»Das ist schwer, ein Leben zu zwein. Nur eins ist noch schwerer: einsam zu sein.« Das vorliegende Lesebuch enthält Texte vom Versuch, gemeinsam durchs Leben zu gehen: Astrid Lindgren erzählt von ihren Eltern, die vom Kennenlernen bis zum Tod zusammenblieben, Sofja schreibt ihrem Mann Leo Tolstoi, der auch nach über dreißig Ehejahren damit drohte, sie zu verlassen, einen Brief, Christine Nöstlinger klärt über Beziehungsirrtümer auf. Und was ist mit dem Glück solcher Zweisamkeit? Die Beziehungsgeschichten reichen von Eurydike, die Orpheus aus der Unterwelt zurückholen will, bis zu Rachel Cusks Scheidungsanalyse Danach : »Über Ehe kann nur sprechen, wer sie durchgefochten hat.«
Ein interdisziplinärer Band im Open-Access: Die Aufwertung der Volkssprachen in der Frühen Neuzeit führte zu einer Intensivierung und internationalen Öffnung der europäischen Übersetzungskultur. Der Gebrauch des Englischen bleibt in dieser Zeit allerdings weitgehend auf die Insel beschränkt, während die Sprache auf dem Kontinent noch wenig geläufig ist. Erst seit dem 18. Jahrhundert gewinnt sie an internationaler Bedeutung und steigt schließlich zur modernen Weltsprache auf. Der Band fokussiert auf die vormoderne Situation und untersucht in 19 literatur-, kunst-, philosophie- und frömmigkeitsgeschichtlichen Fallstudien die deutsche Rezeption der frühneuzeitlichen englischen Literatur und Kultur. Mit Blick auf das bislang unzureichend erforschte deutsch-englische Interaktionsfeld erhellt er ebenso ausgewählte Personen, Institutionen und Wissensfelder wie Werkübertragungen, Gattungstransformationen und Übersetzungspraktiken, die den bereits in dieser Zeit bemerkenswert dichten Austausch zwischen England und dem Alten Reich prägten. Welche Netzwerke und Medien ermöglichten z.B. die Rezeption einflussreicher Denker und Dichter wie Bacon, Hobbes oder Milton im deutschsprachigen Raum; wie kam es gleichsam im Mutterland des Protestantismus zu einer auffallend intensiven Übersetzung englischer Erbauungsliteratur; welche Rolle spielten Parallelübersetzungen oder auch Übersetzungen aus zweiter Hand, etwa dort, wo der kulturelle Transfer über eine dritte Sprache wie das Französische oder Niederländische erfolgte? Auf solche Fragen werden im Band neue Antworten gegeben.
Die Staatsbibliothek zu Berlin beherbergt neben vielen anderen wertvollen Raritäten einen ganz besonderen Schatz von mehr als 200.000 alten und neuen Kinder- und Jugendbüchern. Der Band stellt die fünfundzwanzig schönsten aus vier Jahrhunderten in unterhaltsamen Buchporträts im Bild und Wort vor, erläutert von Carola Pohlmann und Sebastian Schmideler. Zu entdecken ist die bunte Welt des Kinder- und Jugendbuchs von einst und jetzt: Bilderbücher, Erzählungen, Märchen, Fabeln bis hin zu Sachbüchern und Romanen. Diese spannende und abwechslungsreiche Entdeckungsreise durch die Kontinente der Kinder- und Jugendliteratur wird ergänzt durch ein Nachwort des Kinder- und Jugendbuchautors Klaus Kordon.
Geschichte in Gerichten – von Falschen Hasen und Kalten Hunden Ob Grüne Sauce oder Forelle blau, Maultaschen oder Sauerbraten, Spargel mit Morcheln oder Rehrücken Baden-Baden, Baumkuchen oder Helgoländer Hummer – deutsche Küche kann so vielseitig wie lecker sein! Und das von Ost (Leipziger Allerlei) nach West (Himmel un Ääd) , von Nord (Rote Grütze) nach Süd (Kässpätzle), an Religions- und Traditionsgrenzen entlang und über sie hinweg und stark beeinflusst von diversen Migrationsbewegungen – man denke nur an Königsberger Klopse, Pizza, Döner, Gelato italiano oder Phô & Co. Eva Gritzmann und Denis Scheck feiern die Leibspeisen, die uns von Kindheit an begleitet haben, und erzählen von den großen Momenten der kulinarischen Republik wie der Erfindung des Toast Hawaii, der Markteinführung der ersten deutschen Tiefkühlpizza und der Eierschlacht am Viktualienmarkt. Dabei schrecken sie auch nicht vor dem Aussprechen unbequemer Wahrheiten zurück: »In vielen deutschen Städten ist erstklassiges Kokain erheblich einfacher erhältlich als fangfrischer Fisch.« Von der Gründung der Bundesrepublik 1949, als noch Schmalhans Küchenmeister war, über die Fresswelle der 50er, die erste Internationalisierung der 60er und 70er bis in unsere Gegenwart hinein zeichnet Leibspeisen ein Portrait der Bundesrepublik – und erzählt die Geschichten hinter ihren Nationalgerichten, Bräuchen und bekanntesten Restaurants und Küchenchefs.
