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Mohr Siebeck Der Eine oder der Andere A1008916146
Die Beiträger des vorliegenden Bandes versuchen, das Nachdenken über Gott, Religion und Christentum in der klassischen deutschen Philosophie mit dem gegenwärtigen Nachdenken über diese Themen zu verbinden. Das Ziel dieser Anbindung ist jedoch nicht ein bloß historisierendes Vergleichen von verschiedenen Theorien oder ihre letztendlich nur künstlich herzustellende Harmonisierung, sondern ein kritisches Überprüfen der verschiedenen Möglichkeiten, auch in der heutigen Zeit produktiv und sinnvoll über Gott und Religion nachzudenken. So gut wie alle Themen, mit denen sich die Philosophen der Gegenwart beschäftigen - die Vernünftigkeit und der Nutzen des Glaubens, die Aktualität der Religion und ihre gesellschaftliche Relevanz, die Gottesbeweise - waren schon im 18. und 19. Jahrhundert Gegenstände der philosophischen Betrachtung und wurden oft zum Auslöser von heftig geführten Debatten. Die im Band versammelten Beiträge machen die systematische Aktualität der in der klassischen deutschen Philosophie hervorgebrachten Gedanken über Gott deutlich. Vor allem im Zusammenhang der Frage nach dem Verhältnis von Rationalität und Irrationalität der Religion sowie der Vernünftigkeit des Gottesbegriffes kann man immer noch viel von den Religionskonzepten der klassischen deutschen Philosophie lernen, nicht zuletzt Folgendes: Ob es Gott und die Religionen gibt oder nicht ist keine Frage des Beliebens, die Gottesfrage zu stellen gehört vielmehr zur Natur der menschlichen Vernunft. Der vorliegende Band zeigt, dass der Aufweis der Vernünftigkeit des Gottesgedankens ein bedeutender und immer noch aktueller Beitrag der klassischen deutschen Philosophie ist.
Studierenden und Praktikern eröffnet dieses Lehrbuch einen Zugang zum Umwandlungs- und Spruchverfahrensgesetz - einem wichtigen Gegenstand des Unternehmensrechts. Es vermittelt die Grundlagen des Umwandlungsrechts sowie ergänzend des Umwandlungssteuerrechts und erklärt verständlich Systematik, Begriffe und Abläufe. Alle zentralen Umstrukturierungen - von Verschmelzung über Spaltung bis hin zu Formwechsel, Vermögensübertragung und grenzüberschreitenden Vorgängen - werden übersichtlich und strukturiert erläutert. Das Lehrbuch wurde vollständig überarbeitete und aktualisiert. Ein besonderer Fokus lag dabei auf dem erweiterten grenzüberschreitenden Umwandlungsrecht sowie auf den durch das MoPeG veranlassten Änderungen.
This textbook on "European Law" is aimed at both students who are required to take European law as a compulsory subject and those who are specialising in this area. It is also suitable as a reference work for legal practice, as it provides quick access to the subject matter. With the 14th edition, Alexander Thiele and Christoph Brömmelmeyer have taken over the authorship of the textbook alongside Andreas Haratsch. Together, they have comprehensively updated and revised it. Not only has the recent case law of the ECJ been incorporated - for example, on EU citizenship (keyword: golden passports) and on the right of residence and freedom of movement (recognition of same-sex marriage) - but also the new literature that has appeared since the 13th edition. As before, the textbook is supplemented by the collection of decisions published in parallel by utb, which offers the opportunity for in-depth exploration of the extensive case law of the European Court of Justice.
The newest edition of this authoritative volume has been comprehensively revised to include all the latest facts and figures relating to recent economic developments. Widening the big picture of macroeconomics to provide an up-to-date overview, Lutz Arnold surveys and deals with a host of fresh innovations, such as alternatives to gross domestic product as an indicator of wealth, the introduction in 2023 of Germany's Citizen's Income, new fears of technological unemployment as artificial intelligence advances apace, the consequences of quantitative easing in the 2010s, inflation in 2022/23, plus the regulatory consequences of the 2007-09 financial crisis.
