägt der Autor auf – jene zu den Filmen »Ich klage an« (Wolfgang Liebeneiner, 1941), »Alarm« (Herbert B. Fredersdorf, 1941) und »Die Degenhardts« (Werner Klingler, 1944). Seine Passage durch diese Zeitdokumente ist der Versuch, ihre Verwendungsweisen und inneren Beziehungen zur deutschen Mentalität des Nationalsozialismus ästhetisch darzustellen und politisch zu bewerten. Er begibt sich auf die Spur jener szenischen Einfälle, Mikrogeschichten gleich, die jenseits der offen schäumenden Demagogie NS-Ideologie unbemerkt ins Publikum spritzten. Jeder dieser Filme enthält eine Symbolik des ursprünglichen Bildes, in dem die Botschaft des Ganzen einer Szene wie einem Bild-Abstract innewohnen kann.
Expeditionen in Wolfgang Hilbigs Lyrik bietet der vorliegende Band, der sowohl Bilanz, Experiment mit neuen kritischen Ansätzen und Anregung/Aufforderung zur weiteren Auseinandersetzung mit einem anspruchsvollen Werk und seiner abgründig faszinierenden Sprache sein möchte. Wolfgang Hilbig (1941–2007) wurde durch sein Prosawerk berühmt. Der Roman »Ich« (1993) dieses Dichters zwischen Ost und West ist eine der herausragenden literarischen Auseinandersetzungen mit dem deutsch-deutschen Literaturstreit kurz nach dem Mauerfall. In der Lyrik liegt jedoch der Kern seines Werkes. Der Band ist die erste Publikation, die ausschließlich der Lyrik Hilbigs gewidmet ist. Die Texte des Bandes, die auf ein deutsch-französisches Forschungsprogramm über Wolfgang Hilbig / Ost-West-Moderne zurück gehen, enthalten sowohl einen Überblick über Hilbigs lyrisches Schaffen als auch Einzeluntersuchungen: Hilbig und die deutsche Romantik, Hilbig in der Moderne (Bezüge zu Rimbaud, Baudelaire, Hofmannsthal …); Hilbig und Leitfiguren der Lyrik des 20. Jahrhunderts (Celan, Huchel, Pound, H. Müller und V. Braun) und nicht zuletzt drei Untersuchungen zu Hilbigs Langgedicht »prosa meiner heimatstraße«. Der Band bietet außerdem erstmals eine Bibliografie zu Hilbigs Lyrik, die auch die zu Lebzeiten verfassten, aber in keiner der Sammlungen veröffentlichten Gedichte einbezieht.
Selten in der Geschichte haben sich so viele Schriftstellerinnen und Schriftsteller an einer Aufstandsbewegung beteiligt wie bei der Münchner Räterepublik im April/Mai 1919. Autoren wie Ernst Toller, Erich Mühsam und Gustav Landauer waren Protagonisten der Bewegung. Auch Schriftsteller wie der Dramatiker Georg Kaiser, der Lyriker Alfred Wolfenstein sowie die (späteren) Romanciers Oskar Maria Graf und Ret Marut (alias B. Traven) nahmen lebhaften Anteil. Hatten sich bis dahin viele Schriftstellerinnen und Schriftsteller, zumeist bürgerlicher Herkunft, fast sämtlich von der Kriegseuphorie mitreißen lassen, entstand nun ein neuer Typus gegenwartsbezogener und arbeiterbewegungsnaher politischer Autorinnen und Autoren. Nach einem Blick auf die Ereignisse während der Münchner Räterepublik und den Anteil der Autorinnen und Autoren daran wird diskutiert, welche Bedeutung der Literatur in der Folge beizumessen war und ist. Im Zentrum steht die Frage, wie Autorinnen und Autoren heute sinnvolle Beiträge mit den ihnen eigenen Mitteln leisten können, um etwa der Bedrohung von rechts und den gesellschaftlichen Prekarisierungstendenzen entgegenzuwirken, die den Auftrieb der Rechten befördern.