Die Weisheitstexte des Neuen Testaments finden sich in den Evangelien, bei Paulus und im Jakobusbrief. Sie lassen die Erfahrungen der Menschen im Alltag unangetastet. Das gilt auch dort, wo die Wirklichkeit schärfer und härter wahrgenommen wird als früher. Anders als im Alten Testament wird das, worin sich Menschen engagieren, zum Bild für ihr Verhältnis zum Himmelreich. Aus dieser Perspektive wird auch die Weisheit der Mächtigen und Reichen kritischer beurteilt als je zuvor. Auch die Weisheit Jesu und seiner Apostel zeigt daher eine Neigung zur Radikalität.
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Sie war eine Außenseiterin überall: in Bremen, in Worpswede, in Paris – in der Bürgerlichkeit, in der Provinz, in der Weltstadt. Als Paula Modersohn-Becker 1907 mit einunddreißig Jahren starb, ahnte niemand, wie bahnbrechend und revolutionär ihr Werk war. Heute gilt sie als eine der bedeutendsten Vertreterinnen des frühen Expressionismus, ist eine der berühmtesten Malerinnen Deutschlands. Modersohn-Beckers unbedingtes, nicht selten rücksichtsloses Kunstwollen verbunden mit ihren Selbstzweifeln, ihr tragisch früher Tod nach der Geburt ihres Kindes, ihre fluchtartigen Reisen von Worpswede nach Paris sowie die komplizierte Ehe mit Otto Modersohn, vieles davon dokumentiert in ihren teils schwärmerischen Tagebüchern und Briefen: All das hat zu ihrem Mythos beigetragen und dabei wohl manchmal den Blick auf ihre Bilder verstellt. Boris von Brauchitsch betrachtet Leben und Werk der Künstlerin unvoreingenommen, nah an den Quellen: persönlich, kritisch, eingebunden in die Tendenzen der Epoche zwischen Impressionismus und Expressionismus, zwischen Nietzsche und Rilke, zwischen Feminismus und Nationalismus. Einen besonderen Schwerpunkt bildet naturgemäß die Künstlerkolonie Worpswede: die Gemeinsamkeiten der Künstler, ihre Freundschaften und Rivalitäten, ihre gegenseitige Unterstützung, aber auch Geringschätzung und Missgunst. Und er stellt schließlich die ebenso spannende wie spekulative Frage: Was wäre aus ihr geworden, hätte sie noch 50 Jahre länger gelebt?
Lassen Sie Ihren Garten neu erblühen! Schon als Kind gab es für Isabelle Van Groeningen nichts Schöneres, als mit den Händen in der Erde zu wühlen und sich am Grün und an wunderbaren Blüten zu erfreuen. Später machte sie ihre Leidenschaft zum Beruf und hat seither unzählige Gärten gestaltet und bepflanzt. In Die sieben Jahreszeiten – denn für Gärtner*innen gibt es mehr als vier – schreibt sie über das Glück und die Herausforderungen des Gärtnerns, über Fragen der Gestaltung ebenso wie die des richtigen Standorts, gibt wertvolle Hinweise zu Pflanzung und Pflege und stellt die wichtigsten Pflanzen vor, von Schattenstauden über Kletterrosen, Dahlien und Zwiebelblumen. Und sie erinnert uns daran, was das Wichtigste am Gärtnern ist: Ein Garten tut der Seele gut. Die sachkundige und passionierte Pflanzengestalterin Isabelle Van Groeningen führt uns durchs Jahr und durch ihre Gärten – ein Rundgang mit vielen Tipps und Lieblingspflanzen!