Das Recht der Produkthaftung ist in Bewegung. Es setzt nach tradiertem Verständnis an einem menschlichen Fehlverhalten bei der Herstellung an. Zunehmend verdrängen Digitalisierung, Vernetzung, künstliche Intelligenz und autonome Systeme aber menschliche Steuerungseinflüsse. Zweifel bestehen, ob das geltende Recht neue Produktrisiken hinreichend zu erfassen vermag. Tobias Voigt beleuchtet die umgreifende Dogmatik des gewachsenen deutschen Haftungsrechts, seine richterliche Fortbildung zur deliktischen Produzentenhaftung und sondergesetzliche Ergänzung in Umsetzung der europäischen Produkthaftungsrichtlinie 85/374/EWG. Im Spiegel der demographischen Entwicklung und höchstrichterlichen Spruchpraxis auf nationaler und europäischer Ebene analysiert er die Rechtsgrundlagen, Haftungsgründe und vielfältigen verfahrensrechtlichen Fragen, verdeutlicht die Wirkungen von Verknüpfungen der Vorschriften unterschiedlicher Rechtsgebiete, diskutiert alternative Lösungsmodelle und unterbreitet Vorschläge zur Fortentwicklung des geltenden Rechts. So zeigt er, dass das bestehende Haftungssystem ausbaufähig und entwicklungsoffen ist für neue Herausforderungen des technischen und wissenschaftlichen Fortschritts.
Während sich eine offene Gesellschaft fortlaufend wandelt, stehen Grundrechte für rechtliche Kontinuität und Beständigkeit. Mit zunehmendem Alter des Grundgesetzes rückt die Frage nach der verfassungsrechtlichen Zulässigkeit eines Wandels im Bereich der Grundrechte stärker in den Fokus. Die Auseinandersetzung um die gleichgeschlechtliche Ehe hat dies jüngst verdeutlicht. Der Verfassungs- bzw. Grundrechtswandel wird herkömmlich oftmals als Problem der Gewaltenteilung oder Frage der Interpretationsmethoden diskutiert. Markus Gaßner hingegen setzt auf der Ebene der Grundrechtstheorie an, um unproduktive Dualismen zu vermeiden. Dazu stellt er einem verbreiteten etatistisch-positivistischen Verständnis der Grundrechte die grundrechtstheoretische These einer gesellschaftlichen Mittelbarkeit der Grundrechte entgegen. Grundrechte schützen demnach die Eigennormativität und Eigendynamik gesellschaftlicher Institutionen und Praxisfelder. Grundrechtswandel bringt sodann eine Inhaltsänderung der Grundrechte durch die evolutionären Effekte ihrer Ausübung auf die geschützten gesellschaftlichen Institutionen mit sich. Auf dieser Grundlage werden Rolle und Funktion von Verfassungsgesetzgebung und Verfassungsgerichtsbarkeit sowie methodische Fragen neu rekonstruiert. Der Verfassungsgesetzgeber gibt den Text der Grundrechte vor, aber nicht deren Bedeutung. An die Stelle einer politischen Festschreibung rückt aber auch nicht einfach eine verfassungsgerichtliche Fortschreibung - vielmehr erfolgt die Interpretation der Grundrechte primär durch soziale Praxis, an die die rechtliche Interpretation responsiv anschließen muss.
Kriminologie ist das empirische Fach, das sich in spezifischer Weise mit den normativen Voraussetzungen und tatsächlichen Bedingungen befasst, unter denen Verhalten als abweichend bezeichnet werden kann, und das die Erscheinungs-, Entstehungs- und Verarbeitungsformen solchen Verhaltens untersucht. Das Buch, ein Klassiker der deutschsprachigen kriminologischen Literatur, bietet eine umfangreiche und aktuelle Gesamtdarstellung dieser Disziplin. In einer durchweg neubearbeiteten Fassung bereitet es den aktuellen Stand der nationalen wie internationalen empirischen Forschung auf. Die Vielfalt kriminologischer Theorien und die materialreichen Befunde werden dabei in einer übersichtlichen Struktur vorgestellt und diskutiert. Hiermit wendet sich das Standardwerk an Leser, die in Praxis, Ausbildung und Wissenschaft an der sozialen Realität von Kriminalität und deren gesellschaftlicher Bearbeitung interessiert sind. Zugleich begreift es sich als empirisch informierter, kritischer Beitrag zur 'gesamten Strafrechtswissenschaft'.
Die Metaphysik ist seit dem 21. Jahrhundert erneut in den Fokus der Aufmerksamkeit gerückt. Alexander Schnell entwickelt eine Position, die sich von neueren "realistischen" Ansätzen unterscheidet. In den systematischen Ausarbeitungen der klassischen deutschen Philosophie verstanden sich die Deutschen Idealisten zugleich als die größten Realisten. In der aktuellen Diskussion hingegen scheint jeder idealistische Standpunkt kompromittiert zu sein, da er auf einem überholten Subjektivismus beruhe. Der hier verteidigte transzendentale Idealismus verfolgt eine Perspektive, in der die Frage nach dem "Sein" diesseits der hypostasierten Subjekt-Objekt-Beziehung gestellt wird. Diese Abhandlung über die phänomenologische Metaphysik fügt sich somit in eine zeitgenössische Debatte ein, die sowohl philosophische (insbesondere dank des "neuen Realismus") als auch anthropologische (in Bezug auf den Status des "Relationismus") Relevanz hat.
