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Mohr Siebeck Jesus
In a close exegetical reference to the Gospel of Mark, with the addition of the Sermon on the Mount, the Lord's Prayer and the Beatitudes (Matthew), Joachim Ringleben develops a systematic-theological understanding of Jesus' path from baptism to the passion. In this work, Jesus' special relationship to God becomes the hermeneutic key to a new understanding of God as a "God of the Son." The author shows that, from the perspective of theology, Jesus' relationship to God can be seen as the place in which God reveals himself and finds himself. In doing so, the author provides new possibilities for dogmatic Christology.
Unmögliches ist der modale Begleiter alles Notwendigen, Möglichen und Wirklichen und damit auch der Grenzbegriff all dessen, was im alltäglichen Leben, in den Wissenschaften und in der Religion als Wirkliches, Mögliches oder Notwendiges in Erscheinung tritt. Diesen meist unthematischen Grenzbegriff modaler Phänomenkonstellationen ausdrücklich ins Auge zu fassen, ist das Ziel der hier anzuzeigenden Untersuchungen. Was sind Möglichkeiten, wenn man sie nicht in Abhebung vom Wirklichen und in Abgrenzung vom Unmöglichen begreift? Und wie soll man Religionen verstehen, wenn man nicht bedenkt, dass sie nicht nur von vielen ihrer Kritiker als abwegige Wirklichkeiten, sondern auch von manchen ihrer Verteidiger als 'unmögliche Möglichkeiten' bestimmt werden? Die hier vorgelegten Überlegungen und Untersuchungen gehen diesen Fragen einerseits in phänomenologischen und (natur)wissenschaftlichen, andererseits in hermeneutischen und religiös-theologischen Horizonten nach. Dabei zeigt sich, wie überraschend virulent und verzweigt die meist unbeachtete Thematik des Unmöglichen in Alltag, Wissenschaft und Religion ist.
Ingo von Münch and Peter Mankowski deal with the issues surrounding the procedure of obtaining a German doctorate. This volume is of interest for all those wishing to do a doctorate and is an ideal gift for all those who have already obtained their doctorate. The new edition has been completely revised and expanded.
Mose - Offenbarungsmittler, Prophet, Anführer. Als Sprachrohr des Volkes und Mittlerfigur kommt ihm eine entscheidende Rolle innerhalb der Tora zu. Doch auch in der Literatur des Frühjudentums und des frühen Christentums ist er eine mehr als prominente Figur und wird selbst von paganen Autoren erwähnt. Die schillernden, teils sogar kontroversen Mosebilder, die sich im Laufe der Geschichte formten, sind dementsprechend auch ein implizites Abbild diverser frühjüdischer und frühchristlicher Ideen und das Produkt der komplexen Entstehungsgeschichte des Frühjudentums und frühen Christentums. Der Facettenreichtum dieser Mosebilder steht im Zentrum des vorliegenden Sammelbandes und soll nicht zuletzt anhand wenig beachteter Texte illustriert werden. Mit Beiträgen von: Michal Bar-Asher Siegal, Thomas J. Bauer, Carsten Claußen, John Granger Cook, Jan Dochhorn, Cécile Dogniez, Christoph Dohmen, Matthias Ederer, Erik Eynikel, Yuval Harari, Jutta Leonhardt-Balzer, David M. Moffitt, Tobias Nicklas, Tzvi Novick, Michael Sommer, Günter Stemberger, Hans-Ulrich Weidemann, Cana Werman, Jed Wyrick, Géza G. Xeravits, József Zsengellér
Alexander Thiele hat für die zweite Auflage das Werk sowohl aktualisiert als auch erweitert. Er legt den Fokus zwar weiterhin auf die Verlustebenen der deutschen Demokratie, beleuchtet nun aber auch Entwicklungen in anderen Demokratien und integriert diese in die Analyse. Nicht nur die Wahl Donald Trumps zum 45. Präsidenten der USA markiert eine Zäsur für den (westlichen) demokratischen Verfassungsstaat, auch in anderen Staaten wie Polen, Ungarn, Österreich oder Indien hat sich das enorme Potenzial populistischer und gegen das "System" gerichteter Strömungen gezeigt. "Thieles Studie zeigt Probleme auf, benennt Ursachen und entwickelt Lösungsmöglichkeiten - durch Recht geleitet, an gesamtgesellschaftlichen Entwicklungen ausgerichtet; sie bietet damit eine kritische 'Demokratielehre' nicht nur für und in Deutschland." Ludwig Gramlich JZ 2016, 896
Wie gehen Menschen mit Informationen um, die stark emotional, von Zeitknappheit bestimmt sind, konkrete Bedrohungsquellen nennen und andere Kommunikationsthemen in den Hintergrund drängen? Wie agieren sie, wenn Handlungsoptionen unklar, Routinen fraglich und die Verlässlichkeit ihrer Interaktionspartner unsicher erscheinen? Wie erleben Menschen bedrohliche Situationen und Ereigniskonstellationen? Diese Fragen sind bedeutsam, weil in "Bedrohten Ordnungen" historische Prozesse stärker formbar werden. Neue Akteure treten auf, neue Ideen gewinnen an Bedeutung und neue Handlungsskripte werden entwickelt. Menschen erkennen fragil erscheinende Formen bisher unhinterfragter Ordnungen, sie bewerten und verhandeln Kausalitäten, Hierarchien und Normalitäten neu. Sie sehen neue Möglichkeitshorizonte, teils angstvoll, teils zuversichtlich. Was einigen Angst macht, lässt andere Hoffnung schöpfen. "Bedrohte Ordnungen" haben das Potential für raschen sozialen Wandel.