»Ein erstaunlicher, herzzerreißender und inspirierender Roman« Jenny Colgan Das Leben läuft gut, findet Keira - ihr kleiner Keramikladen floriert, sie hat ein glückliches Familienleben und gute Freundinnen -, bis die Diagnose Brustkrebs ihr den Boden unter den Füßen wegzieht. Obendrein will ihre Geschäftspartnerin sie über den Tisch ziehen, und die ältere Tochter steckt mitten in der Pubertät. Die Therapie mit den Herausforderungen des Alltags in Einklang zu bringen, ist nicht einfach, doch Keira möchte ihr Leben nicht von der Krankheit bestimmen lassen. Und so rennt sie dagegen an, im wahrsten Sinne des Wortes - mit drei anderen Frauen gründet sie den »Bright-Side-Running-Club«. Voller Zuversicht nehmen sie den Kampf gegen die Krankheit auf, unterstützen einander und machen sich gegenseitig Mut. Und immer mehr Frauen schließen sich ihnen an ... Ein unterhaltsames Buch über Liebe, Zusammenhalt und die Kraft der Freundschaft
Über 100 Bildergedichte aus Hans Traxlers umfangreichem Werk stellt dieses Buch vor – von den berühmten, längst zu Klassikern gewordenen bis hin zu den neuen, in den letzten Jahren entstandenen. In der Bilderserie Die Dünen der Dänen tollt ein lustiges nacktes Völkchen über den Strand und aalt sich im Meer, auf anderen Bildern hat er das Leben diverser Heiliger beleuchtet. Und wir ahnen es schon, in was der heilige Bernhard von Bordeaux den edlen Tropfen seiner Heimat verwandelt – in klares Wasser! Während Antonius von Padua den Tieren predigt, darunter auch den Walen; die Hafengebühren allerdings sind astronomisch! Wir erleben Goethe auf seiner Italienreise – »Herr Goethe stand in Rom ständig unter Strom« – und Einsteins Liebe zum Geigenspiel, das von seiner Frau unterbunden wurde. Und er enthüllt, welche Zufälle den Gang der Geschichte nachhaltig beeinflusst haben. Mit scharfem Blick und großer Sympathie hält Hans Traxler die kleinen Schwächen seiner Figuren in wunderbar hintersinnigen Reimen und Bildern fest. Dabei entlarvt er auch lustvoll die Großen aus Kunst, Philosophie und Politik – und nicht zuletzt sich selbst.
Otto Bürgers "Die Robinson-Insel" ist eine vielschichtige literarische Auseinandersetzung mit dem klassischen Motiv des einsamen Inselabenteuers, die weit über eine einfache Nacherzählung hinausgeht. Der Roman folgt der Exilgemeinschaft Schiffbrüchiger, die in ihrer Isolation existenzielle, soziale und ethische Fragen aushandelt. Mit präziser Sprache, klarer Struktur und deutlichem Bezug zur gesellschaftlichen Realität der Entstehungszeit gelingt es Bürger, den Mythos Robinsonade zu hinterfragen und neu zu deuten. Die erzählerische Konstruktion verbindet Realismus mit symbolistischen Elementen und verortet das Werk im Kontext der literarischen Moderne des frühen 20. Jahrhunderts. Otto Bürger, ein deutscher Schriftsteller mit tiefem sozialkritischem Bewusstsein, bringt in "Die Robinson-Insel" eigene Erfahrungen und zeitgenössische Reflexionen ein. Sein Interesse an individuellen Schicksalen unter extremen Bedingungen spiegelt die Umbrüche seiner Epoche wider. Bürgers biografischer Hintergrund - geprägt durch politische Turbulenzen, Erfahrungen im Exil und eine intensive Beschäftigung mit philosophischen und soziologischen Fragen - schärft den analytischen Blick auf das menschliche Verhalten in Ausnahmesituationen. Das Buch empfiehlt sich allen Lesern, die an einer fundierten Neuinterpretation bekannter Stoffe und an gesellschaftskritischen Narrativen interessiert sind. "Die Robinson-Insel" beleuchtet auf herausragende Weise das Spannungsfeld zwischen Individuum und Gemeinschaft und bietet eine faszinierende Grundlage für weiterführende Diskussionen in Literaturwissenschaft und Sozialphilosophie.
Die Katze und ihr Mensch drehen gerne eine Runde durch die Nachbarschaft. Und immer sagt der Mensch, wo es langgeht. Für das Spielen und Sich-Streicheln-Lassen bleibt da gar keine Zeit. »Warum bestimmst eigentlich immer du?«, fragt deshalb die Katze. Beim nächsten Spaziergang sind die Rollen also einmal umgekehrt und die Katze entscheidet. Den Eichhörnchen nachjagen, auf Bäume klettern, viele Umwege machen – ihr Mensch trottet dabei zunächst gelangweilt hinterher. Und entdeckt doch auf den Wegen der Katze die erstaunlichsten Dinge, die man nur sieht, wenn man die Welt einmal aus der Sicht des anderen betrachtet. Eine wundervolle Geschichte über zwei ganz unterschiedliche Freunde, den Mut, gemeinsam neue Wege einzuschlagen und die Abenteuer und Überraschungen, die dabei auf sie warten. Ausgezeichnet mit dem The New York Times/New York Public Library Best Illustrated Children’s Books Award 2024 Eine Geschichte über Freundschaft und das Finden von Kompromissen