Oliver Harry Gerson widmet sich in einer systematischen und praxisorientierten Aufarbeitung sämtlichen zentralen Problemfeldern, die mit der Einführung der Einheitsstrafe in das deutsche Sanktionenrecht verbunden sind. Eine Einheitsstrafe meint eine Strafenbildungs- und Strafzumessungsmethode, die keine Unterscheidungen mehr zwischen der Art, der Form und der Bestimmung der Strafhöhe ausweist, unabhängig davon, wie viele selbstständige Unrechtsverwirklichungen zur Aburteilung stehen. Um den Strafenfindungsvorgang zu vereinheitlichen und zu einer echten Herstellungsmethode zu transformieren, entwickelt der Autor ein Fortschreibungsparadigma. Diese neuartige Zumessungsmethode knüpft an den Unrechts-Schuld-Konnex der Verbrechenslehre an und macht durch funktionale Abstufungen die Qualität der Strafbegründungsschuld tatproportional messbar, indem sie in eine quantitative Bewertung des verschuldeten Unrechts überführt wird. Die Arbeit markiert einen Paradigmenwechsel, der die drängenden Fragen des Strafsanktionenrechts zu Ende denkt.
Cybersicherheit ist eine grundlegende Voraussetzung für das Funktionieren unserer Gesellschaft, denn Informationstechnik ist allgegenwärtig und verletzlich. Daher ist der Staat aufgerufen, Cybersicherheit zu gewährleisten. Ein wesentlicher Bestandteil dieses Gewährleistungsauftrags ist die Abwehr von Gefahren durch Cyberangriffe, da diese sich (trotz Regulierung) nicht in jedem Fall verhindern lassen. Carolin Kemper arbeitet heraus, dass die Abwehr von Gefahren für die Cybersicherheit Teil der staatlichen Sicherheitsaufgabe ist, und untersucht, welche Implikationen sich hieraus konkret ergeben, insbesondere, welche Maßnahmen in Betracht kommen, um eine größtmögliche Cybersicherheit zu gewährleisten. Mögliche staatliche Handlungsstrategien reichen von der Informationsvorsorge über die Unterstützung Betroffener bei der Bewältigung von Cyberangriffen bis hin zu Anordnungen gegenüber Herstellern unsicherer Produkte oder Betreibern unsicherer IT-Systeme. Abschließend wirft die Autorin einen Blick auf die behördlichen Zuständigkeiten, die sich im Mehrebenensystem ausdifferenziert haben.
This textbook on "European Law" is addressed to students for whom European law is compulsory, and also to those for whom it is an elective. The new edition has been thoroughly updated.
Was ist Auslegungsgeschichte? Entlang von drei breit angelegten Studien zur Inanspruchnahme neutestamentlicher Schlüsseltexte in der Reformation und in der Zeit der Konfessionalisierung profiliert Patrick Bahl die Auslegungsgeschichte als eine zentrale kirchengeschichtliche Teildisziplin und erkundet ihre hermeneutischen und methodologischen Grundlagen. Konfessions- und gattungsübergreifend, d. h. in Kommentaren, Predigten, kontroverstheologischen Schriften und Frömmigkeitsliteratur, erschließt er die Auslegung der Auftaktverse der Apostelgeschichte (Apg 1,1-14), die vergleichende Interpretation johanneischer und paulinischer Texte und die Deutung der Perikope von der bußfertigen Sünderin (Lk 7,36-50), um die auslegungsgeschichtliche Fragestellung innerhalb der Kirchengeschichte wie auch im interdisziplinären Dialog zu schärfen.
Dieses Buch ist eine Grundlegung der hermeneutischen Philosophie, in der Interpretation und Verstehen neu bestimmt werden. Das Interpretieren erweist sich dabei als originärer Bezug auf eine Sache; es ist auf etwas bezogen, das entgegensteht und herausfordert. Das Gegenständliche steht im Zentrum der hermeneutischen Philosophie. Deshalb wendet sich diese auch gegen die in der Moderne verbreitete Kritik der 'Vergegenständlichung'. Der Autor zeigt, daß sich in der hermeneutischen Erfahrung des Interpretierens nur intensiviert, was für das menschliche Leben allgemein gilt: Das Leben ist durch einen die Lebensvollzüge tragenden Sachbezug bestimmt. Dieser Sachbezug ist möglich in einer Welt mit hermeneutischen Dimensionen. Als solche phänomenologisch aufgewiesene werden Freiheit, Sprache und Zeit phänomenologisch erörtert.