Der vorliegende Band umfasst einundzwanzig Studien zur Komposition und Redaktion des Pentateuch/Hexateuch, die der Münsteraner Alttestamentler Rainer Albertz im Umkreis seiner Arbeit am Exoduskommentar in den letzten zehn Jahren verfasst hat. Acht fremdsprachlich veröffentlichte Beiträge erscheinen hier erstmals in einer überarbeiteten deutschen Fassung; fünf weitere werden hier erstmals veröffentlicht. Aus der forschungsgeschichtlich- und problemorientierten Zusammenschau zeichnet sich ein kompositions- und redaktionsgeschichtliches Modell für die Entstehung des Pentateuch ab, das an die Stelle der klassischen Drei-Quellen-Theorie treten könnte. Am Ende wird eine Übersicht über die vorgenommenen Textzuweisungen zu den erkennbaren überlieferungsgeschichtlichen und redaktionellen Entwicklungsstufen des Pentateuch geboten, welche die Leistungsfähigkeit des vorgelegten Modells leichter abschätzbar macht.
Zu den markanteren Phänomenen historischer wie gegenwärtiger Religion gehört der sogenannte heilige Text. Die einschlägige Begründung seiner normativen Geltung liegt in seiner Genese: der Wahrnehmung des Textes als Kundgabe transzendenter Instanzen, als Offenbarung. Vor diesem Hintergrund fokussiert Andreas Mauz ganz auf die textimmanente Darstellung solcher Offenbarungsereignisse. Er entwirft einen poetologischen Begriff des 'heiligen Textes', der orientiert ist an der Selbstbeschreibung von Texten als offenbarten. In Aufnahme literatur- und medienwissenschaftlicher Theorieangebote bietet der Autor ein differenziertes Instrumentarium zur Beschreibung der betreffenden Phänomene - etwa des Zusammenspiels von 'heiligendem' und 'geheiligtem' Text, der Eigenart der Offenbarungserzählung, den divergierenden Schreib-Szenen. An die Seite des textanalytischen Erkenntnisinteresses tritt ein theologisches. Die Poetik des 'heiligen Textes' verweist auf eine sensible Schnittstelle von bibelwissenschaftlichem und dogmatischem Diskurs. Denn was bedeutet das Faktum der vielfältigen genetischen Selbstbeschreibung der biblischen Schriften für die dogmatische Fremdbeschreibung der einen Schrift?
Das Motivs des Widerspruchs hat für die Theologiegeschichte des Mittelalters eine vielfache und umfassende Bedeutung. Sie geht über einen bloß formalen Aspekt weit hinaus, weil sie den Charakter und Zuschnitt der scholastischen Theologie insgesamt betrifft. Dabei muß die theoretische Betrachtung des Widerspruchs als Problem von dem Umgang mit ihm unterschieden werden. Zuerst geht Reinhold Rieger deshalb auf den philosophiegeschichtlichen Hintergrund ein, dessen Bestimmung des Begriffs vom Widerspruch für die Theologie prägend war. In der Theologie selbst wendet er den philosophisch vorgegebenen Begriff des Widerspruchs wissenschaftstheoretisch, erkenntnistheoretisch, materialdogmatisch reflektiert und methodisch an. Er stellt die theoretischen und bewertenden Reflexionen über die Bedeutung des logischen Widerspruchs in und für die Theologie exemplarisch und zusammenfassend dar und verdeutlicht damit einen methodischen Grundzug der mittelalterlichen Theologie.