In seinem Buch klärt Fabio De Masi auf über die Ursachen von Finanzkrisen, die Triebkräfte hinter den jüngeren Wirtschaftsskandalen und die geopolitischen Schlachten um die Kontrolle der weltweiten Finanzströme im Internet. Er gewährt dabei auch Einblick hinter die Kulissen von politischer Arbeit und Untersuchungsausschüssen und in seine eigene Motivation, Wirtschaftskriminalität zu stoppen und für soziale Gerechtigkeit zu kämpfen. Und er erklärt im Detail, was jetzt getan werden muss, um Wirtschaft und Demokratie vor Finanzkriminellen zu schützen. Ob Wirecard-Skandal, Luxemburg Leaks, Cum-ex-Geschäfte der Warburg-Bank oder Steuertricks von Konzernen – wie kein anderer kann Fabio De Masi erklären, wie Steuerbetrug, Geldwäsche, Bilanzskandale und andere Finanzverbrechen funktionieren. Am Beispiel von Wirecard geht er zudem der Frage nach, welche Rolle Staats- und Geheimdienstinteressen dabei spielen. Und am Beispiel der Warburg-Bank beschreibt er eine unheilvolle Allianz von Banken und Politik sowie die Mühsal der Aufklärung bis hin zu den Erinnerungslücken eines Bundeskanzlers. Ein Buch, das hilft, die oft undurchschaubar wirkende Finanzwelt ein Stück besser zu verstehen.
Fjodor M. Dostojewski: Verbrechen und Strafe. Raskolnikows Schuld und Sühne Erstdruck: In: Russkij vestnik, Petersburg, Januar bis Dezember 1866. Hier nach der Übers. »Verbrechen und Strafe« v. Alexander Eliasberg, Potsdam: Gustav Kiepenheuer Verlag, 1924. Vollständige Neuausgabe. Großformat, 190 x 270 mm Herausgegeben von Karl-Maria Guth. Berlin 2015. Textgrundlage ist die Ausgabe: Dostojewski, Fjodor: Verbrechen und Strafe. Übers. v. Alexander Eliasberg, Potsdam: Gustav Kiepenheuer Verlag, 1924. Die Paginierung obiger Ausgabe wird in dieser Neuausgabe als Marginalie zeilengenau mitgeführt. Umschlaggestaltung von Thomas Schultz-Overhage unter Verwendung des Bildes: Vladimir Makovsky, Der Häftling, 1882. Gesetzt aus Minion Pro, 11.5 pt.
Kekeli lebt in einer Kleinstadt in Süddeutschland. Ihr Leben verläuft gleichförmig und angepasst, bis ihre undurchschaubare Cousine Afi aus Togo zu Besuch kommt und Kekeli sich plötzlich mit vielen Fragen der Zugehörigkeit konfrontiert sieht. Zudem wird sie von ihrem Mitschüler Kwame eingeladen, gemeinsam für die »Pamoja Society«, einer Gruppe von kreativen, afro-deutschen Jugendlichen, bei einem Doku-Film über das Leben Schwarzer Menschen in Deutschland mitzuarbeiten und dafür nach Berlin zu fahren. Auf einem Roadtrip mit Afi, Kwame und dessen Bruder Kofi stößt Kekeli auf ein beklemmendes Familiengeheimnis, das sie aus der Bahn wirft. Und das während sie sich immer mehr in Kwame verliebt. In ihrer besonderen und klaren Sprache erzählt Jessica Mawuena Lawson die Familiengeschichte ihrer aufgeweckten und sympathischen Protagonistin Kekeli und lädt ihre Leser*innen ein, sich von der Pamoja Society mitreißen und von Afrobeats und Poesie begeistern zu lassen.