In den unterschiedlichsten Sachbereichen obliegt es der Verwaltung, knappe Güter in Konkurrenzsituationen zu verteilen, etwa Studienplätze, öffentliche Aufträge oder Telekommunikationsfrequenzen. Dieser Aufgabe dienende Verwaltungsverfahren lassen sich trotz der Heterogenität der Materien als neuer Verfahrenstyp deuten: als Verteilungsverfahren. Ferdinand Wollenschläger analysiert den verfassungs-, europa- sowie einfachrechtlichen Rahmen der staatlichen Verteilungstätigkeit, arbeitet die Grundstrukturen ausgewählter Verfahren des Fachrechts heraus und entfaltet auf dieser Basis den Typ "Verteilungsverfahren". Mit dieser bereichsspezifischen Weiterentwicklung der Verfahrenslehre, die gleichzeitig dem allgemeinen Verfahrensrecht neue Perspektiven erschließt, ist nicht nur eine für Wissenschaft und Praxis gleichermaßen bedeutsame Ordnungsleistung erbracht; vielmehr gestattet die Typenbildung eine Bewertung existenter Verteilungsverfahren und stellt dem Gesetzgeber Bausteine für die Gestaltung neuer Modelle zur Verfügung.
Alexander Schnell stellt Überlegungen darüber an, welche Rolle der Sinnbildung und Sinnstiftung unserem Verständnis der "Realität" zukommt. Vom phänomenologischen Standpunkt der Analyse des intentionalen Bewusstseins ausgehend, versucht er aufzuzeigen, dass der grundlegende Bezug zu jeglichem "Realen" nicht durch die Wahrnehmung geleistet wird, sondern durch die Einbildungskraft vermittelt ist. Das "Reale" "haben" wir nicht einfach, es wird aber auch nicht durch den Verstand bloß abstrakt konstruiert, sondern es impliziert Sinnbildungsprozesse, die jeweils durch eine epistemisch legitimierende Dimension ausgezeichnet sind. Über den Versuch hinaus, mit dem Grundmotiv der Phänomenologie (nämlich der Erkenntnisbegründung) ernst zu machen, werden zu diesem Zweck einige bedeutsame Begriffe der Phänomenologie - Sinn, Einbildungskraft, Unbewusstes, Realität, Wahrheit, Zeit, Raum, Mensch, Subjektivität, Transzendenz - wieder aufgenommen und neu behandelt. Hierdurch soll diese wirklichkeitsbildende Funktion der Einbildungskraft herausgestellt werden. Dieser Band bietet einen Überblick über einige Grundpositionen des heutigen phänomenologischen Diskurses, arbeitet aber in erster Linie eine eigenständige Position aus. Und zugleich trägt er zur Realismus-Idealismus-Debatte bei, die in den letzten Jahren dank des "Neuen Realismus" neu entfacht und in welcher der Phänomenologie über ein Jahrhundert nach ihrer Gründung wieder eine bedeutsame Rolle zugestanden wurde.
Eike Christian Herzig geht der Frage nach, welchen Einfluss die Philosophie Martin Heideggers auf das Theologieverständnis von Heinrich Ott und Eberhard Jüngel zu Beginn der 1960er Jahre hatte. Ihre theologische Auseinandersetzung über die Bedeutung der Seinsphilosophie Heideggers zeugt von einem Ringen um ein theologisches Selbstverständnis zwischen existenzieller Orientierung und christlichem Glauben. Dazu wird Heideggers Werk unter bestimmten Aspekten untersucht: Seine Überlegungen zur Philosophie Friedrich Nietzsches, zur Dichtung Hölderlins und zu frühgriechischen Denkern loten das kritische Verhältnis zur Theologie in einer Weise aus, die als "antitheologisch" bezeichnet werden kann. Welche Spannungen und Erkenntnisse ein konstruktiver Umgang mit dieser Philosophie für die Theologie bereithält, belegen die Interpretationen Otts und Jüngels, die in dieser Arbeit eingehend analysiert werden.
Does democracy necessitate gender-equitable participation in parliament? Lea Rabe introduces new perspectives to the gridlocked debate on parity laws in Germany. Are equality, democracy and representation - the constitution's grand rationales - implemented coherently and part of political reality? Featuring legal theory and politics, Lea Rabe's interdisciplinary study draws on legal gender studies to reassess parity as an intersectional response to inequality in democracy that takes account of other vulnerable societal groups and gender non-binarity.