In den hier gesammelten Versuchen und Vorarbeiten skizziert Hubert Cancik die Struktur der römischen Religion und erzählt ihre Geschichten. Er beobachtet die kultische Praxis und erklärt ihre Selbstreflexion, die eigene und die Kritik der anderen, der Griechen, Juden, Christianer. Das räumliche Zentrum dieser Religion und dieser Essays ist die Stadt Rom und die stadtrömische Religionsgeschichte: Denn diese Stadt ist das "Haupt", der "Tempel", der "Verschnitt" der Oekumene. Die Religionsgeschichte der Stadt Rom führt aber eben deshalb immer auf die Religionsgeschichte eines Imperium, das keine Grenze hat in Raum oder Zeit (Vergil). Der zeitliche Schwerpunkt der Aufsätze liegt in der klassischen Epoche, der Kaiserzeit und der Spätantike. Hier zeigt sich die Interaktion der römischen mit der griechischen, jüdischen und christlichen Religion in hervorragenden Texten (Markus, Tacitus, Flavius Josephus, Lukas, Lukian, Apuleius, Augustin). Alle Religionen dieser Epoche entwickeln oder verstärken universalistische Tendenzen. Auf der Grundlage früher und kontinuierlicher italisch-griechischer Kulturkontakte konvergieren unter dem nivellierenden Druck des Imperium die Religionen des Mittelmeerraumes. Es entsteht ein multireligiöses System, das als 'Reichsreligion' verstanden werden kann. Das interreligiöse Gespräch war auch in der Antike selten und schwierig. Fremde Bilder und Riten können Angst auslösen oder transportieren; Vermeidung der anderen Religion ist leichter als ihre Wahrnehmung. Repression, Entsakralisierung, Ästhetisierung sind Folgen dieser Konflikte. Die Geistesgeschichte der römischen Religion interpretiert die "mythische Theologie" der Dichter, die geschichtlichen und philosophischen Reflexionen auf Religion, die Anfänge von Religionsgeschichtsschreibung und Religionswissenschaft.
Der vorliegende Band versammelt Bilder des evangelischen Pfarrhauses, seiner Bewohner und seiner Aura in theologischer und nichttheologischer Literatur des 19. bis 21. Jahrhunderts - vor allem aus dichterischer Perspektive, doch auch aus theologischer und kirchlicher Sicht. Erlebnisse und Erfahrungen, Erwartungen und Enttäuschungen, symbolische Aufladungen, Glanz und Abgründe werden in höchst unterschiedlicher Weise anschaulich - in der historischen Perspektive wie in gegenwartsorientierten Beschreibungen, in Außenwahrnehmungen ebenso wie in kirchlich-theologischen Binnensichten, in affirmativen Zuschreibungen ebenso wie in den Zeugnissen der Enttäuschung oder der Abkehr. Mit Beiträgen von:Christian Albrecht, Martin Arneth, Christian Bendrath, Volker Drehsen +, Eberhard Hauschildt, Jan Hermelink, Uta Pohl Patalong, Reiner Preul, Jan Rohls, Ursula Roth, Hermann Timm, Friedrich Vollhardt, Gunther Wenz, Katharina Wörn, Thomas Zippert
Kapitalmarktwerte wie Aktien und Schuldverschreibungen werden heutzutage in aller Regel nicht von den Anlegern selbst, sondern in einem mehrstufigen System von Finanzintermediären verwahrt, das die "stückelose", d. h. sich ausschließlich durch Buchungen auf Depotkonten vollziehende Übertragung der Titel im sog. Effektengiroverkehr ermöglicht.In Deutschland beruht der Effektengiroverkehr auf einer sachenrechtlichen Konstruktion, die in den letzten Jahren stark in die Kritik geraten ist. Es wird behauptet, dass sie den zentralen Anforderungen an ein modernes Depotrecht nicht mehr genügt und eine Abkehr vom Sachenrecht auch wegen der verschiedenen Initiativen zur Harmonisierung des Depotrechts (Haager Wertpapierübereinkommen, Genfer Wertpapierübereinkommen, Projekt Rechtssicherheit der EU) geboten ist.Ulrich Segna untersucht, ob diese Kritik berechtigt ist und welche Folgerungen aus der Reformbedürftigkeit des deutschen Depotrechts gezogen werden sollten.