Als Ipek für ein verlängertes Wochenende ihren Vater besucht, weiß sie, dass er auf dem Bahnhofsplatz im Auto auf sie warten und sie nicht am Zug empfangen wird. Im Elternhaus angekommen sitzt sie in ihrem früheren Kinderzimmer, hört ihn im Garten, im Haus, beim Teekochen. Die Nähe, die Kind und Vater verbunden hat, ist ihnen mit jedem Jahr ein wenig mehr abhandengekommen, und mit der Nähe die gemeinsame Sprache. Ipek ist Journalistin, sie hat das Fragenstellen gelernt, aber gegenüber dem Schweigen zwischen ihr und dem Vater ist sie ohnmächtig. Dilek Güngör beschreibt die Annäherung einer Tochter an ihren Vater, der als sogenannter Gastarbeiter in den 70er Jahren aus der Türkei nach Deutschland kam. Sie erzählt von dem Versuch, die Sprachlosigkeit mit Gesten und Handgriffen in der Küche, mit stummem Beieinandersitzen zu überwinden. Ein humorvoller wie rührender Roman über eine Vater-Tochter-Beziehung, mit der sich viele werden identifizieren können.
Aus dem Kroatischen von Alida Bremer In "Mars" zeigt Asja Bakic eine Reihe einzigartiger Universen, in deren Mittelpunkt Frauen stehen, die vor die Aufgabe gestellt sind, der seltsamen Realität, die sie erleben, einen Sinn zu geben. Eine Frau wird von Tristessa und Zubrovka aus einer Art Vorhölle befreit, sobald sie eine Aufgabe erfüllt. Eine Meisterin der Täuschung wird mit jemandem konfrontiert, der ihr Geheimnis kennt. Eine Schriftstellerin soll einen Bestseller unter Pseudonym geschrieben haben, woran sie sich jedoch nicht erinnern kann. Abby scheint ihr Gedächtnis verloren zu haben, und doch weiß sie, dass mit ihrem misstrauischen Ehemann etwas nicht stimmt. Eine weitere muss auf dem Mars über ihr Verbrechen reflektieren, Autorin zu sein. Nicht nur das inhaltliche Konzept der Erzählungen ist beeindruckend, sondern auch die Methode: Gekonnt verwebt sie in das klassische Erzählmuster Elemente aus der Genre-Literatur - Horror, Science-Fiction und Fantasy. Entstanden sind so spannende, oft humorvolle Geschichten, die emanzipierend sind, ohne in politische Agitation zu verfallen. Publishers Weekly kürte die amerikanische Ausgabe von "Mars" 2019 zu einem der 25 besten Büchern des Jahres in den USA der Kategorie Belletristik. Die Herausgabe dieses Werks wurde durch das Literaturnetzwerk TRADUKI gefördert.
Manja ist 17 Jahre alt und lebt im Leipzig der 1980er Jahre. Ihre beste Freundin Maxie und sie schwänzen die Schule, brechen in Schrebergärten ein und treffen sich im Freibad oder auf dem Rummel mit Jungs, bis Manja im Zimmer des Vertragsarbeiters Manuel von der Volkspolizei erwischt wird und auf die Venerologische Station für Frauen mit Geschlechtskrankheiten kommt. Eingewoben in den Roman sind auch Erlebnisse von Lilo, die in den 1940er Jahren an diesem Ort festgehalten wurde, da sie mit ihrem Vater für den kommunistischen Widerstand gearbeitet hat, und der Sozialarbeiterin Robin, die in den 2010er Jahren in diesem Haus - nun eine Unterkunft für Geflüchtete - tätig ist. Der Roman »Herumtreiberinnen« erzählt die Geschichten von drei jungen Frauen aus verschiedenen Zeiten und stellt die Frage, welchen Einfluss diese Zeit und die jeweilige Staatsform auf ihre Leben hatten. Ein Haus in der Leipziger Lerchenstraße ist das verbindende Element der drei Erzählstränge.