Die in diesem Band präsentierten Miniaturen wollen zeigen, welche Antworten das Judentum, das Christentums und der Islam in ihrer Frühzeit im Kontext der antiken Welt auf die zentralen Fragen des Menschseins gegeben haben: Was können wir von Gott wissen? Was dürfen wir hoffen? Was sollen wir tun? So will diese Sammlung, die aus einem sechsjährigen interdisziplinären Forschungsprojekt hervorgegangen ist, dazu dienen, mit maßgeblichen Überlieferungen der Anderen vertraut zu machen, und zwar gerade in Zeiten, in denen das interreligiöse Gespräch wieder schwieriger wird. Dem wachsenden Misstrauen zwischen den Kulturen und Religionen und der zunehmend in Frage gestellten Möglichkeit friedlicher Koexistenz kann nur mit einem besseren Verständnis des jeweils Anderen - vor allem auch vor dem Hintergrund der gemeinsamen Vergangenheit - begegnet werden. Mit Beiträgen von:Elisabetta Abate, Lale Behzadi, David Bennett, Dmitrij F. Bumazhnov, Reinhard Feldmeier, Therese Fuhrer, Alfons Fürst, Peter Gemeinhardt, Tobias Georges, Sebastian Günther, Rainer Hirsch-Luipold, Stefanie Holder, Damien Janos, Anna Lefteratou, Heinz-Günther Nesselrath, Angelika Neuwirth, Gabriela Ryser, Jens Scheiner, Günter Stemberger, Ilinca Tanaseanu-Döbler, Isabel Toral-Niehoff, Tor Vegge, Konrad Vössing, Monika Winet
Das Verfahrensrecht ist eng mit der Rechtsstruktur verknüpft; zugleich erscheint es als Rechtsgebiet tendenziell immer vernachlässigt, weil ihm gegenüber dem materiellen Recht immer der vermeintliche Makel des Sekundären, Technischen, "bloß Formalen" anhaftet. Philipp Reimer wirkt diesem Eindruck entgegen, indem er zunächst wissenschaftstheoretisch herausarbeitet, welche unterschiedlichen Fragestellungen in Bezug auf Verfahrensrecht verfolgt werden (können) - außer anwendungsbezogen-dogmatischen auch beobachtend-theoretische verschiedenster Art. Unter letzteren, den "verfahrenstheoretischen", lassen sich neben wirklichkeits- auch normwissenschaftliche Forschungsfragen identifizieren. Diese juridische Verfahrenstheorie kann Rechtsnormen in Kontexte stellen und deuten und insoweit als Reflexions- und Relaisdisziplin fungieren. Den hier möglichen Ansätzen widmet sich die Arbeit im Weiteren historisch und systematisch.
Die Voraussetzungen von Verfassungsgebung, Verfassungsanwendung und Verfassungsvergleichung sind durch Europäisierungs- und Globalisierungstendenzen in den letzten Jahren erheblich in die fachliche und öffentliche Diskussion geraten. An diesen Diskussionen hat sich Winfried Brugger (1950-2010) in herausragender Weise beteiligt. Zu seinem Gedächtnis sind etwa 40 Beiträge renommierter in- und ausländischer Forscher in fünf thematischen Gruppen vereint, von den rechtsphilosophischen über die methodischen, historischen und religiösen bis zu den prozeduralen, supra- und internationalen und schließlich vergleichenden Voraussetzungen der Verfassung, sie vertiefen Fragen von Gerechtigkeit und Gemeinwohl und schlagen den thematischen Bogen von der Rechtssicherheit bis zur Bedeutung der Nahrung, beleuchten neben dem Menschenbild die dark side of law, und tasten sich von Rom bis zum brasilianischen Verfassungsgericht, von Herder und Moses Mendelsohn bis zu Scalia und Brugger vor.
Warum sind Staatsorganisationen traditionell in drei Gewalten gegliedert? Auf diese Frage gibt Christoph Möllers eine legitimationstheoretisch begründete Antwort und macht diese juristisch nutzbar: Moderne Verfassungen legitimieren sich durch den Schutz individueller Freiheit und die Ermöglichung demokratischer Selbstbestimmung, lassen jedoch den Vorrang zwischen beiden Legitimationsformen offen. Statt einer materiellen Vorrangregel dient das Prinzip der Gewaltengliederung dem Ausgleich beider Legitimationsansprüche durch Organisation und Verfahren. Auf Grundlage dieser Einsicht leitet der Autor Kriterien zur Bestimmung der drei Gewalten her, die die Auslegung von Art. 20 Abs. 2. S. 2 GG präzisieren, und im Vergleich mit dem Verfassungsrecht der USA auf Einzelprobleme Anwendung finden: Verfassungsgerichtsbarkeit, gerichtliche Kontrolle der Verwaltung und Delegation der Rechtsetzung. In einem zweiten Argumentationsgang bewährt sich dieses Modell auch bei föderalen Rechtsordnungen und übernationale Organisationen wie der EU, der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) und der Welthandelsorganisation (WTO). Probleme der Kompetenzbestimmung zwischen Ebenen, der Verbundverwaltung oder der Anwendbarkeit von internationalem Recht werden durch das Modell auf eine systematische Grundlage gestellt.